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Reisebericht Rundreise Vietnam und Kambodscha - von Hanoi nach Siem Reap

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Sonstiges Asien
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  • AEVFrankeA Offline
    AEVFrankeA Offline
    AEVFranke
    schrieb am zuletzt editiert von
    #1

    Hallo zusammen 🙂
     
    Hab mir mal wieder die Arbeit gemacht und unsere Reiseerlebnisse in einem etwas ausführlicheren Bericht zusammengefasst.
     
    Werde die nächsten Tage und Wochen euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen und hoffe, ihr habt soviel Spass am Lesen wie ich beim Schreiben 🙂
     
    Liebe Grüße
    AEVFranke

    Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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    • AEVFrankeA Offline
      AEVFrankeA Offline
      AEVFranke
      schrieb am zuletzt editiert von
      #2

      Tag 1: 05.10.2009, Augsburg - Frankfurt

      Heute geht es nun endlich los zu unserer großen Reise quer durch Vietnam mit einem Abstecher nach Kambodscha, um dort Phnom Penh und Angkor Wat zu besuchen. In den letzten Tagen waren wir vollauf damit beschäftigt, unsere Koffer zu packen und auch wirklich alles einzupacken, was für diesen Aufenthalt nötig ist. Im Nachhinein mussten wir dann feststellen, dass wir viel zu viel dabei hatten, aber das ist ja fast immer so.

      Da unser Flug erst um 19.00 Uhr in Frankfurt startet, haben wir genügend Zeit, um in aller Ruhe anzureisen. Wir wollen uns noch ein bisschen Frankfurt anschauen und gehen deshalb schon gegen 9.00 Uhr zu Hause los. Rein in den Bus und ab zur Straßenbahn, die uns zum Augsburger Bahnhof bringen soll. Aber schon die Straßenbahn hat was dagegen, dass wir in den Urlaub fahren. Geschlagene 20 Minuten warten wir, bis endlich ein Ersatzbus da ist. Naja, den Zug nach Frankfurt erwischen wir trotzdem noch rechtzeitig - allerdings fällt dort heute die Bordelektronik aus, weshalb die reservierten Zugplätze nicht gelten. Na das kann ja heiter werden, wenn der Urlaub schon so anfängt! Jetzt haben wir erstmal 3 Stunden, bis wir in Frankfurt ankommen. Der Zug hält direkt am Flughafen und dort ist auch gleich ein Schalter der Asiana Airline zu finden, bei dem man vorab einchecken kann. Zumindest laut Internet… Vor Ort müssen wir dann erfahren, dass gerade unser Flug leider nicht zum Vorab-Check-In freigegeben ist. Na super, jetzt können wir unser Gepäck nicht abgeben und brauchen so nicht nach Frankfurt in die Stadt fahren… Zum Glück sind es ja nur noch knapp 6 Stunden bis zum Abflug, die bringt man ja locker rum. Und einchecken dürfen wir erst gut 3 Stunden vor Abflug, so dass wir jetzt noch gute 3 Stunden Zeit haben, um durch die Läden zu streifen und andere Passagiere zu beobachten. Alles in allem überstehen wir die Zeit ganz gut und hoffen, dass der Urlaub nicht so weitergeht, wie er begonnen hat. Die Vorzeichen stehen gar nicht schlecht, da unser Flug zumindest pünktlich abhebt. Jetzt haben wir erstmal ca. 11 Stunden Zeit, um das Bordprogramm ausreichend zu genießen, bis wir gegen Mittag in Seoul, auf dem Flughafen Incheon, zwischenlanden.

      Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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      • JasonHellweekJ Offline
        JasonHellweekJ Offline
        JasonHellweek
        schrieb am zuletzt editiert von
        #3

        Ich möchte mit einem Freund nächstes Jahr auch nach Vietnam und Kambodscha (+evtl. Laos). Insofern bin ich echt gespannt auf den Bericht.
        mfg

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        • reiselillyR Offline
          reiselillyR Offline
          reiselilly
          Experte Südtirol
          schrieb am zuletzt editiert von
          #4

          Hallo AEVFranke,

          schau mal hier klick eine neue Bewertungsrubrik bei HC. Dort kannst du jetzt Reiseberichte abgeben, und sie werden auch in deinem Profil gespeichert. So braucht man nicht in den unendlichen Weiten der Foren auf Suche gehen.

          Auch als nicht so weit Reisende finde ich deine Reiseberichte recht interressant.

          LG
          reiselilly

          Vergangenheit ist Geschichte,
          Zukunft ist Geheimnis, und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

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          • AEVFrankeA Offline
            AEVFrankeA Offline
            AEVFranke
            schrieb am zuletzt editiert von
            #5

            Danke für die Info 🙂

            Werd dann wohl diesmal noch zweigleisig fahren, aber meine Reiseberichte auch in meinem Profil verankern.

            So wie es aussieht wird am Mittwoch der 2 Teil folgen, für alle die schon gespannt sind, wie es weitergeht 🙂

            Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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            • AEVFrankeA Offline
              AEVFrankeA Offline
              AEVFranke
              schrieb am zuletzt editiert von
              #6
              1. Tag: 06.10.2009, Seoul – Hanoi

              Der Service an Bord der „Airline des Jahres 2009“ ist hervorragend, aber das Bordprogramm ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Filme laufen nur in Englisch oder Koreanisch und können nicht individuell aufgerufen werden. Sie starten automatisch und können auch nicht angehalten werden. Einen Film komplett zu sehen ist fast unmöglich, wegen den Unterbrechungen der Bordverpflegung. Aber so hat man wenigstens die Möglichkeit, sein Englisch wieder etwas aufzupolieren.

              Nach einem ruhigen Flug landen wir pünktlich in Incheon, dem auf einer Insel vorgelagerten Flughafen von Seoul. Beim Sicherheits-Check zum Innenbereich des Flughafens treffen wir auch unsere Mitreisenden. Unsere Gruppe setzt sich aus insgesamt 6 Personen zusammen, da ein Mitreisender noch kurzfristig abgesprungen ist.

              Angela und ich (31 + 32)
              Irmtraud + Frank aus Bonn (62 + 61)
              Ulla aus Düsseldorf (61)
              Eduard aus Österreich (44)

              Jetzt haben wir 6 Stunden Aufenthalt am Flughafen und sind am überlegen, was wir alles machen können, damit die Zeit etwas kürzer wird. Zufällig hören wir ein paar anderen Reisenden zu, die eine Stadtrundfahrt machen wollen und schnell sind wir uns einig, dass das auch was für uns wäre. Aber dazu müssen wir erstmal aus dem Sicherheitsbereich wieder raus. Durch ein wahres Labyrinth von Gängen winden wir uns durch den Flughafen, bis wir endlich auschecken können. Hier müssen wir ein Dokument ausfüllen, auf dem wir versichern, dass wir nichts zu verzollen haben etc. Schnell ausgefüllt und abgegeben und nichts wie weiter! Aber viel weiter kommen wir nicht, da müssen wir schon wieder einen Zettel ausfüllen. Die gleichen Angaben wie vorher, nur dass diesmal jemand anderes den Wisch entgegen nimmt und ungesehen ablegt. Wie schön kann Bürokratie sein! Aber auch diese Hürde haben wir geschafft und nun wollen wir eine dieser Rundfahrten buchen. Am Infopunkt kann man uns schon mal nicht helfen - die Damen sind etwas überfordert. Dann fragen wir halt bei der Airline nach. Hier schickt man uns von der Info zum Schalter und wieder zurück. Aber keine halbe Stunde später haben wir den richtigen Stand gefunden und können uns überlegen, was wir machen wollen. Von einem einstündigen Ausflug zu einer nahegelegenen Pagode bis hin zu einem Tagesausflug nach Seoul ist alles geboten. Wir entscheiden uns für den Ausflug zur Pagode, da er auch der günstigste ist. Für 6 $ kann man nicht meckern. Schnell noch zum Automaten und koreanische Wong abheben, denn Dollar haben wir keine eingepackt. Die Umrechnung ist nicht schwer: 1000 Wong sind ca. 1 Dollar.

              Zusammen mit ein paar anderen Reisenden machen wir uns auf den Weg zur Pagode. Raus aus dem Flughafengelände, fahren wir an der Küste entlang, die wie das norddeutsche Wattenmeer aussieht. In der Ferne kann man eine große Brücke sehen, die die Insel mit Seoul verbindet. Wir sind keine 15 Minuten mit dem Bus unterwegs, da sind wir auch schon da. Nach 3 Minuten Fußmarsch stehen wir vor der ersten Pagode unserer Reise. Als Erstes sieht man ein normales Wohnhaus, das noch nach alter Bauweise erstellt wurde. Hier wächst auch ein sogenannter Buddhabaum. Den Namen hat dieser Baum, da Buddha unter solch einem Baum jahrelang meditiert haben soll. Gleich um die Ecke steht ein sehr farbenfrohes Gebäude, in welchem eine große Trommel untergebracht ist. Darüber sieht man eine große Buddhastatue, die das ganze Gelände überragt. Am Fuße dieser Statue ist auch ein Tempel, den wir aber nicht betreten dürfen. Alles in allem eine ganz nette Abwechslung zum Aufenthalt am Flughafen, mehr aber auch nicht.

              Nach diesem kleinen Ausflug vertreiben wir uns noch ein wenig die Zeit am Flughafen und stöbern die verschiedenen Läden durch. Was auffällt: In fast jedem Laden kann man das Nationalgericht Kimchi, den vergorenen, scharfen Kohl der Koreaner kaufen. Eine Kostprobe davon durften wir schon auf unserem Flug hierher probieren: Mir hat er sehr gut geschmeckt!

              Die restliche Zeit verbringen wir in der Asiana Lounge, die unter anderem bequeme Liegen und kostenloses Internet zu bieten hat. Alles in allem ist der sechsstündige Aufenthalt doch sehr lang und alle sind froh, dass es jetzt dann weitergeht. Noch liegen knapp 4,5 Std. Flug nach Hanoi vor uns. Auch diese Flugstrecke vergeht ohne nennenswerte Vorkommnisse und so landen wir gegen 22.00 Uhr Ortszeit und nach ca. 31 Reisestunden endlich in Hanoi. Schnell noch die Koffer holen und schon geht es raus ins Getümmel. Am Ausgang erwartet uns Trang, unser Reiseleiter für die nächsten 18 Tage. Nach einem kurzen Hallo drängeln wir uns Richtung Ausgang. Draußen treffen wir auf Menschenmassen, schwülwarme Luft und eine Geräuschkulisse aus schreienden Menschen und hupenden Autos. Schnell rein in den Bus und ab ins Hotel - jedoch ist es bis dorthin noch knapp 1 Stunde, während der wir schon das ein oder andere über Vietnam erfahren. Wir schlängeln uns durch das normale Verkehrschaos Hanois bis zu unserem Hotel, checken ein und gehen dann Richtung Zimmer. Jetzt ist erstmal schlafen angesagt. Der Rest ergibt sich morgen von alleine. Das Zimmer ist funktional und einfach eingerichtet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass wir kein Fenster haben. Dafür sind wir aber gegen den Straßenlärm geschützt.

              Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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              • lucy in the skyL Offline
                lucy in the skyL Offline
                lucy in the sky
                schrieb am zuletzt editiert von
                #7

                Kann mich noch erinnern, als ich in Hanoi angekommen bin. Mein erstes Erlebnis war, dass der Zollbeamte über das Foto in meinem Reisepass gelacht hat. War aber auch ein wirklich dämliches Bild...
                 
                Und als ich dann das erste Mal eine Straße überqueren wollte, habe ich mich einfach am Rockzipfel eines Vietnamesen festgehalten. Der hat vielleicht geguckt... Leider kontne er kein Englisch, sol konnte ich ihm auch nicht erklären warum ich das gemacht hab.
                 
                Eine Frau hat mir eine Haarsträhne abgeschnitten (sie hat vorher gefragt), da sie zuvor noch nie blonde Haare angefasst hatte.
                 
                Ewig lange her...
                 
                Liebe dieses Land und habe ein großes Stück meines Herzens dort zurückgelassen...

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                • SilviaZajaS Offline
                  SilviaZajaS Offline
                  SilviaZaja
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #8

                  bin schon gespannt wie es weiter geht.
                   
                  wir haben heute unseren Flug nach Hanoi gebucht. es geht von 27.12. bis 17.1. hin. wollen von Hanoi bis ganz in den Süden auf die Insel Phu Quoc runter und dann von HCMC zurück nach Hanoi fliegen.
                   
                  freu mich auf den Rest deiner Berichts. Es ist unsere erste asien-Reise. War zwar schon mal in Japan, aber der Asiatische Kontinent ist doch anders.
                   
                  wenn jemand Tipps hat, was man unbedingt anschauen sollte, bin ich sehr dankbar.
                   
                  silvia

                  Silvie72

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                  • AEVFrankeA Offline
                    AEVFrankeA Offline
                    AEVFranke
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #9

                    So,
                     
                    weiter geht´s 😄
                     
                    Unser erster kompletter Tag in Vietnam.
                     
                    3. Tag: 07.10.09, Hanoi

                    Was für eine erholsame Nacht… Zeitumstellung und die trotz Klimaanlage ungewohnte Hitze haben uns eine etwas erschöpfende Nacht beschert. Und pünktlich ab 5 Uhr in der Früh geht es auch im Hotel rund. Hier wird geklappert und gehämmert, dort schreit das Personal, Vietnam hat uns endgültig willkommen geheißen.

                    Das erste Frühstück in der Ferne gestaltet sich gleich mal sehr interessant. Neben einer kleinen Auswahl an einheimischen Obstsorten wie Sternfrucht und Drachenfrucht gibt es auch gebratenen Reis, frittierte Nudeln mit Fleisch und verschiedene Sorten von gedämpftem oder gekochtem Gemüse. Ein paar kleine Gebäckstücke liegen auch noch rum und werden gleich mal probiert. Der Kaffee ist nicht schlecht, nur muss ich mich (als eingefleischter „Kaffee mit Milch, ohne Zucker“-Trinker) an die hiesige Kondensmilch noch gewöhnen, die ist nämlich extrem süß. Bei der netten Bedienung können wir gleich auch noch ein Omelette bestellen. Der Speisesaal befindet sich im obersten Stockwerk und wir haben eine schöne Aussicht auf die naheliegende Umgebung. Das Hotel liegt in einer Nebenstraße, keine 2 Minuten vom Zentrum Hanois und dem Hoan-Kiem-See entfernt.

                    Unser erster Anlaufpunkt heute ist das Ho-Chi-Minh Mausoleum, in dem das aufgebahrte, ehemalige Staatsoberhaupt zu sehen ist. Uns bleibt dies aber verwehrt, da es sich momentan zu kosmetischen Zwecken im Ausland befindet. Jedes Jahr ist dieses Mausoleum für ca. einen Monat geschlossen, um „Onkel Ho“ wieder herzurichten. Aber auch von außen ist das Mausoleum mit seinem großen, vorgelagerten Platz und der obligatorischen Fahne Vietnams sehenswert. Im Hintergrund sind einige Vietnamesen mit den typischen Reishüten mit irgendwelchen Gärtnerarbeiten beschäftigt. Bis auf zwei drei weitere Gruppen ist es hier relativ ruhig und lässt uns darauf hoffen, dass es auch weiterhin zu keinen Massenaufläufen kommt.

                    Von hier ist es ein kleiner Sprung zum Präsidentenareal. Am Eingang müssen wir eine Sicherheitskontrolle (ähnlich der des Flughafens) passieren, bevor wir ins Innere der Anlage dürfen. Als Erstes sieht man den Präsidentenpalast, in dem immer wieder Staatsgäste empfangen werden. Nach dem Eingang links kann man das Wohnhaus und die verschiedenen Autos von Ho Chi Minh sehen, für Oldtimer Liebhaber ein Augenschmaus. Vorbei an einem kleinen Teich und vielen verschiedenen Gewächsen wie Granatapfel- und Pomelobäumen kommt man zum seinem Arbeitshaus, das man auch betreten darf. Hier ist schon etwas mehr los, als vor dem Mausoleum. Was auffällt ist, dass viele französische Touristen unterwegs sind. Die ehemalige Kolonialmacht kann es einfach nicht lassen.

                    Wir verlassen das Gelände und gehen hinter dem Mausoleum zur Ein-Pfahl-Pagode. Die heute sichtbare Ein-Pfahl-Pagode ist nur ein Nachbau des über 1000 Jahre alten Originals, das ursprünglich aus Holz bestand. Hier treffen wir auch die ersten vietnamesischen Händler an, die gleich ihr Verkaufstalent an uns versuchen. Aber noch sind wir standhaft.

                    Am Straßenrand werden wir schon von unserem Kleinbus erwartet und wir machen uns auf den Weg zum Literaturtempel. Dieser Tempel wurde zu Ehren Konfuzius gebaut. Der Eingangsbereich ist ein eindrucksvolles Tor, durch das man in ein gartenähnliches Areal kommt. Durch ein weiteres Tor gelangt man in den Bereich der Schildkrötensteelen. Die Schildkröte stellt ein Symbol der Weisheit dar und auf den Steelen wurden die Namen aller Literaturdoktoranten zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert verewigt. Im nachfolgenden Bereich ist dann ein Schrein für Konfuzius sowie ein kleines Museum mit Bildern und Ausstellungsgegenständen der letzten 100 Jahre zu bewundern.

                    Nach diesem ereignisreichen Vormittag müssen wir uns erstmal etwas stärken. Unser nächstes Ziel ist eine Garküche unweit des Museums der Minderheiten, welches wir im Anschluss besichtigen werden. Schnell rein und zwei Tische besetzen, denn viel mehr Platz ist hier nicht. Die Auswahl ist überschaubar. Entweder Nudelsuppe mit oder ohne Fleisch (Pho). Dazu noch Cola oder Bier aus der Dose. Übersichtlich, aber ausreichend. Die Portion, die wir serviert bekommen, ist mehr als reichlich, aber das Fleisch ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ungefähr die Hälfte besteht nur aus Haut, Schwarte etc. Der Rest ist genießbar. Was soll´s, dann muss eben aussortiert werden. Ungewohnt ist noch das Essen der Suppe mit Stäbchen und Löffel, aber darauf ist man ja schon vorbereitet gewesen. Zum Abschluss noch ein Gläschen Tee und weiter geht´s.

                    Für das Museum der Minderheiten haben wir knapp 2 Stunden Zeit. Das Museum besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil befindet sich innerhalb des Gebäudes und zeigt allerlei Gegenstände aus dem Alltag der über 45 verschiedenen Völkergruppen, die in Vietnam zu Hause sind. Es werden verschiedene Gebräuche erklärt, Spielzeuge, Waffen, landwirtschaftliche Utensilien und Kleidung ausgestellt. Der für uns interessantere Teil ist im angrenzenden Freiareal zu sehen. Hier sind viele verschiedene Häuser, im jeweiligen Baustil der ethnischen Minderheit, aufgebaut. Von kleinen, schon fast europäisch anmutenden Häuschen bis hin zu Langhäusern mit knapp 30 Metern Länge und nur einem Raum ist hier alles zu sehen. Die Zeit hier ist doch recht schnell vergangen und schon sind wir wieder auf dem Weg zurück in die Stadtmitte.

                    Nun steht der Besuch des Jade-Berg-Tempels im Hoan-Kiem-See auf dem Programm. Auf diese kleine Insel kommt man über die „Brücke der aufgehenden Sonne“. Diese wird gerade mit bunten Lichtern für ein Fest nächste Woche geschmückt. An diesem zentralen Punkt ist recht viel los, wobei sich Touristen und Einheimische die Waage halten. Die Pagode ist sehr bunt und mit vielen verschiedenen Buddhafiguren versehen. Es herrscht ein buntes Treiben: Auf dem Vorplatz sitzen mehrere ältere Vietnamesen und spielen ein Brettspiel, nebenan opfert eine Vietnamesin Papiergeld.

                    Mit diesen Eindrücken starten wir wohl zum aufregendsten Teil heute: eine Rikschafahrt durch den Berufsverkehr Hanois. Der Verkehr hier ist der helle Wahnsinn. Auf 4 Mio. Einwohner kommen ca. 2 Mio. Mopeds, die anscheinend alle auf einmal unterwegs sind. Wir werden von links und rechts überholt, angehupt und uns kommen Mopeds auf unserer Spur entgegen. An den Kreuzungen kommt es zu einem richtigen Aufeinandertreffen der Verkehrsteilnehmer, wobei man sich einfach aneinander vorbeischlängelt. Wer vorne ist hat Recht, der Hintermann muss aufpassen. Aber es klappt trotzdem mehr oder weniger ohne große Probleme. Mopeds mit drei oder vier Personen sind keine Seltenheit und wenn eine lange Leiter an einem vorbeifährt, muss man sich nicht wundern. Es kann auch mal eine Autotür oder große Glasscheiben sein. Hier wird alles noch so Sperrige mit dem Moped transportiert.

                    Unser Abendessen genießen wir in einem Restaurant gleich neben unserem Hotel. Die Speisekarte präsentiert uns gleich die komplette Vielfalt Vietnams. Von Frühlingsrollen und Meeresfrüchten bis hin zu Schnecken, Taube, Frosch, Schildkröte oder sogar Katze (aber nur auf Vorbestellung) kann man hier alles essen. Für heute begnügen wir uns aber noch mit dem normalen Essen und es gibt Hühnchen, Reis und Gemüse.

                    Heute Abend steht noch der Besuch des Wasserpuppentheaters auf dem Plan. Dieses Theater wird nur in Vietnam gespielt und dabei stehen die Puppenspieler hinter einem Aufbau direkt im Wasser. Die Puppen selbst sind an langen Stangen montiert. Thema des Puppenspiels ist zum einen die Mythologie (Drachen etc.) und zum anderen das Leben der Bauern. Untermalt wird die Vorstellung von typisch vietnamesischer Volksmusik. Eigentlich ganz interessant, aber da alles komplett auf Vietnamesisch ist, bleibt einem der Zugang zur Mythologie weitgehend verschlossen. Wir lassen den Abend gemütlich bei einem Glas Bier direkt am See ausklingen. Die Brücke sowie verschiedene Bäume am Ufer sind beleuchtet und im Hintergrund hört man das andauernde Röhren und Hupen der Mopeds. Schon morgen werden wir Hanoi verlassen und uns auf den Weg nach Halong machen.

                    Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                    • AEVFrankeA Offline
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                      AEVFranke
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #10
                      1. Tag: 08.10.09, Hanoi – Halong

                      Beim Frühstück genießen wir nochmals die schöne Aussicht über Hanoi und sind schon gespannt auf das, was uns heute erwartet. Unser heutiges Reiseziel lautet Halong, mit Zwischenstopp in der trockenen Halong Bucht.

                      Um jedoch auf eine der Schnellstraßen zu kommen, müssen wir uns zuerst durch den Verkehr Hanois kämpfen. Egal zu welcher Tageszeit man unterwegs ist, es ist immer die Hölle los. Wir fahren so gegen halb 9 los und um uns herum geht es schon wieder zu wie in einem Bienenschwarm. Wir kommen an diversen Kreuzungen vorbei, die für unser Ermessen schlicht und einfach verstopft sind. Dieser Meinung sind die Vietnamesen nicht und deshalb geht es hier auch immer irgendwie weiter. Alle schlängeln sich aneinander vorbei, hupen was das Zeug hält und kommen dann überraschenderweise unverletzt am anderen Ende wieder heraus. Gerade die großen Straßen stadteinwärts sind heillos überfüllt und es preschen gefühlte Millionen von Mopeds an uns vorbei Richtung Zentrum.

                      Noch ein paar Plattenbauten und dann verlassen wir Hanoi. Wir überqueren den roten Fluss und fahren Richtung Nordosten unserem Ziel Halong entgegen. Unterwegs sehen wir unseren ersten vietnamesischen Tiertransport. Ein Moped mit 2 Körben auf dem Gepäckträger, darin 4 oder 5 Ferkel auf dem Weg zum Markt. Hier ein alltäglicher Anblick, für uns ein wahrer Hingucker. Es sollte nicht der letzte Transport dieser Art auf unserer Reise sein.

                      Nach und nach verändert sich die Landschaft. Links und rechts erstrecken sich kilometerweit Reisfelder, die immer mehr von Kalkfelsen durchsetzt sind. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir unser erstes Etappenziel, die Bich Dong Pagode. Wir sind recht früh dran und deshalb auch die einzigen Touristen vor Ort. Die Händlerstände sind teilweise noch nicht geöffnet und wir sind ganz froh, dass wir unbehelligt zur Pagode kommen. Um uns herum ragen Kalkfelsen in die Höhe und alles ist von kleinen Bächen durchzogen. Über eine kleine Brücke erreichen wir einen der Felsen und als wir um die Ecke biegen, stehen wir im Innenhof der Pagode. Der Tempel ist in den Felsen hineingebaut und es herrscht reges Treiben. Ein ohrenbetäubender, monotoner Singsang schallt uns entgegen. Wir wollen die Gläubigen nicht stören und machen uns deshalb daran, zum zweiten Tempel hinauf zu steigen. Uns begegnen neugierige und auch misstrauische Blicke, als wir an den Gläubigen vorbei gehen. Nach einem kurzen Anstieg stehen wir vor dem zweiten Teil der Pagode. Dieser kleine Tempel ist auch direkt in den Stein gehauen und wieder farbenreich gestaltet. Es riecht nach Räucherstäbchen und auf den Altären vor den diversen Gottheiten liegen Opfergaben wie Reis, Obst oder Gemüse.

                      Durch einen kleinen Nebeneingang kommt man in eine düstere Höhle. Links und rechts von uns hört man leise Tropfgeräusche, die auf Fledermäuse hinweisen. Zum Glück erwischt uns nichts und wir kommen in eine weitere Höhle, in der wieder ein kleiner Altar steht. Nachdem wir auch diese Höhle durchquert haben, kommen wir an der Spitze des Felsens heraus und haben einen grandiosen Blick auf die nähere Umgebung. Unter uns erstreckt sich eine weite Ebene aus Reisfeldern, durchzogen von kleinen Bächen und darin verstreut liegen zig dieser Kalkformationen. Nach einer kleinen Verschnaufpause gehen wir den Weg zurück. Aus dem großen Tempel erklingen immer noch dieselben monotonen Klänge wie zu Beginn. Vorbei an den jetzt aufgebauten Verkaufsständen geht’s zurück zum Bus und wir fahren weiter zur trockenen Halongbucht.

                      Hier erwartet uns ein dreistündiger Ausflug mit dem Ruderboot. Am Steg lauern uns schon die Händler auf, die diesmal ein kleines Geschäft mit mir machen. Ich lege mir den obligatorischen Reishut der Vietnamesen zu. Im Nachhinein eine sehr gute Investition, da er wirklich erstklassig vor Sonne schützt. Nun aber hinein ins Ruderboot. Wir werden auf 3 Boote aufgeteilt (also 2 Reisemitglieder pro Boot) und schon geht es los. Die trockene Halong Bucht ist ein Gewässer, das maximal 50 cm tief ist und sich durch eine Kalksteinschlucht schlängelt. Zwischendurch sieht man auf den Felsen kleine Tempel stehen oder Zeburinder am Ufer grasen. Nach einer kurzen Fahrt stoppen wir am Ufer und es steigt eine zweite Person zu uns. Ab sofort werden wir beide von 2 Leuten rumgeschippert. Das faszinierende dabei: Es wird anwechselnd mit den Füßen und den Händen gerudert. Bei den Menschen hier sieht es verdammt leicht aus, aber als Frank (ein Reisemitglied) es probiert, scheitert der Versuch kläglich. Während unseres Ausflugs durchqueren wir auch drei Grotten, die teilweise bis auf wenige Zentimeter an unsere Köpfe heranreichen. Bei der letzten Grotte erwarten uns schon fahrenden Händler, die uns Getränke und die üblichen Waren wie Webbilder, Klamotten etc. andrehen wollen. Hier heißt es einfach standhaft bleiben, denn sonst stürzen sich alle auf einen. Auf dem Rückweg begegnen wir einer großen koreanischen Gruppe, die mit knapp 20 Booten unterwegs sind. Wir hatten großes Glück, dass wir fast alleine unterwegs waren und so die Schönheit der Natur genießen durften. Nach knapp 3 Stunden sind wir dann aber froh, dass wir das Boot wieder verlassen dürfen, denn die kargen Holzbänke haben den Hintern doch recht arg gefordert. Vor Ort gehen wir gleich noch ins Restaurant und stärken uns erstmal. Ich esse hier ein Gericht mit Ziegenfleisch, welches für mich viel Arbeit mit sich bringt. Auch hier wurde wieder alles verwendet was nach Fleisch aussieht, sich dann aber eher als Schwarte, Haut etc. herausstellt.

                      Gut gestärkt geht es weiter in Richtung Halong, wo wir unser heutiges Hotel beziehen werden. Die Stadt selbst ist nicht wirklich sehenswert, da das wahre Schauspiel sich vor der Küste abspielt. Hier liegt das Weltnaturerbe Halong Bucht, welches aus über 3000 kleinen Felsinseln besteht. Wir kommen so gegen 19 Uhr an und checken erstmal ein. Danach begeben wir uns an die Küstenstraße, um uns etwas die Zeit zu vertreiben. Diese Straße besteht aus vielen Restaurants sowie aus Ramschläden und Touristenmärkten. Es gibt nichts wirklich Interessantes zu sehen und deshalb machen wir uns auf die Suche nach einem ansprechenden Restaurant. Wir legen uns fest auf eines, in welchem nur Vietnamesen sitzen. Es stehen ein paar Plastiktische und -stühle auf der Straße und an einer Wand befinden sich einige Aquarien mit der Auswahl des Restaurants. Hier essen wir fangfrische Tigerprawns, Krebse und Kalamares. Ein Genuss für jeden Meeresfrüchteliebhaber. Nach dem Gaumenschmaus genehmigen wir uns noch eine Dose Bier gegenüber unserem Hotel und verschwinden dann auch langsam aber sicher in unsere Betten. Morgen schippern wir durch die Halong Bucht und genießen die sagenhafte Landschaft.

                      Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                        Cathrinka
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #11

                        Kurze Anmerkung einer besserwisserischen Landeskennerin. :?
                         
                        Die Trockene Halong Bucht, wo ihr zuerst Station gemacht habt, befindet sich nicht nordoestlich, sondern rund 100km suedlich von Hanoi in der Provinz Ninh Binh. Von dort faehrt man dann nach Nordosten mitten durch das Delta des Roten Flusses in Richtung Halong.
                         
                        Viele Gruesse
                        Cathrin

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                        • AEVFrankeA Offline
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                          AEVFranke
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #12

                          Hallo Cathrin,

                          danke für die Info, werd meinen Bericht dahingehend abändern 🙂

                          lieben Gruß
                          AEVFranke

                          Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                          • JasonHellweekJ Offline
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                            JasonHellweek
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #13

                            Ich finde die Berichte echt gut und habe jeden Tag mehr Lust dorthin zu fahren!

                            1 Antwort Letzte Antwort
                            Antworten Zitieren
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                              AEVFranke
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #14
                              1. Tag: 09.10.09, Halong - Hanoi

                              Der Morgen in Halong begrüßt uns mit einem wolkenverhangenen Himmel, mit wenig Aussicht auf Sonne. Die Uhr zeigt gerade mal 7.30 Uhr, aber es ist schon drückend schwül und warm. Das Frühstück hier lässt schon sehr zu wünschen übrig. Außer Marmelade und Brot gibt es leider nichts, man könnte meinen man wäre in Frankreich. Den Einfluss kann man manchmal einfach nicht verdrängen.

                              Kurz nach 8 Uhr düsen wir schon los, um unser Schiff im Hafen zu entern. Hier herrscht bereits ein heilloses Durcheinander, da sich viele Reisegruppen so früh hier einfinden, um auf die Tagestour zu gehen. In Halong liegt der einzige Hafen, von dem aus die Touren gestartet werden. Wir warten nicht lange und schon begeben wir uns zu unserem Schiff. Ein kleiner Kahn mit Oberdeck zum Sightseeing und Unterdeck zum Essen.

                              Wir tuckern aus dem Hafen und lassen zig Ausflugsschiffe hinter uns. Man will sich gar nicht ausmalen, was hier los wäre, wenn alle Schiffe ausgelaufen sind. Und dank den Dieselmotoren vergisst man auch recht schnell, dass man sich hier in einem Weltnaturerbe befindet. Es ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Einerseits benötigt man die Natur hier, um Touristen und damit Geld anzulocken, andererseits zerstören die Touristenmassen nach und nach die Natur und damit auch die Grundlage der hiesigen Wirtschaft. Hier müsste schnellstens ein Gleichgewicht geschaffen werden, aber wie überall auf der Welt zählt hier auch nur der Ertrag.

                              Vor der Küste breiten sich auf einigen hundert Quadratkilometern mehr als 3000 Kalkfelsen aus. Einer Legende nach, soll hier ein Drache ins Meer gestürzt sein, um das vietnamesische Volk zu beschützen. Die einzelnen Felsen sollen den versteinerten Drachenrücken darstellen. Auch ohne diesen Hintergrund sieht das Panorama faszinierend aus. Egal wohin man blickt, überall ragen Felsen aus dem Wasser heraus. Hier und dort erblickt man eines der Ausflugsboote und dazwischen auch mal ein Hotelschiff, auf welchem man mehrere Tage durch die Bucht fahren kann. Es werden mal wieder mehr als genug Fotos der Gegend geschossen, aber irgendwie bietet jeder Blickwinkel wieder eine neue schöne Ansicht, die man gerne festhalten will.

                              Erster Anlaufpunkt auf der Rundfahrt ist die Tropfsteinhöhle Hang Thien Chung. Bereits auf der Fahrt dorthin müssen wir feststellen, dass die Höhle „die“ Attraktion der Umgebung ist. Je näher wir kommen, umso mehr Schiffe steuern die gleiche Richtung an. Am Kai vor der Höhle liegen dann an die 30 Schiffe vor Anker und dank verschiedener Durchsagen und musikalischer Untermalung herrscht hier eine Atmosphäre wie auf einem belebten Bahnhof. Zusammen mit gefühlten 500 koreanischen Touristen, die sich alle gleichzeitig etwas zu erzählen haben, besichtigen wir die Tropfsteinhöhle. Die farbenfrohe Illumination ist überwältigend, aber auch die schwülwarme Luft trägt dazu bei, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Eine knappe halbe Stunde lassen wir die Eindrücke auf uns wirken und treten dann wieder hinaus in die Sonne. Ca. 100 Meter weiter gibt es noch eine Höhle zu besichtigen, was aber keinen zu interessieren scheint. Diese ist nicht groß ausgeleuchtet und wird deshalb auch von niemandem besucht. Ein Grund mehr, um sich da mal genauer umzusehen. Wir machen den Rundgang alleine und reihen uns danach wieder in die Massen Richtung Kai ein. Unterwegs probieren wir eine Spezialität, die man bei uns so nicht bekommt. Frisches Zuckerrohr als Süßigkeit für Zwischendurch. Ein Stück in den Mund, kauen, den süßen Saft schlucken und die restlichen Fasern ungeniert in die Gegend spucken 😉 .

                              Wir fahren wieder los und steuern als nächsten Stopp eines der schwimmenden Dörfer an. Hier verbringen die Einwohner ihr ganzes Leben auf dem Wasser. Nur für Besorgungen von Baumaterial oder für weiterführende Schulen verlassen die Menschen ihre Umgebung. Der Lebensunterhalt wird durch Fisch- und Krebszucht bestritten. Und eine dieser Fischfarmen schauen wir uns jetzt an. Holzplanken auf schwimmenden Fässern bilden den wackligen Untergrund dieser Farm. Löcher im Boden, mit Netzen darin, bilden die natürlichen Aquarien für die Waren Fisch und Krebs. Heute sehen wir zum ersten Mal eine Urkrebsart, die hier auch gegessen wird.

                              Wieder zurück auf dem Schiff steigen uns schon die Düfte aus der Küche in die Nase. Während wir im unteren Deck frischen Fisch und gebratene Garnelen zu uns nehmen, fahren wir weiter durch die einmalige Landschaft. Vorbei an diversen Felsformationen, z. B. „die Ente“, nähern wir uns auch schon wieder dem Hafen. Aber ohne eine vorherige Verkaufsveranstaltung werden wir natürlich nicht entlassen. Wieder werden uns alle Arten von Textilien angeboten und auch lauter echte Perlen, zu besonders günstigen Preisen. Naja, bei anderen klappt das vielleicht, bei uns nicht.

                              Um 13 Uhr steigen wir wieder in den Bus und fahren zurück nach Hanoi. Hier machen wir einen kleinen Abstecher zur Oper, die wir noch kurz besuchen. An deren Ausgang werde ich von einer Obstverkäuferin angesprochen und keine 30 Sekunden später habe ich schon die beiden Verkaufskörbe auf der Schulter. Schnell werden ein paar Fotos geschossen und als Bezahlung kaufe ich noch ein paar Bananen. Schon sitzen wir wieder im Bus und fahren zum Bahnhof. Hier geht es recht gesittet zu und wir decken uns noch mit Getränken und Essen für unsere Zugfahrt ein. Mutig holen wir uns an einem der Stände ein Brot, gefüllt mit Hähnchenstücken und verschiedenem Gemüse. Schmeckt gut und hatte auch keine Nachwirkungen. Zur Not haben wir ja noch einen Reisschnaps im Gepäck :).

                              Im Zug beziehen wir unser Abteil für die nächsten 13 Stunden. Vier Leute, aufgeteilt auf 4 knapp bemessene Pritschen und gerade noch genug Platz für das Gepäck. Wir trinken zusammen noch einen Schluck Schnaps und genießen ein kühles Bier. Der Zug schlängelt sich derweil mit wahnwitziger Geschwindigkeit (bis zu 60 km/h) durch schmale Schneisen in der Stadt und durch weitläufige Reisfelder. Wir versuchen etwas Schlaf zu bekommen, aber es ruckelt die ganze Zeit recht heftig und auch die Jagd nach den Kakerlaken lässt einen eher nicht zur Ruhe kommen.

                              Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                                chriwi
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                                #15

                                AEVFranke wrote:
                                Es ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit.
                                Das fand ich auch. Und ich find schade, dass die Boote offensichtlich alle auf der selben Route unterwegs sind. Die könnten die Boote auch auf Schienen durch die Bucht ziehen.

                                Trotzdem fand ich die Tour gut, wir hatten ein schönes Schiff mit einer komfortablen Schlafkabine und eine nette, interessante Gruppe. Abends wenn's still wird in der Bucht mit einem Bierchen auf dem Oberdeck zu sitzen, ist eine meiner schönsten Erinnerungen an diesen Vietnam-Urlaub.

                                Forenregeln... <--- Das war ich nicht, das war ein Admin!!!
                                Vorher hatte ich da meine Homepage stehen und den Hinweis auf eine sehr coole Vietnam-Gruppe, die ich leite.

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                  AEVFranke
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                                  #16
                                  1. Tag: 10.10.09, Hue

                                  ... ratter, ratter, schepper, ratter, ratter, schepper ... So erholsam kann eine Zugfahrt sein. Die Sonne scheint schon um halb 6 in unser Abteil und von da an kann keiner mehr wirklich schlafen. Die Luft ist wegen der nicht leicht zu regulierenden Klimaanlage zuerst drückend schwül, dann im nächsten Moment wieder zu kalt. Abwechslung muss sein.

                                  So gegen 8 Uhr erreichen wir durchgeschüttelt den Bahnhof in Hue. Unser kleiner Bus erwartet uns schon und wir fahren zuerst zum Hotel, um uns etwas frisch zu machen und zu frühstücken. Nun gut, es gibt schon etwas Essbares, aber der schimmlige Kuchen verdirbt einem dann doch den Hunger. Also halten wir uns eben an die gebratenen Nudeln und den Gemüsereis.

                                  Unser Hotel befindet sich in einer Querstraße unweit des Parfümflusses und gleich in Reichweite des Vergnügungsviertels. Kurze Heimwege sind garantiert.

                                  Mit einer Bootsfahrt auf dem Parfümfluss starten wir in den Tag. Den Namen trägt der Fluss, da er in der Regenzeit Unmengen an Pollen aus dem Hochland mit sich führt und teilweise auch danach riecht. Wir riechen heute nichts davon, wobei der Fluss schon ziemlich viel Wasser führt und die Regenzeit erst kurz vorbei ist.

                                  Genau gegenüber unserer Anlegestelle liegt der Markt von Hue und am Ufer davor liegen viele vertäute Boote. Die meisten davon sehen aus wie Hausboote, wobei die Lebensumstände dort schon sehr ärmlich sind. Vorbei an diesen Booten fahren wir flussaufwärts und steuern unseren ersten Besichtigungspunkt an: die Thien Mu Pagode. Noch ist es relativ ruhig und wir sind nur mit wenigen anderen Touristen hier. Der Pagode vorgelagert, überragt ein hoher Turm das ganze Areal. Links und rechts des Turmes finden wir wieder die obligatorischen Trommeln, die Frank mal wieder nicht in Ruhe lassen kann. Die anschließende Pagode ist wie alle anderen auch reichlich verziert und extrem bunt. Die vorherrschende Farbe ist, wie überall, die Farbe rot.

                                  Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter zur größten Attraktion vor Ort, der verbotenen Stadt. Hue war zeitweise die Kaiserstadt von Vietnam und hier haben die Einwohner im 18. Jahrhundert eine kleinere Version der verbotenen Stadt von Peking nachgebaut. Durch ein Tor in der Stadtmauer kommt man in den ersten Innenbereich. Dort trifft man auf insgesamt 9 heilige Kanonen. Diese befanden sich zu Zeiten des Kaisers zur Verteidigung auf den Mauern. Die Franzosen haben diese dann aber bei der Machtübernahme demontiert und seither stehen sie an den beiden Eingangsstraßen. Den inneren Festungsmauern vorgelagert ist der Flaggenturm, auf dem weithin sichtbar die vietnamesische Flagge gehisst ist. Genau gegenüber befindet sich das Eingangstor in die verbotene Stadt, das sogenannte Mittagstor. Durch dieses zentral gelegene Tor betreten wir die Stadt und besichtigen zuerst das Gebäude mit den Empfangs- und Repräsentationsräumen. Jenes ist komplett restauriert, da es im Vietnamkrieg weitgehend zerstört wurde. Genauso erging es der gesamten Anlage: Sie wurde damals zum größten Teil zerbombt und wird in den nächsten Jahren wieder aufgebaut. Mehrere Gebäude stehen überhaupt nicht mehr, andere sind zumindest teilweise unversehrt. Laut unserem Reiseleiter soll die Anlage innerhalb von 10 Jahren wieder komplett aufgebaut werden.

                                  Vorbei an 2 großen Teichen mit unzähligen Fischen gehen wir zur Halle der höchsten Harmonie. Hier steht leider nicht mehr allzu viel. Mehrere kleine, steinerne Drachen stehen in der Landschaft und man erkennt erst bei näherem Hinsehen, dass sie allesamt aus Plastik sind. Rechter Hand sieht man die Halle der Mandarine, in der heute ein Kiosk sowie ein kleines Museum untergebracht sind.

                                  Nächster Anlaufpunkt ist das Theater, in dem zu Zeiten des Kaisers täglich Aufführungen stattgefunden haben. Mitten im Raum steht ein prachtvoller Thron und es sind einige kaiserliche Gewänder zu bewundern. Gegen einen recht teuren Obolus kann man sich hier verkleiden und sich dann als Kaiser mit Gefolge fotografieren lassen. Aber 20$ war es uns dann doch nicht wert.

                                  Der Lesepavillon ist wieder ein optisches Highlight. Über und über ist er verziert mit Mosaiken und auch die Figuren auf dem Dach sind allesamt mit Tonscherben beklebt. Dieser Pavillon wurde von den Bomben der Amerikaner weitestgehend verschont und ist noch im Originalzustand erhalten.

                                  Der Palast der Kaiserin ist gerade im Aufbau und überall arbeiten die Handwerker an der Fertigstellung. Hier kann man mal sehen, wie viel Arbeit in die Restaurierung gesteckt wird.

                                  Zum Ende des Rundgangs kommen wir in einen Bereich, der noch nicht restauriert wurde und in dem man noch die Brandspuren des Krieges sehen kann. Mehrere Tore stehen teilweise zerstört und komplett verrußt neben unversehrten Gebäuden und geben ein surreales Bild ab.

                                  Während wir die Eindrücke noch auf uns wirken lassen, warten wir außerhalb der Anlage auf unseren Bus, der uns jetzt zu den Kaisergräbern etwas fern der Stadt bringen wird. Insgesamt gibt es 4 oder 5 dieser Gräber, wir werden uns aber nur das Grab von Tu Duc ansehen. Unterwegs halten wir an, um uns einmal die Produktion von Räucherstäbchen anzusehen. Diese werden hier noch in Handarbeit gefertigt. Die Herstellung läuft folgendermaßen ab:

                                  Zuerst wird eine Paste angerührt, die die duftenden Bestandteile wie Sandelholz, Zimt etc. enthält. Mithilfe eines Spatels wird diese dann auf die kleinen Holzstäbchen angebracht. Danach werden sie in Bündeln an die Sonne gestellt, um zu trocknen. Angi darf sich gleich mal an die Arbeit machen und schlägt sich ganz wacker. Sieht ziemlich leicht aus, ist es aber nicht. Natürlich decken wir uns gleich mal mit ein paar Päckchen ein.

                                  Dank meinen fotografischen Eskapaden sagen die Akkus leise Servus und ich muss mich völlig „nackt“ auf die Besichtigung des Kaisergrabs machen. Die Anlage besteht aus einem großen Areal, in dem sich unter anderem ein See befindet. Dort wachsen tausende von Seerosen und Lotusblumen. Einer Legende nach, ließ Tu Duc von seinen Konkubinen den Morgentau von den Blüten sammeln, um sich daraus einen Tee zuzubereiten.

                                  Über eine Treppe kommen wir zu einem höher gelegenen Areal. Dort steht eine große Steilstele, auf der das Leben des Kaisers wiedergegeben wird. Diese Lebensgeschichte schrieb der Kaiser selbst, da das Grab schon lange vor seinem Tod gebaut wurde. Umbaut von mehreren Mauern findet man dann das Grab Tu Ducs, welches im Gegensatz zu der Anlage wenig beeindruckend ist. Ob sich des Körper wirklich innerhalb des Grabes befindet, kann auch heute nicht mit Sicherheit gesagt werden.

                                  Den Nachmittag beenden wir mit gemütlichem Shoppen und am Abend treffen wir uns alle wieder und gehen zusammen zum Essen. Hier probieren wir das erste Mal eine Fanta Xa Xi (Sarsi). Ein sehr interessanter Geschmack, der dem Geschmack von Jägermeister ähnlich ist.

                                  Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                                    AEVFranke
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                                    #17
                                    1. Tag: 11.10.09, Hue

                                    Wiedersehen macht Freude. Aber nur, wenn es sich nicht um den schimmligen Kuchen vom Vortag handelt. Der hat aber anscheinend Sehnsucht nach mir und begrüßt mich gleich mal am Buffet. Na dann: Guten Morgen.

                                    Heute steht ein freier Tag auf dem Plan, aber Thang (unser Reiseleiter) bietet an, dass wir gemeinsam auf den Markt gehen könnten. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen, denn so lernt man mal die ganzen exotischen Früchte besser kennen. Schon auf dem Weg dorthin kommen uns mehrere Frauen mit ihren typischen Tragekörben entgegen. Rund um den Markt herrscht bereits reges Treiben, da hier ja jeder schon ab 5 Uhr unterwegs ist.

                                    Schon am Eingang sehen wir viele Früchte, die uns bisher noch nicht geläufig sind. Unter anderem probieren wir hier Rambutan und Longans, beides Früchte die der Litchi recht ähnlich sind. Gekühlt sehr lecker, aber hier am Markt doch eher recht warm und deshalb nicht so lecker. Im Markt werden wir von den Gerüchen halb erschlagen. Links und rechts von uns breiten alle ihre Früchte und ihr Gemüse aus, von Wasserspinat, über Gurken, Ingwer, Kokosnuss und Zuckerrohr ist hier alles zu bekommen. Hier probieren wir ganz junge Kokosnuss, was eine Delikatesse ist. Aber leider nicht für uns. Sieht aus wie ein Klumpen Schaumstoff und schmeckt auch irgendwie danach. Interessanter ist da schon die angrenzende Fisch- und Fleischabteilung. Da wird gehackt und geschnippelt was das Zeug hält, frische Fische, Meeresfrüchte und Frösche wohin man sieht. Und es herrscht ein Lärm und ein geschäftiges Treiben, dass man schier taub wird.

                                    Nach erfolgreichem Überleben streben wir wieder den eher ruhigeren Zonen des Marktes zu. Hier wird alles verkauft, was man in entferntester Weise irgendwann einmal brauchen könnte. Hin und wieder kommt man an Garküchen vorbei oder es werden mitten im Gang Früchte verkauft. Bei einer Verkäuferin machen wir Halt und probieren eine Jackfrucht. Schmeckt klasse, sollte man aber nicht mit der Durian (Stinkfrucht) verwechseln. Die Jackfrucht hat kleine Stacheln, die Durian große. Und weshalb die Durian auch Stinkfrucht heißt, merkt man spätestens, wenn man sie anschneidet :-).

                                    Nach gut 2 Stunden verlassen wir den Markt und treiben uns alleine in Hue herum. Wir wollen eine kleine Pagode besuchen und etwas abseits der Touristenströme die Stadt erkunden. Unweit des Marktes befindet sich die Dieu-Te Pagode in einer Nebenstraße. Überall sieht man Menschen, die die Spuren des Taifuns beseitigen, der hier vor knapp 2 Wochen gewütet hat. Viele Straßen sind noch mit einer dünnen Lehmschicht bedeckt, die jetzt mühsam weggeschippt und weggewaschen wird. Dort, wo die Touristen hauptsächlich verkehren, merkt man fast nichts davon, aber etwas abseits wird gerade erst angefangen. Die Pagode ist recht nett, aber leider geschlossen, so dass wir nur etwas durch den Garten pilgern, aber keinen Blick in sie werfen können. Also laufen wir weiter zu anderen Sehenswürdigkeiten: der Chien-Ung Pagode sowie dem Heiligtum Hoi Quan Quang Dong. Der Weg dorthin ist wesentlich länger als aus dem Stadtplan ersichtlich und ziemlich ernüchternd. Denn beide sind geschlossen und nur von außen zu betrachten. Jetzt haben wir die Wahl: Entweder wir laufen den gleichen Weg zurück, oder wir gehen bis zur nächsten Brücke, die gleich da sein sollte. Sollte!!! Nach einer halben Stunde und bei knapp 40 Grad in der prallen Sonne kommen wir auch wirklich dort an. Kein Problem, man kann ja überall etwas zu Trinken kaufen. Oder auch nicht, denn in der Mittagszeit hat fast kein Laden geöffnet. So trotten wir am Straßenrand bei Hitze und Staub wieder Richtung Hotel. Unterwegs finden wir dann doch noch einen Laden, der offen hat - der aber auch gesalzene Preise für die Flasche Wasser verlangt. Also schauen wir einfach mal, ob es nicht wo anders auch noch Wasser für uns gibt. Überraschenderweise haben doch einige andere Läden ebenfalls noch auf und verlangen sogar humanere Preise. Die bekommen dann auch unser Geld.

                                    Am späten Nachmittag schlendern wir wieder durch die Gassen der Stadt und ich nehme mir 2 Whiskys für zu Hause mit. Einen pur und den anderen gemischt mit Reisschnaps. Die beiden werd ich mir zu Hause (daheim) so richtig schmecken lassen. Den Abend lassen wir zusammen in einem Lokal ausklingen, das sehr touristisch angehaucht, aber trotzdem fast leer ist. Woran das liegt, keine Ahnung, das Essen ist hervorragend. Zum Schluss wollen wir noch einen Reisschnaps probieren. Auf der Karte ist dieser mit knapp 2 $ ausgezeichnet und das wären wir auch bereit zu zahlen. Auf Nachfrage stellt sich aber heraus, dass die Flasche (200 ml) 2 $ kostet, nicht das Glas. Na dann, her damit :-).

                                    Morgen haben wir eine längere Fahrt vor uns. Wir werden den Wolkenpass überqueren und gegen Nachmittag in Hoi An ankommen.

                                    Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                                      #18
                                      1. Tag: 12.10.09, Hue – Hoi An

                                      Was für ein Glück, dass mich mein Kuchen bereits zum Frühstück wieder freudig erwartet. Ich strafe ihn trotzdem mit Nichtachtung und wende mich wieder den Nudeln und dem Reis zu. Das Frühstück haut uns nicht vom Hocker und kann im nächsten Hotel eigentlich nur besser werden.

                                      Kaum sind wir aus der Stadt Hue raus, bietet sich wieder das typische landschaftliche Bild Vietnams. Weite, grüne Reisfelder hier und dort Wasserbüffel und vereinzelt Bauern mit ihren Reishüten auf den Feldern. Eine Abwechslung bieten die vereinzelten Gräber auf den Feldern. Hier werden die Bauern auf ihren Feldern beerdigt, damit die Toten auch nach ihrem Ableben noch über die Familie wachen können.

                                      Eine weitere Abwechslung stellen die vermehrt auftretenden Soldatenfriedhöfe dar. Daran erkennt man, dass man durch ein schwer umkämpftes Gebiet des Vietnamkrieges fährt. Einen dieser Friedhöfe sehen wir uns genauer an. An vielen Gräbern stehen keine Namen, da auf nordvietnamesischer Seite viele Guerillakämpfer ohne Ausweis und „Hundemarke“ gegen die Amerikaner und Südvietnamesen gekämpft haben.

                                      Einen kurzen Zwischenstopp legen wir am Strand von Da Lang ein. Hier kann man die gewaltige Zerstörungskraft des Taifuns sehen, der vor knapp 2 Wochen dort gewütet hat. Am Stand steht fast keine Palme mehr und alles ist immer noch mit massenweise Treibgut verunstaltet. Hier kommen wir mit einem Vietnamesen ins Gespräch, der uns berichtet, dass sein Haus komplett weggerissen wurde. Gleichzeitig präsentiert er uns seine Sammlung aus ausländischen Münzen und Scheinen und fragt uns nach ein paar Exemplaren aus Europa. Ein paar Cent-Stücke haben wir lose im Geldbeutel und geben sie ihm. Wenn er jeden Touristen danach fragt, dann wird er sich schon ein nettes Zubrot verdienen.

                                      Unser Weg führt uns nun über ein kleines Gebirge, das den Norden vom Süden trennt. Der Pass darüber wird Wolkenpass genannt und war einer der am meisten umkämpften Flecke während des Vietnamkriegs. An der Spitze stehen neben vielen Verkaufsständen auch noch ein paar verfallene ****** der Amerikaner, die hier oben einen Aussichtsposten hatten. Wir steigen kurz aus und schauen uns diese aus der Nähe an. Irgendwie ein beklemmendes Gefühl, wenn man an einer der Schießscharten steht und nach draußen sieht. Man hat freien Blick über ein weites Stück Land und möchte sich nicht vorstellen, was für Szenen sich hier abgespielt haben.

                                      Nach dem Wolkenpass kommen wir in den Bereich der Marmorberge. Hier wurde früher (wie der Name es bereits verrät) Marmor aus den Bergen gewonnen. Heutzutage wird jenes Gestein nur noch hierher transportiert und vor Ort verarbeitet. Das ganze Dorf besteht aus vielen Marmor verarbeitenden Werkstätten. Natürlich besuchen wir eine davon und kaufen eine Kleinigkeit als Mitbringsel. Interessanter ist da schon die Chua Tum Thai Pagode, die auf einem der Berge gelegen ist. Der Weg dorthin ist gesäumt von riesigen Marmorfiguren. Die Pagode selbst strahlt wieder in allen möglichen Farben. Einige Wächterfiguren sind besonders farbenfroh in Blau- und Rottönen gehalten und es gibt mehrere Figuren, die wie glasiert wirken. Hunde und Drachenfiguren sind über den gesamten Vorplatz verteilt. Noch eindrucksvoller ist die Dong Huyen Khong Höhle mit einem kleinen Altar darin. Die Höhle erreicht man durch einen von Fledermäusen bewohnten, stockdunklen Durchgang, der auch noch mit tückischen Stufen versehen ist. Der Eingang der Höhle wird links und rechts von böse blickenden Wächterfiguren gesäumt. Die Luft hier ist stickig und ziemlich schwülwarm. Bis zum Vietnamkrieg wurde die Höhle von innen erleuchtet. Heutzutage ist dies nicht mehr nötig, da durch Mörserbeschuss die Kuppe des Berges weggesprengt wurde und durch mehrere Löcher das Sonnenlicht eindringt. Im Anschluss steigen wir noch zu einem Aussichtspunkt auf und haben einen schönen Rundblick auf die nahegelegenen Marmorberge. Unter uns liegt die Stadt, aus der die Geräusche der Marmorfabriken erklingen.

                                      Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichen wir gegen 13 Uhr Hoi An. Zuerst machen wir eine Garküche unsicher und genießen für nicht mal einen Dollar pro Person eine riesige Schüssel Suppe. Dann wird ins Hotel eingecheckt. Hier haben wir die Möglichkeit, für morgen einen Ausflug nach My Son zu buchen. Die Cham Türme dort interessieren uns sehr und darum investieren wir die 20 $ pro Person auch gerne. Nun aber hinein ins Getümmel von Hoi An, einer noch sehr schön erhaltenen Altstadt .

                                      Erster Anlaufpunkt ist die berühmte „Japanische Brücke“. Die ganz in rot gehaltene Holzbrücke steht schon seit mehreren Jahrhunderten und verbindet das japanische mit dem vietnamesischen Viertel. Die Hunde- und Affenfigur an den Enden der Brücke symbolisieren jeweils das Jahr des Beginns und des Endes des Brückenbaus. (Jahr des Hundes bzw. des Affen) Weiter geht es zum Tan Kuy Haus. Dies ist eines der ältesten noch erhaltenen Häuser am Ort. Es wird von einer Familie in x-ter Generation bewohnt und in Schuss gehalten. Das Haus lässt wunderbar die ursprüngliche Bauweise erkennen. Vietnamesische Häuser werden in der Langbauweise errichtet, d.h. das Gebäude ist nur ca. 3 - 4 Meter breit, kann dafür aber bis zu 40 Meter lang sein. Dabei reihen sich die einzelnen Zimmer aneinander, teilweise unterbrochen durch kleine Innenhöfe. Wir werden mit einer Tasse Tee empfangen und lassen uns die Geschichte des Hauses von seinen Bewohnern erzählen. An einer Wand sind die Marken der Hochwasser vermerkt. Der letzte Taifun ließ das Wasser über 2 Meter hoch steigen. Wenn man den Ort betrachtet, kann man fast nicht glauben, dass man außer etwas Schlamm auf den Straßen sonst nichts mehr davon sieht. Hinter dem Haus, direkt am Fluss, sitzt ein alter Fischer in seinem Boot und grinst uns mit seinen beiden Zahnstummeln an. Ein Foto und einen kleinen Obolus später ziehen wir weiter durch die Stadt. Die örtliche Pagode namens Diem Thiam Quan unterscheidet sich nicht wirklich von den bereits besuchten. Wir besichtigen noch kurz ein kleines Museum in dem Bilder und Ausstellungsstücke aus der Geschichte Hoi Ans ausgestellt sind. Damit ist der offizielle Teil beendet und wir durchstreifen Hoi An noch etwas auf eigene Faust. Besonders angetan haben es uns die verschiedenen Schneidereien und die Kunsthandwerkerstände. Hoi An ist bekannt für seine Seide und die kann man auch an jeder Straßenecke bekommen. Nach 2 Stunden wollen wir dann doch vorerst zurück zum Hotel, um uns etwas frisch zu machen. Zum Abendessen geht es dann nochmals in das Zentrum der Stadt, was einen Fußmarsch von knapp 15 Minuten entfernt ist. Gleich neben dem Hotel befindet sich die Schneiderei Sunny Silk II, in die wir „nur mal so“ reinschauen wollen. Tja, aus „nur mal so“ werden dann 1,5 Stunden. Angi überlegt sich ein Business Kostüm und ich mir eine Hose. Na gut, nach etwas Überredungskunst werden dann 3 Hosen draus. Es wird alles verdammt schnell angefertigt, so dass wir schon morgen unsere Sachen probieren können. Ist ja auch notwendig, da es übermorgen schon wieder weiter geht. Den Abend lassen wir in einem schönen Restaurant direkt am Fluss ausklingen.

                                      Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                                        #19

                                        @AEVFranke

                                        ...deinen reisebericht lese ich mit begeisterung.
                                        wir haben vor vier jahren die gleiche reise gemacht - und wieviel ich
                                        (trotz der unendlichen fotomenge) vergessen habe, bemerke ich jetzt,
                                        wenn ich deine schilderungen lese, die nicht nur bilder, sondern auch
                                        gerüche und geräusche in mir wecken.

                                        danke schön - und bitte weiter !

                                        gruß
                                        rockerbraut

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                                          #20

                                          Hallo Rockerbraut,
                                           
                                          danke für dein positives Feedback 🙂
                                           
                                          Genau aus diesem Grund hab ich mir auch vorgenommen, einen Reisebericht zu schreiben. So ist man sofort wieder im Urlaub und kann länger davon zehren 🙂
                                           
                                          Kann dich beruhigen, es geht noch weiter. Die Reise hat 24 Tage gedauert, es kommen also noch ein paar Eindrücke nach 🙂
                                           
                                          Gruß
                                          AEVFranke

                                          Wer hinter dem Mond lebt, hat´s wenigstens schön schattig. / Reisebericht Vietnam - Kambodscha 2009 im Asienforum / Reisebericht Peru 2008 im Südamerika Forum :) / Reisebericht Mexiko 2006 im Mittelamerika Forum :)

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                                          ananea Madivaru Maldives
                                          ROBINSON NOONU
                                          Hotel The Royal Pita Maha
                                          OBLU SELECT Lobigili
                                          Pita Maha Resort & Spa
                                          Jawakara Islands Maldives
                                          Dreamland The Unique Sea & Lake Resort / Spa
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