Ausfüge in der Umgebung von Candidasa
Man sollte vorausschicken, dass ein Fahrzeug (Auto oder Motorrad) notwendig ist, um alles bequem zu erreichen, denn so klein ist die Insel nicht. Mit den Bemo´s (Mini-Linienbusse) ist es sich so eine Sache: Sie fahren sehr langsam, halten ständig und ab 18.00 Uhr ist Schluss mit lustig, dann wird der Fahrbetrieb eingestellt.
Alle Entfernungen beziehen sich nun auf die Benutzung eines Autos :
Ca. 5 Minuten entfernt liegt das alte Aga-Dorf Tengganan. Es ist oft recht touristisch überlaufen, aber trotzdem unbedingt sehenswert. Vor allem, wenn man dieses historische Dorf durchschreitet und in den Dschungel kommt, ist es eine Offenbarung. Von Überall her kommen hin und wieder Menschen aus kleinen Pfaden, die ein Europäer erst gar nicht wahrnehmen würde und die Geräuschkulisse der Natur ist unbeschreiblich. Die Stimmen des Urwalds sind mit nichts zu vergleichen. Und wenn man noch das Glück hat, zur Zeit eines Festes dort zu sein, Glückwunsch! Unbedingt danach fragen.
Etwa 15 Min. entfernt liegt der sogenannte „White Sand Beach“ von Bugbug oder auch Perasi. Unberührt, ohne Hotels und nur einige kleine Strandrestaurants) für die -wenn überhaupt- sehr spärlich vorhandenen Touristen, die sich manchmal dorthin verirren. Gut so! Normalerweise sind wir quasi allein an diesem ca. 1,2 Km langen Traumstrand. Ohne ortskundigen Führer ist die Chance, ihn zu finden, fast null. Ortskundige Fahrer gibt es allerdings in Candidasa alle 20 Meter. Einen wirklich guten Fahrer zu finden, der die schönen Strecken abseits der Touri-Pfade kennt und nutzt, ist allerdings nicht so einfach. Wir hatten das Glück, vor Jahren einen zu finden, der uns all das gezeigt hat und auch heute noch zeigt, was man sehen und erleben muss. Das ursprüngliche, schöne Bali. Einfach im Hotel zu organisieren.
Der „White Sand Beach“ bietet sich nicht nur zum relaxen an, es ist auch ein ausgezeichnetes Schnorchelrevier. Schnorcheln kann man allerdings auch am Anom Beach in Sengkidu, direkt vor der Tür. Erstklassig wie der Besuch eines Aquazoos.
Weiter geht es Richtung Amlapura, der Hauptstadt der Provinz Karangasem, nach Ujung. Dort steht der berühmte, mittlerweile auch sehr schön renovierte Wasserpalast des letzten Fürsten. Muss man sich ansehen! Die Fahrzeit beträgt etwa 20 Min. Hat man sich den Palast mit seinen Gärten und Reisfeldern angesehen, fährt man ein Stück zurück, Richtung Candidasa und macht eine Pause an einer extrem versteckt gelegenen Quelle. Mitten in den Reisfeldern befindet sich eine Süßwasserquelle, die ausschließlich von Einheimischen genutzt wird und dermaßen versteckt liegt, dass unsereins sie nie finden könnte. Ein natürlicher, kristallklarer Natur-Pool. Die Einheimischen sind sehr nett, freundlich und neugierig. Trauen sich aber nur selten, einen Touristen anzusprechen.
Eine Tagestour besonderer Güte ist die Fahrt über die alte Straße (heute gut in Schuss und sehr wenig befahren) von Amlapura nach Amed. Unberührtes Bali. Trocken, arm aber nicht unglücklich, leben die Menschen dort fast wie im Mittelalter. Auf 1000 Einwohner kommen ein Fernseher und 3 Radios. Hier heißt es : Der Weg ist das Ziel! Die Landschaft ist unbeschreiblich und der Blick bis nach Lombok nicht zu toppen.
Doch auch das Ziel ist phantastisch. Eine Reihe Buchten, später mit kleineren Hotels, Fischerboote ohne Ende und glattes, zum Schnorcheln bestens geeignetes Wasser. Dort befinden sich auch eine Reihe guter Tauchbasen (Padi & CMAS), da sich das vorgelagerte Riff geradezu aufdrängt betaucht zu werden.
Ein Stück weiter befindet sich der Ort „Tulamben“, der ausschließlich für Taucher interessant ist. Dort gibt es keine Sandstrände, nur Steine und Felsen und kaum Infrastruktur außer den verstreuten, meist leeren Hotels, doch ein versunkenes US-Kriegsschiff, ein sog. Liberty-Schiff aus dem 2. Weltkrieg, bietet einen lohnenden Tauchtag.
Sein Mittagessen nimmt man z.B. in Amed, im Hotel „Hidden Paradise“ ein. Gute Küche, freundlicher Service, ein Sprung in den Pool... so sollte man urlauben! Den gesamten Urlaub dort zu verbringen ist jedoch nicht empfehlenswert, da man außer in den wenigen kleinen Hotels und spärlichen, sehr einfachen Lokalen absolut nichts unternehmen kann. Es gibt eigentlich keine Infrastruktur, die man sich als Urlauber schon mal für den Abend wünscht. Auch sind die sehenswerten, inländischen Ausflugsziele nur wieder über Candidasa zu erreichen, da es nur die eine Hauptstraße gibt.
Also fahren wir wieder zurück, aber diesmal eine andere Strecke. Über „Tirta Gangga“, das ehemalige Schwimmbad der Fürsten von Karangasem. Bergauf und Bergab durch die schönste Natur, die beeindruckendsten Reisterrassen Balis. (Diese liegen nicht bei Ubud, sondern dort, in Ost-Bali.)
So ist man am frühen Abend wieder in Candidasa.
Man muss natürlich nicht zwingend jeden Abend im Hotel essen und auch mal etwas anderes sehen. In Candidasa erwarten den hungrigen und durstigen Urlauber ein gutes Duzend Restaurants und Bars. Teils mit Lifemusik, teils sehr ruhig. Uns gefallen die Restaurants „Pandan“ und „TJ`s Watergarden“ sehr gut. Im „Pandan“ sitzt man sehr schön am Wasser, heimelig mit guter Musik berieselt und ausgezeichneter Küche.
Die kleinen Warungs sind auch nicht zu verachten und bieten teilweise etwas ausgefallenere. Einheimische Speisen.
30 Min. entfernt liegt die kleine Stadt Semarapura, auch Klungkung, benannt nach der gleichnamigen Provinz. Dort befindet sich ein riesiger Textilmarkt und der Wochenmarkt der Einheimischen. Da es dort keine Hotels gibt, sind Urlauber nur Durchreisende. Die Märkte und den historischen Gerichtstempel muss man aber unbedingt gesehen haben. Dort, in Klungkung, kann man auch, wenn nötig, mit seiner EC-Karte Rupien ziehen. (BCA- Bank Central Asia, neben dem Markteingang an der Hauptstraße)
Die Ausflüge in die Berge von Bedogul sind ein MUSS. Einfach hinfahren und in eine völlig andere balinesische Welt eintauchen. Lake Batur, Lake Bujan, Lake Bratan mit seinem Wassertempel...
Sparen kann man sich u.E. den Besuch des Besakih-Tempels. Er ist überlaufen, schmutzig und die Heerscharen von sog. Tour-Guides sind mehr als lästig. Als schön kann man den bedeutendsten Tempel der Insel ganz bestimmt nicht beschreiben, höchstens die Lage und die Sicht bei klarem Wetter.
Der Tempel „Taman Ajun“ dagegen ist weitaus schöner und lohnt einen Besuch, vielleicht in Verbindung mit einem Trip nach Mas (Möbel) oder Ubud, der Künstlerstadt.
Gruß
Hendrik