Hallo hier ein aktueller Go-Reisebericht Sommerferien 2023 aus L'Escala, Spanien.
Der Elternabend in Berlin war sehr gut und beruhigend. Die 14 Tage enttäuschende Realität meines Kindes vor Ort hat uns sprachlos gemacht.
Erst mal das Positive: da gibt es leider nichts! Vielleicht die SNEP Party
Das Willkommens-Frühstück waren die Reste der abreisenden Jugendgruppen.
Wir haben die Lodge gebucht. In der Hoffnung, dass es etwas komfortabler als ein Zelt ist. Leider waren das sehr enge Bretterbuden mit Stockbetten ohne Leitern, teilweise mit Glaseinsätzen in den Türen. So dass die Mädchen sie mit Handtüchern für ein wenig Privatsphäre verhängen mussten. Die Matratzen waren fleckig und alt. Der Kühlschrank alt und sehr laut. Die Tür der Lodge meiner Tochter war am ersten Tag direkt nicht abschließbar und ging in der Nacht durch Luftzug immer wieder auf. Den Teamern war dieser Umstand wohl schon von vorherigen Gruppen bekannt gewesen und sie reagierten mit Untätigkeit darauf. D.h. die ganzen 14 Tage konnte, wer wollte, wann immer er/ sie wollte reingehen und sich Sachen mitnehmen. Die Sanitäranlagen sind sehr weit vom Go Camp entfern, waren immer schmutzig, unhygienisch und das Klopapier wurde an die Jugendlichen rationiert herausgegeben. Die Duschen hatten keinen Druck und das Wasser konnte nicht eingestellt werden.
Beim Elternabend wurden die wunderbaren Aktivitäten vor Ort angepriesen, die defacto teilweise mit weiteren Kosten verbunden waren und unliebsam und mehr schlecht als recht organisiert und durchgeführt wurden. Die jungen Teamer:innen waren überfordert, nicht gut vorbereitet, teilweise sehr unfreundlich oder uninteressiert. Es gibt kein Internet auf dem Gelände. Hotspots gibt es an wenigen Stellen auf der Promenade. Zum nahgelegenen Strand durfte man erst ab 13 Uhr und nur in Begleitung der Teamer:innen. Täglich um 23h trafen sich die Jugendlichen mit Ihren Bezugsteamern zu Pflichtmeetings. Das Essen ist entweder ungenießbar, verkocht, schimmeliges Obst oder einfach zu wenig für alle.
Die SNEP Party war mitten im Nirgendwo, wo die Jugendlichen (14-19Jahre) aus allen Go Camps mit dem Bus hingefahren wurden. Meine Tochter fand diese sehr cool, weil die Stimmung und die Musik gut waren. Man konnte neue Leute kennenlernen und sich auch über die Camps austauschen. Sie meinte, dass es kein Problem war an Alkohol an der Bar oder Drogen auf dem Gelände zu kommen. Genauso verhielt es sich auf dem Go Camp. Drogen und harter Alkohol waren in den unbeaufsichtigten Nachtstunden sehr einfach zu bekommen und wurden teilweise kostenlos miderjährigen Mädchen angeboten. Auch in Gegenwart der Teamper:innen haben sich Jugendlichen betrunken oder waren offensichtlich High ohne Konsequenzen zu bekommen.
Den Teamern ist untersagt, Pflaster rauszugeben, für kranke Kinder/ Jugendliche Medikamente aus der Apotheke zu besorgen, ob sie laufen konnten oder nicht. Der Arzt vor Ort ist privat von den Jugendlichen selber zu bezahlen und gibt lt. Teamleitung auch nur Ibuprofen bei Erkältungen heraus. Meine Tochter und zwei andere in ihrer Lodge sind Anfang der 2 Woche sehr stark erkrankt mit Schüttelfrost und Fieber. Erst nachdem wir uns eingeschaltet haben, sorgte die Campleitung für eine regelmäßige und entsprechende Betreuung. Lt. Campleitung ging wohl schon seit Wochen irgendein Virus im Camp herum. Meine Tochter und ihre kranken Freundinnen haben nie einen warmen Tee bekommen. Das mindeste, was man bei Erkältung erwarten könnte. Zudem wurden sie angehalten in Ihrem Zustand "Spülspaß"-Abwasch- zu machen.
Beim letzten Meeting gibt jeder Jugendliche seine Beichte ab, was er/ sie schlimmes bzw. verbotenes getan haben ( psychische, physische Gewalt, Diebstahl, Sex, Drogen, Alkohol,etc.) sind keine Ausnahme!
Die chaotische Organisation vor Ort war bei der Ausflugsplanung und Abfahrt sogar für die Jugendlichen komplett nicht nachvollziehbar und teilweise fahrlässig.
Sie mussten am Letzten Tag schon um 9 Uhr aus der Lodge ausziehen, damit die nächste Reisegruppe einziehen konnte. Meine Tochter war schockiert, da die neuen Jugendlichen in die Lodge einzogen, ohne dass diese vorher gereinigt wurden.
Alle Jugendlichen mussten den Tag auf dem Camp-Gelände oder Außerhalb verbringen. Es gab keinen Sonnenschutz, wo sie sich hätten aufhalten können. Deshalb bauten sie sich für die 10 Stunden Wartezeit ein Schattenplatz aus Biertischen/ Bänken und Handtüchern. Der Wasserparkausflug wurde auf den Abreisetag gelegt. Die Jugendlichen, die diesen gebucht hatten, mussten zum Teil direkt nachdem Ausflug in den Reisebus nach hause steigen. Einige Jugendliche haben erste 5 Minuten vor Abfahrt Bescheid bekommen, dass sie gleich zum Bus gehen müssen. Ein Jugendlicher wurde in einen falschen Bus eingeteilt und hatte eine 5 Stunden längere Rückfahrt.
Es gibt wohl auch Go Camps, die ganz toll sein sollen. Aber es sollte doch bei Jugendreisen eines großen Anbieters überall der gleiche Standard angeboten werden. Vorzugsweise eine gut organisierte, gesunde und bereichernde Umgebung für Jugendliche, die die erste große Reise machen möchten. Mein Fazit, NIE wieder Go-Reisen egal wohin!!!!
KB39
@KB39
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Kennt jemand GO Jugendreisen