Thema: 19868
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Hallo,
jetzt muss ich mal meinem Unmut Luft machen. Im Allgemeinen halte ich mich hier bei Themen mit gesellschaftspolitischem Einschlag zurück. Aber jetzt muss es einfach mal sein.
Unser salvamor, den ich hier als Diskutant und nicht als Admin anspreche, schrieb im Forum über die LH-Flugpreise in die USA wie folgt:
##Woher die ihre Legitimation nehmen, solche Preise zu nehmen, möchte ich auch mal gerne wissen##
Diese Einstellung ist oft zu hören, wenn vom "Abzocken" durch die Veranstalter oder Ähnlichem die Rede ist.
Leben wir eigentlich in einer Marktwirtschaft, in der Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, oder nicht? Welcher Unternehmer ist eigentlich zu "sozialen" Preisen verpflichtet? Was sind eigentlich "legitime Preise", Wolfgang?
Wer zu hohe Preise nimmt, macht keinen oder zu wenig Umsatz. Das ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage.
Gruß
Bulgarienfan
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Bravo !
Entweder ich kaufe es oder aber ich schau nach etwas günstigerem.... -
@ Bulgarienfan
@ Thorben HendrickIch stimme Euch 100%ig zu. Das ist halt der Markt! Take it or leave it! Und trotzdem darf es doch erlaubt sein, darüber zu reflektieren, warum eine bestimmte Fluglinie eine bestimmte Preispolitik verfolgt. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, daß LH auf seinen hervorragenden Ruf bezüglich Sicherheit setzt und glaubt, seine Preise damit erklären und durchsetzen zu können. Denn sonst haben sie nichts aufzuweisen, was sie positiv von ihren Mitbewerbern abhebt. Die Tatsache, daß LH nun nicht gerade ein notleidender Verein ist, gibt ihnen sogar in gewisser Weise Recht.
Wenn wir grundsätzlich sagen würden, daß alles "der Markt" ist und sich jede weitere Diskussion über bestimmte Airline-features erübrigt, dann könnten wir uns auch die Diskussion über Pünktlichkeit, die Umbuchungsmanie der Charterflieger, Beinfreiheit, Sitzbreite, Sauberkeit in der Kabine, Catering etc. sparen. Das ist eben alles "der Markt"! Niemand ist gezwungen, eine Airline, die ihm nicht zusagt, zu buchen! Diskussion überflüssig! Wenn es so wäre, könnte sich auch HolidayCheck seine neuerliche Airline-Umfrage sparen!
Nein, die Diskussion über die Eigenarten der einzelnen Airlines ist interessant und gehört wie selbstverständlich in dieses Forum.
Und warum LH als "urdeutscher" Carrier eine bestimmte Preispolitik betreibt, gehört auch in dieses Diskussionsschema. -
Auch das ist richtig....deshalb buche ich ja z.B. nicht LH sondern "nettere" Airlines, welche dies sind, ist natürlich auch immer Geschmacksache, allgemein wird der Qualität der Airlines sowiese viel zu viel Bedeutung beigemessen, denn die Unterschiede sind gerade in Eco oft kaum noch objektiv messbar, viel mehr kommen hier perönliche Preferenzen zum tragen.
Was ist gut?
Da hat jeder seine Ansichten, was dem einen sin Uhl....... -
Nicht zu vergessen, dass LH in disem Jahr ca. 2500 neue Mitarbeiter sucht, um sich mit erweitertem Service ( z.B. Kinderbetreuung, handicap people und und und ) von den Mitbewerbern abheben möchte.
Das Motto billig kann jeder ist leider nicht mehr en vogue, und Geiz ist Geil hat sich auch mittlerweile totgelaufen, damit holt man niemanden mehr ins Geschäft.
Was zählt ist Service, mehr Service und noch mehr Service und der Kunde ist auch bereit diesen zu zahlen, unter den Aspekten der Marktwirtschaft.
Ich kann nichts schlechtes am Handeln der LH entdecken, nur dass Leistungen wieder zu realen Preisen angeboten werden und Preisdumping der Vergangenheit angehört.
Wenn man dies nicht akzeptieren möchte, bleibt es natürlich jedem selbst überlassen mit wem man fliegt.
Man darf sich aber nicht im Nachhinein beschweren, dass der Flug mit Never Come Back Airlines nicht dem der LH entspräche.
Allen einen guten Flugi.d.S.
Chiara -
Kinderbetreuung?

Handicap-Betreuung?
Möchte ich dafür bezahlen???? :?
Das wird wohl jeder selber entscheiden müssen, ob es Ihm einen Aufpreis wert ist........ -
"kimaugust" wrote:
Hallo,im Jahr 2005 haben rd. 51.3 Mio Passagiere(oder deren Arbeitgeber) der Lufthansa die verlangten Preise auf
653.980 Flügen bezahlt. Ein Plus von 0,7 % (gegenüber 04) bei einer Auslastung von rd. 70%.freundliche Grüße Jürgen
Und andere Airlines hatten zweistellige Zuwachsraten, was will uns dies sagen......dass immer weniger Leute dies bezahlen

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Was mich ja an solchen Diskussionen immer fasziniert, sind die Spekulationen darüber, was wohl ein Anbieter sich denkt, wenn er was macht.
LH muss gar nix glauben oder meinen: sie bietet an - der Markt nimmt an und LH schreibt gute Gewinne. Merkt sie, dass der Markt die Preise nicht hergibt, korrigiert sie.
VW-Porsche verlangt für absolut technisch idente Fahrzeuge im Vergleich mit anderen Herstellern wesentlich mehr und verlangt für Service im Vergleich ebenfalls mehr. Worin liegt also der Unterschied oder die Legitimation für VW mehr zu verlangen?
Im Markt, im Markt, liebe Freunde. Solange es genügend Leute gibt, denen es Wert ist, den Preis zu bezahlen, würde VW Porsche (LH...) blöd sein, weniger zu verlangen.
die "alte" Swissair hat versucht, dem Markt nachzugeben und die Preise auf das Niveau anderer Mitbewerber zu senken. Mit dem Ergebnis eines riesigen Konkurses, der tausende Arbeitsplätze gekostet hat. Fast keine amerikanische Fluggesellschaft, die nicht mit dem Überleben kämpft oder unter Gläuberschutz fliegt.
Und die Konsumenten, die darüber (manchmal) klagen, dass das Fliegen so teuer ist. Sind wir froh, dass wir noch Fluggesellschaften haben, die fliegen, die sicher fliegen...
"ich habe ein Geld, ich will eine Banane" so scheint es mir manchmal, und dabei übersehe die guten Leute halt manchmal, dass man um "ein Geld" eben nicht eine Banane bekommen kann. Da heisst es weiter sparen oder Wünsche ändern. Vom Anbieter zu verlangen, dass er seine Wünsche um "ein Geld" anbietet, ist zwar legal, aber hat schon Hans Christian Andersen danzu verlasst, Märchen zu schreiben, an die wir heute noch glauben...
Gruß
Peter -
"Chiara Saluta" wrote:
Man darf sich aber nicht im Nachhinein beschweren, dass der Flug mit Never Come Back Airlines nicht dem der LH entspräche.@ Chiara Saluta
Du malst schwarz-weiß. Die Tatsache, daß jemand, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit LH fliegt, heißt nicht, daß er dann zwangsläufig eine NCB-Airline buchen muß. Es sei denn, Du würdest BA, AF/KLM, SAS, Alitalia, Iberia, und wie die europäischen Konkurrenten der LH alle so heißen, sowie die renommierten asiatischen Linien in die Rubrik NCB einordnen wollen.
In welchen Bereichen hebt sich Deiner Meinung nach die LH positiv von z.B. den genannte Airlines ab?
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Es geht mir nicht darum, eine Diskussion über Preise zu verhindern. Sondern darum, eine bestimmte Grundeinstellung zu hinterfragen, die offenbar die Marktwirtschaft infrage stellt. Denn wenn du nach der Legitimität von Preisen fragst, lehnst du doch offensichtlich das Prinzip von Angebot und Nachfrage zumindest teilweise ab. Oder wie kann ich deine Frage, die für mich Auslöser war, diesen Thread zu eröffnen, sonst verstehen?
Denn die Frage nach der Legitimität von Preisen stellt sich doch beim Prinzip von Angebot und Nachfrage gar nicht. Abgesehen natürlich vom Wucher, der strafbar ist.
Und es geht ja auch gar nicht nur um deine Äußerungen. Wenn etwa über Reisen in den Sommerferien diskutiert wird, kommt immer wieder der Vorwurf der unsozialen Preise. Daher nochmal meine Frage an alle:
Wieso sollte ein Unternehmer aus sozialen Gründen auf Verdienstmöglichkeiten verzichten?
Gruß
Bulgarienfan
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Ja klar, Peter, der Markt klärt alles. Deine Beispiele ließen sich erweitern. Und wenn LH die Preise, die sie fordert, auch erlöst, ist alles klar. Aber die im Vergleich mit der Konkurrenz geringen Zuwachsraten der LH zeigen, daß die Leute nicht mehr bereit sind, für vergleichbaren Komfort und Service einen höheren Preis als bei der Konkurrenz zu zahlen. Ich bin wirklich kein Geiz-ist-geil-Anhänger, aber ich wüßte nicht, was mich veranlassen sollte,
LH zu fliegen, wenn ich bei AF den Flug nach Brasilien für € 770,00 bekomme, während der bei LH € 200,00 teurer ist. Für die
€ 200,00 nehme ich das Umsteigen in CDG gerne in Kauf. -
Hallo Manfred,
ich denke, da hast Du mich wirklich verstanden miß! Wenn ich von Legitimität spreche, meine ich nicht die L. im Sinne des BGB oder des Strafgesetzbuches, sondern ich meine die Legitimität dem Markt und dem Kunden gegenüber.
Ich bin der letzte, der die Prinzipien der Marktwirtschaft in Frage stellt, so lange ihre soziale Komponente Berücksichtigung findet.
Gruß Wolfgang
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@ Salvamor
Hallo,Salva
dann will Dir mal die Schwarz-Weiss Seherin Ihre Beweggründe schildern.
- Deutschsprechendes Personal ( ist zwar kein Kriterium für mich, aber für viele, die keine Fremdsprache sprechen von Vorteil )
- Meet & Assist Service, sei es bei unbegleiteten Kindern, Rollstuhlfahrern und dergleichen mehr
- Point to Point Verbindungen, also ohne Umstieg ex Deutschland nach Asien,Afrika oder Amerika.
- Ein Gefühl der Sicherheit, wenn man im Flieger sitzt.
- Teuer ist immer relativ.
Viele Grüsse
Chiara -
Ich glaube nicht, dass ich dich missverstanden habe. Denn was soll das sein bei der Preisgestaltung, ##die Legitimität dem Markt und dem Kunden gegenüber.## ???
Und welche soziale Komponente meinst du bei der Preisgestaltung, wenn du schreibst:
##Ich bin der letzte, der die Prinzipien der Marktwirtschaft in Frage stellt, so lange ihre soziale Komponente Berücksichtigung findet.## ???
Was hat denn das noch mit dem Prinzip von Angebot und Nachfrage zu tun?
Die "soziale Komponente" der sozialen Marktwirtshaft ist doch etwas völlig anderes. Da geht es um Absicherung der Grundbedürfnisse durch den Staat in Notfällen (Wohngeld usw.), um die Tarifpartner, aber in keinster Weise um Preisgestaltung. Denn da haben soziale Komponenten absolut nichts zu suchen, zumindest im privaten Bereich.
Gruß
Manfred
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Gehen wir mal davon aus, dass in einem LH Flieger gut und gerne Geschäftsleute sitzen, die sicherlich kaum Zeit / Lust haben, verschiedene Airlines preislich zu vergleichen. Oft werden Lufthansa Flüge von großen Firmen für deren Angestellte gebucht. Das kann ich aus Erfahrung sagen, da ich selbst schon mehrmals mit Lufthansa Nürnberg - Köln und zurück geflogen bin (auf Geschäftskosten) und ich habe diesen Flug garantiert nicht buchen müssen, darum haben sich schon andere gekümmert.
Mein Flug von Nürnberg nach Köln und zurück hat 400 Euro gekostet......wen juckts? Mittlerweile wirds noch teurer sein, denn damals flog ich noch in einer Fokker50
LH hat (noch) ihren guten Ruf und kann sich daher ihren Preis (noch) erlauben!
Für mich als Privatmann käme LH nur als letzte Möglichkeit in Frage. Setze ich aber daher auf Nevercomeback-Airlines? Was ist denn eine Nevercomeback-Airline?
Möchte darauf hinweisen, dass der letzte Nevercomeback-Flug mit überwiegend Deutschen Insassen der Absturz der Concorde war. -
"Bulgarienfan" wrote:
Die "soziale Komponente" der sozialen Marktwirtshaft ist doch etwas völlig anderes. Da geht es um Absicherung der Grundbedürfnisse durch den Staat in Notfällen (Wohngeld usw.), um die Tarifpartner, aber in keinster Weise um Preisgestaltung. Denn da haben soziale Komponenten absolut nichts zu suchen, zumindest im privaten Bereich.Genau die hatte ich gemeint! Bei der Preisgestaltung hat sie in der Tat nichts zu suchen!
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"Thorben-Hendrik" wrote:
Kinderbetreuung?
Handicap-Betreuung?
Möchte ich dafür bezahlen???? :?
Das wird wohl jeder selber entscheiden müssen, ob es Ihm einen Aufpreis wert ist........Genau das, Lieber Thorben-Hendrik, macht ja ein Kunde, wenn er lieber umsteigt und weniger dafür bezahlt, wenn er eine Fluglinie nimmt, die keine Kinderbetreuung hat.
Aber umgekehrt kann niemand verlangen, nur weil er persönlich irgendeine oder mehrere Leistungen einer bestimmten Airline nicht in Anspruch nehmen will, dass deswegen diese Airline billiger wird (--> letzter Absatz ist aber nicht auf Thorben-Hendrik gemünzt, sondern eine weitere Ergänzung meiner eigenen Gedanken!).
Gruß
Peter -
na, das hast du aber jetzt wieder a bisserl viel durcheinander gebracht.
Moderne Unternehmen, auch schon mittlere Betriebsgrößen, haben eigene Travelmanager oder zumindest Reisevorgaben, die vom buchenden Reisebüro erfüllt werden müssen. Da wird SEHR wohl verglichen geschaut und gespart, da gibt es direkt geschlossene Verträge mit den Fluglinien über Förderungen und Provisionszahlungen an den Auftraggeber, an die Fliegenden.
In diesem Wettkampf steckt gerade die Lufthansa auch! Das war ja einer der Gründe, weshalb LH die Provision für Reisebüros abgeschafft hatte. Der Druck der Unternehmen.
Natürlich wird man bei wenigen Flügen und weniger Erfahrung nehmen (müssen), was gerade angeboten wird. Aber zu meinen, LH würde nur von Firmenfliegern benützt werden, entspricht nicht den Tatsachen.
Gerade im Fernverkehr während der entsprechenden Feriensaisonen in den Zielgebieten ist LH nach wie vor stark dabei. Schon alleine aufgrund der Allianzen, die den Passagieren gute Anschlüsse bieten.
Allerdings deine Frage bzgl. Never-come-back-Airline kann ich nur unterstreichen - was ist so eine Fluglinie? Und selbst wenn man hier objektive Kriterien hätte wie Alter und Wartung von Maschinen - heute las ich, dass die SAS 11 Maschinen hat, die nicht richtig gewartet sind und man der Gesellschaft mit dem Entzug der Flugberechtigung für diese Maschinen droht. Never-come-back-Airline?
Gruß
Peter -
also ich denke, die LH hat, wenn man früh dran ist und nicht gerade zu den Haupt-Business-Zeiten (also Montag hin und Freitag zurück) fliegt, sehr wohl auch gute Angebote!
wir sind im August von Freitag Morgen bis Sonntag Abend von München nach London geflogen, haben zwei Monate vorher gebucht, und echt einen akzeptablen Preis bekommen! also so pauschal würde ich die LH nicht "abstrafen".
LG, jessamyn