Essensklau im Frühstücksraum
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Wegen mir dürfen die Hotels 100.000% Gewinn erzielen - > es ging um die Aussage einiger User, man würde aufgrund einer eingepackten Stulle die Hotellerie in den Ruin treiben. Und das ist mehr als lächerlich. Oder Aussagen wie "Beim Bäcker zahle ich auch 2 Brötchen und bekomme keine 4". Deshalb schrieb ich, wenn es danach ginge, was man zahlt, müsste man wohl 5 Stunden frühstücken (oder eben den Picknickkorb füllen :-))
Und bezüglich Frühstücks-Preise: man muss nicht einmal deutschen Boden verlassen. Wir sind beispielsweise öfter in Hamburg und dort gibt es kaum ein Hotel, wo man unter 30€ fürs Frühstück hinlegt. (Atlantic 35 €; 4-Jahreszeiten 35 €; Sofitel 30€ - und das sind keine exclusiven Hotels )
Aber stimmt - es geht um Mallorca und da kalkuliert man mit 10 € :-). Bedienen darf man sich natürlich an einem Buffet vom allerfeinsten: Laugen-Brötchen, Balik Lachs, Beluga und natürlich Dom Perignon. Da findet man keine Aufback-Brötchen oder 20 Cent Eier

Ich kann mich auch nicht daran erinnern, jemals den Hinweis "Das Mitnehmen von Speisen ist verboten" gelesen zu haben. Und wie bereits geschrieben: Mir sind auch noch nie bewusst Leute aufgefallen, die vollpepackt den Frühstücksraum verlassen haben. Und wenn es Gäste gibt, die dies tun, dann geht es mich nichts an. Wäre mir höchsten ein Lächeln wert und würde keine Panik in mir auslösen, aufgrund derer 1€ mehr zahlen zu müssen. Man muss och jünne künne

@ Bernat: Es soll tatsächlich Restaurants geben, die gutes Essen für wenig Geld bieten. wo ist das Problem, dass man 50 € für ein gutes Abendessen zahlt und auf der anderen Seite die gleiche Summe für ein Frühstück ausgibt? Auf Mallorca gibt es übrigens einige gute Restaurants, für wenig Geld. Wir gehören nicht nicht zu den Proleten, die immer min. 150 € pro Person hinblättern müssen, um sagen zu können "das war toll". Ein 10€-Essen kann uns genauso zusagen wie ein 100€-Essen. Und nu?
Vielleicht solltet Ihr Euch weniger Zeit fürs Ausspionieren anderer User-Profile nehmen und die kostbare Zeit dem Partner, Familie oder Freunden widmen. Dann langweilt man sich auch beim nächsten (Hotel)Frühstück nicht, genießt die Unterhaltung und muss die schöne Zeit nicht mit Beobachten anderer Gäste überbrücken.
Ich wünsche allen ein wunderschönes Wochenende im Kreise Ihrer Liebsten.
Ganz liebe Grüße
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mk116,
keine Frage, dass es in Palma 4-Sterne-Hotels geben wird, wo das Frühstück > 20 € kostet. Ob dies aber "keine Seltenheit" - wie christinahansen schrieb - ist?
Wir waren im August in Palma in einem 4-Sterne-Hotel und dort kostete das Frühstück gerade mal 12 € (beim Suchen nach einem Hotel war mir auch nicht aufgefallen, dass das ein außerordentlicher Schnapper ist)...
20 € und aufwärts kenne ich nämlich auch eher von 5-Sterne-Hotels wie den Marriotts, Sofitels, Louis C. Jacob...
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Habe lange überlegt, ob ich hier was dazu schreiben soll. Zu sehr haben mich diese Kommentare zum Kopf schütteln gebracht. Ich war über 20 Jahre Hoteldirektor und habe dieses Thema bis zum Erbrechen diskutiert. Fakt ist, dass viele Kommentare hier absolut irrsinnig sind. Die Kalkulation eines Frühstücksbuffets im Mittelklassebereich würde jeden überraschen. Im Urlaubsbereich geht das kaum über € 1,50. Was a la carte bezahlt wird ist Makulatur, denn dies bezahlt im Endeffekt niemand. Der Reiseveranstalter drückt die Hotels hier soweit runter, dass es immer schwerer wird. Zudem ist der Konkurrenzkampf immer schlimmer. Im Urlaubsbereich sind 99 % vom Veranstalter gebucht. In einem Deutschen Businesshotel sieht dies etwas anders aus, aber auch das steht nur ein Bruchteil des offiziellen Preises zur Verfügung. Wenn nun eine Reisegruppe sich eindeckt, sprengt das jede Kalkulation. Man kann nur mit einejm kontrollierten Verbot hier etwas bewirken. Ansonsten geht es nur über eine Preiserhöhung, die aber kein Unternehmen möchte. Fakt ist außerdem, dass dies nicht nur die Deutschen machen, sondern jede Nationalität. Es ist einfach preiswerter sich über den Supermarkt Hotel mit der Tagesration einzudecken. Ich hatte jeweils ein Verbot publiziert und die Angestellten haben dies auch kontrolliert. Nur so konnten wir Preisanpassungen vermeiden und die meisten der Reisenden haben dies auch begrüßt.
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@rainer
toll, dass du hier direkt mal aus der "anderen" sicht deine erfahrungen schilderst.
viele sehen die knallharte kalkulation pro gast einfach nicht.
ich kam mal mit einem hotelier ins gespräch, weil mir eine 4 köpfige gruppe in einem hotel auffiel, die ca. 5-6 "ausgehöhlte" brötchen pro person auf ihren tellern liegen hatten, die immer wieder abgeräumt wurden. mich hatte das morgen für morgen gewundert, obwohl ich keine leute ausspioniere, sondern einfach interessiert an meinen mitmenschen bin.
nach ein paar tagen habe ich bei den vieren mal nachgefragt, ob sie nur "das weiße" in den brötchen, also den teig, mögen.
es stellte sich heraus, dass die 4 jeden morgen ganz normal frühstückten und dann jeder sich noch "seine" 4-6 brötchen holte um das innere heraus zu puhlen. das innere haben sie dann zum angeln verwendet.
ich fand das ganz schön frech und appelierte an die vernunft der 4.
schließlich würden die, die nach uns zum frühstück kommen, dann weniger brötchen vorfinden. und bei 4 personen je durchschnittlich 5 brötchen wären das schon 20 verschwendete brötchen. sie haben es dann auch eingesehen.
der hotelier war mir ziemlich dankbar, hatte er sich nicht getraut, die gäste darauf anzusprechen. viele gäste machen bei sowas dann gerne mal ein fass auf und beschreiben ihren unmittelbaren miturlaubern die situation dann nämlich ganz anders. -
Mitlesen hilft manchmal. Was "Rainer01" in seinem Beitrag schreibt habe ich ca. 10 Seiten vorher so ähnlich berichtet. Aber eine objektive Meinung und Fakten von Branchenprofis interessiert wohl weniger als eine hitzige Diskussion mit subjektiven Meinungen (und überwiegend OT).
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Ich sage nur: DANKE, Bernat und Rainer!
Aber der finanzielle Aspekt des "Essensklau", den Rainer und vorher auch schon Bernat sehr deutlich gemacht haben, ist nur die eine Seite.
Die andere ist das wirklich schlechte Benehmen, die fehlenden Manieren und die "Oberpeinlichkeit", die sich offenbaren, wenn am Frühstückstisch für den ganzen Tag zusammengepackt wird, was das Zeug hält (und ich spreche jetzt nicht vom einzelnen Apfel oder einer Banane).
Irgendjemand sprach vorhin vom "Fremdschämen": wie wahr - in einem meiner Urlaube so passiert! Ich habe da ein sehr "anhängliches " Pärchen kennengelernt, das jeden Morgen am Frühstückstisch in einer großen Gürteltasche den Proviant für den ganzen Tag verschwinden ließ. Nachdem ich das mitbekommen habe, habe ich stets einen großen Bogen um sie gemacht - ich hätte mich in Grund geschämt, wenn ich mit denen in einen Topf geworfen worden wäre. Wenn ich mir im Urlaub meinen Mittagsimbiss nicht mehr leisten kann, sollte ich zu besser zu Hause bleiben!
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Ich habe die meisten Antworten hier nur überflogen, das kann also möglich sein, dass jemand diese Frage schon einmal gestellt hat. Hier war ja so alles dabei, von gähnend langweilig über absurd oder witzig witzig bis hochinteressant, aber was hat das mit Mallorca zu tun? Nur weil der TO das auf Mallorca beobachtet hat? Ich habe solches und Ähnliches in Hotels in ganz vielen Ländern beobachtet, durchaus auch in Deutschland. Interessant ist auch, dass so ein Thema satte 22 Seiten füllen kann. Eigentlich gibt es dazu nur drei Bemerkungen: a) gehört es sich nicht, b) ist es dumm und asozial und c) eine Straftat, wenn, rein rechtlich gesehen, vielleicht nicht Diebstahl, dann doch zumindest Leistungserschleichung. Warum also das ganze Tamtam ?
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rumsstein:
Ich habe die meisten Antworten hier nur überflogen, das kann also möglich sein, dass jemand diese Frage schon einmal gestellt hat.
Welche Frage?
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Also für mich wars ein sehr interessanter Fred.
Immerhin ahbe ich gelernt das durch mein "apfel vom Buffet mitnehmen oder "ein Stück Käse mit aufs Zimmer nehmen" ich einige Urlauber regelrecht entzürne und einige darin eine Straftat sehen.
Ich habe auch gelernt das es überall wachsame Augen gibt.ich fands sehr lehrreich. ich war so naiv.
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Überflüssiges Doppelzitat entfernt.
@Frankenstephan
Die Frage stand im Satz danach: ..." Aber was hat das mit Mallorca zu tun". Es empfiehlt sich, Beiträge ganz zu lesen, dann gemütlich nachzudenken und erst ganz zum Schluss zu posten.
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@ Düren: Ein Apfel, ein Stück Käse aufs Zimmer. Das klingt wie im Strafprozess wegen Körperverletzung: Herr Vorsitzender, ich habe ihn doch nur ein kleines bisschen zusammengeschlagen.
Bei einem Apfel oder einem Stück Käse würde ich einfach dazu raten, zu fragen, ob man Apfel oder Käse mitnehmen darf. Damit ist man aus dem Schneider und signalisiert, dass man sich nicht gerade bereicheren oder aus der Halbpension eine Vollpension machen will. Außerdem ging es wohl ursprünglich um andere Umfänge als Apfel und Stück Käse. -
Man sollte nicht nur Beiträge ganz lesen, sondern den Thread mitlesen (wenn man mitreden will). Dann wüsste man dass das mitnehmen von Speisen aus dem Speisesaal nicht erlaubt ist.... egal ob das um einen Apfel oder um einen Rucksack voller belegter Brötchen geht. "Keine Speisen" bedeutet keine Speisen. In vorherigen Beiträgen wurde auch erklärt warum man hier keine Ausnahme machen kann, unabhängig um welche Speisen und um welche Mengen es sich handelt. Genauso wie erklärt wurde warum man das Hotelpersonal nicht in Verlegenheit bringen sollte in dem man fragt ob man das seitens der Geschäftsführung auferlegte 'Verbot' umgehen darf.
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@Bernat: ich hatte ja geschrieben, dass ich die meisten Beiträge nur überflogen hatte, 22 Seiten sind ja eine ganze Menge und ich hatte nicht von Anfang an mitgelesen; ich glaube aber nicht, dass dieses Manko gleich ein Mitredeverbot impliziert
. Der Verlegenheitsaspekt ist natürlich wichtig und richtig. Ich hatte das "Fragen" auch eher als Zugeständnis eingebracht, ich wollte nicht allzu engstirnig erscheinen, aber Du hast natürlich Recht. Wenn ich mal etwas fürs Zimmer brauche, gehe ich zum nächsten Supermarkt und kaufe mir z.B. ein paar Äppel und einen Käse, das ist für mich schon immer selbstverständlich gewesen.
Aber auch damit sollte man vor allem im Sommer in Südeuropa vorsichtig sein, denn wenn man offene Lebensmittel auf dem Zimmer liegenlässt, braucht man sich über Ameisen und andere nette Zeitgenossen aus der weiten Welt der Krabbeltiere nicht wundern.Vielleicht kann man die Problematik als Selbstständiger auch eher verstehen, wenn man nicht die unter Arbeitnehmern leider oft noch weit verbreitete Ansicht hat, es sei kein Diebstahl und auch nicht weiter schlimm, wenn man mal ein paar Bleistifte oder auch einen Stapel Druckerpapier zum Eigengebrauch mit nachhause nimmt. Es ist schlimm.
Und noch ein Gedanke zum Prinzip (sollte auch der schon geäußert worden sein, bitte ich um Nachsicht): Wären die Meinungen hier z.T geauso "großzügig", wenn es um einen Kunden ginge, der bei Aldi zwar 5 Brötchen bezahlt, aber vor der Kasse noch ein Päckchen Muffins in die Tasche steckt ?
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rumsstein:
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Und noch ein Gedanke zum Prinzip (sollte auch der schon geäußert worden sein, bitte ich um Nachsicht): Wären die Meinungen hier z.T geauso "großzügig", wenn es um einen Kunden ginge, der bei Aldi zwar 5 Brötchen bezahlt, aber vor der Kasse noch ein Päckchen Muffins in die Tasche steckt ?
Genau so ist das. Es geht hier um zwei Aspekte: warum die Hotels es so handhaben (keine Speisen aus dem Speisesaal mitnehmen lassen), und warum sich einige Gäste so verhalten wie sie sich verhalten (also ums Prinzip). Wobei sich die Meinungen hier im Thread (für mich erstaunlicherweise) wohl sehr teilen.
