**Erlebnisbericht Amerikaurlaub, Teil II(Untertitel: eine Heimreise "der besonderen Art")**Jeder Urlaub hat einmal ein Ende ... und die Upfuck-Serie geht weiter: Sehr verfrüht fuhren wir am Freitag, den 21. Mai um kurz vor 15 Uhr los, mussten wir schließlich vor dem Abflug noch unseren Leihwagen abgeben - wenn auch mit einen mehr als mulmigen Gefühl im Magen beim Gedanken an den Heimflug unter Einbeziehung der alptraumhaften Ereignisse unserer Anreise. Die 84 Meilen von Lake City nach Jacksonville waren das kleinste Problem - schließlich kennen wir die Strecke u. a. vom letzten Urlaub in- und auswendig. Überpünktlich gaben wir unseren Wagen ohne weitere Probleme und Verzögerungen zurück, betraten nach kurzer Strecke frisch motiviert das Flughafengebäude und stellten uns nach Einholung entsprechender Informationen am Schalter von United Airways an. Der erste Hammer war schon mal die zig Meter lange Schlange, die auch hinter uns noch stark anwuchs. Der nächste, das sich nichts bewegte, d. h. innerhalb der ersten 20 Minuten kamen wir gerade mal zwei Meter weiter, da im Gegensatz zu den anderen Gesellschaften mit größeren Menschenansammlungen bei United Airways nur zwei Schalter geöffnet hatten - besetzt von 2 Schlafmützen, die einer Schildkröte bestimmt den Namen "Beamtenwindhund" geben würden. Aber bereits nach einer "geringfügigen" Wartezeit von nicht weniger als einer Stunde - also etwa um 17 Uhr Ortszeit - waren wir auch "schon" dran um uns anzuhören, dass unser Flug von Jacksonville nach Washington fast zwei Stunden Verspätung hat und somit von 18:20 auf 20:15 verschoben wird, die Transatlantikflüge ab Washington nur nachmittags stattfinden, wir somit auch keinen Flug von Washington nach Frankfurt mehr bekämen und wir deswegen fast einen (1) Tag in Washington festsitzen werden. Ich war kurz davor, den Schalter auseinanderzulegen. Als hätte ich es nicht geahnt! Bei der Anreise war alles schief gegangen, was schief gehen konnte - und die Heimreise fängt nicht besser an. Auf die Frage, ob uns die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer stellt wurden wir aufgeklärt, dass dies nur in Frage kommt, wenn die Gesellschaft dafür die Schuld trägt, beispielsweise bei einem Flugzeugschaden. In diesem Falle sei es jedoch ein "Air-Traffic-Problem" (...gemeint war "aufgrund auftretender Stürme...") - und dafür haften sie nicht, d. h. wenn wir nicht geneigt sind auf der Straße zu schlafen müssen wir ein Hotelzimmer aus eigener Tasche bezahlen - zum zweiten Mal in diesem Urlaub! Schöne Aussichten - ....und wieder war ich kurz davor, mir für die Heimreise ein Ruderboot zu wünschen, ABER BITTE NICHT MEHR FLIEGEN!!!!! Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass wir geschlagene fünf Stunden bis kurz nach 22 Uhr in der Abflughalle saßen, alle Läden um uns herum ab 18 Uhr der Reihe nach geschlossen wurden und wir danach keine Möglichkeit hatten, an irgendein Grundnahrungsmittel heranzukommen - wir hatten uns schließlich auf die Durchsagen verlassen, die Anfangs noch einen kurzfristigen Anschluss ankündigten. Das diese akustischen Bekanntmachungen so unzuverlässig sind wie die Wirtschaftsprognosen des deutschen Bundeskaspers konnten wir schließlich nicht im Voraus erahnen. Es hat auch niemanden interessiert, ob jemand der wartenden Fluggäste Hunger oder Durst hatte - ein Punkt, der von mehreren Personen bemängelt wurde, die stundenlang auf ihren Anschlussflug warteten. Ich denke, selbst Schlachtvieh wird besser behandelt als zahlende Fluggäste. Und zur Vervollständigung des Eklats mussten wir mit ansehen, wie bei den benachbarten Fluggäste von United (ja, ebenfalls United!), die auf ihren Flug Jacksonville - Chicago warteten, Hotelgutscheine von United-Mitarbeitern verteilt wurden - unter anderem von der gleichen Person, die uns Stunden zuvor noch mitteilte, das die Fluggesellschaft für die Verspätung nicht hafte und aus diesem Grund kein Hotelzimmer bezahlen werde. Ab diesen Moment kommentierte ich alle Durchsagen nur noch mit hocherhobenen Stinkefinger in Richtung des jeweiligen Sprechers - irgendwann ist auch meine Geduld mal zu Ende. Gegen 22 Uhr Ortszeit hier kam dann wirklich noch unser Flugzeug der Marke "Sperrsitz supereng" und brachte uns nach Washington D. C. Gegen 0:30 Uhr - also kurz nach "Geisterstunde" – landeten wir und waren von der Größe des Flughafens einfach überwältigt. Schätze, man könnte den Frankfurter Flughafen von der Größe her dort problemlos zwanzigmal reinsetzen. Ab da mussten wir uns mal wieder selbst durchbeißen bis wir endlich jemanden fanden der uns z. B. Auskunft geben konnte, wo man die Telefone für die Hotelreservierung, Taxis usw. findet – ja, das Teil ist wirklich megagroß und Du findest wirklich absolut nichts wenn Dir niemand hilft der sich dort auskennt. Kurz bei Holiday Inn angerufen brachten wir in Erfahrung, dass dort noch freie Zimmer vorhanden sind wo wir nach einer ca. 3-4 Meilen langen Taxifahrt für 8,85 Dollar plus 1,15 Dollar Trinkgeld auch landeten und ein Zimmer orderten über das man nicht meckern kann und das neben einer kleinen Küche, Kühlschrank und TV auch über einen kleinen Konferenzraum mit Internetanschluss verfügte. Einziges Manko: bis spätestens 12 Uhr Mittag des Folgetages mussten wir wieder draußen sein wenn wir nicht einen zweiten Tag bezahlen wollten - unser Flug ging jedoch erst 17:30, d. h. wir mussten etliche Stunden irgendwo herumgammeln um die Zeit zu überbrücken. ...ich war an dieser Stelle mal wieder gespannt welche Upfucks am nächsten Tag auf uns warten würden – hatte ich mittlerweile einen absoluten Horror vor den restlichen beiden Flügen beim Gedanken, was noch alles schief gehen könnte und hoffte, dass ich nach diesem Urlaub nie wieder in meinen Leben ein Flugzeug betreten muss - ich werd´ mich mit Händen und Füßen dagegen wehren, aber bloß um Himmels Willen nie wieder fliegen!
Kurz vor 12 Uhr PM sattelten wir am Samstag, den 22. Mai die Hühner und checkten uns aus dem Holiday Inn aus. Unser zuvor bestelltest Taxi brachte uns zum Airport, wo wir erst einmal den Schalter von United Airways löcherten. Die darauf folgende Sicherheitskontrolle verlief im selben Stil wie in Frankfurt, also wirklich alle Metallgegenstände ablegen inkl. Gürtel und Schuhe. Da diesmal kein Alarm losging wurden wir auch nicht weiter **********. Ein irreparabel hohes und wirklich sehenswertes Teil von einem Flughafenbus brachte uns zu unseren Wartebereich, wo wir erst einmal die Gegend erkundeten. Irgendwann kam eine Durchsage, dass sich alle Passagiere unseres Fluges am Terminal in der Abflughalle melden müssen. Auch Blackhart stellte sich an und wartete geschlagene 20 Minuten um sich den Protest der United-Mitarbeiterin anzuhören die sich darüber aufregte, weil uns der Typ vom United-Schalter gestern zwei Plätze in der Business-Class reserviert hatte. Nach ihren Worten sei das untersagt, d. h. wir hätten die Plätze erst nicht bekommen dürfen. Auf den Einwurf von Blackhart, dass wir dann evtl. zwei oder mehr Tage Verspätung hätten bekam sie zur Antwort, dass dies egal wäre, streng nach dem Motto "Zahlen und Maul halten!" -ohne Worte-! Ja, die Fliegerei und vor allem der Service am Kunden "überzeugten" mich immer mehr – oder anders ausgedrückt: einen derartigen Affenzirkus hab´ ich in meinen Leben noch nicht erlebt. Bitte nie wieder fliegen! Und schon gleich gar nicht nach Amerika! Und am wenigsten mit Lufthansa oder United Airways! Mit einen leicht mulmigen Gefühl im Magen zählten wir ab 16:30 Uhr die Minuten bis wir an Board gelassen wurden und von da ab die restlichen 45 Minuten bis zum Abflug ("hoffentlich kommt niemand, der uns von unseren Business-Plätzen verjagen möchte"). Ich – schwerstens genervt und stinksauer auf die Fliegerei, Adrenalinspiegel gen 800 - war fest entschlossen, meinen Platz im Falle einer Widerrufung mit Faustrecht zu verteidigen, d. h. entweder wir behalten unsere Plätze oder landen im amerikanischen Vollzug, egal mit welchen Konsequenzen - schließlich hatten wir gültige Boardtickets auf denen die Plätze aufgedruckt waren. Zum Glück hob das Flugzeug pünktlich ohne besondere Vorkommnisse ab. Ich glaube, wir haben uns die Plätze nach all dem Chaos auch redlich verdient. In den zirka acht Stunden an Board haben wir soviel gefuttert wie noch nie auf einen Flug. Man kann sich den himmelweiten Unterschied zwischen Business- und Economy-Class einfach nicht vorstellen – letztere hatten wir ja beim Hinflug. Während man im Business-Bereich Wein, Champagner usw. in Gläsern und die hochwertige Nahrung auf Porzellan serviert bekommt wird der lieblose Economy-Fraß - ja, es ist wirklich Fraß (der zwar sättigt aber trotzdem Fraß bleibt) - in verschiedenfarbigen Kunststoff serviert. Für Nürnberger Verhältnisse ausgedrückt ein Unterschied wie Maritim und Rehbock ;-). Business-Class scheint auch was für Alkoholiker zu sein, da alle viertel Stunde ein Stewart mit seinem Wagen, beladen mit Wein und Champagner, durch die Gänge rangierte. Man kann sich eigentlich gar nicht so richtig auf den Spielfilm auf dem Klapp-Display konzentrieren, da man ständig gefragt wird ob man noch etwas möchte. Wer von einem größeren Durst geplagt wird kann sich hier die Kante geben - wenn auch auf vielen Etappen, da das Volumen der Gläser etwa bei 70-100ml liegt – wer mehr Durst hat sollte sich seinen Maßkrug im Handgepäck mitbringen und ein paar Bier oder sonstige Dosengetränke bringen lassen. Am frühen Morgen, zirka eine Stunde vor der Landung, wurde noch ein Frühstück serviert, bestehend aus fünf verschiedenen Früchten, Fruchtjoghurt, Hörnchen und Kleinkram. Dazu gab es Tee / Kaffee / Wasser / Orangensaft oder was man sich per Sonderbestellung wünschte. Um 6:40 Uhr landeten wir überpünktlich in Frankfurt, wo wir uns nach dem Gate unseres nächsten Fluges erkundigten und wie es nicht anders sein konnte lag dieser wie gewohnt am anderen Ende des riesigen Flughafens bei den Inlandsflügen. Und wieder führte uns der Weg über ein Dutzend Treppen, durch kilometerlange Gänge usw. bis wir nach etwa einer viertel Stunde unser Ziel erreichten. Aber der endgültige Flug nach Nürnberg "lag noch in der Luft" da der Himmel wieder einmal schwarz war und meinen Beobachtungen nach über einen Zeitraum von einer Stunde nur noch Flugzeuge landeten, aber keins mehr startete. Irgendwie hatte ich eine fürchterliche Vorahnung und so blieb uns nichts anderes übrig als abzuwarten. Also holte ich mal wieder mein Sub-Notebook heraus und suchte nach einer Steckdose. Um ein paar Ecken wurde ich dann auch fündig, steckte mein Netzteil rein und bemerkte, dass die Steckdose tot war – typisch Deutschland! Aber ein paar Meter weiter stand ein Cola-Automat – und dessen Steckdose hatte Strom grins. Irgendwann wurden die Pforten geöffnet, wobei man als erstes die Eltern mit den Schreihälsen an Board gehen ließ. Mit einem Schlag wurde es in der Abflughalle aufgrund dessen auch sofort um Welten ruhiger :-). Das wir eine viertel Stunde später als geplant an Board durften nehme ich Lufthansa nicht weiter übel, da unser Vogel trotz dessen pünktlich abhob. Meine weiteren Beobachtungen an Board führten mal wieder zu Kritik: Wer bei Inlandflügen mit kleinen Maschinen Business-Class bucht wird vermutlich mehr als enttäuscht sein, da die Sitzreihen dieselbe Breite haben wie in der 'Touristenklasse'. Auch die Abstände zum Vordermann sind in beiden Klassen gleich - ein Wohl auf die Lufthansa :-). Der einzige Vorteil besteht darin, dass man ein belegtes Sandwich, ein Getränk und was zum Lesen bekommt - und das rechtfertigt dann einen Aufschlag von zirka 100 Prozent??Nach etwa 25 Minuten Flug landeten wir planmäßig in Nürnberg und warteten an der Gepäckausgabe mal wieder auf unsere Koffer. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kommt unser Gepäck – egal auf welchen Flughafen dieser Welt - grundsätzlich als letztes raus - aber wir waren schon dankbar darüber, dass es überhaupt raus kam - Toi toi toi :-).
Hier eine Zusammenstellung aller zusätzlich entstandenen Kosten:
48 Dollar (ca. 40 Euro) Verpflegungskosten am Frankfurter Flughafen
368 Dollar Zusatzkosten von Alamo
138 Dollar Hotel in Philadelphia durch "Zwangsaufenthalt" wegen Kofferverlust
89 Dollar Hotel für einen Tag Verzögerung in Washington D. C. bei der Abreise
40 Dollar Verpflegungskosten durch 1 Tag Verzögerung in Washington D. C.
10 + 12 + 25 Dollar Taxigebühren am letzten Tag
= Gesamtsumme: 730 Dollar allein an zusätzlichen Kosten, für die wir nichts können
Danke für diese ganze Sch..ße sagt
Robby VenturaErgänzung: Da wir nicht auf den kompletten Kosten sitzen bleiben wollten sind wir – ich denke mal aus verständlichen Gründen – zum Anwalt gegangen. Ergebnis: Der Autovermieter Alamo behauptet steif und fest, dass diese Zusatzkosten üblich sind und verweist auf seinen Prospekt auf Seite 32, den wir nie von unseren Reiseveranstalter erhalten haben – eigentlich müssten wir letzteren aufgrund dessen ebenfalls vor den Kadi zerren. Entgegenkommender war die Lufthansa, die zwar auch zigmal nach irgendwelchen Tickets usw. nachgefragt hat – anscheinend so eine Art Zermürbungstaktik, bis der gestresste Urlauber keine Lust mehr hat irgendwelche Dokumente und Kram nachzureichen – aber zu guter letzt dann doch noch 202 Euro rausgerückt hat. Das steht zwar in keiner Relation zu unseren Rechtsanwaltskosten, aber diese bezahlt ja auch der Rechtsschutz ;-).