China-Bericht, ARD letzten Montag, 21.00 Uhr, Yangts-Staudamm und die Auswirkungen
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Hallo, wer hat diesen Bericht noch gesehen und war in letzter Zeit dort? Freunde von uns waren im Herbst 2006 da und waren total begeistert. Nun haben wir vor 4 Wochen die gleiche Reise gebucht (Peking usw. mit 11 Tage Kreuzfahrt auf dem Yangtse) Aber nach diesem absolut düsteren Bericht ist mir die Freude vergangen. Wie sind eure Erfahrungen?
Neugierige Grüße Brigitte -
Ich habe den Bericht gesehen. Man muß nicht unbedingt dort gewesen sein, um den Bericht als absolut einseitig einzustufen. Im Grunde ähnelt die Diskussion der über den Abriß der Hutongs (Altstadtviertel) in Peking.
In beiden Fällen wird beklagt. daß die Anwohner aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen und in irgendwelche Wohnsilos am Rande der Stadt
umgesiedelt werden. Verschwiegen werden aber die katastrophalen Wohn- und Lebensverhältnisse, mit denen die Bewohner konfrontiert sind.
Tut der chinesische Staat nichts, um diese zu verbessern, zeigt die ganze Welt mit Fingern auf China und regt sich über diese völlig miserablen Wohnverhältnisse der Menschen auf. Versucht der Staat, den Menschen verbesserte Wohnverhältnisse zu bieten, gibt es Berichte wie diesen in der ARD.Ich bin kein unkritischer Befürworter des Staudamms, die Umweltschäden, die dort verursacht werden, die in der Sendung auch zur Sprache kamen, sind beträchtlich, und darauf sollte auch mit Nachdruck hingewiesen werden.
Unter dem Strich sollten wir aber erst einmal unsere eigenen Umweltprobleme lösen, bevor wir in dieser Form auf China losgehen. Das ist ja regelrecht zur Manie geworden in letzter Zeit. -
Hallo,
ich habe den Bericht auch gesehen und nach dem Bericht würde ich auch mit gemischten Gefühlen die Reise antreten.Die Leute die dort wohnen wurden nicht gefragt ob sie den Damm wollen, sie wurden enteignet und vertrieben bzw. umgesiedelt (was aufs selbe herraus kommt) ob sie wollten oder nicht und ihnen wurde ihre Lebensgrundlage ihr Land genommen ohne dafür eine vernünftige Entschädigung zu bekommen. Der Damm wurde gebaut obwohl viele renommierte Organisationen davor gewarnt hatten. Aus dem Bericht ist schon jetzt ersichtlich wie kurzfristig die Politbosse gehandelt haben, sei es aus Korruption oder Unwissenheit. Die Zeitbome tickt irgend wann werden die Chinesen auch ein Umweltbewustsein entwickeln, hoffe ich zu mindestens. Wie üblich haben sich einige wenige die Taschen vollgestopft auf kosten der Kleinen.
Wünsch dir aber trozdem eine schöne Reise Brigitte
Gruß Bernd
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Es ist geradezu absurd, die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in China mit unseren Maßstäben zu messen.
Wir sollten nicht den gleichen Fehler wie die Amerikaner machen und unsere Vorstellungen, wenn es denn sein muß auch mit Gewalt, anderen Völkern überstülpen.
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Ich kann mich den Worten von maximax nur anschliessen. Auf Auf Spiegel-Online gibt es unter dem Titel Schluss mit den Belehrungen ein hochinteressantes Gespraech mit Professor Kishore Mahbubani, ehemaliger UN-Botschafter Singapurs und heute Leiter der Lee Kuan Yew School of Public Policy an der Nationaluniversitaet von Singapur, zu lesen. Mahbubani findet deutliche Worte zur Arroganz und Intoleranz des Westens gegenueber anderen, viel aelteren, Kulturen. Dass diese ueberhebliche und einseitige Betrachtungsweise zu gewissen Vorgaengen in Asien auf fruchtbaren Boden gefallen ist, musste ich vor wenigen Wochen durch einige Kommentare zu meinen Blogeintraegen ueber China und Tibet selbst erfahren.
Viele Gruesse
Cathrin