wow, das scheint ja noch schlimmer, als befürchtet...
Cantú Peña
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Algen Playa del Carmen/Zerschossener Thread -
Algen Playa del Carmen/Zerschossener ThreadIch kenne Playa del Carmen, Tulum und weitere Orte an der Riviera Maya seit über 30 Jahren und habe zeitweise hier gelebt. Eine derartige Sargazo- Dichte habe ich noch nie erlebt, auch nicht im Frühjahr.
Vor 30 Jahren war PDC ein kleines Nest mit 5 Avenidas (von der Juárez bis zur Constituyentes) und schätzungsweise 20 calles. Tulum war ein Dorf, 4 km von der Küste entfernt. Am Strand: einfach ausgestattete Cabañas, kein Strom, ausser durch Solarenergie erzeugter. Keinerlei Massentourismus. Ich konnte seitdem zusehen, wie sich diese Stadt, die bis vor kurzem die am schnellsten wachsende in Lateinamerika war, sich in den Urwald hineinfrass. Gut, der Tourismus gibt den Leuten Arbeit, aber die Natur hat das Nachsehen. Deshalb war es für mich auch nur eine Frage der Zeit, bis eine Umweltkatastrophe ausbricht, wie jetzt der Sagrazo, der hier seit einem über einem Jahr pausenlos (mal mehr mal weniger) an die ehemals traumhaften Strände gespült wird. Ursache Überdüngung, kann sein, dass das mit der amerikanischen oder brasilianischen Landwitrschaft zu tun hat. Aber: hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wo die Abwässer die die inzwischen mehr als 100 000 Einwohner und die Vielzahl von Touristen produzieren, eigentlich hinfliessen? Die Resorts, die in den vergangenen 30 Jahren zwischen PdC, bzw. Tulum und Cancun entstanden sind, nicht mitgerechnet... Es ist ja auch schön für den Pauschalurlauber, wenn die Strandabschnitte der Hotels mitunter erfolgreich gesäubert werden. Das löst aber das Problem nicht. Und auch keine Netze im Meer. Wer badet es aus? Natürlich die Leute, die hier wohnen, insbesondere die Fischer, die es an dieser Küste immer noch gibt.
Ganz ehrlich: das Ganze ist ein Desaster, trägt aber vielleicht dazu bei, dass der Massentourimus und mit ihm der Touristen- Nap mit völlig überteuerten Preisen auf ein halbwegs verträgliches Mass reduziert und sich die Natur etwas erholt.