Dürfen Leukämiekranke fliegen?
-
Hallo,
grundsätzlich würde ich sagen das es kein Problem darstellt allerdings sollte man unbedingt auf die medizinische Versorgung vor Ort achten. Dazu kommen die Faktoren, welches Stadium der Leukämie, z.N. Chemo oder nicht, wenn ja wie lange her, Blutwerte vor Abreise usw.....ich würde mich absichern.
Wie carstenW. schon schreibt, holt Euch einen Rat beim behandelnden Arzt!
LG
Sandra
-
Das Hauptproblem bei der ganzen Sache ist, dass die betroffene Person sich weigert zum Arzt zu gehen. Seit sie weiß, dass sie eine schleichende Form der Leukämie hat, (ein paar Monate), lehnt sie jegliche medizinische Behandlung ab und "läßt die *** raus".
Jetzt will sie mit meiner Tochter für eine Woche nach Ägypten und ich sorge mich, dass es zu gesundheitlichen Problemen im Flugzeug kommen könnte.
Die junge Dame, die es betrifft, will dahingehend keinen Arzt befragen.
Deshalb meine Frage im Forum. -
Mmhh....Sorry, aber dann würde ich eh sagen lass die Finger davon oder ist Deine Tochter schon volljährig so das sie alleine entscheiden kann ob sie mit der " Dame " fahren möchte. Wenn jemand verantwortungslos sich selber gegenüber ist, ist das eine Entscheidung, in deren Hände würde ich mein Kind dann allerdings nicht geben. Das nur dazu :? meine Meinung

Wenn Du Dir nicht sicher bist rufe doch Deinen eigenen Hausarzt mal an und frage nach.
LG
Sandra
-
@ jm.wuest,
da Du von einer schleichenden Form der Leukämie sprichst, gehe ich davon aus, dass sie(die Leukämie) dann derzeit auch noch keiner Behandlung bedarf?
Vielleicht leidet die betroffene Person ja auch unter einem Trauma und ist sich der Ausmaße der Erkrankung überhaupt noch nicht bewußt?
Unter diesen Umständen sollte Deine Tochter versuchen ihren Einfluß auf die Erkrankte geltend zu machen und ihr konsequenterweise für den Urlaub nicht zur Seite stehen. So kommt sie evt. noch früh genug zur Besinnung und das Thema Urlaub hätte sich erledigt. Falls nicht, dann ist wenigstens Deine Tochter außen vor. -
Finde auch, daß sich das nach Trauma bzw. eher sogar Panik anhört.
Möchte die betreffende Person möglichst bald fliegen ? Also Abflug in den nächsten 2 Wochen .Und nur für eine Woche ?
Weisst Du bzw. deine Tochter, wie weit die Krankheit schon vorangeschritten ist ?
-
jm.wuest wrote:
Danke Sandra,
das werd ich mal tun.Ja, meine Tochter ist bereits volljährig und die betroffene Person sogar 24!
Und, wie Du richtig sagst, sehr verantwortungslos! Leider.Ich würde sie nicht als verantwortungslos bezeichnen !
Es ist nicht einfach mit so einer Diagnose zu leben !
Und in dieser Zeit ist es sicher wichtig Menschen zu haben die auch in dieser
Ausnahmesituation zu einem stehen ! ! !Jeder verarbeitet es auf eine andere Art und Weise - und das sollte auch akzeptiert und nicht verurteilt werden !

-
Hallo,
ich kann schon verstehen, das die junge Frau die "*** rauslassen" will. Das ist im Augenblick anscheinend ihre Strategie, die sich durchaus später ändern kann.
So eine Erkrankung schockt erst mal jeden Betroffenen, jeder geht anders damit um.
Manchmal sind derartige Reaktionen für Freunde und Bekannte unverständlich.
Aber die Erkrankte ist die Chefin, sie sollte tun, was sie möchte.
Carpe diem ist nicht nur ein Spruch der alten Lateiner.
Übrigens, eine schleichende Leukämie bedingt nicht unbedingt ein schnelles Ende.
Eine Bekannte von mir hat mit diesem Krankheitsbild noch viele Jahre verbracht.
Meist resultiert die Besorgnis aus der eigenen Angst, gerade wenn man emotionell involviert ist.
Wenn es ihr gut geht, kann sich eine Reise in netter Gesellschaft sehr positiv sein.Liebe Grüße
Usei -
Noname48 wrote:
jm.wuest wrote:
Danke Sandra,
das werd ich mal tun.Ja, meine Tochter ist bereits volljährig und die betroffene Person sogar 24!
Und, wie Du richtig sagst, sehr verantwortungslos! Leider.Ich würde sie nicht als verantwortungslos bezeichnen !
Es ist nicht einfach mit so einer Diagnose zu leben !
Und in dieser Zeit ist es sicher wichtig Menschen zu haben die auch in dieser
Ausnahmesituation zu einem stehen ! ! !Jeder verarbeitet es auf eine andere Art und Weise - und das sollte auch akzeptiert und nicht verurteilt werden !

Ich verurteile das auch nicht, ich arbeite auf einer Krebsstation und kenne die Phasen des " Verarbeitens " Trotzdem stehe ich zu meiner Meinung oder auch gerade WEIL ich auf so einer Station arbeite.
LG
Sandra
-
Wenn Sie sich fit fühlt soll sie fliegen.
Alles andere lässt sich nur durch Laboruntersuchungen feststellen.
Die Kardinalfrage ist, wie intakt ihr Immunsystem ist.Aber wenn sie nicht zum Arzt will, dann ist das halt so und dann kann es auch keine anderen Einschränkungen geben. Du schreibst ja selbst, dass die Dame volljährig ist.
-
Kann man ihr nicht vorschlagen, okay, ich begleite Dich, aber Du machst im Gegenzug schon einen Termin für nach dem Urlaub im Krankenhaus aus ?
Ich kann das nur zu gut nachvollziehen, was da jetzt in ihr abgeht und hätte vor einem halben Jahr auch nur noch flüchten wollen.
Mein obiger Vorschlag ist mit Vorsicht zu geniessen, habe vorher schon versucht nachzufragen, in welchen Stadium sie sich befindet. Leider kam keine Antwort.
Es gibt so viele verschiedene Arten von Krebs, manche müssen schnellstmöglich behandelt/operiert werden. Andere, wie bei mir, lassen noch einen gewissen Spielraum zu. Zwischen Diagnose und OP dauerte es aufgrund Zweitmeinung 7 Wochen.
Wenn es irgendwie geht, würde ich ihr den Urlaub auch noch gönnen, dann hat sie für die schwere Zeit hinterher noch schöne Bilder im Kopf !
-
Kidir wrote:
Es gibt so viele verschiedene Arten von Krebs, manche müssen schnellstmöglich behandelt/operiert werden. Andere, wie bei mir, lassen noch einen gewissen Spielraum zu. Zwischen Diagnose und OP dauerte es aufgrund Zweitmeinung 7 Wochen.Wenn es irgendwie geht, würde ich ihr den Urlaub auch noch gönnen, dann hat sie für die schwere Zeit hinterher noch schöne Bilder im Kopf !
@ Kidir,
schließe mich da Deiner Meinung voll und ganz an.
Gerade bei Leukämie gibt es ja soooooooooooo viele verschiedene Formen und vor allem Verlaufsformen. Vor allem werden viele gar nicht operativ behandelt. Da müßte man schon genau wissen, um welche Form es sich im hier erwähnten Fall handelt. Dann könnte man evt. Aussagen bezüglich des Risikos beim Urlaub treffen. Aber selbst das ändert nichts daran, dass der betroffene Mensch erst einmal zu sich selbst finden muß. Er allein hat die Verantwortung für sich zu tragen.
Wenn es meine Freundin wäre, würde ich sie bitten mich zum nächsten Arztbesuch mitzunehmen. Sollte der Arzt mit der Reise einverstanden sein, dann würde ich diesen Urlaub auch mit ihr gemeinsam starten.
-
Vielen Dank an alle,
die mir so eifrig auf das Thema geantwortet haben.Die junge Dame lehnt jegliche Behandlung ab. Wie weit die Krankheit vorangeschritten ist, wissen wir nicht wirklich, weil sie darüber im Detail nicht reden will. Wir wissen nur soviel, dass sie starke Medikamente nehmen soll und auch bereits eine Chemotherapie hätte beginnen sollen.
Gestern Abend hatte sie wohl einen Art Anfall und trotz extremen Schmerzen verweigerte sie jegliche ärztliche Hilfe.
Unsere Tochter hat sich daraufhin entschieden, nicht mit ihr in den Urlaub zu fliegen. Sie fühlt sich der Verantwortung nicht gewachsen.LG Judith
-
Judith, okay, diese Beschreibung läßt keinerlei Spielraum mehr zu.

Das Verhalten deiner Tochter ist richtig.
Gibt es irgendwie die Möglichkeit, sie in Kontakt mit einem Psychiater zu bekommen ? Oder sonstigen Seelsorgern ? Sie scheint sich ja schon total aufgegeben zu haben.
Bzw. bei den nächsten Schmerzanfall würde ich den Krankenwagen rufen, egal ob erstmal evtl. die Freundschaft aufgekündigt wird.Ich wünsche Euch viel Kraft für die nächste Zeit
-
@ jm.wuest,
bestimmt die richtige Entscheidung Deiner Tochter. Wenn jetzt schon Komplikationen auftreten, wäre es völlig verantwortungslos in dieser Situation mit ihr zu verreisen.
Hoffentlich löst sich der Knoten im Denken der Erkrankten und sie begibt sich zügig in ärztliche Behandlung?
Gerade bei Leukämie hat man eine hohe Heilungschance. Wäre doch schade, wenn sie diese Chance nicht wahrnehmen würde. -
Das Thema Psychiater war schon mal aktuell, als ihr Vater vor einigen Monaten an Krebs starb, aber auch da wollte sie keine Hilfe. Aufgrund des Todesfalles hat sie ein soziales Jahr im Krankenhaus begonnen und als sie dort einen "Anfall" hatte, wurde erst ihre Erkrankung entdeckt. Sie ist also eigentlich in "guten Händen", lehnt aber alles ab.
Hoffentlich ist unsere Tochter auf Dauer stark genug, um sich nicht auch psychisch "runterziehen" zu lassen.
Wir fanden die Idee mit dem Urlaub als positiven Anreiz wirklich gut, aber die Entscheidung liegt nunmal allein bei unserer Tochter. Vielleicht fährt sie mit ihr einfach ein paar Tage in ein Wellnesshotel. Mal sehn, wie weit wir Einfluss nehmen können. -
Uuih, da kommen natürlich viele Komponenten zusammen die erst einmal verarbeitet werden müssen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man erst einem gewissen Leidensdruck ausgesetzt sein muß, ehe man lebenswichtige Entscheidungen trifft. Das trifft auch auf Lebenssituationen zu.
Ich hoffe, dass der Zeitpunkt kommt, bevor es zu spät ist. Hat die Freundin Deiner Tochter denn keine Familie (Mutter, Geschwister) die Einfluß nehmen können? Wobei ich glaube, dass Ihr (Du und Deine Tochter) evt. sogar mehr bewerkstelligen könnt, da ihr "neutral" handelt.