Gibt es in den Hotels keine österreichische Küche mehr?
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Seit einigen Jahren fahren wir immer im Winterhalbjahr für eine Woche nach Österreich, immer in ein Hotel was HP anbietet. Aber immer in ein anderes. Die letzten Jahre ist mir immer mehr aufgefallen das es die österrische Küche anscheinend gar nicht mehr in den Hotels gibt: Kaiserschmarrn, Germknödel, Gröstl usw. schafft es gar nicht mehr auf die Menükarte. Aber so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie: alle Suppen egal wie sie hießen ob Cremesuppe oder Brühe mit Einlagen hatte die gleiche Konsistenz und den gleichen Geschmack mehr oder weniger nach Wasser. Hauptspeisen waren ok, aber als Dessert eine ganze Woche lang nur Mousse - lt. Karte in allen Varianten, aber fast alle geschmacklich gleich. Selbst ein Tiramisu (natürlich ist auch das nicht österreichische Küche) kam ohne Löffelbisquit aus- und hatte auch fast den gleichen Geschmack wie das was da an den anderen Tagen als Dessert serviert wurde. Dazu kam das alles in kleinen Gläsern angerichtet war, fast als wäre es aus der Confinienceabteilung von Metro und Co
. Und das war sogar ein Hotel wo die Verpflegung von den Stammgästen hoch gelobt wurde.Ist euch das auch schon mal so ergangen oder hatten wir ganz einfach nur Peck?
PS. Die gesuchten Mehlspeisen und einfachen gerichte haben wir dann in den Hütten angetroffen und genossen.
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Das habe ich auch schon erlebt, letzten Sommer in Kärnten zB.
Viele Hoteliers in den touristischen Gebieten gehen aus Kostengründen leider dazu über auf Fertigprodukte zurückzugreifen.
Schmeckt alles gleich, sieht alles gleich aus.
Fragst du einen Angestellten streiten sie das natürlich ab , "nein nein- alles frisch gekocht" sagen sie natürlich, aber wenn alle Schnitzel die gleiche Form/Groesse/Stärke/Gewicht haben ist das zu eindeutig.
Ist leider so, da kannst du nix machen, außer vlt am Salzamt beschweren. -
- Stammgäste sind da nicht selten vor einer Gewissen Betriebsblindheit nicht gefeit
- deshalb geh ich kaum HP. Zu oft endet die Verpflegung großer Menschenmengen in relativ kurzer Zeit in einem Convenience Einheitsbrei.
- Einige Hotels haben sich schlicht genusstechn. an ihrer Vergrößerungssucht übernommen. Immer mehr Betten, aber nicht im Stande diese auf gleichbleibendem Niveau zu versorgen.
- sicher auch nicht überall so
- Germknödel und Co sind offensichtlich nach Meinung mancher scheinbar gerade nicht en vogue gegenüber Glaserldesserts bzw. zu nieder. Nicht wenige hätten gerne einen ausgeprägten Geschmackssinn, der komplizierte Gourmetausdruck auf der Karte ist dann aber doch dominanter. "Klingt kompliziert! Muss fein sein!"

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Hallo,
es liegt auch oft daran, dass die Köche nur Saisonkräfte sind, und so von Saison zu Saison wechseln

. Das ist uns auch schon passiert, in einen Jahr war das Essen hui und im anderen Jahr pfui. Ich achte bei der Buchung darauf, ob der Koch z.B. zur Familie gehört, ( steht oft auf der hp des Hotels) bzw. ob er schon jahrelang im Hotel kocht ( geht oft aus den Bewertungen hervor) . Wir haben in Österreich so ein paar Hotels wo wir für eine Zw-Ü einkehren, und dort dann auch gerne das Abendessen mitbuchen. In Südtirol bevorzugen wir eigentlich eine Fewo mit Frühstück, da wir tagsüber gerne unterwegs irgendwo einkehren und auch am Abend. Im letzten Jahr hatten wir in Südtirol keine Fewo mehr bekommen und hatten eine kleine Hotelpension mit Frühstück und Abendessen gebucht, und es war einfach nur Spitze
. Das Abendessen war landestypische Südtiroler Küche gemischt mit österreichischen Leckerreien, da die Chefin aus Österreich stammt.LG
reiselilly -
Auch wir selber - Österreicher die auch mal in Österreich Urlauben schütteln fallweise den Kopf... es ist tw. zum schämen...
Und wir leben auch noch mitten in einem Touristengebiet... umgeben von Kaiser- und "Weißes-Rössl"-Romantik...An Saisonkräften kann es nicht liegen... zumindest nicht wenn explizit ein KOCH entgestellt wird... der sollte dann schon ein gewisses Standardprogramm können... zumindest die Klassiker der Österreichischen Küche...
Dieser ganze Fertig-Schmarrn hilft natürlich ordentlich Personal-Kosten sparen... wo du früher einen Pâtissier (weibl/ männlich) brauchtest um schöne und gute Desserts zu machen, reicht heute einer der Pulver verrührt und in die obligatorischen Gläschen füllt... oder auf einen fertigen Kuchenboden kleckst... (gibts ja alles...)
Achja... der gute alte Germknödel... meine Oma konnte die noch... die, die ihr heute eßt - sind zu 99 % Fertigware...
Ich würde auch eher nur Frühstück buchen und den Rest a la carte... fragt doch an Eurem Urlaubsort - nicht die Inhaber des Hotels, nicht die Rezeptionistin - sondern besser die Leute die ihr irgendwo trefft... beim Einkaufen im Supermarkt, auf der Post...
Fragt nicht wie oft ich sowas gefragt werde... und wie schwer es für mich ist, den Leuten dann was gscheits zu empfehlen...
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Clio1, zum Trost sei dir gesagt, dass dieses Problem mit den vorgefertigten Pulvern und TK-Zutaten in D ebenfalls weit verbreitet existiert, und das bis rauf in die teurere Gastronomie. Wenn du bei uns (ich wohne in touristischer Region an der Ostsee) gut und landestypisch essen willst, fährst du 10-20 km landeinwärts und suchst einen alteingesessenen Dorfgasthof. Dürfte bei euch ähnlich sein.
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Clio1, zum Trost sei dir gesagt, dass dieses Problem mit den vorgefertigten Pulvern und TK-Zutaten in D ebenfalls weit verbreitet existiert, und das bis rauf in die teurere Gastronomie. Wenn du bei uns (ich wohne in touristischer Region an der Ostsee) gut und landestypisch essen willst, fährst du 10-20 km landeinwärts und suchst einen alteingesessenen Dorfgasthof. Dürfte bei euch ähnlich sein.
Stimmt, das ist bei uns ganz ähnlich!
Deshalb auch mein Tipp die Leute "von der Straße" zu fragen - nicht die Hotelmitarbeiter...
Das Landgasthaus findet ein Urlauber normal ned... und oft schicken Hotels die Leute auch nur in bestimmte Restaurants... hab ich selber während meiner Jahre im Hotelbetrieb auch nicht anders gemacht...Ach ja, vor kurzem gab es eine Doku auf NDR mit dem Titel Die Wahrheit über Restaurants
da wird einem einiges klar - ich hoffe der Link darf hierher, ansonsten bitte löschen...
Was da geschummelt und getrixt wird ist erschreckend... -
Die Doku habe ich gesehen. Es gab kürzlich noch mehr davon, beispielsweise über "traditionell handwerkliche Bäcker" und über eine Fachmesse mit so "geheimem" Verwendungszweck mancher angebotenen Hilfsmittel, dass der Anbieter gegenüber dem Reporter die Auskunft verweigerte.
Ich vermute, in Österreich haben wie bei uns manche Fischarten Fangschonzeiten. Aber bei uns gibt es in der Schonzeit der Scholle etliche und vor allem auf Touristen zielende Restaurants, die groß mit "frisch gefangene Kutterscholle" werben.
Aber vielleicht ist ja der Hauptgrund für all solche Missstände, dass immer mehr und vor allem jüngere Leute gar nicht mehr klassisch kochen können, auch kein geschmackliches Vorbild aus dem Elternhaus kennen und daher denken, dieser charakterlose Conveniencefraß müsse so schmecken.
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Ohja, es ist hier genau gleiche wie in Deutschland... bei uns ists halt nicht die Scholle sondern Reinanke, Saibling usw... da wird auch bei uns in den Restaurants rund um unsere Seen genug Unfug getrieben... echter Saibling aus dem Hallstätter See hat seinen stolzen Preis...
Die Doku bezügl. der handwerklichen Bäcker hab ich auch gesehen... dazu könnte ich auch noch einen Roman schreiben, wäre aber hier dann doch OT...
Ich glaube aktuell findet wieder ein bisschen ein Umdenken statt, Mir kommt vor, man kauft zumindest privat bewusster, klimaschonend und saisoneller ein... vielleicht wirkt sich das auch zum Teil dann auf die Gastronomie aus. Einfach der der Gast dann auch den entsprechenden Anspruch hat...
Vielleicht wird es auch mal wieder Trend, zu kochen....Aber - um nochmals auf die österreichische Küche zurück zu kommen - fragt einfach wirklich wenn ihr wo seit die Leute, das schlimmste was passieren kann ist, das man mal einen Dialekt schlecht versteht... ihr werdet euch wundern was für tolle Gasthäuser ihr findet...
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Ich nochmal
Also hat mich mein Gefühl nicht getäuscht. Ich finds irgendwie schade. Und mit Dorfgasthäusern ist das so eine Sache. Ich liebe sie und gehe auch gern rein. Aber in filzmoos könnte ich nicht mal sagen wo da eins ist und schon gar nicht außerhalb der winterhauptsaison. Ich bn schon mit den Bäckerei/Cafe-Öffnungszeiten verzweifelt mal von 6 - 10 Uhr, mal vormittags, mal nachmittags, mal den ganzen Tag und mal gar nicht. Zu einem schönem Kaffee sind wir dort nicht gekommen. Ansonsten nur Hotelrestaurants. Und abends will ich nicht mehr weit fahren. Egal wir habens überlebt aber wundern darf man sich schon. Obwohl ich mal behaupte der Fertigkram von Metro und Co ist nicht unbedingt preiswerter. Zumindestens in D kommt da fast immer unser Supermarkt billiger, und damit meine ich nicht Aldi, Lidl und Co.Und allen die meinen das heute mehr chemie im Essen ist kann ich nur zustimmen. Ich komme ja aus der Dauerbackwarenindustrie: Früher wurden auf den Verpackungen noch Zutaten wie Ammoniumhydrogencarbonat oder Natriumhydrogencarbonat ausgeschrieben und wir hatten 3 Zeilen Zutatenliste. Heute sind es E-Nummern und die Zutatenliste ist 5 Zeilen lang. Die Verpackung hat sich übrigens nicht geändert in der Größe - kein Geld für neue Maschinen

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@Mühlengeist
Sobald sich ein Dorfgasthof direkt in einem Touristenort befindet, fällt er allermeist in die gewandelte Rubrik "international kochen, Touristen abfüttern". Zumindest bei uns musst du schon 10 km von der Touristenregion wegfahren, um gut regional zu essen.Mag, sein, dass mancher Fertigkram von Metro bisschen teurer als im Supermarkt ist, aber bei Metro bekommst du sowas wie pasteurisiertes Flüssigei im Tetrapack, großtütenweise Fertigpanade mit Glutamat, vorgegarte TK-Spiegeleier im 10 kg-Karton ...
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Genau, 10km reichen meistens schon um aus dem gastronomischen Einheitsbrei raus zu kommen...
Beim Dorfgasthof im Touristenort - dort wirst du eh keinen vom Dorf finden - arbeitet man oft nach dem Motto "die kommen eh nur einmal und dann nimmer..."
Davon haben wir hier auch einige...Die TK-Spiegeleier sind in der Doku auch vorgekommen... mich hats gegruselt... Ebenso Stangen-Ei...
@Mühlgeist hat aber schon auch recht - gerade in sehr touristischen Gegenden kanns oft schon schwierig sein, einen Kaffee zu bekommen... kennen wir hier auch zur Genüge...
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@Clio1
Zu Österreich und Kaffee habe ich kein gutes Verhältnis. Für mich besteht Kaffee nur aus dem durchgebrühten Mahlerzeugnis der Kaffeebohne, abgefüllt in einen Pott. Keine Milch, kein Schaum, kein Zucker, kein Sonstwas. Und auch nicht im Tässchen, sowas ist Spielkrams. Finde sowas mal in Österreich im Cafe! -
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@frische-luft sagte:
@FlorianKaffee ist nicht gleich Kaffee.

versuche es mal mit einem dieser:@ Rolf
genauso gefällt es mir
, sogar die
Reihenfolge 
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.....und wer zu später Stund keinen Kaffee mehr mag, den lade ich auf ein österreichisches ZipferBier ein



