Hallo Andrea,
wenn ein Tourist aus Indonesien über Deutschland liest, was findet er möglicherweise heraus, wenn er sich mal so quer durchs Internet liest? Hier streiken permanent die Piloten und die Bahn, sodass man nicht vom Fleck kommt, Deutschland ist ausländerfeindlich, sodass Ausländer auf offener Straße angepöbelt werden oder ihre Häuser abgebrannt werden, in Thüringen kommen gerade wieder die Kommunisten an die Macht, das Wetter ist besonders im November extrem schlecht, es gibt im November schon überraschend Schnee, sodass nichts mehr geht auf den Autobahnen oder es gibt in Deutschland Hochwasser, das ganze Landstriche überschwemmt, in Deutschland muss man Angst vor Terroranschlägen haben...
Hättest du ihm abgeraten nach Deutschland zu kommen - oder was hättest du dazu gesagt?
Ich war vor genau einem Jahr in Indien. Eine Menge Menschen haben sich um mich Sorgen gemacht wegen der Vergewaltigungen, wegen der hygienischen Verhältnisse, der Armut, der Kriminalität. Zudem gab es in der Zeit, als ich dort war, einige Unglücke dort, sodass ich per Mail gefragt wurde, ob es mir gut geht. Ja, mir ging es gut, die ganzen drei Wochen lang!
Natürlich kann dir etwas passieren auf Lombok, aber wie wahrscheinlich ist es?
Als ich vor einigen Jahren auf Lombok war, war das einzig Nervige, dass ich gelegentlich (auch mal etwas penetrant) angequatscht wurde um mich zu einem Geschäft (Ausflug, Restaurantbesuch etc.) zu bewegen. Ein leichtes Erdbeben, von dem mir dann erzählt wurde, habe ich auf meiner Liege am Pool verpennt und gedacht, es sei jemand an meine Liege gestoßen. Dem gegenüber standen lustige und nette Begegnungen wie ein paar Jungs, die mich bei einem Bier mit Karaoke besungen haben und mich dann auf dem Moped zum Hotel gebracht haben, ein entspannter Schnorchelausflug, eine sehr nette Begegnung mit einer anderen allein reisenden Frau, überwiegend tolles Wetter und eine 2010 noch sehr ursprüngliche und vielfältige Insel.
Muslime? Ja, auf Bali hat man exotische Tempel, die gibt es kaum auf Lombok. Mir sind offene, freundliche Menschen begegnet, manchmal fuhren wir an einer Moschee vorbei oder hörten aus der Ferne einen Muezzin, ab und zu trug eine Frau ein Kopftuch, das war's.
Mach dir keine zu großen Sorgen!