Fortsetzung...
Mallorca und seine (Küsten-)Ferienorte - 2. Teil:
Can Picafort
Der Ort Can Picafort liegt im Norden Mallorcas an der Bucht von Alcudia ca. 60 km von Palma entfernt. Auf dem ersten Blick erscheint Can Picafort nicht gerade als Schönheit, der Ort ist ein reiner Touristenort und durchquert man den Ort nur auf der Hauptstraße, wirkt er wenig einladend. Aber die Bucht von Alcudia besticht vor allen Dingen durch ihren herrlich langen und weißen Sandstrand und je weiter man sich in Richtung Strand bewegt, umso mehr "mausert" sich der Ort. Insebsondere für Familien mit Kindern eignet sich der Strand hervorragend, da der Strand sehr flach in's Wasser abfällt und im Wasser z. T. noch Sandbänke vorgelagert sind. Can Picafort besitzt eine breite Strandpromenade mit reichlich Bars und Geschäften. Zwischen Can Picafort und Alcudia befindet sich das Naturschutzgebiet S'Albufera - insbesondere bei untergehender Sonne einen Besuch wert. Die Busverbindungen in Can Picafort sind gut und die Busse pendeln regelmäßig. Fazit: Zwar kein Highlight an mallorquinischem Charme, aber dennoch ein Urlaubsort für diejenigen, die eine gute touristische Infrastruktur ohne Partymeile wünschen und lange Sandstrände kleineren Felsbuchten bevorzugen. Sehr geeignet für Familien und für Badeurlauber. Ein Mietwagen ist aufgrund der guten Busanbindung nicht zwingend empfehlenswert.
Alcudia/Port Alcudia:
Hier muß man ein wenig unterscheiden. Die Stadt Alcudia hat nicht viel (außer dem Namen) mit der Hotelmeile am Strand gemein. Alcudia-Stadt liegt nicht unmittelbar am Meer und verfügt über eine sehr sehenswerte Altstadt, in der man viele Spuren der einst maurischen Herrschaft findet. Ein Bummel durch die Gassen und über den Markt sollte man sich nicht entgehen lassen - auch das ein oder andere hervorragende Restaurant lässt sich hier entdecken. In Port Alcudia findet man eine schöne Promenade mit zahlreichen Restaurants und kleinen Geschäften, sowie einen Yacht- als auch einen Handelhafen, von wo aus auch eine Fähre nach Menorca pendelt. Hier in Port Alcudia findet man ebenfalls Möglichkeiten, dem Nachleben in einigen Diskotheken nachzugehen. Die beiden in den Himmel ragenden Schornsteine hinter dem Ort gehören im übrigen zu dem stillgelegten Kohlekraftwerk und bilden somit lediglich für manch einen ein optisches Manko. Port Alcudia bildet den Anfang des kilometerlangen Sandstrandes, an welchen sich eine Vielzahl von Hotels reihen. Die Hotelzone reicht bis zur Playa de Muro und ist nur durch das Naturschutzgebiet von Can Picafort getrennt. Parallel zum Strand zieht sich (allerdings getrennt durch Hotels und Wohngebiete mit Ferienhäusern und Ferienwohnungen von denen eine Vielzahl eine große Gartenanlage mit direktem Strandzugang haben) eine große Hautpstraße, die gesäumt ist von zahlreichen Restaurants, Bars, Geschäften und allen erdenklichen touristischen Möglichkeiten. Je weiter man in Richtung Can Picafort kommt, umso ruhiger wird es. Alcudia eignet sich aufgrund des sehr flach abfallenden Sandstrand und der Sandbänke im Wasser hervorragend für Familien mit Kindern, zudem ist der Wellengang in der Bucht von Alcudia im allgemeinen recht gering. Es soll nicht ganz unerwähnt bleiben, dass Alcudia auch recht beliebt bei englischen Touristen ist - insbesondere an der Grenze zu Port Alcudia findet man zahlreiche Pubs und Restaurants, die sich eher auf Speisen und Getränke der britischen Inseln spezialisiert haben und die Hotels in der Region, sind entsprechend von englischen Touristen frequentiert. Wer sich daran stört, orientiert sich eher weiter in Richtung Osten zur Playa de Muro. Die Busanbindung ist gut und es lässt sich prima zwischen den verschiedenen Abschnitten und Alcudia-Stadt pendeln. Fazit: Alcudia-Stadt ist eine schöne Stadt mit Geschichte und Puerto de Alcudia mit der anschließenden Hotelzone bietet ein modernes Tourismuszentrum (aber leider ohne viel Flair) mit einem der schönsten Sandstrände auf Mallorca. Ein Urlaubsort für Familien und für jene, die Abwechslung und eine gute touristischen Infrastruktur ohne große Partymöglichkeiten suchen. Ein Mietwagen ist hier nicht unbedingt erforderlich.
Pollenca/Port Pollenca:
Auch hier unterscheiden sich die Orte durch ihre Lage. Die eigentliche Stadt Pollenca liegt ca. 7 km abseits der Küste und ist ein schöner mallorquinischer Ort mit langer Geschichte, engen Gassen und einigen Sehenswürdigkeiten. Die bekannteste ist wohl der Kalvarienberg "El Calvari" mit seinen 365 Stufen (ja, für jeden Tag des Jahres eine Stufe) und der Kapelle. Von dort oben hat man einen sehr schönen Blick auf das Tal, die Stadt und das Meer. Port Pollenca liegt liegt Norden der Insel an der gleichnamigen Bucht von Pollenca und bildet für Badetouristen den interessanten Teil der Gemeinde. Im Gegensatz zu Port Alcudia findet man hier deutlich mehr mallorquinischen Charakter. Der Sandstrand zieht sich links und rechts vom Yachthafen entlang, der Strand fällt relativ flach ab und eignet sich daher auch für Kinder. Parallel zum Strand verläuft eine modernisierte Promenade mit zahlreichen Geschäften, Restaurants und Bars. Große Hotelklötze findet man hier kaum bis gar nicht. Es wurden hauptsächlich Appartments und kleinere Hotels im lokalen Baustil errichtet. Der Hafen gehört zu den größten Yachthäfen (Reial Club Nàutic Port de Pollenca) auf Mallorca und ist der einzige "königliche" neben dem in Palma. Pollenca und Port Pollenca wurde um 1900 bereits von den Engländern für sich entdeckt und bis heute hat sich daran nicht viel verändert. Aber auch die spanische "upper Class" fühlt sich hier wohl, was hauptsächlich auf die sehr hohen Grundstücks- und Unterkunftspreise im Vergleich zu anderen Regionen zurückzuführen ist, es gibt aus dem Grunde hier eher wenig bis gar keinen Billigtouristmus. Port Pollenca ist ein beliebter Ausgangspunkt für Taucher und Segler... die größte Segelschule hat ihren Sitz in Port Pollenca und die Bucht gilt als eines der besten Segelreviere Europas. Auch als Ausgangspunkt für Wanderungen ist der Ort sehr gut geeignet, da das Trumuntana-Gebirge quasi "vor der Tür" liegt und auch die Halbinsel Formentor lässt sich per Pedes sehr gut erkunden. Fazit: Ein schöner, aber nicht ganz günstiger, Urlaubsort vor allen Dingen für Wassersportler und Wanderliebhaber. Aber auch Familien sind hier recht gut aufgehoben. Partysuchende kommen hier weniger auf ihre Kosten. Ein Mietwagen ist vielleicht nicht unbedingt aufgrund der guten Busverbindungen nötig, empfhielt sich aber auf jeden Fall um die nahe gelegene Halbinsel Formentor und das Tramuntana-Gebirge zu erkunden.
Cala Sant Vincenc
Cala Sant Vincenc ist ein ehemaliges Fischerdorf und hat sich zu einem kleinem Badeort ohne viel Trubel und Rummel entwickelt. Der Ort liegt im Nordenwesten in der Nähe zu Port Pollenca und der Halbinsel Formentor ca. 50 km von Palma entfernt. Die vier kleinen Badebuchten bilden mit Ihren Sandstränden eher eine Ausnahme zur ansonsten schroffen und felsigen Küstenlandschaft. Je nach Windverhältnissen kann in der Bucht ein vergleichsweise hoher Wellengang herrschen und das Meer ist entsprechend aufgewühlt. Die Wassertemperaturen können aufgrund der großen Tiefe hinter den Stränden im Verhältnis zu anderen Orten einige Grad kühler sein - das macht sich vor allen Dingen zu Anfang der Badesaison bemerkbar. In Cala Sant Vincenc gibt es eher wenige und kleinere Hotels, sowie einige Ferienhäuser und private Sommerhäuser in den umgliegenden Pinienwäldern. Aufgrund der Abgeschiedenheit und gewollt ruhigen Umgebung, bietet der Ort relativ wenig touristische Infrastruktur. Große Auswahl an Restaurants/Bars, Geschäften und Unterhaltungsmöglichkeiten wird man hier nicht finden. Cala Sant Vincenc ist ein sehr guter Ausgangspunkt für Wanderer und auch bei Tauchern und Schnorchlern ist der Ort beliebt. Es gibt eine Busanbindung nach Pollenca. Fazit: Ein gut geeigneter Ort für Gäste, die es gerne etwas ruhiger haben und auf große Hotels mit viel "Schnick-Schnack" verzichten können/wollen. Für Familien mit Kindern eingeschränkt empfehlenswert, aufgrund des manchmal etwas unruhigen Wassers und der kühlen Wassertemperaturen zu Beginn der Badesaison. Ein Mietwagen ist empfehlenswert.
Soller/Port Soller
Die kleine und hübsche Stadt Soller liegt jenseits des Tramuntana-Gebirges an der Westküste von Mallorca ca. 35 km von Palma entfernt. Soller liegt ca. 3 km landeinwärts und eine alte Straßenbahn verbindet Soller mit dem an der Küste liegenden Port Soller. Eine solche Fahrt sollte man durchaus mal gemacht haben... man fährt quasi durch die Gärten mit ihren zahlreichen Orangen- und Zitronenbäumchen, die für die Region typisch sind und neben dem Tourismus einen wirtschaftlichen Hauptbestandteil (zusammen mit Oliven-, Obst- und Gemüseanbau) bilden. Soller hat eine gute Verkehrsanbindung. Die Zuglinie des "Roten Blitzes" verkehrt mehrmals täglich zwischen Palma und Soller und durch den mautpflichtigen Tunnel ist die Anbindung nach Palma absolut unproblematisch. Weitaus interessanter ist allerdings die Fahrt über den "Coll de Soller" - die alte Paßstraße. Die Bucht von Port Soller bildet fast einen perfekten Kreis und wird zur Hälfte von einer neu angelegten Promenade gesäumt, an der sich eine Vielzahl von Geschäften, Restaurants befinden. Die Hotels in Port Soller haben sich in das Stadtbild integriert, so dass hier keine großen Betonklötze zu finden sind. Der Sandstrand ist eher schmal und es schließt sich direkt hinter der Strandmauer die Trasse der Straßenbahn an, so dass es bisweilen wenig eiladend erscheint, hier zu sonnenbaden. In Port Soller hat sich in den letzten zwei Jahren allerdings viel getan und es wird "gemunkelt", dass der Ort zu einem Luxus-Ferienort verwandelt werden soll... auch der Strand soll davon profitieren und entsprechend gestaltet werden. Die Anzeichen hierfür lassen sich kaum verbergen und einige schöne neue Hotels wie z. B. das Aimia sind bereits entstanden und sollen anspruchsvolle Kunden locken. Neue Verkehrsführungen und -beruhigungen haben auf jeden Fall schon deutlich positive Veränderungen gebracht. Vom Hafen fahren die Ausflugsschiffe nach Sa Calobra ab. Während der Saison zieht es täglich sehr viele Tagesbesucher nach Soller und Port Soller, so dass es recht lebhaft zu geht und die Straßen voll von Menschen sind. Erst gegen Abend kehrt wieder Beschaulichkeit ein und es lässt sich in einen der vielen Restraurants mit Blick auf die Bucht und den Leuchtturm sehr gut aushalten. Während der Nebensaion ist Port Soller ein sehr schöner Ausgangsort für Wander- und Entdeckungstouren durch das Tramuntana-Gebirge. Fazit: Ein für Badeurlaub eher eingeschränkt empfehlenswerter Ort, der aber vor allen Dingen in der Vor- und Nachsaison sehr charmant ist und seine Reize zur Geltung bringt, wenn die Massen von Tagestouristen die Straßen wieder verlassen haben. Recht gute Verkehrsanbindung durch Bus und Bahn, Mietwagen dennoch eher empfehlenswert.
Sant Elm (San Telmo)
“El último rincón de Mallorca”... so bezeichnen die Mallorquiner selbst diesen Ort. "Die hinterste Ecke von Mallorca" liegt am Ende eines langen Tales im äußersten Südwesten der Insel und ist gleich nach der vorgelagerten Insel Dragonera das erste, was man von Mallorca zu sehen bekommt, wenn man die Anreise per Schiff vom Festland aus wählt. Früher war Sant Elm ein kleines Fischerdorf, aber inzwischen lebt der Ort ausschließlich vom Tourismus. Ein größeres Appartmenthotel, welches sich auf mehrere Gebäude in einem Teil von Sant Elm verteilt, sowie Ferienwohnungen und -häuser sind entstanden, lassen aber keinen Platz für den typischen Massentourismus. Es gibt eine kleine Fußgängerzone, hier befinden sich einge kleinere Restaurants (hervorragend ist das Cala Conills - gute Küche mit tollem Ausblick, besonders bei Sonnenuntergang!) und Geschäfte, am Orsteingang findet man noch einen kleinen Supermarkt, der das Nötigste (zu eher hohen Preisen) im Sortiment hat. Am Ende dieser Fußgängerzone schließt sich der kleine Hafen von Sant Elm an, welcher auch der Grund für die zahlreichen Tagesbesucher ist. Von hier aus legen die Schiffe in Richtung Dragonera ab... die Insel ist ein zu einem Symbol des Naturschutzes auf Mallorca geworden - bis vor das oberste spanische Landgericht zogen damals die Naturschützer, um den Bau einer Feriensiedlung auf Dragonera erfolgreich zu verhindern. Der Strand ist nicht sehr groß und von felsigen Abschnitten eingerahmt. Gerade während der Sommermonate erscheint er oft ein wenig überfüllt aufgrund der vielen Tagesbesucher, aber dennoch ist der Strand gepflegt und einladend. Die Wasserqualität ist sehr gut und da der Strand flach abfällt, ist er ideal für Kinder. Auch bei Tauchern ist Sant Elm recht beliebt... die Gewässer rund um Dragnoera sind ein Highlight in Sachen Tauchspots auf Mallorca. Fazit: Ein attraktiver Urlaubsort abseits vom Massentourismus und partyreichen Nachtleben. Ideal für Familien, die auf künstliche Attraktionen a la Aqua- und Dinopark verzichten können. Auch für Taucher und Wanderurlauber sehr geeignet. Auch für schöne romantische Stunden zu zweit nicht verkehrt... Bilderbuch-Sonnenuntergänge sind garantiert! Ein Mietwagen ist unbedingt zu empfehlen.
Port Andratx
Port Andratx soll über einen der schönsten Häfen am Mittelmeer verfügen. Hier tummeln sich zahlreiche Luxusyachten und die Designerläden reihen sich abwechselnd mit Restaurants der gehobenen Klasse an der Promenade aneinander. Man merk: Port Andratx ist als Urlaubsort für Badeurlauber "Otto-Normal-Verbraucher" eher weniger geeignet - zumal der Ort über nur über ein paar versteckte Quadratmeter Sandstrand verfügt. Dennoch ist der Ort, der ca. 25 km westlich von Palma liegt, bei Tagesausflüglern sehr bliebt und in den zahlreichen Geschäften lässt es sich prima bummeln. Anschließend lässt man sich in einem Restaurant mit Blick auf den Hafen nieder und genießt den schönen Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Golfurlauber wissen den Golfplatz von Andratx zu schätzen und auch Taucher sind in Port Andratx häufig anzutreffen - die Tauchbasis gilt als eine der besten und sichersten auf Mallorca. Als Ausgangspunkt für Wandertouren bietet Port Andratx ebenfalls einen guten Standort. Es befinden sich auch einige Hotels im Ort (u. a. das Nobelhotel Villa Italia), welche sich aber in das Ortsbild einfügen und somit kein Eindruck von "Bettenburg" entsteht. Zudem gibt es eine Handvoll Pensionen, die privat gebucht werden können und zahlreiche (teilweise sehr teure) Ferienhäuser und -Appartments. Fazit: Gesehen und gesehen werden heißt es in und rund um diesen von Prominenten gern gewählten Wohnsitz. Eher geeignet für individuell reisende Touristen mit ensprechend gut gefüllter Reisekasse und/oder Liebhabern der "Schickeria". Dennoch ein Tagesausflug wert - der Fisch in den Restaurants ist hervorragend und auch das Frühstück bei Tagesanbruch mit Blick auf das Hafentreiben macht Lust auf mehr. Ein Mietwagen ist empfehlenswert, trotz vorhandener Busanbindung.
Fortsetzung folgt...