Ich bin vor einer Woche von einer 2-wöchigen Ägyptenreise, kurzfristig über Niltours gebucht, zurückgekehrt.
Um es vorweg zu nehmen. Die Organisation von Niltours glich einem schweizer Uhrwerk. Aber jetzt der Reihe nach.
Ich hatte im Internet nach Angeboten für die Kombination Kairo, Nilkreuzfahrt und Rotes Meer gesucht. Die Auswahl der Anbieter war meines Erachtens nicht sehr groß. Dabei bin ich dann auf Niltours gestoßen. Beim Durchlesen der Kritiken für Niltours gebe ich zu, durchaus Vertrauensprobleme gehabt zu haben, habe mich dann aber entschlossen, zu buchen.
Da ich nach der Buchung noch Fragen hatte, habe ich mich sowohl telefonisch als auch per Email an Niltours in Köln gewendet. Die Betreuung war absolut kompetent und meine Emails wurden prompt abgearbeitet. Die Reiseunterlagen kamen im angekündigten Zeitfenster und waren vollständig (da habe ich bei bekannten Veranstaltern schon gegenteilige Erfahrungen gemacht). Ich begann Vertrauen aufzubauen.
Dann war es soweit. Ich flog nach Kairo. Am Ausgang erwartete mich, wie in den Umterlagen dargestellt, der Reiseleiter, um mich zu meinem Hotel zu begleiten. Hier sei noch ein Hinweis angebracht. Niltours schickt das erforderliche Visum bereits mit den Reiseunterlagen zu. Reisende anderer Gesellschaften werden wegen des Visum von den Reiseleitern schon vor dem Zoll abgeholt. Das war für mich ein wenig irritierend, da ich schon mal bei einer Urlaubsreise weder am Flughafen noch im Hotel erwartet wurde und schon Bedenken hatte, das könnte schon wieder passieren. Das war aber Quatsch.
Am nächsten Tag wurde ich pünktlich um 9 Uhr von meinem Reiseführer abgeholt. Da ich meine Uhr im Flugzeug (Egypt Air) auf die dort auf den Monitoren angezeigte Uhrzeit umgestellt hatte, diese jedoch falsch war (keine Umstellung auf Sommerzeit in 2011 wg. Revolution) hatte ich eine Stunde vergeblich gewartet. Aber das war nicht Schuld des Reiseführers. Die Führung war kompetent und umfassend in guter deutscher Sprache. Die gute Beherrschung der deutschen Sprache war übrigens bei allen Reiseleitern und Reiseführern während der gesamten Reise gegeben. Die Sprachqualität würde man sich von manchem Abgänger einer deutschen Hauptschule wünschen.
Nachdem ich am ersten Tag eine Papyrusmanufaktur mit Verkaufsveranstaltung besichtigt hatte und ich für solche Verkaufsveranstaltungen der falsche Adressat bin, hatte ich meinem Reiseführer am zweiten Tag den Hinweis gegeben, dass mich die obligatorische Parfümfabrik nicht interessiert, dass ich nichts kaufen werde und er seine Zeit mit mir dort verschwenden wird (die bekommen bei Kauf eine Provision). So blieb mir dann mehr Zeit für die Besichtigung von Alt-Cairo vor dem Weiterflug nach Luxor. Die Besichtigung von Alt-Cairo war wohl ohne Reiseführer vorgesehen (in der Reisebeschreibung stand Spaziergang durch den Khan-el-Khallili Bazar). Jedenfalls sagte ich dem Reiseführer, dass ich dies nicht alleine machen möchte (was im Nachhinein Blödsinn war). Er telefonierte mit seinem Chef und mir wurde kurzerhand der Reiseleiter, den ich schon von der Ankunft kannte zur Seite gestellt. Er hat mir dann interessante Einblicke verschafft, die ich alleine nie erhalten hätte.
Spät am Abend gings dann weiter nach Luxor. Auch hier wurde ich problemlos vom Flughafen abgeholt und zum Schiff gebracht. Nun standen 7 Tage Nilkreuzfahrt an. Alle Besichtigungstermine erfolgten stets absolut pünktlich. Unser Reiseführer Aladin war absolut kompetent und verstand es, auf jeden der Reisegruppe, wir waren bei der Kreuzfahrt 12 „Niltourer“, individuell einzugehen.
Als Einziger in der Gruppe und vermutlich auf dem Schiff bekam ich erhebliche Darmprobleme. Ich bin da etwas anfällig und führe dies nicht auf die Schiffsküche zurück. Aladin kümmerte sich dabei um mich „wie eine Mutter ohne Brust“. Ich möchte dabei auch erwähnen, dass die Küche eigens für mich zweimal eine geniale Hühner-Gemüse-Brühe kochte. Dies hat mir sehr geholfen.
Also, mit wenigen Worten, die Reiseführung bei der Kreuzfahrt war aus meiner Sicht weder in fachlicher noch in sozialer Kompetenz zu toppen. Interessant für mich waren auch Gespräche mit Aladin im Zusammenhang mit der derzeitigen politischen Situation in Ägypten und Nordafrika.
Nach 7 Tagen Kreuzfahrt ging es per Kleinbus von Luxor nach Makadi Bay (Hotel Fort Arabesque). Auch hier wieder alles pünktlich, jedoch war in diesem Kleinbus die Klimaanalage defekt. Der Fahrer tat mir besonders leid, da er an diesem Tag die Strecke über jeweils 3,5 Stunden zweimal fahren musste. Niltours bat noch während der Fahrt per Handy diesen Umstand zu entschuldigen. Die Klimaanlage war dann, als ich wieder pünktlich zur Abreise zum Flughafen gebracht wurde, repariert. Ansonsten waren die Kleinbusse immer in einem guten Zustand und die Fahrer beherrschten die besonderen örtlichen Anforderungen. Hier ein Wort der Bewunderung.
Zusammenfassend: Organisation und Personal von Niltours verdient höchstes Lob. Ich kann diesbezüglich Niltours als Veranstalter mit bestem Gewissen empfehlen.
Nun noch ein paar Worte zu Flug und Hotel:
Egyt Airlines: Sauber, gepflegt, freundlich, kennen jedoch ihre eigene Ortszeit nicht.
Hotel Cataract Pyramids Resort: Sauber, großer Pool, außer Frühstück habe ich keine Mahlzeiten probiert, Frühstück gut aber nichts außergewöhnliches. Da ein Mückenproblem abends außerhalb der Zimmer besteht, sollte man ein entsprechendes Spray dabei haben.
Beim Schiff handelte es sich um Princess Sarah: Leider haben die Poolliegen keinen Sonnenschutz. Das ist aber auch das Einzige, was ich bemängle. Im Restaurant kann man nicht die Auswahl eines großen Hotels erwarten, das hier auch die räumlichen Möglichkeiten fehlen. Die Küche geht auch auf persönliche Wünsche bzw. Befindlichkeiten ein. Geschmacklich empfand ich die Küche gut. Man sollte sich bei dem Geschmack jedoch auch immer vor Augen halten, andere Länder, andere Geschmäcker. Wer essen möchte wie zuhause, sollte auch zuhause bleiben. Ansonsten, sehr sehr, sehr sauber, da kann man noch so suchen, da findet man keinen Schmutz.
Hotel Fort Arabesque: Ich hatte ein Superior-Zimmer gebucht. Die sind renoviert und gut ausgestattet. Die Standardzimmer sind etwas abgewohnt. Wo noch nicht renoviert, wirkt das Hotel etwas abgewohnt. Jedoch habe ich z. B. auf Mallorca schon deutlich schlechtere Hotels in dieser Kategorie erlebt. Essen war gut und abwechslungsreich, wenn man sich nicht gleich an den ersten beiden Tagen durch das gesamte Büffet isst. Toller Strand, schöne Riffs zum Schnorcheln. Außerhalb des Hotels selbst spielt sich nichts ab, jedoch großer Komplex mehrerer Hotels, so dass man abends auch mal eine halbe Stunde spazieren kann.
Man sollte beim Taschengeld viel Bakschisch einplanen. Ich schätze mal, ich bin in den 2 Wochen um die 120 -150 Euro losgeworden. Ich habe das Geld aber gerne gegeben, denn die Ägypter kämpfen förmlich um das Überleben und das spürt man. Die wollen, oft im Rahmen sehr bescheidener Möglichkeiten, durch kleine Dienstleistungen und Gefälligkeiten ehrlich ein wenig Trinkgeld verdienen. Häufig jedoch sehr aufdringlich. Ich betone das Wort „ehrlich“, denn ich hatte nie, absolut nie Angst beklaut zu werden. Ganz anders wie in manch europäischen Ländern.
Auch möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich mich im Hinblick auf die derzeitige politische Situation nie gefährdet gesehen habe. Die Ägypter wissen durchaus zu bewerten, wie wichtig der Tourismus, auch für den Erfolg der Revolution, ist. Für mich persönlich war es natürlich schön, bei Besichtigungen niemals in einer Warteschlange gestanden zu haben und für meine Fotos immer freie Sicht gehabt zu haben. Für die Ägypter ist das jedoch eine Katastrophe. Sie haben mir gesagt, ich soll zuhause sagen:
„Come to Egypt“. Ich sage, und das liegt mir am Herzen
: „Go to Egypt“.