Reisebericht der Rundreise "Auf den Spuren der Eroberer" in Mexiko
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Hallo zusammen

Nachdem mein Reisebericht über unsere Rundreise durch Peru im Südamerika Forum bereits sehr gut angekommen ist, dachte ich mir, das ich mir mal die Arbeit mache und die Rundreise von 2006 nochmals etwas aufarbeite.
Dabei hoffe ich, das ich einen guten und schönen Einblick in das faszinierende Land Mexiko geben kann.
Der Reisebericht bezieht sich auf die Rundreise "Auf den Spuren der Eroberer" die wir bei Meier´s Weltreisen gebucht hatten. Sie erstreckte sich über insgesamt 16 Tage und ging von Mexiko City über Puebla, Oaxaca, San Cristobal de las Casas, Palenque, Campeche, Merida und Chichen Itza nach Cancun.
Dank den Informationen unseres Reisebüros tauschten wir im Vorfeld unserer Reise Euros in Dollars, da man laut Aussage recht schwierig Euros in Pesos tauschen könne. Auf unserer Reise stellten wir fest, das dass überhaupt kein Problem darstellen sollte. Na ja, so hatten wir wenigstens zweimal den Kursverlust des Tauschens und waren eine Erfahrung reicher.
Zu unserer Reisezeit: Wir fuhren im Mai 2006 und hatten uns deswegen eigentlich keine großen Gedanken gemacht, außer das die klimatischen Bedingungen in Mexiko zu dieser Zeit eben recht gut waren. Als wir dann im Land waren hörten wir, das sehr viele Reisen storniert worden wären und teilweise die Buchungszahlen extrem nach unten tendierten. Was war passiert? Die Fußball WM in Deutschland stand auf dem Plan und sehr viele Menschen steckten lieber ihr Geld dort hinein als in einen Urlaub. Dank dieser Konstellation durften wir dieses Land ohne viel touristischen Trubel kennen lernen. Zum Beispiel bestand unsere Reisegruppe aus 25 Personen, laut Reiseleitung wird diese ansonsten mit bis zu 75 Reisenden durchgeführt. Die Pyramiden von Monte Alban durften wir komplett alleine besuchen, in Chichen Itza waren an unserem Tag gerade mal 5 Busse anwesend. Zu Spitzenzeiten sind dort eigentlich bis zu 70 Busse gleichzeitig anzutreffen. Ungeplant hatten wir wahrscheinlich die beste Reisezeit der letzten Jahre erwischt.
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- Reisetag, München – Frankfurt – Mexiko City
Am Vormittag ging es los Richtung München, um unseren ersten großen Urlaub anzutreten. Das Reiseziel ist Mexiko, das wir uns mit einer Rundreise innerhalb von 14 Tagen erschließen möchten. Zwecks Akklimatisierung haben wir uns dafür entschieden schon 2 Tage früher anzureisen, da die Rundreise sonst gleich am nächsten Tag in der Früh begonnen hätte.
Das Einchecken in München ging problemlos von statten und wir hatten noch etwas Zeit um durch die Gegend zu bummeln. Die Zeit verstrich recht schnell und schon saßen wir in unserem Flieger Richtung Frankfurt, von wo wir dann in knapp 11,5 Stunden Nonstop nach Mexiko City fliegen sollten. Die 2 weiteren Stunden Aufenthalt brachten wir auch recht fix über die Bühne und dann sollte es endlich losgehen.
Der Fensterplatz war sehr gut und man konnte die wunderschöne Aussicht genießen. Das Essen an Bord war ganz in Ordnung, die Bordunterhaltung war nicht der Reißer, aber dafür hatte ich auch noch ein Buch dabei. Da das unser erster Langstreckenflug war musste auch die Aussicht gebührend genossen werden.
Der Flug selber verlief sehr ruhig bis auf ein paar Turbulenzen über dem Golf von Mexiko, als wir ein paar Gewitter durchflogen. Gegen 19.00 Uhr Ortszeit landeten wir dann in Mexiko City. Die Stadt sieht schon von oben wahnsinnig groß aus, was sie auch in Wirklichkeit ist. Mit über 25 Mio. Einwohnern ist sie eine der größten Städte der Welt. Alleine die Ausmaße der Stadt sind beängstigend. Sie ist über 50 Km breit und an die 25 Km lang. Ein Moloch unvorstellbaren Ausmaßes.
Am Flughafen wurden wir bereits erwartet und fuhren zusammen mit anderen Urlaubern zu unserem Hotel. Die Gäste die wir kennen lernten traten auch eine Rundreise an, allerdings mit anderen Zielen wie wir. Unsere Reisegruppe sollte erst an unserem dritten Reisetag Abends eintreffen. Auf 5 spurigen Einbahnstrassen schlängelten wir uns durch den abendlichen Berufsverkehr und wir lernten schon mal die Hektik der Großstadt kennen. Knapp 30 Minuten später erreichten wir unser Hotel „Plaza Florencia“ ganz in der Nähe der „Zona Rosa“, einem Einkaufs- und Vergnügungsviertel in Mexiko City. Nach dem Begrüßungscocktail und den Check In Formalitäten bezogen wir erst mal unser Zimmer. Den Abend beschlossen wir dann im hoteleigenen Restaurant.
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- Reisetag, Mexiko City „Zona Rosa“
Die Nacht war sehr unruhig und verging nur sehr schleppend. Zum einen konnten wir dank der Zeitumstellung nur schwer Schlaf finden, zum Anderen befindet sich genau gegenüber unseres Hotels eine nette, kleine Disco, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ganze Naschbarschaft mit ihrem Liveprogramm zu unterhalten. Hier versuchte eine eher schlechte Coverband einem das Liedgut von Nirvana, Metallica etc. näher zu bringen. Ich höre diese Musik sehr gerne, aber die sehr eigenwilligen Interpretationen der Lieder waren dann doch zuviel das guten.
So standen wir dann bereits um 6 Uhr auf und genossen die ersten Sonnenstrahlen in unserem Urlaubsland. Direkt vor unserem Hotelzimmer ragte eine große Palme in den Himmel hinauf und sofort stelle sich das Urlaubsgefühl ein.
Gegen 7 begaben wir uns zum Frühstück und wurden dort vom Angebot regelrecht erschlagen. Es gab alle möglichen exotischen Früchte, diverse Süßwaren, aber auch deftige Sachen wir Bohnenmuss, Schweinefleisch in einer feurig-scharfen Soße, Tortillas, Pfannkuchen mit Ahornsirup etc. Die Auswahl war umwerfend und sollte sich auch mehr oder weniger die ganze Reise hindurch so fortsetzen. Wir stärkten uns ausgiebig für unseren ersten Tag in der Metropole.
Vor unserer Reise hatten wir uns mit dem Land Mexiko in keinster Weise auseinandergesetzt und gingen also unbedarft in die große, weite Stadt hinaus. Wir verließen unser Hotel und zogen einfach mal los. Was uns sofort auffiel waren die vielen grünen Taxis. Soweit man sehen konnte Unmengen an Taxis und alle waren VW Käfer. Keine 5 Minuten entfernt stießen wir auf eine der Hauptverkehrsadern von Mexiko City, die Paseo de la Reforma. Eine 5 spurige Einbahnstrasse, die sich durch die ganze Stadt zieht. 5 Spuren links, dann ein breiter Grünstreifen mit Fußweg und dann wieder 5 Spuren in die andere Richtung. Direkt an dem Knotenpunkt zwischen der Calle Florencia und der Paseo de la Reforma steht schon eines der Wahrzeichen der Stadt, der Friedensengel. Leider konnte man nicht viel davon erkennen, da er gerade komplett restauriert wird.
Zu unserer Verblüffung sahen wir weit und breit keine Autos, dafür aber Hunderte von Kindern in Uniformen und mit Instrumenten. Entlang der Strasse standen auch schon einige tausend Zuschauer und wir wunderten uns immer mehr. Na ja, wenn man schon mal da ist, dann kann man auch mal warten, was da so gespielt wird. Nach knapp 15 Minuten setzte sich der Zug dann in Bewegung. In vorderster Front gingen einige Uniformierte mit einem Banner, das dann auch den Anlass dieser Prozession erkennen lies. Hier wurde das Ende das 2. Weltkrieges mit einer Militärparade der anderen Art gefeiert. Alle Kinder müssen hier auf eine streng geführte militärische Schule gehen Man merkte den Kindern auch den Drill an Teilweise waren die Beteiligten Kinder erst 5 Jahre alt, gingen aber im Gleichschritt und in kompletter Uniform diese Parade mit. Es waren auch einige Militärkapellen dabei, teilweise auch reine Kinderkapellen. Die ganze Parade dauerte an die 60 Minuten und danach war dann auch die Strasse wieder für den Verkehr freigegeben.
Nach dieser interessanten Parade schlenderten wir weiter durch die Gegend und schauten uns die nahegelege Fußgängerzone sowie die „Zona Rosa“ an. Gegen Mittag gönnten wir uns unser erstes Essen in Mexiko, eine Pizza. Eine sehr gutschmeckende Interpretation dessen, was man so landläufig darunter versteht. Unser Kellner erkundigte sich nach unserer Herkunft und als er Deutschland erfuhr plapperte er uns aufgeregt zu und wir verstanden nur noch Bahnhof. Meine Freundin spricht recht gut spanisch, konnte aber auch nicht den Ausführungen folgen. Immer wieder viel das Wort „Mundial“. Nach einem Fingerzeig auf eines der größten Plakate am Platz, einem Werbeplakat der Fußball WM (Mundial) war uns alles klar.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Bummeln in den verschiedenen Gassen und Einkaufstempeln und am Abend genossen wir das erste richtige mexikanische Essen in einem der vielen guten Restaurants der „Zona Rosa“. Auf eine weitere musikalisch untermalte „ruhige“ Nacht.
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- Reisetag, Mexiko City „Chapultepec Park“
Auch in dieser Nacht durften wir wieder den lieblichen, schrägen Klängen einer Liveband lauschen und wenig Schlaf finden. Nach einem reichlichen Frühstück wollten wir heute die andere Richtung etwas erkunden.
Wir schlenderten die Paseo de la Reforma entlang und erreichten kurz darauf den Chapultepec Park, die grüne Lunge von Mexiko City. Da wir gerade Wochenende hatten war dieser Park natürlich sehr gut besucht. Wie wir später erfuhren suchen bis zu hunderttausend Mexikaner diesen Park an einem Wochenende auf. Durch große schmiedeeiserne Tore betraten wir den Park und steuerten gleich zuerst auf ein großes Mahnmal zuehren der Gefallen des Krieges von (ca.) 1852 gegen die USA. Danach erstreckte sich ein Weg über mehrere Kilometer durch den Park, der gesäumt war von Händlern. Hier fand man sehr viele Stände die Chips mit Chilisoße darboten, Getränkestände, Stände zum Schminken von Kindern etc. Und natürlich bot jeder seine Waren noch lauter feil als sein Standnachbar. Man kann sich den Lärmpegel hier gut vorstellen.
Nach ein paar hundert Metern kamen wir an einen See, auf dem viele kleine Tretboote unterwegs waren. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung hier im Park. Mehr durch Zufall entdeckten wir ein Schild mit dem Hinweis auf einen Zoo. Kurzentschlossen begaben wir uns dorthin. Die nächste Überraschung: der Zoo kostet keinerlei Eintritt. Nur die Reptilienausstellung sowie eine Schmetterlingshalle verlangte einen Eintritt, der Rest wurde über Spenden finanziert. Oder sagen wir eher: Werbung. Bei jedem Gehege war ein Schild angebracht mit Erklärungen über das Tier. Darüber prangerte ein Schild entweder McDonalds, Burger King oder eine mexikanische Imbisskette an. Der Zoo war der bisher größte, den wir besucht haben. Hier sah ich auch zum ersten mal eine Anakonda, ein Nilpferd sowie Panda Bären. Die Zeit verging wie im Flug. Wir aßen zwischendurch etwas bei einem Schnellrestaurant mexikanischen Ursprungs und deckten uns, trotz Sonntag noch mit ein paar Getränken und Snacks für den Start der morgigen Rundreise ein.
Am Abend warteten wir dann gespannt auf die Ankunft unserer Reisegruppe. Gegen 20.00 Uhr traf diese auch am Hotel ein. Nach einer kurzen Instruktion wegen der Anfahrt am nächsten Tag und den zu besuchenden Zielen verschwanden alle auf ihren Zimmern.
Morgen starten wir mit unserer Rundreise und besuchen als erstes die Innenstadt von Mexiko City sowie die Ruinen von Teotihuacan.
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- Reisetag, Mexiko City, Teotihuacan
Frühstücken um halb 8, Abfahrt um halb 9, so startete unsere Rundreise. Aber man will ja auch was von Land und Leuten sehen, ansonsten hätte man sich einen Badeurlaub gegönnt. Jetzt konnten wir auch endlich die Mitglieder unserer Reisegruppe etwas genauer sehen und kennen lernen. Unter den Mitreisenden waren 3 – 4 Paare dabei, die etwa unser Alter hatten (25 – 35 Jahre), die anderen Mitreisenden bewegten sich dann doch teilweise erheblich darüber. Wie sich im Laufe der Reise herausstellen sollte, war diese Gruppe sehr harmonisch und bis auf eine Ausnahme kamen auch alle gut miteinander aus. Unser Reiseleiter war Eduardo, ein Mexikaner der mehrere Jahre in Deutschland studiert hatte. Sprachlich und fachlich war er hervorragend und mit seinen Späßen zwischendurch lockerte er die Reise wunderbar auf. Wir erinnern uns immer wieder gerne an ihn zurück. Auf der gesamten Reise hatten wir auch einen Fahrer, der uns sicher überall hinbrachte: Trinidad. Als Gefährt stand uns ein großer klimatisierter Reisebus mit 40 Sitzplätzen zur Verfügung, also mehr als genug Platz für alle.
Erster Anlaufpunkt war der nahegelegene Paseo de la Reforma, eine der Transitstrassen der Stadt, mit seinem Friedensengel. Entlang dieser Strasse fuhren wir dann auch Richtung Innenstadt. Der nächste Halt war eine große Gedenkstätte zu Ehren Benito Huarez, der den Unabhängigkeitskampf der Mexikaner gegen die Spanier führte. Weiter ging es zum Opernhaus, einem sehr eindrucksvollen Gebäude mit dem großen Kuppeldach. Unweit des Opernhauses fanden wir eine Büste eines bedeutenden Musikers: Beethoven. Auch in Mexiko eine bekannte Persönlichkeit. Gleich gegenüber des Opernhauses befindet sich die Hauptpost mit ihrer imposanten Eingangshalle. Auf jeden fall einen Blick wert ist auch das Kachelhaus daneben, das einem einen kleinen Vorgeschmack auf Puebla geben sollte. In der Nähe befindet sich auch der Torre Latinamericano, von dessen Dach man einen sagenhaften Blick über die ganze Stadt haben soll. Leider konnten wir ihn nicht besuchen.
Weiter ging unsere Fahrt zum Zocalo, dem Hauptplatz der Stadt. Der Zocalo von Mexiko City ist nach dem Platz des himmlischen Friedens in Peking und dem roten Platz in Moskau der drittgrößte offene Platz der Welt. An dessen Stirnseite trohnt die Kathedrale, gegenüber befindet sich das alte sowie das neue Rathaus der Stadt. Auch der Regierungspalast nimmt eine komplette Seite ein. Mitten auf diesem Platz ragt eine riesige mexikanische Flagge in den Himmel. Wie überquerten diesen Platz und strebten dem Regierungspalast entgegen. Hier kann man als erstes die Freiheitsglocke bewundern, die erklang, als die Unabhängigkeit Mexikos verkündet wurde. Jährlich findet hier zum Jahrestag eine große Versammlung statt. Wir besuchten den Innenhof des Palastes und konnten dort eine Fresken des berühmten Malers Diego Rivera bewundern. Auf den Wänden wurde von ihm die komplette Geschichte Mexikos abgebildet, von der Gründung der Stadt auf einer kleinen Insel im See bis hin zur Befreiung durch Benito Huarez.
Nach diesen Eindrücken begaben wir uns zur Kathedrale. Als erstes sollten wir aber noch auf die Überreste des Haupttempels der alten Azteken treffen. Rechter Hand neben der Kathedrale wurde die Pyramide bei den Bauarbeiten zur Metro hier gefunden.
Die Kathedrale selber ist einfach nur beeindruckend, ist sie doch die größte auf dem Lateinamerikanischen Kontinent. Innen wird Sie komplett restauriert, da sich der Boden der Stadt kontinuierlich absenkt und damit das Fundament immer instabiler wird. Die Stadt pumpt ihr Wasser aus dem Untergrund nach oben und entzieht sich dabei der Lebensgrundlage. Die Stadt wurde ursprünglich auf einem See gegründet der schon seit langem nicht mehr existiert. Das Wasser verschwand im Untergrund und wir von dort tagtäglich an die Oberfläche gepumpt. Aus diesem Grund senkt sich der Untergrund immer weiter ab, was die kompletten Gebäude in Mitleidenschaft zieht. Im Inneren der Kathedrale kannten wir als ersten den großen Retra Tabulus bewundern, einen vorgelagerten Altar, der über und über mit Gold verziert war. Des weiteren gab es wunderschöne Bilder und eine riesige Orgel zu bestaunen.
Nach dieser Besichtigung machten wir uns auf den Weg nach Teotihuacan, das sich etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt befindet. Auf der Stadtautobahn ging es vorbei an den Slums der Stadt, die sich in den letzten Jahren extrem vergrößert haben. Täglich kommen ca. 1000 Zuwanderer aus den ländlichen Gebieten hinzu, auf der Suche nach Arbeit. Als erstes ging es in ein Restaurant um sich etwas zu stärken. Hier wurden wir von einer Mariachi Gruppe bereits erwartet und so richtig touristisch mit Musik verwöhnt. Das Essen war sehr gut, aber auf die kleine Einlage mit anschließendem hutaufhalten hätten wir verzichten können. Nach dem Mittagessen fuhren wir dann zu den Ruinen. Dort angekommen mussten wir erst eine kleine Budenstrasse durchqueren und standen dann staunend vor der ersten großen Pyramide: Der Sonnenpyramide. Nach einer kurzen Erklärung über den Werdegang Teotihuacans nahmen wir den Aufstieg auch schon in Angriff. Die teilweise großen Stufen machten es einem nicht gerade leicht, aber was tut man nicht alles für einen wirklich schönen Ausblick auf die komplette Anlage. Rechter Hand konnten wir auch die zweite große Pyramide der Anlage sehen, die sogenannte Mondpyramide. Diese nahmen wir auch im Anschluss in Angriff und konnten von dort oben die komplette Strasse der Toten überblicken. Entlang dieser Strasse befinden sich viele kleinere Tempel, von denen wir und den Tempel der Schmetterlinge und Vögel, Quetzalpalpalotl-Palast genannt , näher ansahen.. Zum Schluss besuchten wir noch eine Pyramide, die noch nicht restauriert wurde. Hier konnte man gut die steinernen Verziehrungen mit Abbildungen von den beiden Göttern Tlaloc und Quetzalcoatl sehen.
Nach dieser Besichtigung machten wir uns noch auf um die Basilica de Guadalupe in der Stadt zu besuchen. Hier soll im 16. Jahrhundert einem zum christlichen Glauben konvertierten Azteken die heilige Maria erschienen sein. Daraufhin wurde hier eine Basilica gebaut. Dank der Absenkung des Bodens ist die alte Basilica sehr baufällig und es wurde vor Kurzem eine neue Basilika gleich nebenan gebaut. Hier kann man auch ein Kleidungsstück mit der Abbildung der heiligen Jungfrau von Guadalupe besichtigen. Faszinierend ist das Zusammenspiel des christlichen Glaubens mit dem indianischen Glauben. Wir konnten den Einzug von Gläubigen zusammen mit ihrem Priester, der einen Kopfschmuck aus vielen bunten Federn trug, beobachten.
Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir zu unserem Hotel zurück. Morgen steht der Besuch des Anthropologischen Museums sowie der Besuch von Xochimilco auf dem Programm. Zugleich sollte das unsere Übernachtung in Mexiko City sein, denn übernachtet wird morgen in Tlaxcala.
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- Reisetag, Mexiko City – Tlaxcala
Als erstes führte uns unsere Fahrt heute ins Anthropologische Museum. Dort hielten wir uns knapp 3 Stunden auf und konnten viele interessante Stücke vieler verschiedener Kulturen, die das Gebiet Mexikos besiedelten, bewundern. Unter anderem betrachteten wir Kulturgüter der Teotihuacan Kultur, der Tolteken, der Mayas und der Azteken. Es hätte auch noch andere wie z.B. die Olmeken gegeben, aber dafür hätte man wesentlich mehr Zeit benötigt. Hier konnten wir auch den großen Maya Kalender bestaunen.
Wir kamen zum genau richtigen Zeitpunkt aus dem Museum, um die Voladores bei ihrer Aufführung zu sehen. Hierbei lassen sich 4 Mexikaner jeweils an einem Seil an einer langen Stange langsam in kreisenden Bewegungen Richtung Boden sinken. Begleitet werden diese von einem Flötenspieler, der an der Spitze der Stange sitzt. Alles in allem dauert dieses Schauspiel knapp 15 Minuten. Es ist auf einen alten Brauch zurückzuführen, bei dem um Regen gebeten wurde.
Als Höhepunkt ist der heutige Besuch in Xochimilco angegeben. Die schwimmenden Gärten sind ein Besuchermagnet, nicht nur für Touristen. Auch die Mexikaner kommen gerne hierher und fahren für eine Stunde oder länger durch die Kanäle der Gärten und lassen sich verzaubern. Als wir dort ankamen war fast nichts los. In Hochzeiten sind alle 500 Schiffe unterwegs, heute waren es vielleicht gerade mal 40. Wir nahmen Platz und schon ging es los. Unser Gondoliere schipperte durch die Kanäle und wir ließen unseren ersten richtig mexikanischen Tequila die Kehle hinab rinnen. Unterwegs begegneten wir immer wieder kleinen Booten, die verschiedene Köstlichkeiten darboten. Auch waren Mariachi Gruppen unterwegs. Sie dockten einfach kurzerhand an, spielten ein Lied, ließen den Hut kreisen und verschwanden dann in Richtung des nächsten Schiffes. Auf den Inseln von Xochimilco werden Blumen für den Handel angebaut. Die Zeit die wir hier verbrachten verging leider viel zu schnell und man könnte gerne auch noch ein zweites mal den Flair hier genießen.
Nun hieß es wieder, Platz nehmen und auf geht es Richtung Tlaxcala. Unterwegs kamen wir an der Universität sowie dem Fußballstadion vorbei. In der Ferne konnte man die beiden Vulkane Mexikos erkennen, den Popocatepetl und den Ixtaccihuatl. Auf unserer Fahrt kamen wir teilweise bis auf eine Höhe von 3000 Metern, wo wir durch Kiefernwälder und an Weizenfeldern entlang fuhren. Tlaxcala ist eine Kleinstadt, die auch eine Stierkampfarena hat. Hier besuchten wir das hiesige Kloster und begaben uns danach Richtung Innenstadt. Am Zocalo machten wir dann Halt und steuerten auf das Rathaus zu. Im Innenhof des Rathauses waren auch wieder Fresken von Diego Rivera zu bewundern. Die detailgetreuen Bilder des Malers sind immer wieder fesselnd.
Auf einem kleinen Markt am Zocalo kamen wir zum ersten mal in Berührung mit einigen Spezialitäten. Wir kauften auch gleich ein paar Süßigkeiten aus Amarant, das hier angebaut wird. Amarant bekommt man bei uns eher schwierig und dann meist im Reformhaus. Es ist eine kleine Getreideart, die der Hirse sehr ähnlich sieht. Unser Reiseleiter war uns hier eine große Hilfe, um die teilweise fremdartigen Gewürze und Süßwaren zu benennen.
Untergebracht waren wir im besten Hotel am Ort, dem Hotel „Posada San Francisco“. Wunderschöne Innenhöfe mit Springbrunnen und einem Swimmingpool empfingen uns. Es gab einen großen Speisesaal und auch eine kleine heimelige Bar. Hier ließen wir uns die originale Trinkweise des Tequilas erklären. Zitrone und Salz sind hier in Europa an der Tagesordnung, was bei dem hier getrunkenen Tequila auch keine schlechte Idee ist. Der weiße Tequila ist der qualitativ schlechteste und wird hier vor Ort eigentlich auch nicht angeboten. Er ist eher nur für den Export bestimmt. Die Tequilas hier sind eher bräunlich gefärbt, was durch die Lagerung in Holzfässern kommt. Die Tequilas mit dem Aufdruck „Reposado“ sind bis zu 3 Jahre im Fass gelagert, der Aufdruck „Anejo“ bezeichnet einen Tequila, der mindestens 5 Jahre gereift ist. Solch einen Tequila genießt man zusammen mit einem Gläschen scharf gewürztem Tomatensaft. Ist gewöhnungsbedürftig, aber auch ohne schmeckt der Tequila um Welten besser als die billige Variante bei uns. Wir beschlossen den Abend bei einem schönen Essen in einem Restaurant am Zocalo.
Morgen haben wir wieder einiges vor. Zuerst besuchen wir die Ausgrabungsstätte von Cacaxtla, danach machen wir uns auf den Weg nach Puebla. Von dort aus führt uns der Weg durch die Sierra Madre nach Oaxaca.
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- Reisetag, Tlaxcala – Cacaxtla – Puebla - Oaxaca
Tja, so kann es gehen. Da ist man am besten Hotel am Ort untergebracht und das Frühstück ist das schlechteste der ganzen Reise. Es gab einen kleinen Teller mit Melonenschnitzen, Rührei mit Schinken und harten Toast. Was für ein Kontrast zu dem Buffet unseres Hotels in Mexiko City.
Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Cacaxtla, dem historischen Zentrum der Region. Die Ausgrabungsstätte ist komplett überdacht, um die noch vorhandenen originalen Wandmalereien vor der Witterung zu schützen. Die Umgebung war geprägt von knallroten Korallenbäumen und verschiedenen Kakteenarten. Dank der Fußball WM waren wir die einzigen Besucher und konnten uns so ganz unbeschwert umsehen. Hier kann man einige noch original erhaltenen Wandmalereinen ansehen, die verschiedene Schlachten darstellen. Auch die kunstvoll verzierten Wände der Priestergebäude waren zu sehen. Von hier aus konnte man das umgebende Land wunderbar einsehen und erkennen, weshalb genau hier diese Anlage gebaut wurde. In der näheren Umgebung konnte man auch wieder eine der Pyramiden sehen.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter Richtung Puebla. Die Stadt ist wegen mehrerer Sachen bekannt. An der Ersten kommt man automatisch vorbei, wenn man die Autobahn entlang fährt. Hier hat VW ein riesiges Werk stehen und dort lief bis vor kurzem auch noch der VW Käfer vom Band. Kein Wunder, das man überall diese Autos fahren sieht. Die auffälligste Besonderheit sind die Kacheln, die hier hergestellt werden. Damit werden sehr viele Gebäude verziert. Es gibt sie in allen möglichen Farben und so gut wie jedes Haus ist damit verziert. Teilweise nur kleine Flächen, teilweise aber auch die komplette Fassade. Die wohl ungewöhnlichste Besonderheit hier ist kulinarischer Art. Mole. Diese Soße wurde im Mittelalter erfunden, als ein Bischof zu Besuch kam und man ihm etwas besonderes auftischen wollte. Die Köche damals mischten aus allen zu findenden Zutaten eine Soße, die seither sehr bekannt wurde. Die Soße besteht aus ca. 60 Zutaten, die jede Hausfrau anders zusammen stellt. Es gibt diese Soße auch in unterschiedlichen Farben, braun, rot, etc. In der ursprünglichen Form, der braunen Soße sind unter anderem Brot, Schokolade, Chili, Nüsse und andere Sachen zu finden. Geschmacklich ein echtes Erlebnis, man kann jedem nur empfehlen dieses Essen zumindest zu probieren.
In Puebla angekommen besuchten wir die Rosenkranzkapelle. Die Decke der Kirche ist komplett mit einem Stammbaum verziert. Die verschiedenen Altäre sowie die Kuppeln sind komplett vergoldet und stehen in einem krassen Gegensatz zur teilweise armen Bevölkerung. In den Gassen der Stadt stießen wir immer wieder auf Verkäufer, die wie bei uns auf Jahrmärkten, mit Helium gefüllte Luftballons verkauften. Am Zocalo war einiges los, da wir gerade zur Mittagszeit unterwegs waren. In einem der vielen Restaurants hier ließen wir uns dann auch die Mole schmecken. Nach diesem kurzen Aufenthalt hier verließen wir Puebla. Wir fuhren an verschiedenen kunstvoll mit Kacheln verzierten Häusern vorbei und machten uns auf, die Sierra Madre zu durchqueren.
Je weiter wir in dieses Gebiet vorstießen, um so karger wurde die Landschaft. Zuerst sah man noch Bäume und verschiedene Sträucher, aber mit der Zeit wandelte sich das Bild zu einer kargen Landschaft mit vielen Säulenkakteen. Auch nahm die Temperatur zu. Dank unseres klimatisierten Busses blieben wir davon verschont. Wir hielten unterwegs kurz an, um an einem Kiosk Getränke zu besorgen und fuhren dann gleich weiter. Das kurze Verlassen des Busses traf uns wie der Hammer. Die Hitze war schon beachtlich. Aber es sollte nicht der letzte Halt in der Sierra Madre sein. Mitten in der Einöde gibt es einen gepflegten Kakteengarten, den man besuchen kann. Hier findet man die unterschiedlichsten Kakteenarten sowie die angeblich größte Kaktee Mexikos. Eine Höhe von ca. 10 Meter und ein Durchmesser von mehreren Metern sind schon beeindruckend. Auch die Hitze ist ungewohnt.
Was einem die Fahrt etwas unbequem macht sind die sogenannten „Topes“ die überall auf der Strasse zu finden sind. Das sind kleine Erhebungen auf der Strasse, die einem zum Abbremsen zwingen. Diese können von jedermann gebaut werden. Teilweise sind keine vorhanden, wenn man dann durch kleine Ansiedlungen fährt hat wieder jedes zweite Haus einen gebaut. Und dieses dauernde Bremsen, Drüberhoppeln, wieder Anfahren kann doch sehr nerven. Auch wurde ein paar Mitreisenden dadurch schlecht. Dieses Phänomen sollte sich die ganze Reise hindurch ziehen.
Gegen Nachmittag erreichten wir dann unseren Bestimmungsort Oaxaca. Wir durchstreiften noch etwas die nähere Umgebung um unser Hotel und beschlossen den Abend mit einem gemütlichen Abendessen und einem guten Tequila.
Morgen steht der Besuch von Monte Alban auf dem Plan und wir werden uns den Markt von Oaxaca zu Gemüte führen.
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- Reisetag, Oaxaca - Monte Alban - Oaxaca
Nach einem wunderbaren Frühstück auf der Terasse mit schönem Blick über die Umgebung machten wir uns auf, die Anlage von Monte Alban zu besichtigen. Wir waren an diesem Tag die erste Reisegruppe und hatten somit die gesamte Anlage für uns alleine. Anhand eines kleinen Modells wollte man uns die Anlage näher bringen, was aber die Zikaden des nahegelegenen Lorbeerbaums wehemend zu stören versuchten. Solch einen penetranten Lärm, der sich wie startende Mopeds anhörte hab ich vorher noch nie gehört.
Danach starteten wir unseren Rundgang über die Anlage. Vorbei am sogenannten Ballspielplatz gingen wir Richtung Observatorium. Ballspielplatz wird dieser Teil genannt, da zu Zeiten der Maya und Azteken hier ein rituelles Spiel mit einem Kautschukball vollführt wurde. Die genauen Regeln sind heute nicht mehr bekannt. Das Observatorium ist auch ein sehr wichtiges Gebäude, da die beiden Kulturen im Bereich der Astronomie sehr weit fortgeschritten waren. Sie orientierten sich an den Sternen bezüglich dem Zeitpunkt der Aussaat etc.
Gegenüber des Observatoriums konnte man eine kleinere Pyramide besteigen, was man uns nicht zweimal sagen musste. Von hier hatte man einen guten Blick über die gesamte Anlage. Links und rechts erhoben sich kleinere Tempelanlagen, in der Mitte stand nur das Observatorium sowie ein weiteres Bauwerk. Linker Hand konnte man auch ein paar Stehlen bewundern, auf denen Figuren abgebildet waren. Ob es sich hier um Priester, Tänzer oder Gefangene handelt, so genau kann das keiner sagen. Jeder Archäologe bzw. Reiseleiter hat da so seine eigenen Ansichten. Schriftliche Überlieferungen aus dieser Zeit gibt es leider keine, da die Kirche alle Unterlagen vernichtet hat. Wir schlenderten weiter durch die Anlage und im Nu hatten wir 3 Stunden hier verbracht.
Nach diesem Ausflug fuhren wir wieder zurück nach Oaxaca und fuhren zur Kirche Santo Domingo. Auch diese Kirche zeichnete sich durch einen verschwenderischen Umgang mit Blattgold aus. Vor der Kirche standen mehrere Feuerbäume, die in einem satten, grellen rot leuchteten. Wir statteten der Kathedrale einen kleinen Besuch ab und stürzten uns dann in das Abenteuer „Mittelamerikanischer Wochenmarkt“. Kaum eingetaucht, schon befand man sich mitten im Trubel. Von allen Seiten stürzten die verschiedensten Gerüche auf einen ein. Hier Gewürze und Chilis in rauen Mengen, geräuchert, getrocknet, frisch, Habanero und Konsorten waren überall. Dann eine komplette Reihe mit den exotischen Früchten für wenig Geld. Ein kleiner Stand auf der Seite weckte unser Interesse. Dunkelrot leuchtete die Auslage und es sah nach Chilis aus. Weit gefehlt, wir hatten hier die Delikatesse des Ortes vor uns liegen: geröstete Heuschrecken. Von ganz kleinen Ausführungen bis hin zu ausgewachsenen Tieren gab es hier die ganze Palette. Als Gegenleistung für ein Foto des Standes probierte Estepanito todesmutig eines der Tierchen. Ein paar davon fanden auch als Souvenir den Weg zurück nach Deutschland.
Ein weiteres Erlebnis war der Bereich des Fleischmarktes. Vorbei an Türmen von Hühnerbeinen, ausgenommenen Hühnchen, Gedärmen etc. kamen wir an die Garküchen des Marktes. Hier duftete es teilweise ziemlich verführerisch, teilweise konnte man aber auch die Gerichte nicht wirklich entziffern. Alles in allem eine schöne Erfahrung, bei der man die Zeit vergessen konnte. Zurück am Zocalo besuchten wir noch einen Supermarkt um uns wieder mit Getränken einzudecken. Vor dem Geschäft konnte man Fruchtmezcal (Fruticrema) probieren, was wir auch ausgiebig taten. Es gab hier alle Möglichen Sorten, wie z.B. Erdbeere, Haselnuss, Mango, Kaffee etc. Leider konnten wir nicht viele Mitnehmen, da ja die Einfuhrbestimmungen für Alkohol sehr streng sind. In Deutschland musste ich leider feststellen, das es keine Möglichkeit gibt, dieses leckere Getränk zu bekommen. Es handelt sich um eine regionale Spezialität, die man außerhalb von Oaxaca auch in Mexiko nicht bekommt.
Auf der gemütlichen Terasse des Hotels genossen wir unser Abendessen und auch ein paar Cocktails. Auf der Speisekarte fand man auch die regionale Spezialität, die Heuschrecken, als Suppe wieder. Nach reiflicher Überlegung traute ich mich dann doch nicht ran.
Morgen werden wir den Tule Baum sowie die Stätte von Mitla besuchen.
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- Reisetag, Oaxaca – Tule – Mitla – Tehuantepec
Etwas früher als sonst machten wir uns heute auf den Weg, da wir doch eine weitere Strecke zu bewältigen hatten. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichten wir das kleine Örtchen Tule. Dieser Ort ist recht unspektakulär, wenn er nicht diesen immens großen Baum hätte. Laut einem Schild soll dieser Baum die größte zusammenhängende Biomasse der Welt sein. Sein Alter wird auf knapp 2000 Jahre geschätzt. Alleine der Stamm hat einen Durchmesser von 13 Metern. Staunend standen wir vor diesem riesigen Baum.
Weiter ging es nach Mitla, einem weiteren Kulturzentrum der Region Oaxaca. Hier kann man einmalige Steinmosaike sehen. Alleine schon die Einzäunung der Anlage war faszinierend. Man hat sich die natürliche Beschaffenheit der Säulenkakteen zu Nutze gemacht und diese einfach in Reih und Glied angepflanzt. So entstand mit der Zeit ein natürlicher Zaun, den keiner übergehen kann. Die Gebäude der Ruinen von Mitla sind komplett mit Mosaiken verziert. Teilweise werden diesen auch religiöse Bedeutungen zugeschrieben. Mitunter haben die Archäologen diesen recht interessante Bezeichnungen gegeben, wie z.B. „laufender Hund“. Mit etwas Fantasie kann man auch eine Meute laufender Hunde erkennen.
Mitunter waren auch 2 unterirdische Katakomben zu besichtigen, wobei sich hier nichts spektakuläres befindet. 3 Grabkammern, eine links, eine rechts, eine gerade aus, alle leer. Na ja, man hat sie halt gesehen. Überall in der Gegend wachsen wild die Mezcal Agaven, aus denen auch das gleichnamige Getränk gebraut wird. Im Anschluss an die Ruinen besuchten wir noch einen kleinen Markt, auf dem es das regionale, äußerst bunte Holzspielzeug zu sehen gab. Wir gönnten uns noch eine frische Mango für umgerechnet 1,- €. Kein Vergleich zu den Früchten bei uns. Hier wachsen die Früchte überall am Straßenrand. Auch Pampelmusenbäume und Papayapalmen sind hier immer wieder zu sehen.
Vorbei an vielen reinen Mezcal Agaven Plantagen fuhren wir wieder in die Sierra Madre hinein. Unterwegs hielten wir an und besichtigten eine kleine, typische Mezcal Destillerie. Dabei lernten wir, das von den Agaven nur der innere Kern zur Herstellung verwendet wird, die Blätter können hierbei nicht verwertet werden. Die Agavenherzen werden dann gekocht, gestampft, vergoren und am Ende destilliert. Heraus kommt dann der Mezcal, ein dem Tequila ähnlicher Schnaps. Aber Tequila darf sich nur der Schnaps aus der Region Tequila nennen. Eine kleine Probe beschloss den Rundgang. Hierbei wurde auch der berühmte Mezcalwurm angeboten. Hier bei uns findet man diesen ja meist in einer der Flaschen wieder. Dies wird aber nur zu Verkaufszwecken gemacht. Die Mexikaner trocknen diese Würmer, die man bei den Wurzeln der Mezcal Agave findet. Diese werden dann in Salz eingelegt und dann als Snack zum Mezcal gegessen. Hier habe ich mich mal überwunden und auch einen der Würmer probiert. Außer Salz hat man nichts geschmeckt.
Nach diesem kleinen Experiment fuhren wir weiter durch die Sierra Madre. Einen kleinen Stop legten wir noch unterwegs ein, um uns etwas die Füße zu vertreten. Hier konnte man nach einem kleinen Spaziergang einige Plantagen sehen, auf denen Papayapalmen angebaut wurden. Die kleinen Restaurants an der Strasse waren für unsere Verhältnisse doch recht gewöhnungsbedürftig, genauso wie die sanitären Anlagen, die manchmal einen äußerst rustikalen Eindruck machten.
Die Strecke zwischen Mitla und Tehuantepec ist nichts für schwache Nerven und Mägen. Mehrere Stunden schlängelten wir uns in Serpentinen die Berge hinauf und hinunter. Oaxaca liegt auf knapp 1600 Metern, die Sierra Madre durchquerten wir auf ca. 2000 Metern, Tehunatepec liegt nur auf ca. 10 Metern Höhe. Diese kurvenreiche Strecke wurde dann aber auch noch durch knapp 250!! Topes, die wild angebrachten Geschwindigkeitsbarrieren unterbrochen. Das heißt also mindestens 250 mal abbremsen, drüberruckeln, wieder beschleunigen. Im Bus hatten mehrere Personen damit zu kämpfen, uns nicht ihr Innerstes zu zeigen. Mit mehr oder weniger Erfolg.
Unser Hotel in Tehuantepec erreichten wir am späten Nachmittag. Hier herrschte eine drückende, schwüle Hitze. Zu sehen gibt es hier nichts, aber man legt hier einen Zwischenstop ein, da der weitere Weg nach San Cristobal de las Casas an einem Stück einfach zu weit wäre. Das Abendessen war hier im Reisepreis inbegriffen. Leider wurde sehr auf die Touristen geachtet, das heißt, das Essen schmeckte auch eher europäisch. Keine Spur von mexikanischen Gewürzen. Im Zimmer machten wir uns dann noch auf die Jagd nach Geckos, um eine geruhsame Nacht zu haben.
Morgen besuchen wir den Sumidero Canyon und erreichen dann San Cristobal de las Casas.
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- Reisetag, Tehuantepec – Sumidero Canyon – San Cristobal de las Casas.
Mit einem etwas kargeren Frühstück, bestehend aus Zwieback, Marmelade, Rührei und Bohnenmuss begannen wir den heutigen Tag. Unsere Fahrt bringt uns von Tehuantepec auf ca. 10 Metern Höhe wieder in die Berge auf knapp 2200 Meter. Mangobäume und Verkaufsstände säumten die Strasse auf dem Weg nach Tuxtla Gutierrez. Etwas hinterhalb der Stadt trafen wir auf den Grijalva Fluss, der sich durch den Sumidero Canyon schlängelt.
Hier stiegen wir um auf unser Motorboot, das uns durch diesen Canyon schippern sollte. Mit an Bord war ein Bootsführer, der uns auf diesem Ausflug mehrere einheimische Tierarten zeigen wollte. Los ging es und schon nach kurzer Zeit konnten wir die ersten Leguane und Truthahngeier beobachten. Diverse tummelten sich am Ufer zwischen Sträuchern und Kakteen. Die Landschaft hier war einfach atemberaubend. Teilweise ragen die Steilwände bis zu 1000 Meter über den Fluss hinaus, bilden schmale Durchgänge und erweitern sich dann wieder. An den Steilwänden wuchsen vereinzelt Bäume, aber auch Kakteen und begrünten so den Fels. In diesem Canyon gibt es auch eine kleine Grotte, die als Kapelle genutzt werden kann. Auf unserer weiteren Fahrt bekommen wir dann auch noch folgende Tiere zu sehen: schwarze Kormorane, Reiher, Spinnenaffen sowie zwei Süßwasserkrokodile. Am Wendepunkt der Rundfahrt sagen wir noch den „Christbaum“, eine Kalkformation eines trockenen Wasserfalls. Von weitem sieht sie aus, wie ein Tannenbaum. Dieser Wasserfall ist nur während der Regenzeit zu sehen, in der Trockenzeit versiegt er.
Wieder zurück stiegen wir in den Bus und fuhren durch die weite Landschaft Richtung San Cristobal. Unterwegs konnte man immer wieder Rauchwolken sehen. Hier wird der Wald gerodet um an Weide- oder Ackerland zu kommen. Dieser Raubbau an der Natur wird seit Jahr und Tag gehandhabt und von Seiten der Regierung nicht unterbunden. Wir schlängelten uns über Serpentinen die Berge hoch und trafen unterwegs immer wieder auf kleine Dörfer, in denen noch direkte Nachkommen der Mayas leben. Mit steigender Höhe wurde es auch kühler und wir fuhren in einen Regenschauer hinein. Nach der Hitze der letzten Tage vertrugen wir hier gut auch mal einen Pullover.
Das kleine aber feine Hotel mitten in San Cristobal war auch das einige auf unserer Reise, das mit einer elektrischen Heizung ausgestattet war. Die war aber auch nötig. Am Abend besuchten wir eines der ansässigen Restaurants und genossen dort sehr gutes Essen, darunter auch Tamales. Diese sollten leider dafür sorgen, das ein befreundetes Pärchen eine etwas unruhigere Nacht erleben sollte.
Auf dem Programm für Morgen steht der Besuch der beiden Indianerdörfer Zinacantan sowie San Juan Chamula.
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- Reisetag, San Cristobal – Zinacantan – San Juan Chamula – San Cristobal
Ein wieder mal sehr gutes und abwechslungsreiches Frühstücksbuffet hieß uns willkommen. Unsere beiden Mitstreiter des Vorabends versorgten wir mit etwas Kamillentee, da sie eine magenunfreundliche Nacht hinter sich hatten. Anscheinend waren die Tamales nicht die besten gewesen.
Unser erstes Ziel war das kleine Indianerdorf Zinacantan. Hier besuchten wir die örtliche kleine Kirche. Was einem sofort ins Auge fiel war die karge Ausstattung der Kirche. Die Wände waren kahl, die Figuren einiger Heiliger standen am Boden. Die Figuren hatten alle einen kleinen Spiegel umhängen. Im Glauben der Indianer nimmt die Figur durch den Spiegel einen Teil der Seele auf . Aus diesem Grund ist es auch strengstens verboten, diese Figuren zu fotografieren. Dies würde einem Raub der Seele gleichkommen. Der Altar war mit einer blinkenden Lichterkette verziert und mit dem heiligen Getränk der Indianer dekoriert: Coca Cola!!! Uns wurde erklärt, das diese Gegebenheit darauf zurückzuführen ist, das die Indianer glauben, Krankheiten werden durch böse Geister in ihrem Inneren ausgelöst. Nach dem Genuss von Cola müssen Sie dann Aufstoßen und dadurch stoßen Sie die bösen Geister mit aus. Im Anschluss betraten wir das Gemeindehaus. Hier wurde gerade eine Versammlung abgehalten. Hier fühlten wir uns so richtig fehl am Platz. Es wurde nach unserem Eintreten kein Wort mehr gesprochen, wir wurden nur angestarrt und gegen einen kleinen Obolus wieder nach draußen gebeten. Wir bewegten uns etwas durch das Dorf und sagen einige Indianerinnen beim Weben. Eine präsentierte dann ganz stolz das Hochzeitsgewand ihres Mannes. Sie bot uns auch einen selbstgebrannten Schnaps, Posh genannt, an. Im Nachhinein tut es uns immer noch leid, das wir abgelehnt haben . Es gilt als große Ehre, wenn man zu diesem Getränk eingeladen wird und unsere Ablehnung muss Sie doch ziemlich gekränkt haben. Aus diesem Erlebnis haben wir für unsere weiteren Reisen gelernt und so etwas wird nicht noch einmal vorkommen.
Unsere Fahrt führte uns weiter nach San Juan Chamula, einem Indianerdorf das heute seinen großen Markttag hat. Aus dem ganzen Umland kommen die Indianer um hier Handel zu treiben. Wir wurden von unserem Reiseleiter schon einmal vorgewarnt, das uns etwas sehr sonderbares beim Aussteigen passieren würde. Aber so richtig darauf vorbereiten konnte man sich doch nicht. Kaum öffneten sich die Türen des Busses, schon stürmten die Indianermädchen auf den Bus zu und riefen die ganze Zeit „Später, später, später“. Was sie da schreien ist ihnen gar nicht bewusst. Aber da keiner der Touristen etwas kaufen möchte, kommt eben oft die Ausrede: „Später“. Und das haben sie sich dann irgendwann gemerkt. Schon irgendwie bedrückend, wenn man sieht, wie der Tourismus die Menschen verändern kann.
Nun aber weiter zum Markttreiben. Schon von Weitem konnte man den Markt sehen. Überall herrschte buntes Treiben und wir konnten die farbenfrohen Trachten der Mayas bestaunen. Auf dem Markt wurden alle möglichen Früchte angeboten, aber auch verschiedene Getreidesorten, Bohnen und Mais. Auch hier war eine Kirche zu finden, die wir uns ansahen. Im Innern herrschte eine sehr eigentümliche Atmosphäre. Ein stetes Gemurmel war zu hören, die Indianer knieten alle am Boden, der mit Heu bedeckt war. Vor jedem Indianer waren mehrere brennende Kerzen am Boden. Die Heiligenfiguren standen an den Seiten, auch hier mit einem Spiegel versehen. Weiter vorne konnte man sehen, wie ein Indianer ein Huhn opferte. Einen Priester trifft man hier nicht an. Dieser katholische Geistliche ist nur zur Taufe gern gesehen. Ansonsten wird er aus dem Dorf gejagt. Den Friedhof den wir dann noch kurz sahen, ist auch nicht mit den unsrigen vergleichbar. Die Gräber sind recht farbenfroh gestaltet und teilweise mit Fähnchen und Bändern geschmückt. Der Tod wird hier ganz anders gehandhabt und betrachtet als in Europa.
Nach diesen Eindrücken fuhren wir wieder zurück nach San Cristobal und erkundeten noch etwas auf eigene Faust die Umgebung. An der Kirche war ein größerer Markt aufgebaut worden und wir schlenderten durch die Gassen. Überall konnte man kleine Püppchen kaufen, die schwarze Masken aufhatten. Es handelt sich hierbei um Zapatistenpuppen. Die Zapatisten waren eine Gruppierung, die der Regierung Mexikos den Kampf angesagt hatte. Sie wollte für die Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung eintreten. Gerade hier im Hochland hatten Sie großen Zulauf und werden auch heute noch verehrt.
Den Abend ließen wir in einer kleinen Kneipe bei Salsa Musik und ein paar Tequilas bzw. Sols ausklingen. Morgen werden wir den Wasserfall Misol Ha besuchen und dann weiter nach Palenque in den Regenwald fahren.
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- Reisetag, San Cristobal – Misol Ha – Palenque
Etwas wehmütig verließen wir San Christobal um uns auf den Weg Richtung Urwald zu machen. Dort sollten wir morgen einige sehr beeindruckende Ruinen sehen.
Doch heute stand erst einmal der Besuch des Wasserfalls Misol Ha auf dem Programm. Eigentlich sollten wir zuerst nach Aqua Azul fahren, aber laut unserem Reiseleiter fanden dort in letzter Zeit immer wieder Übergriffe auf Touristenbusse statt und deshalb hat man kurzfristig das Programm geändert. Der Wasserfall von Misol Ha ist aber auch ein schöner Anblick. Mitten im Wald, vorbei an Kaffeepflanzen und anderen exotischen Pflanzen, trifft man auf einen kleineren See, in den sich der Wasserfall ergießt. Der Wasserfall ist so beschaffen, das man mühelos hinter ihm hindurch gehen kann. Eine willkommene Abwechslung zu unserer langen Busfahrt, da man sich hier doch etwas die Beine vertreten konnte.
Auf unserer weiteren Fahrt fuhren wir durch eine sehr grüne Landschaft, die leider wegen der Brandrodung immer wieder von Rauchschwaden durchzogen war.
Gegen Nachmittag erreichten wir unser Hotel in Palenque. Hier gab es auch eine Spezialität, die Chelada. Ein Getränk bestehend aus Limettensaft, Cola etc. Leider hatten wir es verwechselt mit der Michelada, einem Getränk, dem außer den Zutaten der Chelada auch noch Chili beigefügt wird. Geschmacklich ein Erlebnis, das man nicht zweimal braucht. Wir erledigten noch ein paar Besorgungen in der Stadt und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Morgen werden wir die Ruinen inmitten des Urwalds von Palenque besichtigen.
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- Reisetag, Palenque
Am früher Vormittag ging es los mit unserem Bus in Richtung der Ausgrabungsstätte von Palenque. Diese Ruinen liegen mitten im Regenwald und sind teilweise noch heute von diesem überwuchert.
Mit ein paar anderen Reisegruppen zusammen erreichten wir den Eingang. Ein kurzer Spaziergang durch den Regenwald führt uns dann zu den ersten Pyramiden. Die erste Pyramide war der Palast der Fürsten. Gegenüber dieser Pyramide befand sich ein heiliger Baum der Inkas. Wenn man gegen dessen Stamm klopfte, dann konnte man von der Pyramide her ein Echo hören. Vorbei an ein paar Stinkfruchtbäumen ging es zum hiesigen Ballspielplatz. Danach kam man auf einen großen Platz, den mehrere der Pyramiden umgaben. In der Mitte befand sich das Zentrum der Anlage, der Palais. Linker Hand waren drei kleinere Pyramiden, die alle unterschiedliche Verzierungen an der Spitze hatten. Benannt waren diese dann z. B. als Kreuz- oder Blattkreuztempel. Von diesen aus hatte man eine wunderbare Sicht über die gesamte Anlage sowie auch auf den Urwald. Hierher drangen auch keinerlei Geräusche der Zivilisation, man hörte nur die Geräusche des Dschungels. Vereinzelt konnte man Brüllaffen hören und natürlich unentwegt das Geschrei der verschiedensten Vögel. Als nächstes nahmen wir uns den Palais vor und erkundeten ihn ausgiebig. Eine sehr schöne Pyramide ist auch der Tempel der Inschriften, der allerdings nach einem Erdbeben nicht mehr bestiegen werden darf. Dieser Tempel besteht aus 7 übereinander gebauten Pyramiden. Jeder Herrscher wollte den Vorgänger übertrumpfen und so entstand dieses Bauwerk.
Im Anschluss an diese Besichtung stand uns noch die Möglichkeit offen, einen Weg durch den Urwald zu gehen. Wir nutzten diese Chance, wurden aber eher enttäuscht. Einen gepflasterten Weg durch das Dickicht und keine Tiere weit und breit. Die Natur an sich war zwar schön anzusehen, aber etwas mehr Ursprünglichkeit wäre schon zu wünschen gewesen.
Gegen Nachmittag kehrten wir wieder zum Hotel zurück. Nachdem ein befreundetes Pärchen und wir uns nicht am Pool räkeln wollten, erkundeten wir die weitläufigen Anlagen des Hotels. Hierbei entdeckten wir die Wellness Anlagen, die schon seit längerem nicht mehr in Betrieb waren. Zumindest machten sie den Eindruck. Allerdings war das auch unser Glück. Dadurch das sich hier anscheinend sonst niemand aufhält, konnten wir eine Brüllaffenfamilie beobachten. Ein Männchen mit Weibchen und zwei Jungtieren sprangen durch die Baumkronen auf der Suche nach Nahrung. Das Männchen entdeckte uns umgehend und versuchte zu imponieren. Das ließen wir zwei Herren der Schöpfung uns nicht gefallen und brüllten zurück. So ging das mehrere Minuten hin und her. Dabei näherte sich das Tier bis auf vielleicht 5 Meter. Ein beeindruckendes Erlebnis, wenn auch vielleicht nicht ganz ungefährlich. Aber das wurde zu diesem Zeitpunkt komplett verdrängt.
Am Abend genossen wir ein gutes und reichhaltiges Abendessen und ließen uns noch den ein oder anderen Cocktail schmecken. Ich durfte dann auch noch eine Einlage geben. Bestellt hatte ich einen Cucaracha. Der Kellner kam mit einem großen Sombrero, den ich aufziehen musste. Dann kam der Cocktail. Der wurde dann geschüttelt und musste auf „ex“ getrunken werden. Kaum das Glas am Mund kam der Kellner, Handtuch drüber und den Kopf kreisen lassen. Dazu noch La Cucaracha, la Cucaracha. So bleibt man auch den anderen Mitreisenden gut in Erinnerung.
Morgen machen wir uns auf zur Küste, nach Campeche.
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- Reisetag, Palenque - Campeche
Gegen halb 9 ging es wieder einmal los, damit wir am späten Mittag unser heutiges Ziel, die Stadt Campeche, erreichen sollten. Campeche liegt am Golf von Mexiko und ist eine alte spanische Festung, um gegen die Piraten vorzugehen die diese Stadt des öfteren überfielen. Auch heute noch kann man die alten Festungsanlagen sehen. An der Kaimauer stehen vereinzelt Kanonen, die aufs Meer hinaus zielen. Interessant ist vor allem die Altstadt, die direkt am Meer liegt. Die neueren Viertel erstrecken sich dann ins Landesinnere. Man betritt die Altstadt durch ein altes Tor, welches in Richtung des Meeres zeigt. Nach knapp 300 Metern verlässt man dies dann auch wieder durch ein weiteres Tor und ist schon so gut wie am Meer. Die Altstadt zeichnet sich vor allem durch seine kleinen und äußerst farbenfrohen Häuser aus. Jedes erstahlt in einer anderen grellen Farbe. Rot, grün, blau, gelb, orange, ein wilder Wechsel der Farben. Teilweise sind die Häuser auch noch reichlich mit Stuck und Fresken verziert. Die verschiedenen Türme der Festung können besucht werden und beherbergen verschiedene Ausstellungen. Mitten in der Altstadt ist natürlich ein kleiner Zocalo mit Kirche. In den Arkaden um den Zocalo findet man schöne Cafés und auch diverse Geschäfte. Wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust und machten die ein oder andere Besorgung. Unser Verlangen nach einem Flan konnten wir bei einer Bäckerei vorerst stillen.
Es gibt auch reichlich Restaurants, in denen man vor allem frischen Fisch bekommt. Eine regionale Spezialität ist ein mit Krabben gefüllter Fisch. Musste ich probieren und hat wirklich erstklassig geschmeckt.
Baden ist hier nicht möglich, da das Ufer komplett befestigt ist und es keine Möglichkeit gibt, ins Meer zu kommen. Wer sich trotzdem dem kühlen Nass hingeben wollte, musste dann eben den Hotelpool nehmen.
Nach diesem kurzen Zwischenspiel geht es morgen nach Merida. Unterwegs besuchen wir noch die beiden Mayastätten Kabah und Uxmal.
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- Reisetag, Campeche – Kabah – Uxmal – Merida
Auf unserem Weg nach Merida stehen heute zwei weitere, schöne Mayastätten auf dem Programm. Unterwegs nach Kabah durchfuhren wir ein Dorf, in dem die heutigen Nachkommen der Maya noch in ihren urtümlichen Hütten wohnen. Hier mussten wir wieder eine eher unschöne Form des Tourismus kennen lernen. Wir fuhren mit unserem Bus durch mit knapp 20 km/h das Dorf und „begafften“ mehr oder weniger die Menschen und ihr Leben. Man kam sich vor wie in einem Zoo. Wir waren froh, als wir das Dorf wieder hinter uns ließen.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir dann Kabah. Diese Stätte liegt mitten in einer Einöde und es war auch dementsprechend warm. Umgeben von brauner Erde und Staub besuchten wir dann die hiesigen Tempel. Als große Besonderheit hier kann man den Palast der Masken bestaunen. Das besondere hier ist, das die komplette Front (knapp 100 Meter) von Chaac Masken verziert ist. Diese Gottheit zeichnet sich durch einen Rüssel aus. Und an diesem Palast kann man die einzige noch komplett erhaltene Chaac Maske bewundern. An der Rückseite des Tempels sieht man zwei Figuren angebracht, die den damaligen Herrscher zeigen sollen. Wir stiegen mehrere steinerne Stufen hinauf und hinunter und kamen dank der Hitze ganz schön ins Schwitzen. Etwas Abseits dieser Stätte befindet sich ein einsames Inkator. Zu welchem Zweck es damals gebaut wurde, erschließt sich heute leider nicht mehr.
Weiter ging es dann nach Uxmal. Hier läuft man gleich zu Beginn auf eine ungewöhnliche Pyramide zu. Die Pyramide des Wahrsagers. Dies ist die einzige ihrer Art, da ihre Ecken abgerundet sind. Keine andere Pyramide wurde in dieser Form gebaut. Auch ist diese extrem steil mit einer Steigung von fast 60 Grad. Leider ist seit ein paar Jahren die Besteigung nicht mehr möglich. Einer Legende nach, soll dieser Tempel in einer Nacht gebaut worden sein.
Vorbei an diesem Bauwerk ging es dann zum Palast des Königs. Betreten konnte man diesen leider nicht, aber auch von außen machte er einen imposanten Eindruck. Auch hier konnte man an verschiedenen Stellen die typische Mayabauweise begutachten.
Als nächstes lag der Schildkrötentempel auf unserem Weg. Den Namen bekam er durch sie Schildkröten, die den Palast verzieren.
Nun bestiegen wir eine Pyramide, um den Tempel der Papageien zu besichtigen. Dieser war auf der Spitze der Pyramide gebaut worden. Auch diese hat eine ganz beträchtliche Steigung, so das man schon ein recht mulmiges Gefühl bekam. Wenn man nicht ganz schwindelfrei ist, dann war das schon eine große Herausforderung. Von hier oben hatte man auch einen guten Blick auf den sogenannten „Taubenschlag“. Eine steinerne Mauer mit vielen kleinen Bögen, die einsam in der Gegend stand. Die restlichen, zugehörigen Mauern sind leider alle eingestürzt. Eine genauere Bedeutung ist nicht bekannt.Vorbei am Ballspielplatz ging es zum sogenannten Nonnenviereck. Woher der Name kommt, keine Ahnung. Die Anlage selber ist viereckig und umschließt einen großen, freien Platz. An den Mauern kann man verschiedene Symbole und Gottheiten erkennen, unter anderem mehrere große, gefiederte Schlangen. Hier und da konnte man noch einen Blick in das Innere der Tempel erhaschen, aber man konnte nur kahle Mauern erkennen.
Nach über 2 Stunden in sengender Hitze kamen wir zurück zu unserem klimatisierten Bus. Nun machten wir uns auf den Weg nach Merida. Merida ist eine der bekannteren Städte in Mexiko, da Sie von vielen Tagestouristen besucht wird. Viele Kreuzfahrtschiffe haben auch diese Stadt auf ihrem Ausflugsplan.Gegen Nachmittag trafen wir an unserem Hotel ein. Wir wollten noch etwas die Stadt besuchen und mussten leider die negativen Seiten der Stadt kennen lernen. An allen Straßenecken wurde man angesprochen. Deutsch kann fast jeder, zumindest ein paar Brocken. Und viele haben auch angeblich in Deutschland studiert, kennen dort jemanden und wollen einem deshalb auch nur schnell etwas zeigen. Und schwups, schon steht man im nächsten Hängemattenladen und wird nicht mehr losgelassen. Auch die vielen Läden mit Souvenirs und die aufdringlichen Verkäufer können ganz schön nerven. „Alles billig“, „Nur ein Dollar“, „Alles geschenkt“ hört man aus jeder Ecke. Das erste und einzige mal, das wir so bedrängt wurden.
Unser weiterer Spiesrutenlauf brachte uns dann aber doch noch zum ersehnten Markt. Leider hatten wir die falsche Zeit erwischt und es waren bereits über die Hälfte der Stände geschlossen. Aber auch so verbrachten wir noch einige Zeit mit schauen und staunen.
Am Abend dann begaben wir uns in die Stadt um uns ein nettes Restaurant zu suchen. In einer der Nebenstrassen blieben wir bei einem hängen, in dem nur Mexikaner saßen. Eine kleine Klitsche, mit Plastikstühlen, Plastiktischen und ebensolchen Tischdecken. Die Preise hier waren der Hammer. Ein komplettes Essen, incl. Vorspeise für knappe 5,- €. Und das Essen war vorzüglich. Im Vergleich zu den Touristenlokalen haben wir hier gerade mal ein Viertel bezahlt. Man muss sich eben nur mal trauen.
Morgen steht eine kleine Stadtrundfahrt durch Merida auf dem Plan und dann eine Fahrt zur Lagune Celestun. - Reisetag, Campeche – Kabah – Uxmal – Merida
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- Reisetag, Merida – Celestun – Merida
Auf geht’s zu einer Runde durch Merida. Auf dieser kamen wir am Zocalo und den Kirchen der Stadt vorbei, aber alles in allem war diese Fahrt keine besonders beeindruckende. Vielleicht haben wir vorher auch schon schönere Städte gesehen, somit konnte uns Merida nicht wirklich vom Hocker reißen.
Eher gespannt waren wir da schon auf die Lagune Celestun. Vorher aber machten wir auf unserer Fahrt dorthin erst mal eine kleine Pause an einem der vielen kleinen Restaurant an der Küste. Hier konnten wir entweder mal ins Meer springen, oder aber auch eine der Köstlichkeiten probieren. Ich verlegte mich aufs probieren und aß die bisher beste Fischsuppe meines Lebens. Noch ein kurzer Spaziergang entlang des Sandstrandes und dann war es auch schon so weit, wir mussten weiterfahren.
An der Lagune angelangt, wurden wir auf 2 Boote aufgeteilt. Die Lagune von Celestun ist bekannt für ihre Mangroven und ihre Flamingos. Zu Hochzeiten sind hier bis zu 50000 Vögel anzutreffen. So viele waren es nicht, aber ein paar Tausend werden es schon gewesen sein. Die maximale Tiefe der Lagune liegt bei knapp einem Meter, meistens aber ist sie nur 50 cm tief. Eine Herausforderung für jeden Bootsführer. Als erstes steuerten wir eine kleine Insel an, auf der viele einheimische Vögel hausten. Hier sahen wir unter anderem Pelikane, weiße und graue Reiher. Als wir weiterfuhren sahen wir dann schon von Weitem ein farbiges Meer von Flamingos. Langsam näherten wir uns, um die Tiere nicht zu erschrecken. Es bot sich ein beeindruckendes Bild. Auf unserer Rundfahrt trafen wir noch auf mehrere Stellen, an denen sich eine große Zahl der Tiere versammelt hatten. Zwischendurch fuhren wir durch einige Seitenarme der Lagune und kamen durch wunderschöne Mangroven. Wir hielten auch ein paar mal an und konnten aussteigen. Zu sehen gab es unter anderem eine Süßwasserquelle, die inmitten des Meeresarmes entspringt. Zu sehen gab es interessante Schlieren im Wasser, wenn sich Süß- und Salzwasser vermischen. Auf der Rückfahrt begegneten wir dann noch ein paar Fischern, die stolz ihren Fang präsentierten.
In Merida besuchten wir dann am Abend noch eine folkloristische Aufführung, die hier jedes Wochenende präsentiert werden. Unter anderem gab es dabei Tänze, Trachten sowie verschiedene Melodien zu sehen und zu hören.
Langsam aber sicher geht unsere Reise ihrem Ende zu. Morgen erreichen wir den Höhepunkt der Reise, die große und bekannteste Mayastätte: Chichen Itza. - Reisetag, Merida – Chichen Itza – Valladolid
Heute ist nun endlich so weit. Die Stätten von Chichen Itza stehen auf dem Programm. Diese sind eigentlich jedem Mexiko Reisenden ein Begriff. Auf keiner Rundreise, egal ob durch ganz Mexiko oder nur durch Yucatan, ist dieser Ort ein Muss. Im Laufe des Vormittags erreichten wir dann diesen magischen Ort und hatten wieder einmal unbeschreibliches Glück. Gerade mal 5 Busse waren zusammen mit uns auf dem Parklpatz. Das heißt, wir konnten Chichen Itza in aller Ruhe besichtigen und auf uns wirken lassen. Einziger Wehmutstropfen. Die große Kukulcanpyramide, das Wahrzeichen Chichen Itzas, konnte nicht mehr bestiegen werden. Ein paar Wochen vorher ist eine ältere Dame zu Tode gestürzt und Aufgrund dessen wurde sie dann gesperrt.
Auf diese große Pyramide läuft man automatisch zu, wenn man die weitläufige Anlage betritt. Linker Hand kann man dann den größten Ballspielplatz ganz Mexikos bewundern. Hier ist auch der einzige original erhaltene Steinring, der die Sonne symbolisieren soll, zu sehen. Die Seiten sind teilweise mit Reliefs verziert, die verschiedene Schlachtszenen darstellen. Weiter geht es dann zum „Tzompantli“, dem Totenkopftempel. Dieser ist komplett mit steinernen Totenköpfen verziert. Nach diesem Tempel kommt man zur Plattform der Jaguare und Adler. Auch dieser ist wieder reichlich mit Figuren verziert.
Vorbei an einigen Händlern kommt man dann zum Cenote. Hier sollen zur Zeit der Mayas die Menschenopfer dargebracht worden sein.
Auf dem selben Weg kommt man wieder zurück zum Hauptplatz und sieht vorbei an der Kukulcan Pyramide den Kriegertempel. Dieser fällt vor allem wegen seinen zig Steinsäulen auf. Hier trifft man auch immer wieder auf vereinzelte Wesen der Spezies Eosteriker. Die Steinsäulen sollen energetisch aufgeladen sein und durch das Berühren derselben soll man seine Lebenskräfte wieder stärken und erneuern können.
Vorbei an diesen Steinstelen kommt man dann zu einer Gruppe von Gebäuden, unter anderem zum Observatorium. Das sogenannte Nonnenviereck und die Iglesia befinden sich ebenso hier. Alle diese Gebäude können betreten werden, was wir auch audführlich machten.
Zurück ging es dann zur Kukulcan Pyramide. Hier staunten wir noch über die riesigen Schlangenköpfe, die am Fuß der Treppen angebracht waren. Zur Sonnenwende gibt es hier ein schönes Schauspiel. Die Pyramide ist genauso auf die Sonne ausgerichtet, das zu diesem genauen Zeitpunkt, z einer bestimmten Uhrzeit die Schatten der Pyramide einen Schlangenkörper an die Seite der Treppe werfen. Dieser Körper trifft dann genau auf die Köpfe am Boden der Treppe. Es muss ein sagenhaftes Schauspiel sein, das auch von zigtausend Besuchern jedes Jahr verfolgt wird.
Nach der Besichtigung ging es noch in ein Restaurant, ziemlich nahe an der Mayastätte. Hier wurde dann zum Essen noch ein folkloristischer Tanz aufgeführt und natürlich sollte man dann auch etwas geben. Hätte nicht unbedingt sein müssen, da man sich hier nur abgezockt fühlte.
Weiter ging es nach Valladolid, unserer letzten Übernachtung der Reise. Ein kleines aber feines Hotel. Die Stadt selber hatte nicht viel zu bieten. Der Markt war schon geschlossen, als wir ankamen und auch so gab es nicht viel zu sehen. Wir schlenderten einfach etwas durch die Strassen um uns die Zeit zu vertreiben. Am späten Abend erlebten wir dann noch einen Stromausfall, der sich über mehr als 2 Stunden hinzog. Ohne Strom war es auch den Klimaanlagen nicht möglich, die Zimmer auf eine angenehme Temperatur zu kühlen und so hielten wir uns alle in der Bar auf.
Irgendwann ging der Strom wieder und wir gingen dann zu Bett.
Morgen fahren wir nach Cancun und treten dann die Rückreise an. -
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- Reisetag, Valladolid – Cancun – Frankfurt - München
Nach dem Frühstück stand erstmal das große Fotoshooting auf dem Plan. Es wurden unser Reiseleiter Eduardo sowie der Fahrer Trinidad in die Mitte genommen und dann wurde das Erinnerungsfoto an die Gruppe geschossen. Adressen wurden ausgetauscht und Wehmut erfasst die Gruppe.
Mehrere Reisende hatten noch einen weiteren Badeaufenthalt gebucht, für uns hies es aber zurück nach Hause. Wir fuhren alle zusammen nach Cancun und dort trennten sich dann entgültig die Wege. Wir trennten uns schweren Herzens von den zwei liebgewonnen Pärchen, die noch weiter in Mexiko zum Baden verblieben.
Das Einchecken ging schnell von statten und wir bestiegen kurz darauf unsere Maschine, mit der wir zuerst nach Mexiko City flogen. Dort stiegen wir dann um, um Nonstop nach Frankfurt zu fliegen. Umsteigen Richtung München und dann, ab nach Hause.
Fazit:
Die Reise war ja die Erste dieser Art für uns und wir haben diesen Reisestil zu schätzen gelernt. Unser Reiseleiter Eduardo war von Anfang bis Ende bemüht, uns die Reise so schön wie möglich zu gestalten. Er verstand es, uns die Geschichte des Landes sehr einprägsam aber keinesfalls langweilig näher zu bringen. Die Reise an sich war trotz der knapp 3000 zurückgelegten Kilometer keineswegs stressig, sondern sehr gut organisiert und man hatte auch genügend Zeit, um sich auf eigene Faust umzusehen. Wir durften ein wunderschönes und interessantes Land kennenlernen und können uns vorstellen, wieder einmal hierhin zurück zu kommen. Der Norden des Landes ist für uns ja noch unbekanntes Terrain.
Ganz liebe Grüße auf diesem Weg an unsere neu gewonnenen Freunde aus Kassel und Passau, Ilona und Stefan sowie Andrea und Wolfgang.
- Reisetag, Valladolid – Cancun – Frankfurt - München
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- Reisetag, Merida – Celestun – Merida