Wir haben vor etlichen Jahren mal geraume Zeit in Istanbul im Flugzeug gesessen - wenn ich mich recht erinnere Istanbul Airlines -, da waren die ersten fünf Reihen nicht besetzt. Es herrschte ziemliche Unruhe unter der weiblichen Crew und auf meine Frage, was denn los sei, bekam ich aus verklärt lächelndem Munde einer der osmanischen Schönen die Mitteilung, dass ein gewisser Tarkan nebst Begleitung uns die Ehre seiner Anwesenheit auf dem Flug nach Düsseldorf zu geben gedenke, dass dieser aber mit dem Autogrammeschreiben noch nicht fertig sei. Weder meine Frau noch ich hatten von dem Kerl je gehört, aber ein freundlicher Nachbar - türkischer Busfahrer seines Zeichens aus Essen - klärte uns auf, dass besagter Tarkan ein in der Türkei überaus bekannter Sangeskünstler sei, der eine Tournee durch die türkischen Klubs im Ruhrgebiet in Angriff nähme. Das war einige Jahre bevor der Mann sich vor dem türkischen Militär gedrückt hat.
Nach ca. einer Stunde waren dann die fünf leeren Reihen mit Tarkan und seiner Truppe voll und der anschließende Flug war - was den Service betraf - der schlimmste, den wir je mitgemacht haben. Die Stewardessen waren die gesamte Flugzeit damit beschäftigt, diesen offensichtlich anbetungswürdigen Personen die Ä.....e nachzutragen, wobei ich nicht rausgekriegt habe, ob die Damen dies von sich aus oder auf Kommando der Musiker machten. Die anderen Passagiere bekamen nur was, wenn man nach vorne ging, sich eine der Damen ans Händchen nahm und sie Aug´in Aug´ darum bat.
Wir sind dem Schicksal heute noch dankbar, dass wir dieses Theater nicht auf einem längeren Flug erleben mussten.
Sokrates