Verhalten zu Minderheiten im jeweiligen Urlaubsland
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Hallo,
Ihr kennt es sicher - es kann zum Problem werden, wenn man sich in einem Urlaubsland befindet und dort in irgendeinen Kontakt zu relativ wenig geachteten Minderheiten kommt.
Wie verhält man sich da am Besten ?Ich selbst hatte schon mehrfach derartige "Erlebnisse" in den USA, in der ehemaligen Sowjetunion, in Rumänien oder in Tschechien und der Slowakei.
So hatten wir mal im letzgenannten Land in einer größeren Stadt (Martin) auf einer Wanderung in der dortigen Bergen eine seßhafte Zigeunerfamilie kennengelernt, die uns zu frischem Ziegenkäse, Brot, Wein und Slibowitz eingeladen hatten.
Obwohl wir etwas Angst hatten, haben wir angenommen und hatten einen schönen Nachmittag erlebt. Die Wanderung war dadurch natürlich kürzer als geplant!
Es waren sehr herzliche Stunden, nichts ist vorgefallen.Aber - als wir wieder unten in der Stadt im Hotel angekommen waren, hatten wir natürlich darüber erzählt.
Da wurden wir fast beschimpft, weil wir uns auf so eine Einladung eingelassen hatten. Weil es ja doch - wenn auch ansässig geworden - Angehörige der Zigeuner waren, und , und, und.
(Man muß wissen, daß der slowakische Staat tatsächlich ernste Probleme damit hat, allerdings in einer ganz anderen Region. Aber mögen tun die Slowaken die Zigeuner überall nicht).Jedenfalls war man etwas sauer auf uns und es hat ein paar Tage gedauert, bis die alte Herzlichkeit wieder da war.
Fazit: Wir hatten zwar bei unseren Gastgebern ins "Fettnäppchen" getreten, aber durch diese spontane Einladung von der Zigeunerfamilie eine tolle, wenn auch etwas andere Herzlichkeit erlebt.
Leider haben wir sie dann nicht wiedergetroffen!Das mal ein Erlebnis von mir !
Wie verhält man sich nun richtig ??
Erwin
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Erwin,
Ihr habt Euch so verhalten, wie wir uns auch verhalten würden. Toleranz gegenüber Minderheiten ist eine Herzensangelegenheit, unterliegt keinen geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetzen. Man ist von Natur aus, vom Charakter her, tolerant oder man ist es nicht.
Wir sind vor Jahren in Süd-Bahia, Brasilien einmal in einem Indianerreservat gewesen. In einer Bar bestellten wir was zu trinken. Da gesellte sich ein total betrunkener Indianer zu uns und quatschte uns zu.
Wir haben ihm zugehört und stillgehalten, obschon wir kein Wort verstanden. Wir hätten es nicht über das Herz gebracht, ihn abzuweisen. Vorher hatten wir uns nämlich über die Geschichte der Indianer in Brasilien informiert, wir hatten gelesen, wie menschenverachtend man die Indianer von ihrem eigenen Land vertrieben hat, indem man ihnen Mini-Abfindungen für ihr Land bezahlte, um sie dann in vorbestimmten Reservaten zu kasernieren. -
Ich habe es in Miami erlebt, dass in einem Drugstore ein Typ aus Kentucky wüst die Angestellten beschumpfte weil sie untereinander spaniscxh sprachen. Dazu muss man wissen, dass durch die vielen Kubaner dort, viel spanisch gesprochen wird. Der Typ sah aus wie ein Hinterwäldner. Ich habe nur den Kopf geschüttelt und habe mich ruhig verhalten.
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Ich bin ein sehr kontaktfreudiger Mensch. Natürlich auch im Ausland. Ich würde niemandem wegen Armut, Kultur, Religion oder Politik aus dem Weg gehen.
Wenn ich allerdings angebettelt werde, lasse ich den / diejenige, egal ob klein oder groß, links liegen und verlasse schnellstens die Situation.
Ebenso, was aufdringliche Menschen betrifft, die einem ihren Schrott andrehen wollen.
Toleranz ist natürlich auch wichtig, egal um welche Personenschicht es sich handelt. das erwartet man ja auch von den anderen.



