"Gefährlich? - Ich war trotzdem dort"
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Reiseveranstalter, die (aus Profitgier?) keine Tabus kennen,
unerschrockene auf Entdeckungstour zwischen Landminen
und Rebellengruppen. Ein interessanter Beitrag hier
in der TAZAblehnung, Verständnis oder Begeisterung ?
Wie sehen das die Forumsteilnehmer ? -
dem aufmerksamen Leser des Links wird sicherlich nicht entgangen sein, dass es sich a) um einen britischen Reiseveranstalter geht (die Briten waren immer "etwas anders" als der Rest der Europäer) und b) dass man ja selbst entscheiden kann, ob man so etwas will oder nicht.
Für mich entscheidend ist es bei jedem angebotenen Produkt, ob der Hersteller - Anbieter klipp und klar dem Konsumenten sagt, was er kauft und worauf er sich einlässt.
Was heißt hier Profitgier? Was sind die komischen Sendungen auf manchen TV-Sendern, wo sich Betrogenen mit Betrüger aufdecken und sich beschimpfen vor laufender Kamera?
Es gehören zu jedem Geschäft stets zwei dazu: einer der gibt und einer der nimmt. Wer nehmen mag, möge nehme - juckt das mich?
Es gibt Menschen, die gehen zur französischen Fremdenlegion und schinden sich (zu Tode...).
Es gibt Menschen, die nehmen an Veranstaltungen im Winter in der Arktis teil.
Es gibt Menschen, die quälen sich durch die Sahara mit Auto oder Motorrad (bis hin zum Tod).
Was soll also an solchen Angeboten problematisch sein?
Gruß
Peter -
"mosaik" wrote:
Was soll also an solchen Angeboten problematisch sein?Gruß
PeterProblematisch an solchen Angeboten ist, dass die Oeffentlichkeit, die Regierung oder wer auch immer in Gefahr geratene "Touristen" zurückholen müssen.
Oder wie wenn in der Schweiz (...oder Oesterreich) Touristen mit ungenügender Bekleidung trotz Wetterwarnung von erfahrenen Alpinisten sich ins Hochgebirge wagen - ja,was soll denn da problematisch sein. Ausser dass sie von der Rettungsflugwacht oder Bergführern unter lebensgefährlichen Bedingungen aus der Wand geholt werden müssen!
Afghanistan ja oder nein ! Sollen sie hinfahren, eine Hoffung auf einen Einsatz der Regierungen sollte aber gleich zu Beginn als nicht machbar deklariert werden.
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Hallo Blues,
Wenn es denn so weit ist, daß nur noch die jeweilige Regierung helfen kann, wird sie es auch in Zukunft tuen, und zwar aus humanitären Gründen. Die Regierung sollte aber vorher jedem, der sich sehenden Auges in Gefahr begibt, klar machen, daß man ihn ggf. in Regreß nehmen wird.
Ich wundere mich, daß es da noch keine entsprechenden Statements seitens der Regierung gibt.
Gruß salvamor
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Bravo, Ihr beiden!!
Ich finde es unerträglich, dass es genug Menschen gibt, die sehenden Auges der Gefahr entgegenlaufen. Und wenn dann die Regierung ihre Strippen zieht und z.B. Geiseln loskauft, wird das als Selbstverständlichkeit angesehen. Aber womit kauft denn die Regierung die Geiseln frei? Na? Natürlich mit Steuergeldern, die von kleinen Doofis wie Du und ich erwirtschaftet werden. Fragt uns denn einer, was wir davon halten?
Ich bin auch der Meinung, dass Leute, die "Kosten verursachen" dafür auch in Regress genommen werden können. Denn über den Geldbeutel ist schon manch einer zur Vernunft gekommen.
Leicht zornige Grüsse von Barbarap.s. das gilt bei Fahrlässigkeit auch für Einsätze z.B. der Bergwacht !!!!
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"Barbara R." wrote:
.....Ich bin auch der Meinung, dass Leute, die "Kosten verursachen" dafür auch in Regress genommen werden können.
....das gilt bei Fahrlässigkeit auch für Einsätze z.B. der Bergwacht !!!!Regress nehmen ist die eine, und sicherlich auch richtige Sache. Dies wird in der Schweiz auch durch die Rettungsflugwacht so gehandhabt - nur, die oft lebensgefährlichen Einsätze der Retter -Flieger wie Bergretter- können im Unglücksfall kaum durch Geld wettgemacht werden. Und diese Einsätze sind lebensgefährlich...
Nur, das Regress nehmen wird kaum weitere Touristen von solchen Reisen abhalten - denn es trifft ja eh immer die anderen, mich sowieso nicht !!
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Eben Blues,
und genau das ist es, was mich besonders wütend macht. Da begeben sich unvernünftige Touristen trotz eindringlicher Warnungen z.B. Lawinengefahr, absichtlich in diese gefährdeten Gebiete. Die Retter dürfen dann Leib und Leben riskieren, um diese Leute wieder auszubuddeln.
Aber was solls, dafür sind die ja da.
Liebe Grüsse von Barbara -
Zu wissen, daß man selbst - sich und bei der eventuell notwendig werdenden Rettung - auch andere in Lebensgefahr bringen kann, setzt Wissen und auch Intelligenz voraus. Gerade an letzterem mag es oft mangeln: Wir haben schon, selbst in voller Skifahrer-Bekleidung, im Mai an der Kabinenbahn zum Gletscher in der Schlange gestanden zwischen vielen Feriengästen, die mit T-Shirt und Sandalen ausgerüstet waren. Einheimische haben versucht, diese Leute zu warnen.... "da oben ist es kalt und euer Schuhwerk taugt nichts" - vergeblich.
Auch mich ärgert diese Hirn- und Gedankenlosigkeit derer, die auf Kosten der Allgemeinheit geborgen werden müssen. Einige haben einen "Freibrief": sie sind Mitglied der Flugrettung, Spender an die Malteser oder die Bergrettung...
Wie oft habe ich im HC-Forum gelesen: es kann Dir überall passieren - also hopp! Auf die in Berge mit Sandalen oder Überlebenstraining in ausgewählten Ländern...!
Nachtrag:
irgendwo habe ich gelesen, daß Reisende, die sich freiwillig in Gefahr begeben, in Regress genommen werden können. Gut so! -
"Erika1" wrote:
irgendwo habe ich gelesen, daß Reisende, die sich freiwillig in Gefahr begeben, in Regress genommen werden können. Gut so!@ Erika
War das eine offizielle Stellungnahme einer Regierungsstelle oder, oder wo hast Du das gelesen?
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"Erika1" wrote:
Nachtrag:
irgendwo habe ich gelesen, daß Reisende, die sich freiwillig in Gefahr begeben, in Regress genommen werden können. Gut so!Ich meine, das ist eher eine "Kann"-Bestimmung. Abgesehen von den Lösegeldzahlungen (bei Susanne Osthoff spricht man vo 5 Mio USD) dürften sich die Kosten der Krisenstäbe auch im sechsstelligen Bereich bewegen. Solche Summen als ganzes zurückzufordern geht wohl nicht, einen Teil davon, je nach Einkommensverhältnissen, wäre allerdings angebracht.
Was die Sandalen-Bergsteiger und die abseits der gesicherten Ski-Pisten fahrenden Touristen anbelangt, sollte nicht nur ein Teil, sondern die volle Summe der angefallenen Rettungskosten in Rechnung gestellt werden.
Im allgemeine sollte gelten: "Wer sich in Gefahr bringt, kommt darin um", oder zahlt dafür (im Falle des Überlebens)!
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Es ist natürlich leicht die vollen Kosten einzufordern, allerdings wird das in vielen Fällen dazu führen dass die (selbst!)Schuldigen bis an ihr Lebensende zahlen müssten und nicht selten nur einen geringen Teil der Schuld tilgen könnten. Allerdings wäre für manch einen "Bruder Leichtfuss" so zwei bis drei Jahre Leben am Existenzminimum sicher sehr lehrreich ... hoffentlich.
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Also Leute bei der ganzen Diskussion vermisse ich die Feststellung wo der "Leichtsinn" beginnt. Das ist vielleicht mit dem Turnschuhtouri auf der Zugspitze (ich habe ja mein Handy dabei) noch nachvollziehbar. Aber wenn eine Familie Wallert über 900km hinweg über das offene Meer entführt wird, wo ist da der Leichtsinn? 900km von hier ist das ehemalige Jugoslawien, muß ich mich bedroht fühlen? Ist es Leichtsinn hier zu leben?
Wer will den Leichtsinn sortieren? Grundsätzliche Reisewarnungen schreibt doch das AA für praktisch jedes Land ob Ägypten, Israel, USA, Thailand u.s.w. ist es jetzt Leichtsinn dorthin zu reisen?
Nur mal so zum Nachdenken
MfG Rainer
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da sind zwei verschiedene Themen im Spiel:
a) ein Unternehmen, das Abenteuerurlaub anbietet
b) Leute, die sich auf bekannte oder unbekannte Risken einlassen und dann gerettet werden wollen
Grundsätzlich sollte jeder, der sich in bekannte Gefahren begibt entweder eine Bergungs-Rettungsversicherung abschließen oder die Kosten bezahlen!
In Österreich haben wir TAUSENDE pro Jahr, die bei SCHIUNFÄLLEN sich retten lassen, heimreisen UND KEINEN CENT für ihre Kosten bezahlen - mangels gesetzlicher Grundlagen schaut der Krankenhausträger durch die Finger.
Was aber nicht heißen sollte, dass Wahnsinnige weiter ihr Geld ausgeben sollten, sofern sie selbst für ihre Kosten aufkommen.
Gruß
Peter -
Richtig, Peter, die Reiseunternehmen, die Abenteuerurlaub anbieten, müssen ebenso wie Privatpersonen, die sich auf so etwas einlassen, von offizieller Seite in die Pflicht genommen werden.
Wer das Wochende in Kabul mit Stadtbummel und anschließend lecker essen gehen oder den Wüstentrip im Irak mit Hirten-Lagerfeuer oder den ausgedehnten Regenwaldtrip in Kolumbien unbedingt haben möchte, soll das machen dürfen. Es muß ihm nur von vornherein klar sein, daß er nicht erwarten kann, aus Steuermitteln aus der Bredouille gerettet zu werden, wenn ihm was zustößt.
Daß so etwas nicht einfach zu administrieren wäre, ist mir klar. Immerhin muß immer aktualisiert und veröffentlicht werden, was ohne Regreßandrohung jeweils geht oder was nicht geht. Aber unsere Regierungen sind doch sonst immer sehr erfindungsfreudig, irgendwelche Verordnungen zu erlassen. Warum hier nicht, wo es um die Groschen der Steuerzahler geht?
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@ Bifi44
Du hast grundsätzlich Recht, daß eine Abgrenzung, was ist Leichtsinn oder nicht, schwierig ist. Sie wäre aber machbar.
Turnschuhe auf der Zugspitze sind zum Beispiel grober Leichtsinn, und da ist m.E. schon die Seilbahngesellschaft gefordert, solche Touristen abzuweisen.
Bezüglich der Familie Wallert würde ich mir ganz schüchtern zu widersprechen erlauben. Die Sulusee galt aufgrund eines schon lange gärenden Konfliktes der dort lebenden Moslems mit dem christlichen Norden der Philippinen wegen der vielen bereits vor der "Affäre Wallert" stattgefundenen Entführungen als brandgefährlich. Entsprechende Warnungen des AA existierten, vor allem hinsichtlich des dort liegenden beliebten Tauchreviers auf Sipadan. Es war schon damals bekannt, daß die Einwohner der Jolo-Inseln vornehmlich von Entführungen lebten.
Es geht ja meines Erachtens nur um die Thematisierung der groben Gefahrenherde, wie z.B. Irak, Afghanistan, Kolumbien, Zentral- und Westafrika oder ähnliche Kriegs- und Krisengebiete.
Manche halten ja schon einen abendlichen Spaziergang auf der Avenida Atlantica in Copacabana für gefährlich genug, verboten zu werden, aber das würde ich für übertrieben halten. Unbegleitete Besuche von Favelas dagegen sollten eindeutig unter dieses Verbot fallen.
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ihr habst gar nie nicht Groschen gehabt in Deutschland...

Gruß
Peter -
@Mosaik
Groschen, der (plur. Groschen); Der Name geht auf den französischen "Gros von Tours" zurück. Groschen wurden als große Silbermünzen wie der Schilling im Wert von 12 Pfennigen geprägt. Der Groschen wurde 1873 abgeschafft. Der Name hat sich für das Zehnpfennigstück aber bis heute *) gehalten.*)Anmerkung: bis zur Einführung des Euro.
Has'se mal 'n Groschen (10 Pfennig) danach Mark, jetzt Euro.Noch mehr deutsche Münzen hier:
http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/euro/euroart02.htm -
Jawohl! Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Groschens nicht wert...
