Bricht der Reisemarkt auch bei uns ein?
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@maximax
Das wiederholte Zitieren von Falschmeldungen, puren Gerüchten und der perönlich gebildeten Meinung dazu, besonders mit Bezug auf andere Foren, bringt aber auch nichts, sondern provoziert geradezu Gegenreden. -
Hallo,
dann bringen wir doch mal die Ganzen Dinge mit den Umfragen, Behauptungen u.s.w. auf einen Nenner, den ich sympathisch finde!

Ob nun die Russen nach Ägypten fahren, oder nicht, spielt für diesen Thread schon einmal keine wesentliche Rolle, außer dem, daß ich im anderen Thread auch schon von Leuten gelesen habe, die das begrüßen würden und daher wieder eher dieses Land bereisen wollen.
Kommen wir aber mal zur Umfrage in Verbindung mit den anderen Postings. Wenn es also stimmt, daß die Reisen um 20% teurer geworden sind und wir gleichzeitig die Umfrage als repräsentativ nehmen, dann bucht etwa die Hälfte aller Antworter wie bisher und somit geben diese Leute etwa 20 % mehr aus. 36,88 % wollen verstärkt auf den Preis achten. Da dieser aber teurer geworden ist, haben wir immer noch den gleichen Preis. Der Rest fährt gar nicht mehr. Um das einmal einfach auszurechnen, nehmen wir jetzt eine beleigige Zahl von 1.000,- € Umsatz.
Die erste Gruppe macht 513,70 € Umsatz und gibt im laufenden Jahr also 616,44 € aus.
Die nächste Gruppe hat 368,80 € Umsatz und gibt im laufenden jahr also den identischen Betrag aus.
Der Rest verzichtet ganz.
Macht also 985,24 € die nach wie vor ausgegeben werden. Effektiv also reden wir, sofern wir diese Umfrage für bare Münze nehmen, also von einem tatsächlichen Minus in Höhe von 1,476 % !!!!!!!!!!
Oder wie heißt es so schön: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast! Alles also eine Frage der Interpretation.
Sollte es nun der Branche gelingen diesen Umsatz auch noch in die Reisebüros zu steuern, weil wohl eher davon ausgegengen werden darf, daß nicht der Haupturlaub gestrichen wird und die weiteren Urlaube prozentual eher an den Büros vorbei gebucht werden. Dann wäre zumindest für die Büros wieder alles beim Alten. Sie würden weiter ihren Umsatz steigern können.
Gruß
Berthold
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Adegi: Gut gemacht.
Ich selbst habe übrigens bei der Umfrage auch die Mitte getippt, schaue jetzt aber nach Urlaub in Indien oder USA (Ich kann mich nicht entscheiden) Egal was es am Ende wird, es wird der teuerste Urlaub bisher. Kosten so um die 3500, -EUR p.P.
Also bin ich falsch in der Umfrage. Warum buche ich diesen Urlaub, obwohl ich mir auch erstmal gedacht habe, das ich auf den Preis schauen will. Ganz einfach: Die Umfrage ist auch gut formuliert. Auf den Preis achten klingt so gut. Da klick ich dann ganz schnell. Aber beim buchen geht es dann um Fakten. Und da ist der Preis absolut nebensächlich. Ich habe einen anstrengenden Job und möchte im Urlaub keinen Streß und somit eine gehobene Klasse. Und das kostet jedes Jahr mehr.
(Ach ja, ich arbeite in der Finanzbranche, bin also eigentlich primär betroffen) -
...was begreifst du eigentlich nicht an diesem Thema?
Das Geschäftsjahr der Reisebranche fängt im November an und endet im Oktober des darauffolgenden Jahres. Also ist für 2009 (wie unsere Reisefachleute bestätigt haben) bereits gebucht.
Gebucht wird bereits ab Juli für die Wintersaison und ab November für den Sommer.
Deswegen hat die Mehrzahl der User die erste Variante angeklickt, denn es ging um das Reiseverhalten 2009
@ADEgI und Captain Jarek
Verbessert meine Angaben, wenn sie falsch sein sollten.
LG
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Hallo,
das mit den Geschäftsjahren ist so richtig. Nicht ganz korrekt ist, daß schon alles gebucht ist. Jedoch ist in der Regel schon so viel gebucht, daß sich die allermeisten Reisebüros keine Sorgen mehr um das Jahr machen müssen.
Zumal ja nicht plötzlich überhaupt nichts mehr gebucht werden würde, sondern einfach nur weniger.
Gruß
Berthold
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So langsam wird es ja richtig kompliziert, und wenn Berthold so weitermacht, brauchen wir bald höhere Mathematik. Ausserdem muß man bei allen Prognosen und Erfolgsmeldungen schon ganz vorsichtig sein:
Also ist für 2009 (wie unsere Reisefachleute bestätigt haben) bereits gebucht.
Da kommt es jetzt wieder drauf an, ob diese Buchungen bereits vor dem 31.10.08 getätigt wurden, da sie ja dann noch zum Geschäftsjahr 2008 gehören.

Im übrigen ist die ganze Fragestellung falsch "Bricht der Reisemarkt auch bei uns ein", denn Nachweise, dass er anderswo eingebrochen ist, gibt es ja keine.
chepri
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Hallo,
nein, denn das ist klar geregelt. Es gibt bezüglich des Geschäftsjahres eigentlich keine zwei Meinungen. Entscheidend ist der Abreisetag des Kunden. Alle Buchungen mit Abreise bis zum 31.10.09 gehören zum Geschäftsjahr 08/09.
Damit es aber bezüglich der Rechenaufgabe einfach bleibt, habe ich ja einen solch einfachen und kleinen Betrag genommen!

Bezüglich des Einbruchs der Reisemärkte gibt es schon an verschiedenen Stellen Nachweise. So meine ich mich an einen kürzlichen Bericht erinnern zu können, in dem darüber gesprochen wurde, daß in Las Vegas aufgrund der Finanzkrise massive Buchungseinbrüche bei den Hotels und Casinos zu verzeichnen sind.
Gruß
Berthold
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@ADEgi, rein interessehalber frage ich mal,wann Ihr eigentlich die Provision vom Veranstalter bekommt. Nach der Buchungsbestätigung ? Nach An-oder Restzahlung? Oder nach Reiseantritt (um Rückzahlungen im Stornierungsfall zu vermeiden)?
Je nach dem ist es für die Reisebüromitarbeiter dann doch vielleicht ein Pockerspiel,wie es mit Buchungen im neuen Jahr weitergeht,oder?
Manche Veranstalter bieten doch auch Finanzierung an. Da sollte es euch doch gerade Recht sein,wenn die Leute weniger "auf der Kante" haben,und ihr noch eine Finanzierung dazu verkaufen könnt. Erst die Leute mit nem Video richtig heiß machen,und dann erzählen,wie einfach sich das doch jeder leisten kann.
Da verdient man doch sicher noch mehr damit,als sich"nur" mit den Reisen im unteren Preisbereich zu befassen,oder sehe ich das falsch?
Somit kann doch Krise auch Gewinn sein
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Hallo,
bezüglich der Finanzierung von Reisen über Kredite kenne ich mich nicht aus, da ich noch keinen Kunden hatte, der nach so etwas gefragt hätte. Denke aber, daß das die RV unter sich ausmachen und dabei das Reisebüro keinen Zusatzverdienst hat. Denn es handelt sich ja nur um eine andere Zahlungsart, die wohl über eine Bank abgewickelt wird (werden muß).
Bezüglich der Provison bekomme ich diese von meiner Buchungszentrale, ausnahmslos am Beginn des Folgemonats, in dem der Kunde abgereist ist. Bei Stornierungen wird nur der Stornobetrag vergütet und dieser zum Teil noch geringer.
Mit der direkten Abrechnung mit den Veranstaltern habe ich ja im Normalfall nichts zu tun. Je nach Veranstalter gibt es aber schon eine unterschiedliche Zahlungsmoral. Hinzu kommt, daß ich zum Teil noch sehr geringe Zusatzprovisionen habe, die am Geschäftsjahresende ausbezahlt werden.
Was bei mir komplett entfällt sind Sorgen bezüglich eines Malus Systems. Dies ist vor allem bei der TUI und Thomas Cook bekannt. Wird dort der vorgegebene Umsatz nicht erreicht, so kann es sein, daß die Büros eine hohe Rückzahlung an die Veranstalter zu leisten haben. Ebenso gibt es bei denen Mindestumsätze, die ereicht werden müssen, um überhaupt eine eigene Agentur der genannten Veranstalter zu haben.
Somit gibt es natürlich ein Risiko, was die schon vorhandenen Buchungen angeht, doch ist dieses relativ gering. Bisher hatte ich noch nie Stornierungen aus anderen Gründen, als eine plötzlich auftretende Krankheit/ Unfall / Tod. Daher spielt die Finanzkrise hier wohl nur eine minimale Rolle, zumal ich ja zusätzliche Buchungen aufgrund von Arbeitslosigkeit habe! (übrigens eher nicht mit der Finanzkrise im Zusammenhang stehend)
Gruß
Berthold
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Klaus Laepple, der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, äußerte sich in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger weit zurückhaltender über die zu erwartende Geschäftsentwicklung der Reisebranche als so manch einer hier im Forum. Man fragt sich, wie solch krasse Einschätzungsunterschiede zustande kommen.
Hier ist der Zeitungsartikel zu lesen.
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Mit kräftigem zweistelligen Zuwachs hatte das Wintergeschäft im Oktober begonnen
Aber das war doch das alte Geschäftsjahr

... Laepple, selbst Inhaber eines Reisebüros in Düsseldorf.
Bei dem buchen halt keine Kunden aus der "upper-class"

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Guter Artikel der die Lage weitestgehend korrekt abbildet. Auch der entsprechende Kommentar ist zu weiten Teilen brauchbar.
Wie die Einschätzungsunterschiede zu Stande kommen?!
Klaus Laepple ist - meiner bescheidenen Meinung nach - einfach nicht der "Hellste". Er und sein Verband DRV müssen halt mit Ihren uralten Strukturen kämpfen und eine ganze handvoll von "strauchelnden" Veranstaltern und Dutzende von nicht mehr marktfähigen Reisebüros in Ihrer Lobbyarbeit "mit durchziehen".Außerdem spricht ja selbst Laepple noch von einem seichten Wachstum, das ist für die Branche insgesamt völlig ausreichend.
Mir persönlich reicht es nicht, und deswegen freue ich mich a) über das "Nichtschritthalten" meiner Mitbewerber und b) über meine eigenen Buchungszahlen.
Und diese Zahlen werden ebenso wie die Zahlen von vielen hundert anderen fixen Kollegen nicht vom DRV erfaßt.Viele Grüße.
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Ja,und das mit der Werbung trifft auch auf das kleine Reisebüro zu. Hier in einer Stadt wie Berlin wo es in jeder Strasse und jedem Einkaufstempel mehrere Reisebüros gibt,vermisse ich schon "Eigenwerbung",die mich überzeugt,gerade in dieses RB und nicht zum Nachbarn zu gehen. Das schaffen ja manche noch nicht mal,mit Freundlichkeit und Fachberatung zu überzeugen.
Ein Beispiel: kurz vor Weihnachten kam zu meiner Frau eine Rentnerin in den Laden zum Kaffetrinken,und erzählte ganz traurig,das sie wohl dieses Jahr nicht zu Ihrer Bekannten (am anderen Ende Deutschlands) mit dem Zug reisen kann,denn es ist viel zu teuer.
Sie war vorher in einem Reisebüro nebenan,und dort hat man Ihr irgend einen schwindelerregend hohen Betrag genannt. Kein Hinweis darauf,das es bei der DB ein "Dauerspezial" für 29 € gibt,wenn man zeitlich flexibel ist.
Darauf habe ich mich (zu Hause) an den Rechner gesetzt,und der alten Frau genau passend zu Ihren Vorstellungen eben Hin-und Rückfahrt zu diesem Dauerspezial gebucht.
Der alten Dame war es völlig gleich,das sie nicht wie geplant montags,sondern dienstags,und zurück nicht morgens,sondern abends reisen mußte. Sie war überglücklich,und wird daraufhin zu diesem Reisebüro nun gar nicht mehr gehen.
Nicht,weil es im Reisebüro beim Verkauf von Bahnfahrkarten 5€ mehr kostet (Bearbeitungsgebühr),sondern weil man sich mit der Nicht-bzw. Falsch-Beratung völlig disqualifiziert hat. -
Ich schaue immer mal auf die Zahlen der Befragung zum Reiseverhaltens.
Stabil, mit leichter Tendenz nach unten, ist der Prozentsatz der "Nichturlauber". 11,44%. Fast 90% wollen aber in Urlaub fahren. Einige mehr als vorher wollen nun auf den Preis achten. Ist doch löblich, preisbewusst zu sein!
Ich achte immer auf den Preis, nicht nur bei Reisen.
Dadurch kann ich mir nun im Alter eine Reise mehr als normal erlauben.
Ich finde das vorläufige Ergebnis der Befragung bemerkenswert. Ich hätte nicht gedacht, dass fast 90% ihr Verhalten nicht oder nicht grundlegend ändern wollen.
Und es steht ja fast konträr zu den Beiträgen einiger User, die meinen, dass nur noch die "Top Ten" sich Reisen erlauben können.
Diese zweifeln natürlich jede Befragung, jede Untersuchung, jede Statistik an, sei sie auch noch so belegt und repräsentativ.
Wenn ich neue oder andere Zahlen habe, melde ich mich wieder zu Wort.
Gruß
hema2812
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:?
Auch hier ist doch eine Riesen-Blase entstanden.
Eine Anfrage für Herbst 2008 wurden mit mind. 3500- 4000€ beantwortet.
2E+3K, 11 Tage, Ägypten.
Wahnsinn!
2007 waren es 3100€!! Auch schon viel.
Mal ein Jahr verzichten, damit sich die Preise regulieren.
Preise werden beim Reisen merkwürdiger weise in Kauf genommen. Wird die Butter 5 % teurer, wird geschrien.
Irgendetwas passt da nicht zusammen.
Wir werden im Angesicht dieser Preise wohl auch dieses Jahr verzichten.MfG
Ein frohes neues Jahr
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Hallo,
aber Ihr verzichtet wenn, dann doch wohl wegen der Preise und nicht wegen der Finanzkrise, was ja das eigentliche Thema hier ist.
Umgerechnet auf fünf Personen wären Das in Eurem Fall eine Erhöhung von 80,- bis 180,- € pro Person. Das finde ich nicht so extrem. Denn die Airlines haben Ihren Sprit ja vermehrt zu der teuren Zeit eingekauft und somit höhere Kosten. Ebenso sind die Preise vor Ort gestiegen und die Kinder sind ja auch alle ein Jahr älter geworden und essen / verbrauchen ebenfalls mehr.
Alles in Allem eigentlich eine normale Preissteigerung. Mein Tipp wäre es einmal zu schauen, ob für Euch mit 14 Tagen nicht günstigere Angebote herauskommen würden, falls das für Euch zeitlich möglich ist.
Gruß
Berthold
p.s.: Der Unterschied zur Butter ist einfach, daß dies ein Grundnahrungsmittel ist, auf das die Leute nicht verzichten können / wollen. Eine Urlaubsreise, zumal mit Flug ist immer noch ein Luxusartikel. Ganz gleich zu welchem Preis. Da kann man schon darauf verzichten, wenn es mal einfach nicht passt.
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Hallo!
Ich hatte zwar die Statistik (hier bei HC) ursprünglich zur Sprache gebracht, doch glaube ich, dass das nicht unbedingt die ganze Realität zeigt.
Die meisten Leute, die sich im Zeitpunkt der Finanzkrise noch mit einem Reiseforum beschäftigen, sind ja aktuell noch an Urlaub interessiert, ansonsten wäre mit Sicherheit der %-Anteil der Nichtreisenenden viel höher.
Für die Reisebüros (ob online oder um die Ecke) hoffe ich, dass sie wirklich keinen Einbruch bekommen. Vielleicht gibt sich Vieles die nächsten Monate und dann kann es wieder aufwärts gehen. Somit vielleicht nicht so bemerkbar. Von den Medien kommt die Panikmache schon sehr übertrieben. Man weis wirklich nicht, was man denken soll.
Allerdings für eine Familie mit zwei Kindern 4000 Euro zu zahlen für 11 Tage Urlaub. Ne, das ist nicht mehr normal. Mein Tip: Selber rechtzeitig suchen, dann findet man. Ich hab selbst schon die Erfahrung gemacht, was einem in mach Reisebüro angedreht werden sollte und dann schaust Du zuhause im Internet und denkst Dir: Entweder haben die keine Ahnung oder ist es Profitgier. Reisebüros müssen auch leben das ist klar, aber unsereins eben auch.
Lieben Gruß
DR -
Hallo,
also wenn ich mich nicht verlesen habe, dann waren es drei Kinder! Außerdem sind 11 Tage gerne einmal teurer, als 14 Tage. Weiterhin wissen wir ja nicht um welches Hotel mit welcher Verpflegung es sich handelt. Weiterhin fehlt uns das Alter der Kinder. Auch hier haben Veränderungen unangenehme Folgen für den Reisepreis.
Billiger wäre vermutlich auch möglich.
Gruß
Berthold