Ich nehme mir einen Anwalt...!!!
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Hallo
In vielen Berichten von schauerlichen Urlaubserlebnissen oder ungeplanten Flugänderungen, Hotelverschiebungen und dem Nichtvorhandensein von Sportangeboten lese ich immer wieder:
Ich nehme mir einen Anwalt - ich übergebe die Sache meinem Anwalt - soll ich einen Anwalt nehmen?
Nun ja, ich würde ehrlich gesagt nicht mal einen Anwalt kennen, von einem "Stamm-Anwalt" ganz zu schweigen. Als Schweizer frage ich mich, ob es in Deutschland usus ist, einen Anwalt zu kennen oder ob da einfach unbedacht irgendwelche Drohgebärden ausgesprochen werden.
Wie haltet es ihr mit dem Anwalt - sofern ihr einen kennt?
Eher amüsiert lese ich auch die umfangreichen Gerichtsurteile inkl. der Paragrafen zum Thema verpatzte Ferien. Richtig ist, dass ein Reiseveranstalter für Fehler haften muss, aber ich kriege das Gefühl nicht los, dass hier manchmal die hinterletzte Bedeutung eines Paragrafen oder einer Bestimmung so lange gedreht und gewendet wird bis sie zum eigenen Fall passt. Als "Viel-Ferien-Mensch" habe ich bis heute nur gute Erfahrungen mit meinen Ferien gemacht - oder vielleicht den einen oder anderen kleinen Fehler nicht bemerkt oder als nebensächlich abgetan. Dafür hab ich die Ferien so richtig genossen.Gruss Markus
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oft ist es so, dass es sich einfach nur um eine drohung handelt.
zumindest kenne ich in meinem bekanntenkreis wirklich nur 1 paar, dass jemals überhaupt mittels anwalt versucht hat, ansprüche durchsetzen zu wollen.
ansonsten kenne ich nur zufriedene urlauber, die vielleicht mal das eine oder andere nicht so gut fanden. aber trotzdem wird nicht alles gleich reklamiert.
wenn man sich aber durch das reiesrecht-forum liest, dann gibt es schon mehr fälle davon. das liegt aber sicher auch daran, dass niemand hilfe und rat sucht, wenn der urlaub gut war, und wir so immer nur die negativen dinge mitbekommen.sofern die kunden eine rechtsschutzversicherung haben, dürfte die konsultation eines anwaltes ja auch kein finanzielles risiko darstellen. bei meinen versicherungskunden (ich habe ein versicherungsbüro) verkauft sich die rechtsschutzvers. wie geschnitten brot, ohne sie aktiv ansprechen zu müssen. vielen ist diese vers. wichtiger, als eine vernünftige altersversorgung etc..
das lässt schon tief blicken.ich für mich habe das glück, einen anwalt im freundeskreis zu haben, den ich ggf. zu rate ziehen kann. bezüglich meiner reisen mußte ich seinen rat jedoch noch nicht in anspruch nehmen.
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Ich werd noch in diesem Monat 50 und hab in meinem ganzen Leben noch keinen Anwalt gebraucht, trotz ca. 30 Pauschalreisen! und auch andere Situationen wurden ohne gemeistert.
Bei den meisten Leuten ist dieser Spruch leeres Geschwätz, und wenn nicht, hat auch bloß dr Anwalt seine Freude. -
mawota wrote:
Als Schweizer frage ich mich, ob es in Deutschland usus ist, einen Anwalt zu kennen oder ob da einfach unbedacht irgendwelche Drohgebärden ausgesprochen werden.
Wie haltet es ihr mit dem Anwalt - sofern ihr einen kennt?
Man muss ja keinen Anwalt kennen, um sich einen zu nehmen. Die stehen in den 'Gelben Seiten'.mawota wrote:
Als "Viel-Ferien-Mensch" habe ich bis heute nur gute Erfahrungen mit meinen Ferien gemacht - oder vielleicht den einen oder anderen kleinen Fehler nicht bemerkt oder als nebensächlich abgetan. Dafür hab ich die Ferien so richtig genossen.
Ich sag immer: Urlaub ist, wenn ich so ruhig und gelassen bin, dass ich kleine Unzulänglichkeiten gar nicht bemerke. Einen Anwalt hab ich nach dem Urlaub noch nie gebraucht. -
mawota wrote:
.... aber ich kriege das Gefühl nicht los, dass hier manchmal die hinterletzte Bedeutung eines Paragrafen oder einer Bestimmung so lange gedreht und gewendet wird bis sie zum eigenen Fall passt.
Vor etlichen Jahren wurde ein 'Buch' veröffentlicht in dem - bis ins kleinste Detaill - geschildert wurde was und wie man bei welchen Mängeln bei Pauschalreisen beanstanden kann um Geld zurückzufordern' (eine regelrechte Empfehlung und Gebrauchsanweisung).Es gibt (viele?) Leute die sich daraus einen 'Sport' machen und (noch vor Antritt der Reise?) alles mit der Lupe betrachten um jegliche Möglichkeit einer Reklamation zu 'studieren', alles zu belegen und am Tag der Rückkehr alles schön dem Rechtsanwalt präsentieren.
Ich bezweifele dass man so den Urlaub noch geniesen kann. Diese Einstellung schadet vor allem jenen die eine berechtigte Beschwerde/Reklamation einfordern wollen.
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Schon Kurt Tucholsky wusste:
"Wenn ein Deutscher auf einer Bananenschale ausrutscht, überlegt er sich als erstes, wenn er haftbar machen kann."
Das scheint tatsächlich so zu sein.
Gruß
Manfred
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So heiß wies gekocht wird wird hier auch nicht gegessen. Bei kleineren Mängeln kann ich leben. Es kann immer mal was passieren. Wenn jetzt irgendwo ein richtiger Hammer kommt, und man kann sich so nicht einigen würde ich die Sache auch zum Anwalt geben. Dafür hab ich eine Rechtsschutzversicherung. Nicht zum Reisen sondern für alles.
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Bei Leuten, die mit einem Anwalt oder einer Anwältin verbandelt sind, gehört betreffender ganz sicher zur Ferien-Standard-Ausrüstung!

In all den vielen Jahren, nach unzähligen Reisen aller Art, war in meiner sehr reisefreudigen Familie bisher nur ein einziges Mal der Gang zum Anwalt nötig. Die Mängelliste war damals derartig lang, dass ein Gericht meinen Eltern eine Erstattung von 70% des Reisepreises zusprach. Im nachhinein kann man darüber lachen - von dem Urlaub erzählen wir heute noch... Aber damals war's wirklich nicht lustig.
Aber im Normalfall sollte man doch schon vorort eine Behebung der Mängel anstreben, ob nun im Gespräch mit dem Hotel oder dem Reiseveranstalter. Davon hat man sicher mehr, als hinterher ein paar Euro zu erstreiten.
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Der Satz "Ich nehme mir einen Anwalt!" kommt gleich nach "Dann hole ich meine Brüder, wah?!"
Also, wer sich nicht alleine gegen Mißstand oder bei kleinen Ungereimtheiten wehren kann, ist doch irgendwie armselig, oder?
Wer nicht über kleine Fehler (ja gut, das liegt auch wieder im Auge des Betrachters) hinwegsehen kann, der sollte nicht in den Urlaub fahren und lieber auf Balkonien oder Terassien bleiben.

Gut, wenns wirklich etwas brenzliges wird, wenn man vielleicht sternemäßig einfach umgebucht wird, eine Nacht am Strand verbringen muß, weil das Hotel völlig überbucht ist oder es das Hotel vielleicht gar nicht gibt, das man gebucht hat, DANN würde ich mir auch Beistand holen, nicht nur rechtlichen....
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zuleyka wrote:
Der Satz "Ich nehme mir einen Anwalt!" kommt gleich nach "Dann hole ich meine Brüder, wah?!"
Fehlt noch: "Ich schreibe and die BILD Zeitung" (da wird dann schnell aus Feuchtigkleit im Zimmer eine ¨kathastrophale Überschwemmung im Land", i.e. höherer Anspruch auf Entschädigung). -
Der Ausspruch "ich nehme einen Anwalt", ist leicht dahin gesagt, schließlich hat man ja seine Rechtschutzversicherung.
Ein großer deutscher Automobilclub publiziert sogar eine Broschüre "Reiserecht-Ratgeber" in dem man genau nachlesen kann, wieviele Kakerlaken zu tollerieren sind
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Mal googlen mit "reiserecht ratgeber", dann sieht man genau, dass es hier ums Geschäft geht und nicht wirklich um einen verdorbenen Urlaub.
Komischerweise ändern sich die Erinnerungen dann doch im Laufe der Zeit. Aus einem total danebengegangen Urlaub werden immer mehr lustige Geschichten, je länger es her ist. -
Hallo Markus.
1.) Wenn man 100 repräsentativ ausgewählte Deutsche ansprechen würde, mit der Bitte spontan den Namen und/oder die Adresse eines Rechtsanwaltes zu nennen, die Erfolgsquote würde unter 10% liegen
2.) Würde man nach einem Rechtsanwalt einer bestimmten Fachrichtung fragen (hier Reiserecht), die Erfolgsquote würde unter 1% liegen !
3.) Gerne wird auch mit der Weitergabe der Angelegenheit an einen TV Sender gedroht. Beliebt dabei sind RTL und SAT1.
4.) Bei einem Teil der Deutschen (20%-30% ??) gibt es die Grundsatzeinstellung: "Das wollen wir doch mal sehen". Oder auch: "Mit mir nicht !" Gerne auch**:"Damit gehe ich vors** **Gericht, die verklage ich".Die Anzahl dieser "Bagatellfälle" die vor einem Gericht verhandelt werden, nimmt in der Tat in Deutschland zu. Ob speziell im Segment = Reiserecht = kann ich nicht beurteilen. Da geht es oftmals nicht um 100,- € oder 200,- €, sondern man will einfach Recht haben ! Gewinnt man, wird laut und breit erzählt:"Siehste geht doch, denen habe ich es aber gezeigt - gut wa."**Lieber Markus, nicht alle Deutschen verhalten sich so, aber ein gewisser Teil schon.
Gruß Hans
ps Wehe hier widerspricht einer meinem Beitrag, dann sehen wir uns ober vor Gericht.

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Solange die Verhandlung bei einem Gastwirt stattfindet, gerne auch beim "Jüngsten Gericht".
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Hallo Hans
Eine grosse Mehrheit der Urlauber sind mit ihrer Reise wohl einfach zufrieden und können auch aktzeptieren, dass auch Anderen ein Fehler passieren kann.
Die kleinere Minderheit ruft aber sooo laut, dass sie überall gehört wird. Wenn dann noch Reisemagazine, Zeitungen und das liebe Privat-TV auf diesen Zug aufspringen - da hat man doch das Gefühl, dass man auf Reisen nur abgezockt und mies behandelt werde.
Die Frankfurter-Tabelle wird in der Schweiz nur als Anhaltspunkt genommen und daher fotografieren wir noch vermehrt schöne Strände, schöne Aussichten oder das gute Essen und rennen nicht jedem Käfer hinterher

Gruss Markus
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Stimmt Markus.
Wie immer, die die zufrieden sind sind eher leise.Aber die Beschwerdeführer sind nicht zu überhören und fordernlautstark (oftmals mit schlechtem Deutsch) ihr angebliches Recht ein.
Gruß
Hans und einen schönen Abend - ohne Juristen.
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Bernat wrote:
zuleyka wrote:
Der Satz "Ich nehme mir einen Anwalt!" kommt gleich nach "Dann hole ich meine Brüder, wah?!"
Fehlt noch: "Ich schreibe and die BILD Zeitung" (da wird dann schnell aus Feuchtigkleit im Zimmer eine ¨kathastrophale Überschwemmung im Land", i.e. höherer Anspruch auf Entschädigung).genau. mit der bildzeitung wird immer wieder gern gedroht.
oder mit dem fernsehen.
oder man wir als berater persönlich bedroht:sie verklage ich.wobei mir gerade die frage einfällt: gibt es ein bundesaufsichtsamt im reiseekotr?
(ähnlich dem bundesaufsichtsamt für versicherungen ? heute:bafin?)

