Sarkozys Albtrauminseln
-
In Guadeloupe und seit knapp zwei Wochen auch auf der Nachbarinsel Martinique steht das öffentliche Leben praktisch still.
Schulen, Ämter, Banken und Geschäfte in den beiden französischen Verwaltungsgebieten sind größtenteils geschlossen, die Müllabfuhr hat ihre Arbeit eingestellt, an den Tankstellen gibt es kaum noch Benzin.
Der Hotelverband bezeichnet den Verlust für die Reisebranche als "katastrophal" - die Karibikinseln sind gerade während der derzeitigen Winterferien ein beliebtes Urlaubsziel bei den Franzosen. -
Die Locals streiken wegen der hohen Lebenshaltungskosten. Dabei verdient dort ein kleiner Arbeiter immerhin 900EUR im Monat! Das ist wahnsinnig viel wenn man das mit Grenada vergleicht, wo eine vergleichbare Arbeit nur max. EC$ 1500 einbringt (= EUR 430,-), eine Putzfrau verdient hier nur 750 - 850 EC$ pro Monat (=EUR 210,- bis 250.-)!!! Klar, das hohe Euroniveau auf den frz. Karibikinseln machts nicht besser, aber ich finde, die habens gar nichtmal so schlecht wie die alle tun. Die haben auch Euro-Einnahmen aus dem Tourismus, was fuer diese Inseln schon allein waehrungstechnisch ein Riesenvorteil gegenueber dem USD ist!
Klar, Armut gibts dort auch genug, aber 900 EUR verdienen und 340,- mehr fordern, das find ich schon etwas extrem! -
So ganz stimmt das nicht. Die Lebensmittel dort sind um einiges teurer als im Mutterland Frankreich, der Durchschnittsverdienst aber deutlich niedriger als in Frankreich. Die Arbeitslosenquote beträgt 22,7 %. Der Handel liegt weitgehend in den Händen von sogenannten "beke". Die Bevölkerung kann sich diese Produkte kaum leisten. Es werden übrigens 200,-- Euro mehr verlangt und nicht 340,-- Euro.
-
Ich las gestern dass sie 340,- mehr verlangen, war wohl ueberzogen von den Medien. Egal, auch 200,- mehr ist schon der Hammer fuer hiesige (karibische) Verhaeltnisse. Ich war ja (leider!) noch nicht auf den beiden Inseln, ich vergleiche nur die Verhaeltnisse von hier (Grenada) und dort, was ich halt von Freunden/Bekannten und aus dem Internet so weiss. Wenn die normalen Arbeiter schon 900 Euro verdienen, Wahnsinn, davon koennen wir hier in Grenada nur traeumen!!! Das verdienen hier nichtmal Lehrer oder Aerzte! Das muss man sich mal vorstellen, und Lebensmittel kosten hier auch teilweise mehr als in Europa.
Frankreich gehoert ja nun nicht zu den billigsten Laendern, Lebensmittel sind ja dort schon um einiges teurer als in Oesterreich oder Deutschland (DAS weiss ich weil ich oft dort war).Was fuer mich total unverstaendlich ist: jetzt haben diese beiden Inseln die IMporte vom Mutterland, also sollten diese Produkte doch auch eigentlich guenstig sein, im Vergleich zu anderweitig importierten Dingen??? Ich meine, die restl. Inseln haben zB. nicht den "starken" Euro als Zahlungsmittel, und auch nicht die EU als "Stuetze". Mal ehrlich, von meiner Sicht her - wenn jetzt Guadeloupe und Martinique streiken, da muessten alle anderen schon lange streiken!!!!!
Ups, das weicht jetzt alles etwas vom Thema Urlaub ab, also enthalte ich mich jetzt wohl besser weiteren Postings hierzu

-
möchte ich gerne bestätigen .
in allen franz. aussendepartements sind die lebenshaltungskosten um vieles teurer , als im heimatland ( wo man ja auch schon nicht von " billig " sprechen kann ) . das habe ich in franz.polynesien , auf reunion und auf den franz.karibikinseln erlebt .war da ziemlich erschrocken . ausserdem wurde uns da erzählt , das vieles von den inseln ins heimatland exportiert , aber dann wieder reimportiert würde , was das ganze noch mehr verteuern würde . ob da was wahres dran ist ??? -
Stimmt schon alles, war gerade auf Martinique. Nur, man darf diese Inseln auch nicht mit den anderen drumherum gleichstellen. Es sind Inseln, die zur europäischen Union (Frankreich) gehören, mit seinen Preisen, Löhnen, Subventionen und Kosten für den Urlaub. Die Einwohner selbst orientieren sich am franz. Festland und nicht an ihren Nachbarinseln. Aber man braucht ein paar Tage, ehe man versteht, dass man nach 9 Stunden Flug mitten in der Karibik doch auf europ. Territorium ist. Aber es geht auch preiswerter als Hotels, wenn man sich ein chambre d'hote sucht und im Supermarkt einkauft, sich selbst verpflegt.
-
Hallo evamarie,
kannst du etwas von Martinique und deinem Urlaub dort berichten? Ich war noch nie auf Martinique, obwohl es relativ nah ist, aber da es zur EU gehoert, ist es fuer uns nahezu unerschwinglich geworden.....Wuerde mich freuen, wenn du etwas erzaehlen koenntest zu Unterkunft, Straenden, Verpflegung und den entspr. Kosten.
Sonnige Gruesse
Belinda -
Hallo Belinda,
Martinique ist dann nicht unerschwinglich, wenn Du flexibel bist und alles selbst organisierst. Flüge mit Air France ab 600 € von vielen Flughäfen Deutschlands-lästig ist dabei der Flughafenwechsel in Paris, Appartement ab 60€ pro Nacht für 2 Personen weitere Personen +5 €. Wir hatten ein tolles Appartement mit Terasse und Pool bei deutschen Vermietern in Le' Anses de Arlet- ein nettes Örtchen mit schönem Strand. Die Nebenkosten sind etwas höher als in Europa, besonders für Produkte wie Käse und Gaststättenbesuche. Wir haben meist in Discountern und bei kleinen Händlern eingekauft und uns selbst verpflegt, waren aber auch ab und an auswärts essen. Unbedingt benötigt wird ein Fahrzeug, um die Insel mit all ihren tollen Stränden, Dörfern, der Hauptstadt und dem Regenwald zu entdecken. Bei den Autovermietern sind die Preise recht hoch- vergleichen sollte man z. B. bei www.mietwagen.de und darauf achten, dass man möglichst keine Selbstbeteiligung hat. Billiger mieten kann man bei den deutschen Besitzern, allerdings mit Selbstbeteiligung. Das Autofahren auf Martinique macht Spass, wenn man sich den Fahrgewohnheiten der Einheimischen anpasst. Am Tage hat man da kaum Probleme. Man kommt auch mit sehr rudimentären Französischkenntnissen und Englisch zurecht. Wir waren 2x auf Martinique, haben wahrscheinlich weniger bezahlt, als bei einer Pauschalreise mit AI ansonsten in der Karibik und hoffen bald wieder "unser" Martinique zu besuchen!
Viele Grüße Pauline64
