@ Simone, Sambal, Bere, gisela und alle anderen Mitdiskutanten
Die Diskussion hat eine interessante Wendung genommen, deshalb möchte ich meinen Senf auch noch beitragen.
Meine Frau und ich sind jetzt, nachdem wir beide pensioniert sind, nicht mehr so oft Zielscheibe der Mißgunst unserer Mitmenschen. Das war aber nicht immer so!
Wir beide sind kinderlos, haben keine teuren Häuser gebaut oder Wohnungen gekauft, die entbehrungsreich abgezahlt werden mußten, haben bis auf einen "Ausrutscher" immer Gebrauchtwagen gefahren, haben auch sonst zwar gut, aber eigentlich nicht üppig gelebt, mit anderen Worten: Wir haben den "Laden" (sprich': die Kosten) immer überschaubar gehalten.
Dafür haben wir uns jedes Jahr mindestens zwei Urlaubsreisen gegönnt, und waren deswegen regelmäßig dem Neid und der Mißgunst unserer Freunde, Bekannten und Kollegen in der Firma ausgesetzt, und zwar in der Regel von Leuten, denen ihr Budget wegen anderweitiger Belastungen keinen Raum mehr für teure Urlaubreisen ließ. Das nahm manchmal Formen an, daß wir darüber nicht mehr lachen konnten, wenn beispielsweise "Freunde" uns die Freundschaft aufkündigten, weil sie es nicht ertragen konnten, wenn wir von unseren Reisen in alle Welt erzählten. Es gipfelte in Bemerkungen wie: Jetzt seid Ihr doch schon um die 60, jetzt geht das aber sicher nicht mehr so mit den langen Flügen und dem ungewohnten Klima. Fahrt jetzt lieber mal in den Schwarzwald oder nach Meran, das ist viel besser für Euch etcetc. Wir haben dann jedes mal etwas süffisant geantwortet: Es tut uns leid, aber wir können Eurer Erwartungshaltung, wo wir Urlaub machen werden, leider nicht entsprechen, wir werden dieses Jahr wieder nach ....fahren.
Wir sind beide der Meinung, daß jeder sein Geld ausgeben soll, wie es ihm gefällt, und jeder hat da andere Prioritäten. Deshalb käme es uns nie in den Sinn, jemanden mit Verachtung und Mißgunst zu verfolgen, der meinetwegen sich ein tolles Haus baut oder einen teuren großen Schlitten als Neuwagen fährt. Dafür wollen wir aber auch respektiert werden.
Inzwischen amüsieren wir uns köstlich über einige Leute in unserem Bekanntenkreis, die sich mit ihrem Haus und ihrem teuren Neuwagen finanziell so eingeengt haben, daß sie nur noch zwischen Lidl und Aldi hin und her pendeln, interessanterweise mit ihrem Schlitten Fahrten von 20km und mehr machen, weil der Blumenkohl oder der Salat dort 10 Cent billiger sind. Unsere Anregung, doch mal zu überlegen, ob es nicht günstiger wäre, vor Ort einzukaufen, weil das Auto mindestens 50 Cent pro km kostet, wird mit völligem Unverständnis begegnet.