Seit 1997 war ich jedes Jahr in Bulgarien und es gibt so viele schöne Erlebnisse, dass es schwierig wird, sich an alles zu erinnern.
Im September 2004 war ich mit einer Freundin in Primorsko im Urlaub. Dort haben wir in dem kleinen Hotel ein Pärchen kennengelernt. Der Kontakt hat sich bis heute gehalten. In dieser Frau habe ich eine Seelenverwandte gefunden. Das Lustige daran ist, dass unsere Elternhäuser nur 50 km entfernt stehen und wir uns heute noch entweder in Jena oder Erfurt besuchen.
Ein sehr schönes Erlebnis ist mir noch in Erinnerung. Ich habe im Mai im Jahr 2000 in Nessebar in der Altstadt privat gewohnt. Morgens bin ich gegen 5:30 Uhr aufgewacht und habe allein die Halbinsel erkundet. Es war außer mir, einer schwarzen Katze und den Möwen niemand wach. Alles war so friedlich und schön. Die Wellen, die Seeluft und die Sonne, die langsam aufging.
Und dann natürlich die selbst organisierten Reisen durch Bulgarien von Burgas nach Sofia, die Weinbaugebiete von Karnobat, die Rosenfelder und das Grabmal von Kazanlak, die verwunschenen Klöster von Batschkovo, die Festung von Veliki Tarnovo, das außergewöhnliche Museum von Etara, der Tag im Vitoscha Nationalpark, der wunderschöne botanische Garten von Baltschik, das Kap Kaliakra, Sandanski und die Weinstadt Melnik mit den urigen Sandsteinformationen. Mein erster Moscheebesuch in Plovdiv sowie eine Tour, um verschiedene Kirchen und Weingüter kennen zu lernen. Sonnige Herbsttag in Sozopol in einem Straßencafe in Sozopol. Mein erster Besuch in einem Open Air Kino in Primorkso. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Dann gibt es noch viele kleine Erlebnisse. Ich saß mit einer Freundin im Restaurant und wir wollten gerade zahlen, da kamen auf einmal noch 2 Getränke, die wir gar nicht bestellt hatten.
Auf unsere Frage, ob es sich um einen Irrtum handele, meinte sie, dass uns die Gruppe Bulgaren vom Nachbartisch eingeladen hätte. So sind wir mit diesen netten Menschen ins Gespräch gekommen und ich konnte meine gerade erworbenen Bulgarischkenntnisse gleich anwenden. Sie waren sehr gerührt, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, sich mit ihrer Sprache zu beschäftigen.
Seit 2 Jahren habe ich endlich eine Unterkunft gefunden bei einer deutsch-bulgarischen Familie, die fast zu meinem zweiten Zuhause geworden ist.
Dieses Jahr wird es leider nichts mit Bulgarien. Ich habe einen Saisonvertrag im Ausland angenommen und werde erst ab Mitte November selbst wieder reisen können. Mir blutet das Herz, denn ich sehne mich nach meiner zweiten Heimat und würde sofort meinen Koffer packen.