Keine Flüge mehr von Köln nach Rio
VON LUTZ FEIERABEND UND MATTHIAS PESCH, 20.04.07, 22:01h
Köln / Rio - Das Aus kommt nach nur einem halben Jahr: Die brasilianische Fluggesellschaft „Bra“ fliegt ab sofort nicht mehr von Köln / Bonn nach Rio de Janeiro. Der Kölner Reiseveranstalter „koelnrio travel“ hat seinen Kunden am Freitag mitgeteilt, dass schon der nächste Flug am Sonntag ausfallen wird. Alle Flugbestätigungen verlören ihre Gültigkeit. Betroffen sind rund 150 Passagiere. In Brasilien befinden noch etwa 300 Personen, die mit „Bra“ geflogen sind. Die Gesellschaft versicherte, dass für einen Rücktransport gesorgt werde.
Die Flüge der Airline boten seit Aufnahme des Flugbetriebs im Oktober 2006 immer wieder Anlass für Ärger bei den Passagieren, die sich über massive Verspätungen beklagten. Zuletzt hatten im März rund 200 Passagiere in Rio 50 Stunden auf ihren Rückflug nach Köln gewartet. Grund für die Einstellung des Flugbetriebs ist nach Angaben des Kölner Reiseveranstalters ein seit längerem andauernder Streit mit der Fluggesellschaft. Zum einen sei man mit der Zuverlässigkeit der Airline unzufrieden gewesen, so „koelnrio travel“-Geschäftsführer Armin Truger. Zum anderen habe die Gesellschaft Änderungen an Flugplänen und Zahlungsmodellen vornehmen wollen, „die wir nicht mittragen konnten“. Daraufhin habe „Bra“ den Flugbetrieb eingestellt.
Truger („Man ist mit uns nach Gutsherrenart verfahren“) bedauert das Ende des Flugbetriebs außerordentlich. „Das Projekt ist sehr positiv angenommen worden“, so der Geschäftsführer. Was die Einstellung für seine Firma bedeute, dazu wollte sich Truger („Wir sind in einer sehr prekären Situation“) noch nicht äußern. „Wir müssen uns erst mal um die Kunden kümmern.“ Fluggäste, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, können ihre Forderungen schriftlich an „koelnrio travel“ schicken (Hohe Straße 85-87, 50667 Köln).
Auch Flughafen-Chef Michael Garvens hätte sich eine Fortsetzung gewünscht: „Das Marktpotenzial war offenkundig da, aber die vielen operativen Unzulänglichkeiten der Airline waren nicht zu übersehen.“