Da fällt mir noch eine Geschichte ein, die ich selbst erlebt habe. Ist allerdings schon gute 15 Jahre her.
Ich war mit der S- Bahn in Stuttgart um Shoppen zu gehen.
Nach ein paar Stunden Aufenthalt bemerkte ich plötzlich, dass mein Geldbeutel weg war. Den muß ich irgendwo verloren oder vergessen haben. Trotz abklappern der einzelnen Geschäfte war er nicht mehr auffindbar. Meine Papiere, die restliche Kohle, Bankkarte, alles wech.
Irgendwie musste ich die 15 km bis heim ja kommen. Schwarzfahren mit der S- Bahn traute ich mich nicht, da ich ja bei einer Kontrolle mit aufs Revier müssen hätte. Es sei denn, man hat nen Perso dabei. Der war aber auch im Geldbeutel.
Mir blieb also nichts anderes übrig, als Passanten auf der Strasse um Geld für die Rückfahrt anzubetteln. Meine "Leidensgeschichte" hatte ich natürlich auch erzählt. Es sieht ja auch richtig toll aus, wenn jemand Geld bettelt, bis unter die Arme aber mit Einkaufstüten vollbepackt ist. Voll glaubwürdig
Mit Pfennigbeträgen, wie 10 oder 20 Pfennige begann ich jedenfalls meine " Betteltour". Nach ca 1 Std hatte ich noch nicht mal 1 Mark zusammengeschnorrt (ich glaube, dass Obdachlose mehr Erfolg haben ).Irgendwann hatte ich dann die ca 2 Mark zusammen, war nervlich am Ende und froh, wieder zuhause zu sein.
Ich hätte auch niemanden anrufen können, um abgeholt zu werden, da es noch während der Arbeitszeit der Leute war. Früher arbeitete man ja oft bis 17 Uhr und länger.
Ich will damit sagen, dass ich dieses Erlebnis nie vergesse und vielleicht auch deshalb nicht gerne Geld an Fremde gebe.
Vielleicht war meine " Bettelstrategie" aber auch völlig falsch. Ich hätte normal gleich um 2 Mark bitten und mich nicht mit Pfennigbeträgen abgeben sollen. Keine Ahnung, wie sowas professionell gehandhabt wird ;).
LG