• CarlosMedellin
    Dabei seit: 1252627200000
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    geschrieben 1253388792000

    Leider wird hier im Forum zensiert dennoch poste ich einmal einen Link zum Thema MIT DEM BUS von Venezuela nach Kolumbien: **lt. Forenregeln entfernt ! ** diese Reise dauert 24 Stunden und ist recht preiswert.

    Mit dem Auto geht das auch, dann muesstest Du Dir in Caracas einen Wagen mieten und abklaeren ob damit der Grenzueberschritt erlaubt ist.

    Es gibt zwei klassische Routen einmal immer an der Kueste lang oder ueber San Antonio nach Cucuta.

    saludos

    Carlos

  • tuaregger98
    Dabei seit: 1249603200000
    Beiträge: 7
    geschrieben 1255084998000

    Ich habe die Strecke Cartagena-Maicao schon ein paar mal mit dem Bus gemacht und hatte nie irgendwelche Probleme, am besten man fragt vor Ort im Hotel, welche Buslinie am empfehlenswertesten ist. In Maracaibo war ich mit einem Auto unterweges, auch keine Probleme. Am unsichersten habe ich mich in Caracas gefühlt, ich finde auch die Behörden in Venezuela unfreundlicher als in Kolumbien. Wenn du die Strecke mit dem Auto machst, tanke noch mal in Venezuela, da das Benzin dort fast nichts kostet. In Kolumbien kannst du in der Guajira billig an der Straße tanken - einfach anhalten, wenn du jemanden mit einem großen Kanister siehst und nach dem Preis fragen. Dieser Benzin wird von Venezuela geschmugelt und ist völlig in Ordnung, sogar die ortsansässige Polizei tankt dort von den Straßenverkäufern. Ich bezweifle, dass du mit einem Leihauto aus Venezuela nach Kolumbien fahren kannst. Busse und Taxis sind relativ günstig und eine gute Alternative zu einem Leihauto.

    Zur Sicherheit. Cartagen bis Santa Marta ist ziemlich sicher, sehr touristisch und für den "Normaltouristen" zu empfehlen. Östlich von Santa Marta, Riohacha und Guajira sind dann eher was für Indivdualreisende und Abenteurer, in diesen Gebieten kommt es noch manchmal zu Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen. Als Tourist ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass man sich in Gegenden aufhält, wo diese Gruppen operieren. Touristische Ziele sind meist sicher.

    Zu den KO Tropfen. Habe davon gehört, aber noch keinen getroffen, der Erfahrung damit gemacht hat. Wird eher in den Städten bzw. im Süden von Kolumbien verwendent. Sie können in Form von Tropfen in Geränken verabreicht werden, oder in Pulverform in Zigarreten oder durch vor die Nase blasen - einfach Burundanga googlen.

    Viel Spaß

  • Pesche
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    Beiträge: 696
    geschrieben 1255140021000

    Hallo tuaregger98

    Danke für die interessanten Infos und die Tipps für die Beschaffung von geschmuggeltem Benzin. Wie ich schon erwähnt habe, werde ich zu gegebener Zeit entscheiden, ob ich einen Bus oder einen Pkw benutze. Übrigens, ich bin stolzer Besitzer eines venezolanischen Führerausweises. Ich kann es nicht verklemmen, das “Episödchen” in diesen Thread zu stellen. 

    Im Auftrag meiner Arbeitgeberfirma verbringe ich längere Zeit in Venezuela. Ein venezolanischer Führerausweis ist deshalb obligatorisch. Profis informieren mich, dass ohne einheimische Prüfungshelfer, die vor dem Prüfungsgebäude in Caracas ihre Dienste anbieten, nichts gehe. Mein Prüfungshelfer begleitet mich in das Theoriezimmer und stellt mir den Experten vor. Nach dem Zufallsprinzip kreuze ich auf den Prüfungsunterlagen die Antworten an. Bedingt durch meine damaligen minimalen Spanischkenntnisse verstehe ich von den Prüfungsfragen mehrheitlich nur "Bahnhof'!“ Der Experte prüft stirnrunzelnd meine Arbeit und sagt kurz und bündig: "DURCHGEFALLEN!". Jetzt folgt der große Auftritt meines Prüfungshelfers. Gemeinsam mit dem Experten begeben wir uns in ein Hinterzimmer. Einige Geldscheine wechseln den Besitzer und oh Wunder, der Experte teilt mir freundlich lächelnd mit: "SIE HABEN DIE THEORETISCHE PRUEFUNG BESTANDEN!". Dann sagt er: "Jetzt müssen sie nur noch die praktische Prüfung absolvieren. Wo haben sie ihren Wagen parkiert?". Meine schüchterne Antwort: "Ich besitze noch keinen Wagen, aber meine Firma wird mir einen besorgen" -- beantwortet er wiederum kurz und bündig: "DANN SIND SIE DURCHGEFALLEN!". Nun folgte das bekannte Prozedere. Hinterzimmer, Besitzerwechsel von Geldscheinen und die freudige Information: "SIE HABEN AUCH DIE PRAKTISCHE PRUEFUNG BESTANDEN!" 

    Glücklich und zufrieden verlasse ich mit meinem Prüfungshelfer das Gebäude und bei einem Drink in seinem Büro, respektive in einer nahegelegenen Kneipe, wechseln wiederum einige Geldscheine den Besitzer. Den venezolanischen Führerausweis, bestückt mit wunderschönen Stempeln und noch schöneren Unterschriften, inklusive einer grauenhaften Foto mit Nummer (vergleichbar mit Aufnahmen von Verbrechern!) besitze ich heute noch und ist jeden Franken, respektive jeden Bolivar wert! 

    Gruß

    Pesche

     

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
  • tuaregger98
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    Beiträge: 7
    geschrieben 1255264663000

    Hallo Pesche,

    gratuliere erstmal zu deinem ven. Führerschein ;) .

    Kenne eine ähnliche Geschichte von einer Kolumbianerin, die anfangsbrav ihren Fahrkurs gemacht hatte, aber beim Fahren zu nervös war unddas Projekt Führerschein dann abgebroche hat. Zwei Jahre später, alssie für einen neue Arbeitstelle einen Führerschein vorweisen musste,bekam sie innerhalb ein paar Tage, ein paar Geldscheine einenFührerschein. Keinen gefälschten sondern eine originalen, eingetragenin das örtliche Verzeichniss und mit all den Stempeln. Autofahren kannsie bis heute nicht, besitzt aber einen Führerschein. Möchte nichtwissen, wie viele dort auf diesem Wege zu ihrem Schein kommen.

    Venezuela scheint aber in Sachen Korruption schlimmer zu sein, alsKolumbien. Hatte dort schon einige Erlebnisse, speziell mit Behördenund Ministerien. Kann von Vorteil sein, aber genauso schnell einNachteil werden, wenn alles mit ein paar Scheinen geregelt wird. InKolumbien wird Korruption entweder im großen Stil gemacht, oder siespielt sich in den ärmern Schichten ab. Die Alltagskorruption für dieMittelschicht, wie ich sie in Venezuela vorgefunden habe, sieht man inKolumbien nicht so oft, oder sie wird dort nicht so offensichtlichbetrieben.

    Wenn du dich für die Autofahrt entscheiden solltest und von Cartagena weiter nach Bogotá fahren möchtest. Würde ich diese Strecke in verschiedenen Etappen machen und über Medellin und die Kaffee-Zone fahren. Ist zwar nicht die kürzeste und direkteste Strecke, aber du siehst ein paar sehr schöne Ecken von Kolumbien, bevor du in die kalte, oft regnerische Hauptstadt kommst. Medellin gefällt mir am besten von den Städten, könntest es mit einen Abstecher nach Santa Fe de Antioquia oder nach Penol/Gutape verbinden. Die Kaffezone (Manizales-Pereira-Armenia) hat wunderschöne Landschaften (zB. Valle de Cocora) und kolonial Städtchen (zB. Salamina) und bevor du in Bogota ankommst, kannst du noch mal ein Päusschen in Giradot oder Melgar machen und die tropische Sonne genießen.

    Direkter geht's nach Bogota über Bucaramanga. Landschaftlich nicht so aufregend, außer der Canon del Chicamocha und die Gegend um San Gil/Barichara. Auf dieser Strecke könntest du einen Abstecher nach Villa de Leyva machen.

    Ich möchte selber in ein/zwei Jahren mit einem Jeep durch Kolumbien fahren. Wäre also dankbar, wenn du deine Erfahrungen hier im Forum mitteilst.

    Suerte!

  • Pesche
    Dabei seit: 1096588800000
    Beiträge: 696
    geschrieben 1255351225000

    Hallo tuaregger98

    Danke für die ausführlichen Tipps für individuelles Reisen mit Pkw in Kolumbien. Wenn es soweit ist, werde ich meine Erfahrungen in dieses Forum stellen. Und noch etwas. Du hast dich in Caracas am unsichersten gefühlt. Nun, auch hier habe ich noch ein weiteres kleines “Episödchen”:

     

    In größeren Städten und speziell in Caracas treiben Autogangster ihr Unwesen. Die Polizei ist machtlos. Nebst dem Klau von Luxuswagen wie Mercedes & Co von Profis, sind einige Lehrlinge in der Branche spezialisiert auf das entwenden von Raddeckeln, Rückspiegeln, Autoantennen und Innenausrüstungen wie Radios etc. Dieses Zubehör taucht dann in den unzähligen Autoshops entlang der Überlandstrassen wieder auf. Zerknirscht muss ich allerdings gestehen, auch ich habe meine permanent entwendeten Raddeckel hin und wieder durch selbstgeklaute wieder ersetzt. Das nennt man praktizierte Selbsthilfe! Meine diversen Ford-Geschäftswagen entsprachen nicht der Klasse "Oberer Luxus" und wurden deshalb auch nicht entwendet. Ein befreundeter deutscher Brückenbauingenieur musste leider Lehrgeld bezahlen. Er beschaffte sich das neuste Mercedes Modell und ließ sich eine akustische Diebstahlausrüstung einbauen: “Diese ******** sollen nur kommen, die werden noch staunen!”, erzählte er im Freundeskreis. Und die ******** kamen. Eines Tages ertönte der ohrenbetäubende Lärm der Alarmanlage und unser Ingenieur konnte befriedigend nur noch die flüchtenden Diebe von hinten erblicken. Das kann man mit Profi-Autodieben nicht machen. Es gibt in diesen Kreisen so etwas wie eine Berufsehre. Und sie kamen wieder. Die Scheiben wurden eingeschlagen, der Wagen mit Benzin überschüttet und dann angezündet. Totalschaden!!

     

    Unser guter Ingenieur kaufte sich auf den Rat von Freunden eine Occasions-Karosse "Modell Mittelklasse" und wurde nicht mehr *********. Ausgenommen entwendete Raddeckel, die er hin und wieder auf meinen Rat durch selbstgeklaute wieder ersetzte!

     

    Sorry, ich hoffe nur, dass ich mit diesem Beitrag keine HC Forenteilnehmer verunsichert habe und sie deshalb von einem Besuch in diesem “niedlichen” Städtchen absehen! ;)

     

    Gruß

    Pesche

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
  • Anto83
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    Beiträge: 18
    geschrieben 1257412926000

    Toll! Endlich wird auch in diesem Forum über Kolumbien geschrieben! Ich werde bald nach Kolumbien fliegen und zwei Wochen zwischen Santa Marta und Cartagena verbringen. Wer kann mir Tipps gehen in bezug auf Sehenswürdigkeiten, Strände, Hotels?

    Danke

    Antonella

  • Karlheinz und Edith
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    Beiträge: 138
    Zielexperte/in für: Uruguay Paraguay
    geschrieben 1259001415000

    Wir sind gerade von einer Reise durch Kolumbien zurückgekehrt und überzeugt, dass dieses mit einer abwechslungsreichen Natur, gut erhaltenen Kolonialstädten und archäologischen Fundstätten gesegnete Land auf der Weltkarte des Tourismus zukünftig eine wachsende Bedeutung einnehmen wird. Lt. offiziellen Angaben können derzeit 85% des Landes bedenkenlos bereist werden.

    Bei unserer Tour, die uns von Bogotá über Villa de Leyva, die Kaffeezone und San Agustin nach Cartagena führte, hatten wir niemals ein Gefühl der Unsicherheit oder Angst - allerdings ist die Polizei auch allgegenwärtig. Wir waren auch in Gegenden, die früher einmal zum Stammgebiet der Guerilla gehörten und von der Staatsmacht "zurückerobert" wurden. Wie in allen lateinamerikanischen Ländern sollte man natürlich überaus vorsichtig sein, dunkle oder menschenleere Straßen und Gassen meiden, sich nicht auffällig kleiden und Wertgegenstände nie offen zur Schau tragen.

    Wir können den HC-Nutzern, die sich schon einmal mit einer Reise nach Kolumbien beschäftigt haben, nur raten, dies bald zu tun - ehe die negativen Seiten des Tourismus auch dieses Land erreichen.

    Im Zuge der Nachbereitung dieser Reise werden wir in den nächsten Wochen bei HC einige Hotelbewertungen, Reisetipps und Bilder einstellen.

  • Pesche
    Dabei seit: 1096588800000
    Beiträge: 696
    geschrieben 1259077057000

    Hallo Karlheinz und Edith

     

    Schmunzelnd stelle ich fest, dass wir nicht mehr ganz taufrische Reisende sind. Aber immer noch fit genug, interessante Länder, trotz den obligaten, in der Regel stark aufgebauschten Schauergeschichten betreffend die Kriminalität zu bereisen. Wenn ich auf Reisen junge Weltreisende antreffe, die stolz die Länder aufzählen, die sie in jungen Jahren schon besucht haben, habe ich manchmal den Eindruck, dass einige dieser lieben Mädels und Jungs schon als Greise zur Welt gekommen sind und hinter jedem Busch böse “Buben” vermuten. Also bleibt man in den Hotelkomplexen und nimmt schaudernd die Erlebnisberichte aus zweiter, dritter und weiterer Hand zur Kenntnis, die von Überfällen und Raub mit Waffengewalt handeln! Und das ist gut so. Unterwegs liebenswürdige Einheimische anzutreffen und mit ihnen über Gott und die Welt zu diskutieren ist um einiges interessanter, als sich mit ängstlichen “Touris” zu unterhalten!

     

    Gruß

    Pesche

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
  • IchHabeMalEineFrage
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    Beiträge: 1
    geschrieben 1541001969357

    Hallo,

    Ich weiß, dass die Einträge hier schon etwas älter sind, aber ich habe gerade den Beitrag von @mandu gelesen:

    Ich habe zwei Töchter, die nächstes Jahr Abitur machen und dann für 1 Jahr nach Mittel- oder Südamerika reisen (...) wollen.

    Hat jemand Erfahrungen mit dem Thema?

    schonmal Danke im vorraus :grinning:

  • Pesche
    Dabei seit: 1096588800000
    Beiträge: 696
    geschrieben 1541088187026 , zuletzt editiert von Pesche

    Hallo

    Ein grosses Chapeau zum Entschluss deiner Töchter, während einem Jahr Mittel und oder Südamerika zu bereisen. Die beste Lebensschule zwischen Abitur und Studium oder Berufseintritt! Sämtliche südamerikanische Staaten sind in jeder Beziehung immer wieder eine Reise wert. Unterwegs in Traveller-Hostels oder öffentlichen Transportunternehmen trifft man so sicher wie das Amen in der Kirche gleichgesinnte Weltenbummler aus heimischen oder weiter entfernten Breitengraden, mit denen man vieles während Tagen bis Wochen gemeinsam unternehmen kann. Nebst einer gewissen Flexibilität sollte man über Englisch und unbedingt über gute Spanischkenntnisse verfügen.

     Leider ist das aus meiner Perspektive schönste und abwechslungsreichste Land Lateinamerikas „VENEZUELA“, von den schneebedeckten Anden via die tropischen Regenwälder im Amazonasgebiet bis zu den traumhaften Karibikregionen nicht zu empfehlen, vorausgesetzt man ist nicht Lebensmüde! Zurzeit sieht es in diesem an Bodenschätzen reichen Land nicht gut aus. Das einst so reiche Land versinkt unter dem sozialistischen Präsidenten „Nicolás Maduro“ zunehmend in Chaos und Anarchie. Die schwere Wirtschaftskrise verursacht Versorgungsschwierigkeiten und Engpässe. Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente sind oft über längere Zeiträume nicht verfügbar.

     Noch etwas zur Sicherheit. Überfälle auf Touristen werden meistens von den Medien aufgebauscht. Anlässlich Fiestas mit Speis, Musik & Tanz bis in die frühen Morgenstunden mitten unter aufgestellten Einheimischen, habe ich auch einige “Mini-Ganoven“ kennengelernt und festgestellt, dass diese Jungs nicht grundsätzlich schlecht sind. Und „Touris“, die mit Geld nur so um sich werfen und als wandelnde Schmuck- und Videosäulen in der Gegend “rumlatschen”, fordern diese, nicht auf der Sonnenseite des Lebens Geborenen geradezu heraus!

     Abschliessend noch ein kleiner Tipp, den ich schon mehrmals in entsprechende Foren gestellt habe. In den meisten grösseren Städten Lateinamerikas findet man Zweigniederlassungen von Unternehmen wie VW, ABB, Nestlé & Co. Man meldet sich unverbindlich beim Empfang. Mit Sicherheit kommt man mit Landsleuten in Kontakt, die mit Rat und Tat beistehen. Das war vor Jahren zu meinen Zeiten als Projektingenieur in einigen lateinamerikanischen Staaten so und ist heute nicht anders.

    Gruss Pesche

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon!
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