Ägypten für Cardio-Fälle
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Hallo, meine Lieben. Ich habe eine recht kurze Frage, weil es mich interessiert, zu sehen, wie andere Betroffene damit umgehen. Ich hatte im Januar diesen Jahres das mehr oder weniger zweifelhafte Vergnügen, meinen ersten Herzinfarkt, einschließlich Stent-Implatation zu durchleben. Dabei hatte ich mehr Glück als Verstand und als Medizinteam absolute Profis. Jedenfalls beschreibt mein Kardiologe den Genesungsverlauf als sehr gut.
Andererseits hat sich durch die Stent-Implatation das Thema Reisen für mich zumindest für dieses Jahr erst mal erledigt. Allein schon aus Vorsichtsgründen würde ich erst wieder 2017 fliegen....Wenn überhaupt.
Deshalb hier meine Frage: Wie gehen andere Betroffene damit um? Kopf in den Sand stecken und zuhause bleiben? Oder sich den Spaß an Rom, Kuba oder Kairo sich nicht nehmen lassen, die Reise sorgsam mit dem Facharzt vorbereiten und weiterhin und weiter in den Süden jetten?
Ich danke schon mal im Voraus für die Infos und Antworten.
Thorsten

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Hallo Thorsten,
Ich habe nach meinem Herzinfarkt auch erst Angst gehabt zu verreisen. Ich bin dann erstmal "nur" nach Hamburg gefahren und habe vorher geschaut, wo es eine Herzklinik gibt....dann das ganze gesteigert, Kanaren, und mittlerweile (4 Jahre her)flieg ich wieder überall hin, auch Langstrecke, ohne Probleme, die Angst, erneut einen Infarkt zu bekommen kann einem leider niemand nehmen aber deswegen zukünftig auf Urlaubsreisen zu verzichten ? Nö ! Ich versuche eher, mich im Alltag nicht so aufzuregen....
Allerdings ist der Tipp von hba1c durchaus ernstzunehmen, wobei auch der Kardiologe dir nicht sagen wird "Flieg oder Flieg nicht" . -
Ganz meine Meinung - wieso sollte man nicht fliegen?
Mein Stent ist nun 10 Jahre alt.
Wenn der Stent drin ist gilt man als "repariert"
- heisst: die Arterie ist wieder frei. Wenn nach einigen Monaten das Ding gut eingewachsen ist, die Ernährung umgestellt wurde und man hervorragende Blutdruck- und Blutwerte wegen der Standardmedikation hat, hat man gewichtige Vorteile den Anderen gegenüber:Alle die dieses noch nicht mitgemacht haben können das nicht von sich sagen, sie wissen nicht in wie weit ihre Kranzgefäße verengt sind oder nicht........
Eigentlich müssten die, die noch keinen Stent tragen sich fragen ob sie wirklich in die Pampa fliegen sollten

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Die Frage ist zwar schon etwas älter, ich antworte trotzdem mal.
2011 Lungenembolie und Tvt (3-Etagen tiefe Venenthrombose) -> 1 Woche Klinik, Einstellung auf Marcoumar, Kompression
=> 3 Wochen später habe ich meinen (lange im Voraus gebuchten) Flug nach Hurghada angetreten. Zuvor von D aus Kontakt mit dem Nile-Hospital aufgenommen um die Messung des Gerinnungswertes zu klären
=> vor dem Flug zusätzlich in Absprache mit Doc Heparin gespritzt
=> hat bestens geklappt, auch die Betreuung im Nile-Hosp. war makellos (alle zwei Tage Werte nehmen lassen)
2012, drei Wochen nach Absetzen des Marcumar nächste tiefe Venenthrombose mit LE, diesmal anderes Bein -> wieder Einstellung auf Marcumar, diesmal dauerhaft
wenige Wochen später ab nach Rom
seit Anfang 2013 betreibe ich in Sachen Messung Gerinnungswert Selbstmanagement und lasse mich in keinster Weise vom Reisen abhalten!Entscheiden musst du, in Absprache mit Deinem Doc, letztlich selbst