Als Deutsche im Urlaub fühle ich mich sauwohl!
Wohin ich auch gekommen bin, NIE hatte ich deswegen Probleme, im Gegenteil!!!
Drauf gekommen bin ich übrigens ausgerechnet in Japan. Die Japaner sind ja sowieso sehr höflich, aber immer wenn ich auf Japanisch (das hatte ich mir aus einem Buch rausgeschrieben und auswendig gelernt) gesagt hatte, dass ich aus Dtl. komme, waren die Leute, egal wie alt, wie ausgewechselt! Jeder wollte mir etwas Gutes tun, obwohl die Sprachbarriere natürlich dazwischen stand (fast nur jüngere Japaner sprechen Englisch).
Desgleichen in Südkorea. Der Grund: in beiden Ländern sind amerikanische GIs stationiert, die ein ausnehmend schlechtes Image haben. Die Atombomben, die Besetzung (so wird das empfunden). Auch auf Koreanisch hatte ich meinen Standardsatz gelernt : ich bin Deutsche. Von Nietzsche und Kant bis Mercedes über Ballack und Oliver Kahn, jeder wollte beweisen, wie gut er mit Deutschland vertraut ist. In meinem Seouler Hotel war als einziger englischsprachiger Sender AFN eingespeichert, grauenvoll. Ununterbrochen wurden so eine Art Werbespots ausgestrahlt, dass sich die GIs in der Öffentlichkeit benehmen sollen, sich nicht besaufen sollen usw. Antiamerikanische Demonstrationen , besonders in Seoul, runden das Bild ab.
Im vergangenen Jahr war ich u.a. in der Altstadt von Quito, wohin sich offenbar nur wenige Touristen verirren, wenn überhaupt, dann in die alten, prächtigen Kirchen. Ich spaziere also durch die Gassen, als ein Mann laut ruft : Ah, una gringa! ich wußte natürlich, was das zu bedeuten hatte. Seelenruhig fragte ich ihn mit meinem sehr löchrigen Spanisch: Que cosa e una gringa? (Was ist eine Gringa?) Yo soy Alemana (Ich bin Deutsche). Schlagartig änderte sich seine Haltung mir gegenüber und auch die Umstehenden lächelten mir plötzlich zu. In den folgenden Tagen war ich dann öfter dort (in der Altstadt) essen, da man für einen USD ein 3-Gänge-Menü, das noch dazu sehr gut schmeckte bekam. Es hatte sich offenbar herumgesprochen, wer ich war, denn immer begrüßte mich wohlwollendes Lächeln oder ich wurde sogar gegrüßt!
Im Nahen Osten genießt man als Deutsche sowieso allerhöchstes Ansehen!!! Das habe ich gerade wieder im Iran erlebt! Wahnsinn!!!Und wieder waren Oliver Kahn, Ballack und Mercedes, aber auch Schenker (Spedition) unsere Markenzeichen. In Mesched (an der turkmenischen Grenze) traf ich z.B. einen älteren Herrn (im Rentenalter), der 35 Jahre lang für Schenker gefahren ist. Na, er und seine Familie waren doch kurz davor, mich zu adoptieren!
Ja, und in den USA und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowieso, da aus beiden (wenn ich die SU mal als ein Land ansehe) Ländern zahllose junge Männer ihren Militärdienst in einem der beiden ehemaligen Deutschlands geleistet haben. So gut wie bei uns ging es denen doch nirgendwo! Wurde mir immer wieder bestätigt.
So könnte ich hier fortfahren, aber für einen Roman fehlt mir die Zeit.
Ich habe mir jedenfalls letztes Jahr in Cusco/Peru so eine kleine deutsche Flagge gekauft (doppelte Briefmarkengröße etwa), die ich mir auf den Rucksack nähen werde.
Ich muß allerdings sagen, man hat die schönsten Erlebnisse oft nur dann, wenn man sich auf die Menschen im Urlaubsort einläßt und mit ihnen redet (auch wenn man die Sprache nicht kann wird der Versuch honoriert).
Mir wurde schon so oft geholfen vor Ort, manchmal kann ich den Gedanken kaum verkraften, dass ich die meisten Menschen nie wiedersehe.
Eigenartig: trifft man im Ausland auf Deutsche, wollen sie kaum etwas mit ihren Landsleuten zu tun haben. Trifft übrigens auch auf Österreicher zu habe ich festgestellt.
Laßt es Euch trotzdem gutgehen! Vielleicht sieht man sich mal!