Für das Doppelzimmer mit Vollpension auf Frégate Island bezahlt das Ehepaar 1200 Euro - und zwar pro Nacht und pro Person. Der Hubschraubertransfer vom Flughafen Mahé zu der kleinen Seychellen-Insel schlägt mit weiteren 1746 Euro zu Buche. Was viele Menschen in einem ganzen Monat verdienen, geben andere binnen 24 Stunden im Urlaub oder während eines kurzen Helikopterfluges aus.
So sieht dann wohl der Traumurlaub aus 
Luxusreisen seien ein «Wachstumsmarkt der Zukunft», der schon heute boomt, urteilt der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin. Dies habe mit der sich änderten Bevölkerungsstruktur zu tun, sagt DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch: Viele Singles und «Best Ager» genannte Ältere verfügten über «umfangreiche finanzielle Mittel, die sie gerne auch für Reisen ausgeben». Das Luxusreisen-Angebot dürfte daher «noch vielfältiger und spezieller den Kundenbedürfnissen angepasst werden».
Die großen Reiseveranstalter sehen das genauso - und keiner will den Trend an sich vorbeiziehen lassen. Gemessen an der Gesamtzahl der Reisenden, geht es zwar weiter um eher kleine Kundenkreise. Aber die Zeiten, in denen allein die TUI-Nobelmarke Airtours und einige Spezialisten Luxuskataloge in die Reisebüros brachten, sind vorbei. Insbesondere Dertour und Thomas Cook Reisen versuchen aufzuholen. Von «Gedränge in der Beletage» sprach angesichts der neuen Angebote schon das in Hochheim (Hessen) erscheinende Magazin «Touristik aktuell».
Dertour zum Beispiel startete im Sommer 2006 mit 52 Hotels sein «Deluxe»-Programm. Für den Sommer 2007 sind es schon 129 Hotels in 31 Ländern, und im Winter 2007/08 sollen es erneut mehr werden. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung», sagt Günter Rücker, der als Fernreisenchef auch das «Deluxe»-Programm verantwortet.
Geprüft werde nun auch die Aufnahme von Privatrundreisen mit eigenem Chauffeur und Reisen mit Luxusschiffen und -zügen. Zudem sollen die Fernreisen vom Europa-Angebot getrennt und zwei «Deluxe»- Kataloge produziert werden. Denn die demographische Entwicklung, viele Doppelverdiener und die «Erben-Generation» werden auch nach Dertour-Ansicht dazu führen, «dass die Nachfrage in den kommenden 10 bis 15 Jahren steigen wird».
Während Dertour bereits das vierte Mal an Luxuskatalogen arbeitet, wird bei Thomas Cook Reisen erst das zweite Mal am Programm «Exklusiv Genießen Selection» gefeilt. Das Angebot ist zum Sommer 2007 erstmals buchbar, zur Auswahl stehen 61 Hotels vor allem in Afrika, Südeuropa und Asien sowie 7 Rundreisen. Für TCR-Chefin Gisela Sökeland steht schon fest: «Wir bauen aus.» Schließlich gebe es etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland, deren Haushaltsnettoeinkommen mindestens 5000 Euro monatlich beträgt - und die suchten passende Reiseangebote.
Der bisherige «Platzhirsch» Airtours soll also unter Druck geraten. Mit zehn Katalogen für den Sommer 2007 ist das Angebot der TUI-Marke allerdings weiterhin deutlich umfangreicher als bei den Konkurrenten. Und TUI-Managerin Kirsten Feld-Türkis, die für Airtours zuständig ist, sagte bei der Programmvorstellung in Hamburg, dass der Anspruch bleibe, die Top-Adresse für Luxusreisen in Deutschland zu sein. Das bedeute aber mehr, als «Gelbe Seiten der Luxushotellerie» in die Reisebüros zu bringen: «Für Luxusreisende spielen exklusive Erlebnisse eine große Rolle, etwa bei Privatsafaris in Afrika». Auch für solche Wünsche sollen die Kataloge daher vieles zu bieten haben.
In die Nähe von Airtours rücken auch die drei neuen «Premium»-Kataloge der TUI Deutschland - also gewissermaßen Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Es gebe jedoch eine genaue Trennlinie zwischen den Programmen, sagt Feld-Türkis: «TUI-Premium» solle Kunden ansprechen, die Veranstalterreisen schon kennen, in den Katalogen aber nach etwas Besonderem suchen. Airtours dagegen sei für Urlauber gedacht, die echten Luxus suchen und denen herkömmliche Pauschalreisen fremd sind.
Die Ansprüche von Luxuskunden sind dabei sehr verschieden: «Viele bleiben fünf bis sechs Nächte und kombinieren die Hotelangebote aus unserem Katalog mit anderen Reisebausteinen», sagt Gisela Sökeland. «Es gibt Kunden, bei denen es keine Rolle spielt, ob sie die Nacht im Hotel 2400 oder 2600 Euro kostet», sagt Günter Rücker von Dertour. «Andere wollen sich einmal im Leben etwas ganz Besonderes gönnen, etwa zur Goldenen Hochzeit.» Und wieder andere verbringen gleich 14 Tage mit der ganzen Familie in einem Luxushotel etwa auf den Malediven «und bringen dabei auch das eigene Kindermädchen mit».
In jedem Fall sind die Kundenansprüche sehr hoch: «Man muss sich da richtig ins Zeug legen», sagt Rücker. Eine eigene Abteilung im Haus sorge dafür, dass spezielle Wünsche nicht unverbindlich bleiben, «sondern garantiert funktionieren und den Gästen schnell bestätigt werden». Auch bei Thomas Cook Reisen gibt es eine solche Abteilung, denn der Kunde wolle keine Zeit mit Organisatorischem verlieren, wenn er am Ziel angekommen ist, so Sökeland: «Es muss dann alles klappen.»
@julie
wie Marco bereits gepostet hat das doch nichts mit Neid zu tun. Die meisten Leute posten doch, dass Sie ihr schwer verdientes Geld nicht für den Flug ausgeben möchten.
Aber hier geht es ja darum, wenn es keine Rolle spielt, wenn es im Überfluss vorhanden ist, wenn Papa nicht weiß wohin damit 
Da würde doch jeder First fliegen, first essen, first wohnen, first schlafen.
Mein Hubschrauberlandeplatz kann heute leider nicht genutzt werden, da Sturm angesagt
