Im Juni bin ich mit dem Hit-Reiseclub vereist. Geplant war eine Donaukreuzfahrt von Budapest nach Passau zusammen mit meiner Mutter. Davor stand noch eine 2-Tagestour nach Prag auf dem Programm. Der Reisetermin war vom 16.Juni bis 22. Juni 2013- also zwei Wochen nach dem Jahrhunderthochwasser auf der Donau. Schon im Vorfeld waren wir deshalb skeptisch, was den reibungslosen Ablauf der Reise betraf. Immerhin standen die Donaumetropolen Budapest, Bratislava, Wien und Passau auf dem Programm, die allesamt wenige Tage davor mehr oder weniger unter Wasser gestanden haben. Wir nahmen daher im Vorfeld sehr oft Kontakt zum Hit-Reiseclub auf und fragten telefonisch und schriftlich nach, ob denn die Reise angesichts der Umstände überhaupt wie gebucht durchgeführt werden kann. Aus Medien war uns damals schon bekannt, dass mehrere Kreuzfahrtschiffe auf der Donau "festsaßen", weil die Donau teilweise nicht schiffbar war. Schon damals fiel auf, dass der Reiseveranstalter uns zwar telefonische Auskünfte erteilte, aber trotz Bitte sich nicht schriftlich auf unsere Nachfragen äußerte. Mündlich bekamen wir die Auskunft, dass die Reise wie geplant und ohne Einschränkungen durchgeführt wird. Am 1. Tag dann (noch in Prag) teilte uns die Reiseleitung mit, dass ganz unerwartet nun die Donau ab Wien nicht schiffbar wäre, da eine Schleuse gesperrt sei und somit nicht passierbar war. Man erklärte uns, dass somit die Ausschiffung in Wien und nicht in Passau erfolgen wird. Zur eigentlich gebuchten Stadtrundfahrt in Passau wurde uns nichts Weiteres mitgeteilt. Um wenigstens die durch die Sperrung weggefallenen Flusskilometer (es handelt sich ca. um die Hälfte der Strecke auf der Donau, die weggefallen ist) schipperte uns das Schiff zunächst von Budapest aus südwärts. In der ungarischen Einöde in der Nähe von Kalocsa war dann der 1. Halt. Dort wurde uns ein "Ersatzprogramm" angeboten, für den durch die Schleusensperrung ausgefallenen Streckenabschnitt Wien-Passau. In diesem ausgefallenen Streckenabschnitt liegt die bekannte Wachaupassage (Krems/Melk), die vom Hit-Reiseclub selbst als eines der Highlights der Reise angepriesen wurde. Diese ist der Hauptgrund für uns gewesen eine solche Donaukreuzfahrt zu machen. Das dafür offerierte Ersatzprogramm, welches der Hit-Reiseclub uns Reisenden nun anbot bestand aus eine Fahrt auf ein Weingut zur Weinprobe mit anschließendem Besuch des Paprikamuseums und einer (Zitat) "interessanten Stadtführung" in Kalocsa. Letztere fand gar nicht statt, wie uns die Teilnehmer dieses Ausflugs später berichteten. Meine Mutter und ich nahmen an dem Angebot nicht teil. Stattdessen erkundeten wir auf eigene Faust die Gegend rund um die Anlegestelle des Schiffes. Das kann man sich kaum vorstellen, wie das gestunken hat und wie die Donau aussah-es war eine richtig braune, Brackbrühe mit einer Vielzahl an Müll (v.a. Plastikflaschen) und Ölschlieren. Wenn ich heute noch die Bilder davon anschaue wird mir schlecht. Für mich aber die größte Enttäusch auf der Reise war das Verhalten und der Umgang mit uns Reisenden von Seiten des Hit-Reiseclubs. Ich habe echt das Gefühl, man wollte uns für dumm verkaufen. Okay-es waren ein paar ältere Herrschaften an Bord, aber ich hatte den Eindruck, dass die genauso wie meine Mutter und ich das Gefühl hatten, dass wir ganz bewusst auf eine Reise geschickt wurden, die nicht wie gebucht durchgeführt werden konnte. Für mich erhärtete sich das ganze, als ich an Bord im Internet eine Meldung der Schifffahrtsbehörde BMVIT (öster. Bundesministerium für Verkehr)fand, welche schon am 14.06. eingestellt worden ist und besagte, dass die Schleusensperrung bis mindestens 21.06. andauern würde. Nachgewiesen ist also, dass der Reiseveranstalter vor Beginn der Reise davon Kenntnis erlangen konnte, dass mindestens die Hälfte der geplanten Flussroute nicht durchgeführt werden konnte. Die Rückreise von Wien anstatt von Passau war für mich und meine Mutter leider dann noch fast doppelt so lange und eine Riesenstrapaze. Wir sind 11 Stunden mit dem Bus (meiner Ansicht nach auch nicht mit der gebuchten Ausstattung) heimgefahren. Der Hohn war noch, dass wir über den Hauptbahnhof in Passau (der Ort, an dem wir eigentlich eine gebuchte Stadtrundfahrt gemacht hätten) gefahren sind, um einen Ersatzbusfahrer abzuholen. Das kostete nochmal mehr Zeit, vor allem, weil der Busfahrer prompt erst mal in die falsche Richtung weiterfuhr.
Ich persönlich fühle mich vom Hit-Reiseclub bewusst getäuscht. Diejenigen Mitreisenden, mit denen ich in Kontakt stehe, geht es ebenso. Momentan versuche ich beim Veranstalter eine Entschädigung für die meiner Ansicht nach zahlreichen Reisemängel zu erwirken. Der bot uns einen in meinen Augen "lachhaften" Entschädigungsbetrag an. Zudem warnte er mich sehr deutlich davor, im Internet von meinen Reiseerfahrungen mit Hit-Reiseclub zu berichten und - so mein Eindruck - drohte mir mit juristischen Schritten, falls ich es trotzdem täte. Deutschland ist ein Land, in dem Gott sei Dank jeder frei seine Meinung äußern darf. Und das tue ich hiermit.Ich persönlich kann nur jeden, der mich nach meiner Meinung oder meinem Rat fragt, dringend davon abraten mit dem Hit-Reiseclub eine Reise zu unternehmen!! Der Umgang mit uns Kunden vor, während und nach der Reise und das Krisenmanagement dort sind nach meinem Empfinden katastrophal und miserabel!!
„Einmal und nie wieder“ lautet meine Devise.
nadinert
@nadinert
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Erfahrungen mit dem HIT Reiseclub