Es geht auch anders. In unserer Firma haben schon vor 20 Jahren alle Mitarbeiter freiwillig - ohne Druck von "oben" - das Rauchen in den Büros eingestellt. Dann wurde nur noch im Ess-/Aufenthaltsraum geraucht, aber nachdem das den Nichtrauchern zuviel wurde, wurde (auch nicht von der Geschäftsleitung, sondern von einem Mitarbeitergremium aus Rauchern und Nichtrauchern) festgelegt, dass während der Mahlzeiten in diesem Raum nicht mehr geraucht wird. Die Raucher bekamen eine Raucherecke bei den Haustechnikern, darüber hinaus einen schönen Freiluftplatz mit Bänken und Sonnenschirm für die Sommermonate). Diese Regelung wurde von allen Rauchern klaglos akzeptiert.
Kaffeepausen stehen jedem zu und werden von der Geschäftsleitung unterstützt. Diese werden - je nachdem, wie es der Arbeitsanfall erlaubt - genutzt, von Rauchern genauso wie von Nichtrauchern. Darunter leidet weder der Service an unseren Gästen noch die Arbeitsmoral - im Gegenteil, diese gemeinsamen kleinen Pausen tragen wesentlich zur Verbesserung des Betriebsklimas bei. Jeder einzelne Mitarbeiter ist so verantwortungsbewusst, dass er keine Pausen zu Lasten der Kollegen oder Gäste macht. Und kein Mitarbeiter schaut auf die Uhr, ob der rauchende Kollege vielleicht mal 10 Minuten mehr Pause macht als er selber.
Und noch einmal zum Rauchen allgemein: Ich selber habe noch bis vor einigen Jahren geraucht, mein Vater ist schon immer starker Raucher, manche meiner Freunde auch. Es fiele mir nicht im Traum ein, meine Freunde oder besonders meinen über 70-jährigen Vater, wenn er mal zu Besuch kommt, jetzt auf einmal zum Rauchen auf den Balkon zu schicken. Da wird halt hinterher gründlich gelüftet und die Gardinen einmal mehr gewaschen - was soll's? Ist mir allemal lieber, als wenn bei einer geselligen Runde alle Nase lang jemand auf den Balkon verschwindet.