Tourismus in der Krise...?
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Auf Spiegel Online titeln sie auch "DRAMATISCHE FLAUTE: In Griechenland bleiben Touristen aus"
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,620219,00.html
Wenn man sich aus den dort genannten Zahlen den Rückgang ausrechnet, lag er wohl bei -62,5% gegenüber dem Vorjahr. Das ist natürlich sehr deutlich spürbar.
Vielleicht gibt es ja dieses Jahr doch noch Sonderangebote, die den Namen verdienen.Ich finde es auf jeden Fall sehr gut, das die Urlauber eine deutliche Sprache sprechen und einzelne Länder für die bisherige Preispolitik abstrafen. Vielleicht lernt ja jemand draus.
Und die Türkei sollte das Verhalten der Urlauber gut beobachten, wenn sie meinen, man kann jedes Jahr die Preise prozentual zweistellig erhöhen.
Ägypten, Spanien und Griechenland haben es vorgemacht. -
Ich glaube nicht,das es ein "Abstrafen" der Preispolitik ist; in den meisten Fällen ist es schlichtweg die Kriese (in vielen Branchen gibt es Kurzarbeit; befristet Beschäftigte werden erst die Verlängerung des Vertrages abwarten u.s.w.)
Es ist einfach die Angst,es nicht voll durchfinanzieren zu können, die Jobaussicht für die Zukunft,oder der nichtfeststehende Urlaub (bei nötigem Jobwechsel).
Es ist ja kein Phänomen,was nur ein Land trifft, Buchungsrückgänge gibt es überall; in Euroländern wie Spanien und Griechenland sicher stärker als in der Türkei,weil auch Währungsbedingte Mehrkosten eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Das ist z.B. ein Vorteil der Türkei. Dazu kommt noch,das die Landeseigenen Airlines der Türkei deutlich billiger sind für Veranstalter,als z.B. deutsche,die nach Spanien+Griechenland fliegen.
Und nun bitte,fordert nicht,die deutschen sollen noch billiger "produzieren". Denn dann hätten wir bald nur noch Billigjobs,und keinen Markt mehr für irgendwas.
Dazu kommt-die Kosten steigen ja auch in anderen Bereichen schneller als die Gehälter-vieles nur im Kleinen,aber in der Monatssumme fehlen dann doch die Rücklagen für den Urlaub.
Deshalb-nicht ins Grübeln und Grollen verfallen,ausrechnen,was machbar ist (auch wenn Ziel und/oder Reisedauer dann anders als letztes Jahr sind),und auf den wohlverdienten Urlaub freuen
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Natürlich hat es viele Gründe und die Krise ist der Hauptgrund. Aber unsere Konjunktur wird dieses Jahr vielleicht um 5% einbrechen und die Buchungszahlen brechen dort um ca. 60% ein während die Türkei wohl stabil ist.
Es gibt also eindeutig auch krisenunabhängige Wanderungsbewegungen, die z.B. damit zu tun haben,- das gerade die o.g. Länder mit den Einbrüchen die Preise massiv angehoben haben (so, wie jetzt die Türkei auch langsam anfängt)
- das man in der Türkei dutzende 5*-Hotels mit mind. 98% Weiterempfehlungsrate und >5,3 Sonnen hat (die im Moment auch noch bezahlbar sind), während das in den anderen Urlaubsländern (Griechenland, Spanien, Ägypten) einfach nicht der Fall ist.
Es hat also schon etwas mit dem Preis/Leistungsverhältnis zu tun und somit bleibe ich dabei, das Käufer die Angebote mit einem schlechten Preis/Leistungsverhältnis meiden (oder anders ausgedrückt abstrafen).
Und wenn man es makroökonomisch betrachtet: Warum muss man denn mehr als alle anderen auf der Welt in den Urlaub fahren, wenn man nicht mehr als alle anderen auf der Welt leistet?
Ich denke, der Trend ist durch die Krise verstärkt, aber "so gut wie früher" wird es nie mehr. Nicht in der globalisierten Welt. Dazu ist Deutschland inzwischen zu mittelmäßig. In einer Statistik nach der anderen läuft China uns den Rang ab (und dann kommt Indien in Kürze), aber dort kann man für die gleiche Leistung (inzwischen hat uns China beim Maschinenbauexport überholt, das war mal eine Deutsche Domäne) mit einem Stundenlohn von 1 € kalkulieren, während hier für mind. das 20-fache gearbeitet wird.Luxus-Urlaub wird es immer geben, denn Reiche gibt es überall immer mehr und sonst werden die Leute immer ärmer, also werden die Billigreisen oder Autoreisen immer mehr zunehmen. Aber der Markt für "Mittelklasseurlaube" (so 800-2000 € pro Person für einen Urlaub) wird mit Sicherheit immer weiter schrumpfen, auch nach der Krise.
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Also wenn ich so alles lese , gibt es diese " Krise überhaupt nicht, Alles nur herbei geredet 
Mal sehen wie lange diese Schönrederei gut geht. Können wir ja alle gut von unseren gewählten Volksvertretern abgucken.Fakt ist doch das die Buchungszahlen zurückgehen und die werden noch weiter in den Keller gehen wenn wir erstmal die 5 Millionengrenze Arbeitslose und Kurzarbeiter überschritten haben. Und da gibt es tatsächlich noch positiv Tourismus oirentierte " Fachleute " Das zeigt doch wieder voll in welcher Welt wir leben.
Das Boot geht erst unter wenn es am Grund liegt.
Wenn ich da schon lese " Luxusurlauber wird es immer geben " .
Von wem bitte lebt die Tourismusbrance. Doch wohl von Otto - Normalverdiener. Die Masse machts doch wohl immer noch. Denkt mal nach. Der Mensch der letztés Jahr gebucht hat muss nicht diese Jahr wieder buchen. Wenn jemand sein ganzes Geld zum überleben braucht, können die Preise noch so fallen, er wird nicht buchen, oder ? Die Buchungszahlen 2009 sagen nichts aus über das Jahr 2010. Erst hier wird sich rausstellen was Sache ist.
Und jede andere Ausage ist für mich reiner Zweckoptimismus., schönrederei oder schlichtweg Augen vor den Tatsachen verschliesen bzw. die drei Affen. Kennt jeder denk ich.
Nichts für ungut
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Aus einer Spiegelmeldung zur Inflation:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,621658,00.html#ref=rss
"Im April 2009 lagen in Nordrhein-Westfalen die Verbraucherpreise im Durchschnitt 0,8 Prozent höher als vor einem Jahr.......Teurer als im Vorjahresmonat waren vor allem Pauschalreisen (16,5 Prozent) und Beherbergungsdienstleistungen (5,8 Prozent).
Dagegen war Heizöl 37,7 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Die Preise für Benzin und Diesel lagen 13,6 Prozent unter dem Vorjahreswert"Ich kann nur sagen: lol
Die Branche schaufelt sich gerade ihr eigenes Grab
Offenbar sollen die Buchungsrückgänge durch höhere Preise aufgefangen werden. Na viel Spaß bei der Strategie. Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise und wenn im Moment ein Überangebot (v.a. an Hotels) bei schwacher Nachfrage vorhanden ist, was heißt das dann bitte für die Preise? -
Da werden einige auf der Strecke bleiben-so oder so.
Mit niedrigeren Preisen können Hotels bei gleichzeitigen sinkenden Buchungszahlen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Es bliebe also irgendwas auf der Strecke (Service,Essen,Unterhaltung ?).
Die Preise als "Ausgleich" anzuheben,birgt die Gefahr,noch weniger Buchungen zu bekommen.
Im Prinzip ein Teufelskreis
Ich kenne das schon von letztem Jahr aus einem Hotel. Da hat man das tägliche Abend-Unterhaltungsprogramm auf 3x pro Woche reduziert-mit dem Ergebniss,das dann keiner mehr abends im Hotel für Umsatz gesorgt hat. Die Gäste gehen halt woanders hin. Und das war kein AI-Hotel-da ist man auf den Bar-Umsatz eigentlich richtig angewiesen! -
Nun, ganz einfach:
die Hotels lässt man zappeln. Wie man lesen konnte, haben die RV schon für dieses Jahr ihre Festkontingente reduziert und dafür Optionen geschaltet. Die nehmen sie allerdings jetzt nicht wahr. Die airlines legen Flieger still, und auf dieser Basis ergibt sich "optisch geschönt" ein "Ausgebucht". Mal abwarten, wenn in ein paar Monaten abgerechnet wird.
Preise ? Die haben sie im letzten Jahr vor der Finanzkrise festgelegt, weil sie endlich auch mal einen Schluck aus der Pulle wollten ( die Berechtigung einer begrenzten Erhöhung wg. ihrer Kostensteigerung stelle ich nicht in Frage ). Und jetzt wird das Preisniveau hochgehalten, koste es was es wolle. Man sieht ja, das die Kommentare der Branche zur Krise abwiegelnd sind. Der Markt soll nicht mit negativen Nachrichten noch weiter runter geredet werden.
Erfolgsmeldungen ( anscheinend die Türkei ! ) werden betont, Krisenregionen nahezu totgeschwiegen. Wobei ich Informationen habe, das man in der Türkei schon das Ausbleiben der Russen schmerzlich spürt, und ich mich darum frage: wer schafft denn dafür den Ausgleich ? Wir Deutschen ? Kann ich eigentlich nicht glauben. Also sollte man auch die Zahlen für die Türkei mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen.
Gruss Gabriela
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Und das es momentan Zurückhaltung gibt,hat mir auch ein Gespräch gestern in meinem Reisebüro um die Ecke gezeigt. Der Inhaber erzählte mir,das es in all den Jahren,die er das RB betreibt,noch nie so einen schlechten April gab. Da nützen noch nicht mal die Werbeaufsteller draussen vor der Tür mit Sonderangeboten was,es kommt einfach keiner rein!
Ist schon traurig
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Mal eine ganz andere Betrachtung:
Könnte man nicht anstatt von einer Krise von einem Abriss des Booms reden?
War es denn - wie an anderen Stellen auch! - noch ein "gesundes" Wachstum?
Dürfte man nicht mit Recht sagen, die Zahlen haben sich "relativiert"?Mit Blick auf Kräne anstelle von Dünen entlang der Strände vor allem ums Mittelmeer bin ich - leider vielleicht ganz eigennützig! - der Ansicht, dass es womöglich genau so kommen musste. Wie mit den Aktien und Immobilien ... etc. - die Blase ist nun eben geplatzt!?
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@vonschmeling: Ich denke der Ansatz bzw. die Betrachtung von dir ist gut.
Ich bin auch der Meinung, wo über Jahre hinweg ein Aufschwung stattgefunden hat, tritt auch irgenwann mal eine Stagnation bzw. vllt. auch eine Rezession ein.
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Richtig ! die letzten Jahre waren Boom Jahre für die Reise Branche jeder der eine Sandale umbinden konnte ist geflogen,ich freue mich wenn ich endlich wieder mit einem Handschlag im Flieger willkommen geheissen werde und im Hotel mit einem ,wir freuen uns sie zu begrüssen zu dürfen empfangen werde.
Endlich wird Reisen/Urlaub wieder Spass machen.

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Die Urlaubs-Industrie würde weiterhin boomen - wenn die Leute das nötige Geld hätten.
Urlaub an sich boomt nach wie vor, nur eben nicht in Form einer Flugreise, sondern heimatnah. Umfragen haben ergeben, dass der Deutsche auf alles Mögliche verzichtet, jedoch nicht auf seine Urlaubsreise.
Wer sparen möchte/muss, fliegt dann nicht mehr 10.000 Kilometer, sondern nur noch 2.000. Lag sein Lieblingsziel vorher in 2.000 Kilometern Entfernung, sucht er es jetzt vielleicht in 1.000 km und zieht eine Autoreise in Betracht. Zu Hause bleibt er - wenn irgend möglich - nicht.
Andere Variation:
Statt 5 oder 6 Flugreisen nur noch 3 oder 4.Urlaubsreisen kommen nie aus der Mode, jedoch verlagern sich Interessen, Intensionen, private pekunäre oder persönliche Möglichkeiten.
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Da bin ich anderer Meinung. Ein Nachlassen der Nachfrage ( des booms ) würde bedeuten, das es eine Sättigung des Bedarfes gegeben hat. Davon kann nun wirklich keine Rede sein.
Wir haben das Problem einer Krise. Die Nachfrage bricht ganz einfach weg. Und das nicht nur aus dem alten Kundenkreis, denken wir nur an den russischen Markt. Der Tourismus hätte noch einige Jahre Zuwachsraten aus neuen Längern ertragen können, die bisher davon ausgeschlossen waren. Und nur deswegen gab es Kräne und Baustellen !
Es ist aber legitim, die Situation mit dem Platzen einer Aktienblase zu vergleichen. Oder -sehr extrem- mit einem Schneeballsystem ! Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Aber ich bleibe dabei: letztes Jahr im Sommer war die ( Reise- ) Welt noch in Ordnung, und es gab keinen Grund zur Annahme, das es nicht noch einige Zeit so weitergehen würde.
Gruss Gabriela
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Nachfrage nach Urlaubsreisen besteht nach wie vor @ gabriela, aber gewandelt, je nach Portemonnaie des Urlaubers.
Da bleibt der russische... Markt eben zu Hause, am Schwarzen Meer/Baikal/Sibirien ... ist mir, sorry, egal.
Ebenso, wie es mir egal ist, ob deutsche Urlauber nach Mexiko fliegen oder mit dem Auto in den Schwarzwald.
Die Reiseindustrie kann das Buchungsverhalten der vergangenen Jahre analysieren - das der Zukunft kann sie nicht.
Analysieren, schlicht: ausrechnen kann sie die bisherigen Buchungen.
Nun ja. Diese Zahlen könnten etwas aussagen über das Buchungsverhalten der Pauschalreisenden - und nur darüber, das sollte man berücksichtigen.
Rein gar nichts sagen sie aus über individuelle Buchungen von Flügen und Hotels - direkt. Wer ist Urlauber, wer ist Geschäftsreisender?
Flugbuchungen verzeichnen ein Minus, ich weiß, Lufthansa z.B. stimmt in das allgemeine Jammern ein. Na und? Weniger Geschäftsreisen... z.B.
Zu vergleichen mit Deiner Aktien"blase": die Entwicklung eines Papiers in der Vergangenheit kann jeder Volldepp aus Tabellen ablesen - für die Entwicklung der Zukunft gibt es keine Tabellen, die steht in den Sternen.
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Erika1 wrote:
Zu vergleichen mit Deiner Aktien"blase": die Entwicklung eines Papiers in der Vergangenheit kann jeder Volldepp aus Tabellen ablesen - für die Entwicklung der Zukunft gibt es keine Tabellen, die steht in den Sternen.Jau, genau so war das gedacht ... spekulativ eben ...
:?
Die Glaskugel stand eher nicht frisch poliert am Start ...

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Hallo,
ohne nun die gesamten Seiten gelesen zu haben, meine Sicht zum Reise-Verhalten in der Krise.
Es ist schon so, dass man auf den Urlaub nicht verzichten möchte.
Doch wenn das Geld für eine exklusive Fernreise fehlt, macht man eben Urlaub in der "Nähe" oder mit einem sog. "preisgünstigen Veranstalter", mit all den Nachteilen, die man dann auch in "Kauf nehmen muss". Besser, als gar kein Urlaub fern von zuhause.
Unsere Erfahrung ist nun die, dass z.B. Reiseländer wie die Türkei enorm zugewinnen und Reiseländer, die in den 70'er Jahren stehengeblieben sind, wie z.B. Spanien und die Kanaren erheblich an Reisenden verlieren werden.
Lieber reisen wir in ein freundliches Land, das zudem noch viel preisgünstiger ist, als in ein Land, das sehr, sehr teuer und zudem auch noch unfreundlich gegenüber den Gästen ist.
Also werden diese Länder Tourismuseinbussen haben und vielleicht auch daraus lernen.
Doch viel Hoffnung habe ich nicht.
Grüße Sealord -
Ich war gestern noch mal im Reisebüro,um für meine Urlaub einen Laiwagen nah zu buchen.
Dabei habe ich auch noch mal nach gefragt,wie es den mit der Krise aus zieht.
Ich bekam als Antwort:
Was für eine Krise,alle guten Hotels wären aus gebucht!
Sie hätten Kunden die ihr geliebtet Hotel nicht mehr buchen könnten.Weil alle Hotels voll wären.
(Hauptsaison)Und das bei den Preiserhöhungen,die dieses Jahr statt fanden.

Soviel zur der Deutschen Wirtschaftskrise.
Stephan
