http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15490267,00.html?maca=de-rss-de-all-1119-rdf
Ein paar Auszüge:
Die Islamisten von Ennahda haben den Tunesiern einen Aufschwung ihrer stark angeschlagenen Wirtschaft versprochen, dazu gehört auch der Tourismus. Das Land kann es sich nicht leisten, auf Touristen zu verzichten, und schon gar nicht, sie zu vergraulen. Dennoch - Ennahda ist eine große Bewegung und darin gibt es auch Strömungen, die konservativer sind als die jetzige Führung. Und es gibt Hinweise darauf, dass es eine radikalere Basis gibt, die nach oben drängt, sagt Braune. Man müsse allerdings erst einmal schauen, wie sich das in den kommenden Monaten entwickele und welche langfristige Agenda die Partei verfolge.
Ennahda wird aber nicht alleine entscheiden können. Insgesamt sind für die neu gewählte verfassunggebende Versammlung 217 Sitze zu vergeben. Sie soll die Übergangsregierung bestimmen, ein Grundgesetz ausarbeiten und den Weg zu regulären Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im kommenden Jahr ebnen. Ennahda wird sich Bündnispartner aus den Reihen der säkularen Parteien suchen müssen, denn eine Mehrheit der Tunesier hat die Partei eben nicht gewählt. Erste Gespräche hat Ennahda bereits geführt, und Parteien wie die sozialdemokratische "Ettakatol" haben bereits durchblicken lassen, dass sie sich ein Bündnis vorstellen könnten. Ennahdas Partner, so Braune, werden bei der institutionellen Ausgestaltung der Spielregeln außerdem sehr stark darauf drängen, Sicherheitsmechanismen einzubauen, damit Ennahda nicht einfach im Durchmarsch ihr Programm durchsetzen könne.
Man sollte nicht jetzt schon alles schwarz sehen, sondern erst einmal ein paar Wochen verstreichen lassen und dann sehen wir...welchen Weg Ennahda gehen will.



