@carstenW.
Nun gut, dann also nochmal: Wie gesagt, ich habe dort gelebt und mich demzufolge natürlich auch mit den Gepflogenheiten des Landes in jeder Hinsicht (eben auch beim Autofahren) angepasst. Meine letzten Erfahrungen diesbezüglich sind wie schon erwähnt vor 5 Jahren gewesen - ich weiß auch, dass sich mittlerweile WIEDER einiges geändert hat und werde mich darauf einstellen. Die Polizisten am Straßenrand gab es schon 1992-96 (das war meine aktive Zeit im Land) und auch wenn ich mit Dominikanern unterwegs war (auf Motoconchos oder Pkw's bzw. publico taxis) werden diese mal angehalten, es wird ein kleiner Plausch gehalten, ein paar Pesos wechseln beim Grüßen bzw. Verabschieden den Besitzer - unauffällig
natürlich! - und das war's. Logisch, wenn man natürlich nach Alkohol riecht oder in seiner Fahrweise ZU auffällig ist, können sie schon mal näher nachfragen und ein Ausländer sollte sich das selbstverständlich nicht erlauben (ist aber im europäischen Ausland auch nicht anders und in BRD sowieso auch nicht). Also passendes "Kleingeld" ist immer gut.
Ansonsten habe ich mit Dominikanern - auch bei Unfällen (ich hatte auch mal einen mit einem Roller und einen mit einem Pkw) - nie Probleme gehabt.
Bei "unschuldig" einsitzenden Europäern ist immer Vorsicht geboten - nach meiner Erfahrung hat sich immer wieder herausgestellt, dass die halt doch nicht ganz "unschuldig " waren, sei es wegen Drogen, Alkohol oder sonstigen Vergehen. Gut ist natürlich immer, WENN man selbständig unterwegs ist, ein paar Brocken Spanisch zu können und zu verstehen (ist in jedem anderen Land auch so!).
Was mir immer angenehm aufgefallen ist, ist die Freundlichkeit und die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen! Wir hatten uns z.B. in Higuey verfranst, es war morgens gegen 5.30 Uhr und ich hatte keinen Plan mehr, wo ich hin muss. Ein kurzer Stop bei einem Motorradfahrer, eine Frage nach dem Weg, er erklärt es mir kurz, ruft dann einen anderen heran, der sich vor mein Auto setzt und mir den richtigen Weg vorausfährt (ohne Geld zu verlangen!!!!!!). Das ist mir in Deutschland noch NIE passiert. Auch bei meinem Unfall mit dem Roller (ich war leicht verletzt und etwas benommen), haben mir die Dominikaner super geholfen. Einer hat den Roller gesichert, ein anderer mir einen Wagen in die Klinik organisiert und meine Habseligkeiten waren VOLLSTÄNDIG bei dem mit dem Roller - es hat kein einziger Peso gefehlt! und anstatt nur blöd rumzustehen und zu gaffen, haben die Leute geholfen und angepackt - das ist für mich Hilfsbereitschaft.
So und ansonsten kann ich mich nur "Pesches" Eintrag anschließen - wenn es Möchtegern-Schumis gibt und die sich entsprechend aufführen, werden sie wohl in jedem Land Schwierigkeiten bekommen - das ist auch o.k.
Und den Fahrstil der Dominikaner hatte z.B. mein Freund, der das erste Mal im Land war, in Nullkommanichts drauf, sich darauf eingestellt und war mehr als zufrieden - gerade auch, was das
<<wohltuend von der sturen “ich bin im Recht!” Fahrweise in unseren Breitengraden unterscheidet!>>
Jeder muss auf den anderen aufpassen, die verschiedenen "Handzeichen" beachten und immer damit rechnen, dass der andere sich halt gerade mal nicht "vorschriftsmäßig" verhält - im Gegenzug werden einem aber eben auch eigene "nicht vorschriftsmäßige" Fehler verziehen bzw. gar nicht großartig beachtet und derart vehement sein "ICH habe Vorfahrt, ICH komme von rechts, ICH war zuerst da, ICH, ICH, ICH" verteidigt.
Leben und leben lassen, nach dieser Devise kommt man m.E. gut durch und vor allem: die deutsche Hektik und Gründlichkeit mal in Deutschland lassen, sobald man wieder deuschen Boden betritt, fallen einem die verbissenen, grantigen Gesichter schon am Flughafen wieder auf und das setzt sich fort, bis man wieder zuhause ist.
Für mich lieber "chaotische Liebenswürdigkeit" als "durchorganisierte deutsche Gründlich- und Grantigkeit". 
Madeleine