Meine Rotel-Erfahrungen sind ganz gut.
Die Kojen sind eng, aber nachts schlafe ich ja und brauche nicht mehr Platz. Doppelkabine zu zweit ist echt kuschelig.
Das Essen hängt vom Fahrer ab, der alleine für die Verpflegung zuständig ist, er muss kochen. Wenn er gut und gerne kocht, peppt er das Essen mit frischen Zutaten auf. Ist er faul und ungeschickt im Kochen, gibt es wirklich nur Dose. Geht die Reise mit dem Bus von München aus, muss man damit rechnen, dass der Kofferraum voll ist mit Convenience-Produkten (wobei es durchaus Gastro-Qualität ist, kriegt man auch in so manchem deutschen Restaurant oder Kantine). Bei Flugreisen gilt: Je weiter weg, desto unwahrscheinlicher ist das typische Rotel-Essen, da wird meist frisch eingekaut und gekocht. Also halb so schlimm und wenn man nicht ganz geizig ist, kann man ja auch mal auf das Essen verzichten und auswärts essen gehen.
Die Reisen sind sehr vollgepackt mit Programmpunkten, also nichts mit Erholung. Die Reiseleiter sind aber auch meistens wirklich gut und hoch qualifiziert.
Die Mitreisenden sind wirklich oft kauzig, aber eben nicht alle. Da kommt man schon klar. Altersdurchschnitt ca. 60, geht rauf bis 90 J., d.h., es gibt auch ein paar Junge dabei.
Ich mache nur Reisen mit Rotel, wenn die Ziele etwas ganz Besonderes sind oder wenn es sich preislich lohnt. Mongolei würde ich nie mit Rotel machen, denn da ist ja gerade das reizvolle, wenn man in Jurten wohnt, da möchte ich nicht im Bus schlafen. Aber Kaukasus oder Karakorum-Highway, Pamir-Highway, quer durch Australien usw., das kriegt man nicht bei jedem Veranstalter, vor allem nicht bei dem Preis. Europa mache ich nicht, das kann ich alleine oder mit jedem Veranstalter und da gibt es auch genug Hotels.
Wer sich unsicher ist: Auf einer Messe mal probeliegen oder eine Kurzreise in Europa machen. Mitreden kann man nur, wenn man es ausprobiert hat.