Eine ca. 3-4stündige Nahrungskarenz hinterlässt normalerweise keine bleibenden gesundheitliche Schäden. Bei der Vielzahl der Passagiere ist es nicht mehr als ein logistischer Lapsus, wenn die Bordverpflegung hin und wieder den religiösen, weltanschaulichen oder gesundheitlichen Ansprüchen nicht genügt.
Zudem wird häufig vergessen, dass die erste Aufgabe der Flugbegleiter die Sicherheit an Bord ist, sie sind mitnichten eine Art Etagenkellner der Lüfte.
Es ist m. E. auch ein wenig viel verlangt, etwa 250 Kissen und Decken bereitzuhalten und für jede Weltreligion oder Ernährungsweise das passende Spezialmenü parat zu halten. Etwa 6-8 % der Bevölkerung sind Diabetiker, das ergibt auf einen voll besetzten Ferienflieger immerhin etwa 10-20 Betroffene - von denen jeder weiß, was und wieviel er essen darf, no problem.
Bin ich Vegetarier, Veganer oder aus welchen Gründen auch immer in der Auswahl meiner Nahrungsmittel eingeschränkt, ist etwas Improvisation immer gut, notfalls die eigene Stulle im Bordgepäck.
Air Berlin hat sich organisatorisch in diesem Fall nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das ist aber kein Grund, deshalb die ganze Airline zu diskreditieren. Die Rundum-Sorglos-Vollkasko-Mentalität wird auch in anderen Lebensbereichen (endlich) zu Grabe getragen...