Wir waren im August 2010 zusammen mit Freunden im wundscherschönen Dolphin House (siehe Beitrag wober 888) - eigentlich also mitten zur "Regenzeit". Das Wetter war jedoch perfekt, viel Sonne, viele (angenehme) Wolken, wenig kurze Regenschauer, man kann diese "Nebensaison" auf Cebu also ohne weiteres buchen.
Jetzt kommt aber der Hammer: wir sind Nicht-Taucher (aber Voll-Schnorchler), und haben uns trotzdem 3 Wochen lang keinen Tag gelangweilt! Daher eine Empfehlung auch an Taucher-Begleiter: Einfach Brille, Schnorchel und Flossen mitnehmen (oder vor Ort ausleihen) und die Taucher bei ihren Ausflügen für wenig Geld (5-7 Euro pro Bootsfahrt) begleiten. Als Schnorchler sieht man schon unglaublich viel vom Riff, wer nicht gerade Haie "jagen" will, bekommt bei oft 20-30 Metern Sichttiefe schon enorm viel geboten. Außerdem: Direkt über Dolphin House lassen sich spannende Ausflüge ins Land buchen, je mehr Leute mit dabei sind, desto günstiger natürlich. Es gibt dort Strände, dort könnte man ohne weiteres Werbespots drehen – atemberaubend! Auch der Rest-Urwald ist ein Muss! Wer auf Cebu nur Pressluft atmet, verpasst eindeutig was.
Mir ist es angesichts der (mindestens) 4-Sterne-Qualität des Resorts nach europäischer Norm ein Rätsel, warum sich hier reiche Europäer über Preise mokieren, die sie zuhause als spottbillig empfinden würden (Achtung: Benzin und das Boot, mit dem Taucher geshuttelt werden, kosten hier das gleiche wie in Europa!). Im gleichen Atemzug wird dann die "Ausbeutung" der übrigens unglaublich zuvorkommenden, freundlichen und auch fachlich fitten philippinischen Mannschaft (immerhin ca. 35 Leute, die hier arbeiten) bemängelt; Leute: redet von mir aus mit der Bedienung, die Euch das Abendessen bringt, die Betten macht - aber sprecht auch mit dem Resortchef selbst. Es gibt zu allen Storys zwei Versionen, wie oft im Leben. Und wer die Bezahlung der Bediensteten aufbessern (und sein Gewissen beruhigen) möchte, den hindert niemand daran, jedem 100 Dollar Trinkgeld in die Hand zu drücken...
Was kann man sonst noch machen, außer Schnorcheln, hervorragend essen und sich einen Sonnenbrand nach dem anderen holen? Zum Beispiel Seekajak fahren (nein, Pescador Island ist eindeutig zu weit weg ;-), rüber zum White Beach laufen (200 Meter) und den Einheimischen dort falsche Haizähne abkaufen, sie mit seltsamen Sportarten wie Frisbee unterhalten oder von den Fischer-Jungen lernen, wie man nur mit Schnur und Haken angelt. Wasserfestes Schuhwerk, mindestens so was wie Gummisandeln (keine Klapperl!) sind Pflicht, die Artenvielfalt am Riff ist groß, selbst am Strand leben Schätze wie der Blauring-Oktopus(!), die sich zu wehren wissen.
Überhaupt: Leute, die Sachen nur mit den Händen betrachten können, haben hier nichts verloren; Baden ohne Hingucken ist kein wirklicher Spaß, wenn man so gar nicht weiß, was da unter einem los ist. Nicht nur, weil das alles zu bösen Unfällen führen kann, es stört auch die empfindliche Natur.
Naturschutz ist hier übrigens etwas, was gerade erst erfunden wird, Fischer fangen hier so ziemlich alles weg, was sich bewegt und eine gewisse Mindestgröße erreicht hat. Resortbesitzer liegen im Dauerstreit mit den Fischern deswegen - so langsam werden es aber mehr Fischbeobachter als Fischjäger, vielleicht hilft das ja. Wäre jedenfalls schade, wenn den "Urwald unter Wasser" das gleiche Schicksal ereilt wie den auf dem Land, hier sind inzwischen 95 Prozent abgeholzt.
Dolphin House ist eine klare Empfehlung das schönste und weitläufigste Resort dort weit und breit. Mit einigen Ausflügen ins Land wird der Urlaub zum perfekten 360-Grad-Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst!