Notlandung in MUC - Bugrad nicht ausgefahren
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Hallo,
wir hatten vor einiger Zeit hier mal die Frage, was eigentlich passiert, wenn bei der Landung das Bugrad nicht ausfährt.
Ich hatte dazu geschrieben, dass dann das Flugzeug mit dem Hauptfahrwerk aufsetzt, sich langsam auf die Nase absenkt und dann über die Piste bis zum Stillstand rollt - mehr nicht.
Heute Abend ist in MUC eine Propellermaschine, ich glaube eine Dash, mit 68 Menschen an Bord nach München zurückgekehrt, weil das Bugfahrwerk nicht ausgefahren werden konnte.
Die Dash ist mit dem Hauptfahrwerk aufgesetzt und ist dann mit der Nase über die Bahn gerutscht. So weit ich gehört habe, ist nichts weiter passiert, alle Personen konnten unverletzt das Flugzeug verlassen.
Übrigens zeigte ein Fernsehsender vor wenigen Tagen die Landung eines Kleinflugzeugs ohne Bugfahrwerk. Jemand hatte die Landung zufällig gefilmt. Auch in diesem Fall ist -ausser einem Schaden an der Maschine- nichts passiert.
Gruß, Hardy
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Hallo,
es war eine LH-Maschine.
Eine Lufthansa-Maschine ist am Freitagabend auf dem Münchner Flughafen notgelandet. Der Kapitän der Turboprop-Maschine, der auf dem Weg nach Florenz gewesen sei, habe kurz vor Florenz festgestellt, dass das Bugfahrwerk defekt war, und sei deswegen nach München zurückgekehrt. Um 19.52 Uhr sei ihm mit dem Propellerflugzeug ohne ausgefahrenem Bugfahrwerk die Notlandung gelungen.Gruß, Hardy
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Lufthansa auf dem Weg von München nach Florenz,
durchgeführt von Augsburg-Airways -
Wenn das eine türkische Maschine gewesen wäre, gäb's jetzt wieder ein großes Geschrei. Da es eine deutsche war, hört man gar nicht so viel.
War die Maschine denn vorschriftsmäßig gewartet? Kümmert sich das Luftfahrtbundesamt schon um den Unfall? Wer weiß was? -
Guten Morgen Marco,
ja, ich weiß. Aber ich wollte den Thread nicht wieder komplett hervorkramen, sondern habe lieber einen neuen begonnen. Was einmal beerdigt ist, sollte man u.U. nicht wieder reanimieren ...

Unfälle dieser Art (auf das Bugrad beschränkt !!) laufen "immer" glimpflich ab. Das ist eben der große Unterschied zu einem Reifenplatzer bei einem Auto auf der Autobahn.
Ich bin lieber im Flieger wenn das Bugrad ausfällt, als in einem Auto, wenn ein Rad ausfällt.
Gruß, Hardy
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Auch das hatte ich schon, dass mir mein Vorderrad am Auto platze, wie ich aber erst kuerzlich in einem Fahrsicherheitstraining lernte ist es, wohl genau wie beim Flugzeug, besser wenn der Vorderreifen platz als wenn einer der hinteren Raeder betroffen ist. Denn das Auto ist beim Ausfall der Vorderraeder "lediglich" unsteuerbar (ich konnte in meinem Fall nur noch nach rechts lenken, nicht mehr nach links, was noch glimpflich war, denn so konnte ich den Standstreifen anpeilen ..), waehrend es zum Ausbruch des Hecks fuehrt, wenn ein Hinterrad nicht mehr funktioniert. Schleuderkurs also inklusive. Das nur am Rande ...
Mag nun bloede klingen, aber "schoen", dass wir nun wenigstens einen Teil dieses genannten Beitrags als "Beweis" haben. fg Nein, ich will ihn auch nicht wieder hervor holen, aber es ist schon interessant, zu sehen, dass die beigetragenen Infos sich bestaetigen.
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neoprenfisch wrote:
Auch das hatte ich schon, dass mir mein Vorderrad am Auto platze, wie ich aber erst kuerzlich in einem Fahrsicherheitstraining lernte ist es, wohl genau wie beim Flugzeug, besser wenn der Vorderreifen platz als wenn einer der hinteren Raeder betroffen ist. Denn das Auto ist beim Ausfall der Vorderraeder "lediglich" unsteuerbar (ich konnte in meinem Fall nur noch nach rechts lenken, nicht mehr nach links, was noch glimpflich war, denn so konnte ich den Standstreifen anpeilen ..), waehrend es zum Ausbruch des Hecks fuehrt, wenn ein Hinterrad nicht mehr funktioniert. Schleuderkurs also inklusive. Das nur am Rande ...Mag nun bloede klingen, aber "schoen", dass wir nun wenigstens einen Teil dieses genannten Beitrags als "Beweis" haben. fg Nein, ich will ihn auch nicht wieder hervor holen, aber es ist schon interessant, zu sehen, dass die beigetragenen Infos sich bestaetigen.
Hallo neoprenfisch,
absolut richtig, wenn am Auto ein Hinterrad platzt, wird es richtig gefährlich, glimpflicher läuft es bei einem Vorderrad ab.
Ich hatte oben "vorsichtshalber" nur "Rad" geschrieben, weil ich nicht eventuell wieder eine neue Diskussion über Vorder- oder Hinterradplatzer auslösen wollte... smile.Aber generell ist das Landen eines Flugzeugs mit eingefahrenem Bugrad als harmloser einzustufen, als der Reifenplatzer eines Vorderrades an einem Auto - der Flieger bleibt in der Regel in der Spur, weil es mittig aufsetzt. Darum - wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich mich vorsichtshalber in ein Flugzeug setzen.
Aber ich freue mich für Dich, dass Du Dein Auto damals offensichtlich gut beherrscht hast und Dir nichts passiert ist (?).Gruß, Hardy
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Oh Hardy ... wenn ichs geahnt haette ....

Nein, mir ist damals nichts passiert! Bin ueber einen Auspuff gefahren, der auf der Autobahn rumlag, daraufhin hats mir die Felge beschaedigt, die dann wohl den Riss im Reifen verursachte. Aber da ich eh auf der rechten Spur war (ich wollte gerade abfahren), hatte ich kein weiteres Problem, konnte "einfach" auf den Standstreifen ziehen, das Rad wechseln und gut war.
Aber ehrlich gesagt, ich moechte glaube KEINES der beiden Szenarien erleben, weder im Auto (nochmal), noch im Flieger, dass ein Rad beschaedigt ist, oder wie auch immer ... Aber wenn ich die Wahl haette? Hm ... das mit dem Auto hab ich ja gut ueberstanden, da weiss ich ja was auf mich zukommt, auch wenn ich Deinen Ausfuehrungen natuerlich vertraue was das Flugzeug betrifft.

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Das gleiche Problem mit dem Bugrad hatte bereits eine Maschine der All-Nippon Airways im März 2007. Dann die spektakulären Notlandungen der SAS in Aalborg und Vilnius, wo das Hauptfahrwerk beim Touchdown eingeknickt ist. Und in München ist wieder Probleme mit dem Bugfahrwerk.
Hierbei ist bemerkenswert, daß die Maschine der Augsburg Airways kurz zuvor zu einer von Bombardier empfohlenen Inspektion des Fahrwerks war.
Soweit ich weiß, hat Bombardier ein generelles Flugverbot für alle Dash 8-400 empfohlen.
Mangelhafte Wartung kann man den Airlines , die dieses Baumuster betreiben, nicht unterstellen. Hier ist der Hersteller Bombardier gefordert. Gottseidank sind alle Vorfälle bis jetzt glimpflich ausgegangen. -
SAS will ihre Dash8 schon wieder einsetzen, an allen 27 Flugzeugen des Typs wurden sensible Teile am Fahrwerk ausgetauscht sowie genaue Inspektionen gemacht.
Und SAS erwägt gegen Bombardier Schadensersatzansprüche geltend zumachen. SAS hat durch das Flugverbot einen Einnahmeverlust von ca 22 Mio€ erlitten.
Gruß Marco
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Und wieder hat es einen Unfall mit einer Q400 der SAS gegeben. Gestern landete in Kopenhagen eine Dash8-Q400 der SAS mit nur einem Fahrwerksbein, das zweite fuhr nicht aus.
Trotz Austausch von Teilen und vorangegangenem Flugverbot besteht immer noch ein Problem. Der einzige makabre Trost für potentielle Q400-Paxe: Alle Unfälle sind relativ glimpflich abgelaufen. -
SAS zieht die Notbremse-alle Dash8-Q400 fliegen bei SAS raus!
Für Bombardier wahrlich kein Ruhmesblatt, SAS zu verlieren, zumal die Erstkunde für die Q400 waren. Aber es ist eine richtige Entscheidung von SAS, da das Vertrauen der Kundschaft in diesen Flugzeugtyp mittlerweile bei Null angekommen ist.
Allerdings wäre ich auch als AUA oder Augsburg-Airways-Kunde skeptisch, in diese Kisten einzusteigen, denn dort fliegen die Q400 nach wie vor.