MALLORCA INSIDE
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Überbuchungen
Warum können Überbuchungen überhaupt zustande kommen (ja, klar, weil ’jemand’ mehr Kapazität verkauft als er wirklich hat, aber ganz so einfach ist das nicht)? Des Interesse halber poste ich hier die Erklärung die ich vor Jahrem schon einmal als Anwort in einem Überbuchungsthread gegeben habe.
Ich werde hier versuchen das allgemeine Funktionieren des gesamten Prozesses zu erläutern, davon gibt es natürlich Varianten und - unwesentliche – Abweichungen (Stadthotels funktionieren anders, auf Mallorca kann/muss es nicht so sein wie auf dem Festland, z.Bs.).
Das ganze funktioniert so:
Der Ursprung der Überbuchungen liegt grundsätzlich beim Hotel, NICHT beim Veranstalter, und das aus ’guten’ Gründen.
Ein Hotel schliesst ein Jahr im vorhinein sogenannte Kontingentsverträge mit den Reiseveranstaltern ab. Diese Verträge sind absolut einseitig, d.h. das Hotel verpfichtet sich zu ’allem’ (Bereitstellung der Zimmer) die Reiseverantalter zu ’nichts’ (zahlt in der Regel nicht für Zimmer die nicht verkauft werden, gibt keine Garantie dass er überhaupt welche verkauft).
Diese Kontingentverträge laufen über eine ganze Saison (z.Bs. von Ostern bis Ende Oktober). Die Reiseveranstalter haben aber in der Vor/Nach-und Nebensaison nicht die selbe Flugkapazität wie in der Hauptsaison (logischerweise). Im Klartext heisst das, dass ein Veranstalter der in der Hochsaison Flug- und Zimmerkapazität für, zum Beispiel, 20.000 Gäste hat, hat in der Vor/Nach- und Nebensaison vielleicht Flugkapazität für 10.000 Gäste. ABER DIE ZIMMERKAPAZITÄT DIE DER VERANSTALTER VERTRAGLICH ABGESICHERT HAT IST DIE GESAMTE SAISON ÜBER DIE SELBE. Das Ergebnis: in Vor/Nach-und Nebensaison sind die Flüge vielleicht voll, aber die Zimmer GEZWUNGENERMASSEN LEER.
Bei den niedrigen Preisen im bestehenden Konkurrenzkampf braucht ein Hotel aber eine ’akzeptable Belegung’ um finanziell über die Runden zu kommen, AUCH IN DER VOR/NACH- UND NEBENSAISON. Also was macht das Hotel? Es schliesst – mit verschiedenen Reiseveranstaltern – Kontingentverträge für insgesamt mehr Zimmer ab als das Hotel hat (Hotel hat 200 Zimmer, der Hotelier schliesst aber Verträge für 300 Zimmer ab). Das nennt man ’OVERCONTRACTING’. Wenn jetzt alle betroffenen Reiseveranstalter in der Vor/Nach- und Nebensaison ’mässig’ verkaufen erziehlt das Hotel in diesen Saisonzeiten trotzdem eine ’akzeptable’ Belegung (durch die gleiche Regel: ist die Belegung des Hotels in diesen Saisonzeiten trotzdem noch ’miserabel’, wird der Hotelier das Jahr darauf das ’Overcontracting’ auf 400 Zimmer erhöhen).
Und jetzt kommen wir zur Hochsaison, wo ALLE Veranstalter – normalerweise – ihre Kontingentskapazität voll erschöpfen (theoretisch bräuchte ein Hotelier keine Veranstalter für eine gute Belegung NUR in der Hochsaison). Und, rein theoretisch, steht das Hotel ’auf dem Schlauch’ weil jetzt möglicherweise mehr Gäste vor der Tür stehen als das Hotel Zimmer hat (alle haben ja ihren Kontingent gut verkauft), und sich das ’Overcontracting’ in tatsächliches ’Overbooking’ verwandelt hat.
Dieses ’Spielchen’ wiederholt sich Jahr für Jahr, und beide Parteien, Veranstalter und Hoteliers, kennen die Spielregeln seit Jahrzehnten sehr gut. Beide ’brauchen sich’ gegenseitig, keiner will sich mit dem anderen anlegen. Der Veranstalter ist dem Hotelier nicht böse, weil er genau weiss dass er z.Bs. eine Belegungsgarantie bezahlen könnte (sprich, ich schliesse vertraglich 100 Zimmer ab, bezahle sie auch tagtäglich ob sie belegt sind oder nicht, so ähnlich wie das mit den Sitzplätzen in den Flugzeugen der Fall ist) und damit die Garantie hat KEINE Überbuchungen in Kauf nehmen zu müssen. Aber in der Regel macht das kein Veranstalter weil er das finanzielle Risiko nicht eingehen will.
Das genannte ’Spielchen’ hat noch ein paar zusätzliche ’Spielregeln’. Der Verkauf der Sommerferien fängt im November/Dezember des Vorjahres an. Die Veranstalter haben relativ genaue und verlässliche statistische Daten über den Verkaufsrythmus von Zielgebieten und Hotels (und den Vergleich zu den Vorjahren, obwohl die steigende Nutzung von Direktbuchungen über Internet in den letzten 10 Jahren diese Werte/Kontrolle etwas ’durcheinanderbringt' ). Es entstehen somit Buchungwerte die (so denn der Veranstalter das will und macht) an die Hotels weitergeleitet werden (sogenannte ’Booking positions' ). So wissen beide Parteien wie der Verkauf läuft und wann das Hotel ’voll- bzw.überläuft’, d.h. Überbuchungen entstehen können. Spätestens dann ’schreit' der Hotelier und schickt dem Veranstalter eine E-mail und ’bittet’ um ’Buchungsstop’ für den betroffenen Zeitraum, BEVOR es WIRKLICH zu Überbuchungen kommt. Das findet der Veranstallter zwar nicht lustig, will aber Problemen aus dem Weg gehen und ’einigt’ sich mit dem Hotelier. So wird versucht tatsächliche Überbuchungen zu vermeiden. Aber dieses ’Spiel’ geht nicht immer auf und es kommt zu tatsächlichen Überbuchungen. Es ist wesentlich billiger – für BEIDE Parteien – die möglichen, durch Überbuchungen zustande kommenden Entschädigungen zu zahlen als entweder eine schlechte Belegung zu haben (das Hotel) oder das finanzielle Risiko einer Belegungsgarantie auf sich zu nehmen (der Veranstalter).
Jetzt könnten wir viele verschieden Abwandlungen dieses 'Spiels’ ansprechen, wie folgt: wenn Reiseveranstalter an einem Hotel finanziell beteiligt sind oder es sogar ganz ihnen gehört, werden sie Vorsorge treffen dass mögliche Überbuchungen nicht IHRE Gäste betreffen (die Kunden anderer ’beissen dann die Hunde' ). Oder ein Hotel gehört zu einer Hotelkette die im selben Zielgebiet verschiedene, gleichwertige – oder sogar bessere – Hotels hat und diese dann für die Unterkunft der überbuchten Kunden nutzt..... und noch einige Varianten des ’Spiels’. Prinzipiell zieht es ein Hotelier vor die Kunden die direkt gebucht haben NICHT auszuquartieren (hier ist es zu deutlich dass die Schuld bei ihm liegen muss, abgesehen der Tatsache dass er an einem Direktkunden mehr verdient als an einem Kunden der über einen Veranstalter gebucht hat).
Obwohl es hier wie eine eine lange Erklärung erscheint, ist das Spiel mit den Überbuchungen bzw. sind die Spielregeln etwas komplizierter als hier angesprochen. Die Zeiten ändern sich, die Technologie ändert sich, das Buchungsverhalten der Kunden ändert sich (immer mehr ’Last Minute’, mehr Sonderangebote, die Gäste reisen mehr aber dafür für weniger Tage, etc., etc.). Der Direktverkauf über Internet nimmt ständig zu. Hotels auf Inseln - Mallorca, zum Beispiel - die keinen ’Durchgangsverkehr’ haben wie an der Costa Brava, können nicht einfach ein Schild hinhängen ’ZIMMER FREI’. Und dann gibt es natürlich Hoteliers die absolute Weltmeister im ’Overcontracting’ sind, und andere mit etwas mehr 'Gefühl’. Fazit: ÜBERBUCHUNGEN LASSEN SICH NICHT VERMEIDEN, allenfalls besser – oder schlechter – kontrollieren.
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Schmuggel auf Mallorca (2)
Einer der bekanntesten Schmuggler der Insel war späterer Besitzer einer Hotelkette Er war sehr gut mir dem damaligen Honorarkonsul der USA befreundet (d¡eser Konsul - Mallorquiner - war 40 Jahre lang weltweit der einizge Kunsularagent der USA der nicht die amerikansiche Staatsbürgerschaft hatte).
Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ging eines Tages dar einzige Röntgenapparat (amerikanischer Herstellung) des damals einzigen Sozialversicherungskrankenhauses der Insel - SON DURETA - kaputt. Natürlich eine Katastrophe, die sich schnell herumsprach.
Der Konsularagent, Bartolomé "Tummy" Bestard, hatte sich über viele Jahre einen Namen für die von ihm organisierten Wohltätigkeitsaktivitäten gemacht (die Besatzungen der vor Palma geankerten, amerikanischen Flugzeugträger strichen Krankenhäuser oder Schulen an, etc. etc.). Da einen neuen Röntgenapparat aus den USA importiert werden sollte sprachen die Behörden mit ihm um zu sehen wie das ganze kurzfristig organisert werden könne. Der offizielle Weg (Importlizenz, Geldüberweisung in Divisen, Transport und die damit verbundene Bürokratie etc., etc.) dauerte viel zu lang. Und Geld war ausserdem nicht vorhanden.
"Tummy" erwähnte die Situation beiläufig beim Kaffeetrinken mit seinem Freund, dem Schmuggler.... und der hatte eine Idee. Er könnte solch einen Röntgenapparat kurzfristig besorgen. Transport sei kein Problem, Geld auch nicht. Er, der Schmuggler, sei gerne bereit diesen Röntgenapparat "zu besorgen", und nicht nur dessen Kosten zu übernehmen sondern ihn auch gleich nach Palma zu bringen. Als Wohltätigkeitsgeste und Stiftung für seine Landsleute, so su sagen. Ganz umsonst wäre das natürlich nicht. Als Gegenleistung sollte ihm der Zivilgouverneur und die Polizei einige Monate 'Immunität' gewährleisten.
"Tummy" sprach mit den notwenidgen Ansprechpartnern und stellt ihnen eine schnelle, einfache und billige Lösung dee Problems mit dem Rontgenapparat in Aussicht. Die 'Verhandlungen' dauerten nicht lange, schnell war man sich einig. Der Röngenapparat musste so schnell wie möglich her. Ein Gentlemen's Agreement wurde per Handschlag besiegelt.
Gesagt, getan. Mit den besten Verbindungen aller (dem Konsularagent, den amerikanichen Diplomaten, dem Röntgenapparathersteller, den spanischen Authoritâten einschliesslich Zivilgouverneur und Polizei ... und nicht zuletzt dem Schmuggler) war ein neuer Röntgenapparat funktionsfähig in SON DURETA.
.... und die Polizei (und alle Behörden) schauten ein paar Monate lang in die andere Richtung wenn die Schmuggelware - jetzt in erhöhten Mengen - an Land gebracht wurde.
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Fincaurlaub (Can Canals)
Es gibt 2 Arten Urlaub 'auf dem Land' zu machen: eine Finca von privat (entweder direkt oder über einen Vermittler) zu mieten, eine Art Ferienwohnung also, oder aber ein "Fincahotel" zu buchen. In diesem Beitrag will ich diese letztere Art Fincas ansprechen.
Auf Mallorca gibt es inzwischen hunderte Fincas die das komplette Leistungspaket eines traditionellen Pauschalurlaubs anbieten (Unterkunft, Verpflegung, Service, etc., etc.). Diese Fincas liegen normalerweise im Landesinneren (also nicht am Strand) und dementsprechend entfernt von der Stadt oder von den Dörfern. Viele davon (die meisten?) sind tatsächlich alte, umgebaute Bauernhöfe auf denen bis vor einigen Jahren Noch Vieh gezüchtet wurde. Nachdem die Landwirtschaft nicht mehr erträglich genug war hat man den Schritt nach Vorne gewagt, umgebaut und erneuert, und die Finca in ein Fincahotel verwandelt. Hier musste man strenge Auflagen der zuständigen Behörde einhalten.
CAN CANALS ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Bis vor 20 Jahren noch eine der klasichen Fincas die zu 100% der Landwirtschaft gewidmet war jedoch hier keine langfristige Zukunft mehr sah, entschloss man sich damals den gewagten Schritt zu machen, umzubauen und zu erneuern, neue Intstallationen zu schaffen (Swimming Pool, Speisesaal, etc.), Gärten anzulegen, etc. und ein Fincahotel daraus zu machen. Mit - für mich - erstaunlichem Erfolg. Diese Finca verfügt über ca. 20 Zimmer, alle individuell und mit viel Geschmack eingerichtet und ausgestattet. CAN CANALS hat 2 Aussenpools (eins mit Süss- das andere mit Salzwasser), eine gepflegte Gartenanlage, einene kleinen aber feinen Spabereich mit Sauna und Dampfbad, einen kleinen Aufenthaltsraum, einen Speiseraum/Bar mit Gartenterrasse.... alles was das Herz begehrt. Joan Fererr - der Eigner und Betreiber von CAN CANALS - war uns behilflich bei der Organisation des VI IHCT-Usertreffen im November letzten Jahres. Das 'offizielle' Abendessen fand in CAN CANALS statt. CAN CANALS wurde von HolidayCheck jahrelang als TOP- bzw- AWARDHOTEL ausgezeichnet.
Ein Fincaurlaub ist etwas ganz anderes als ein Urlaub in einem grossen Hotel. Der Service ist viele individueller und persönlicher, man fühlt sich hier wie zuhause oder wie bei Freunden. Man hat absolute Ruhe, Urlaub und Erholung pur. Meienr Meinung nach sind Kinder hier nicht angesagt (einerseits langweilen die sich, andererseits bringen sie die Ruhe der anderen Gäste 'durcheinander' ). Es wäre empfehlenswert dass sich die Fincahotels entscheiden ob Kinder gewünscht sind oder nicht (z. Bs. lediglich Adults only, oder Ü16 oder Ü 18 bewerben). Auch die Küche ist wesentlich individueller als in grossen Hotels, mehr mallorquinische/spanische Spezialitäten werden angeboten, alles ist ausgelesener. In CAN CANALS kommt ein Teil des Gemüses aus dem hauseigenen Garten.
Für einen Fincaurlaub sollte man während des ganzen Aufenthalts einen Mietwagen. So kann man poblemlos die Sehenswürdigkeiten der Insel erkunden, Ausflüge durchführen, abends einmal kurz in ein gutes Restaurant im nächsten Dorf fahren oder aber an den nächtsbesten Strand (CAN CANALS liegt in der unmittelbaren Nähe von ES TRENC).
Ein Fincaurlaub ist ein besonderer Urlaub und ideal für alle die wirklich entspannen und weit ab vom Schuss sein wollen, Erholung pur.
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Windmühlen
Windmühlen gehören zum Landschaftsbild Mallorcas wie der Sand zum Meer.
Mühlen auf der Insel gibt es seit Anfang des 13.Jahrhunderts (manche Historiker behaupten es hätte sie schon viel länger gegeben). Damals waren es Esel/Maulesel die die Mühlen antrieben. In den Mühlen wurde entweder Getreide gemahlen oder Grundwasser aus Brunnen gefördert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, in 1845, wurden die Tiere durch Windkraft ersetzt. In jenem Jahr baute der holländische Ingenieur Paul Bouvij die erste Windmühle Mallorcas in der Ebene von Sant Jordi (hinter dem Flughafen). Die Ebene von Sant Jordi war bis dann ein grosses Sumpfgebiet und somit für die Landwirtschaft nicht nutzbar. Mit den ersten Windmühlen wurden Wasserpumpen angetrieben die dieses Sumpfgebiet zur landwirtschaftlichen Nutzung trockenlegten.
Die Antriebsblätter dieser Mühlen waren an einem Holzramen besfestigte Segel. Der Schreiner aus Es Molinar, Damià Rexach, entwarf in 1854 die angewinkelten Holzblätter – ohne Segel – die durch die Erfindung des Pfarrers aus Algaida, Rafel Oliver, in 1870 mit einer ‘Schwanzflosse’ (in Form eines Pfeils) aus Holz ergänzt wurden. Erst in 1930 wurden dann die Holzblätter durch gebogene Metallblätter ausgetauscht. Eine der Eigenheiten der mallorquinischen Mühlen ist, dass sie ursprünglich von 6 Segeln – statt der an anderen Orten üblichen 4 – angetrieben wurden.
Das Wasser wurde aus einer Grundwasserader aus einer Tiefe von etwas über 10 Metern hochgepumpt. Eine mallorquinische Windmühle erbringt eine Leistung von zwischen 30.000 und 40.000 Liter/Stunde. Gepumpt wird mittels eines Kolben in einem Zylinder, der bei der Bewegung nach oben Tiefdruck im Zylinder erzeugt der das Wasser nach oben saugt. Laut Inventur der Vereinigung der Freunde der Mühlen Mallorcas gab es auf der Insel einmal geschätzte 4.000 Windmühlen, davon ca. 800 Getreidemühlen (davon sind inzwischen etwa 200 ganz verschwunden), und gut 3.000 Wassermühlen von denen rund 80% noch stehen. Noch in den 60er Jahren letzten Jahrhunderts war es ein echtes Spektakel die sich in Betrieb befindenten Windmühlen anzuschauen ….. schon beim Landeanflug.
Vor ungefähr 50 Jahren, mit der Verbreitung von Strom und der Nutzung elekrischer Pumpen, wurde die Nutzung von Windmühlen eingestellt … und seitdem verfallen diese Mühlen, leider. Verschiedene Male hat der Inselrat versucht die alten Mühlen in besserem Zustand wieder herzurichten und zu renovieren. In den Jahren 2002 bis 2005 wurden im Gemeindeverband SA Pobla und Muro insgesamt 21 Windmühlen restauriert (Gesamtkosten € 685.000.-, finanziert von der Balearenregierung, dem Inselrat, den Gemeinden Sa Pobla und Muro und von privat).
Campos ist –nach Palma - die Gemeinde mit den meisten Windmühlen (ursprünglich 629), von denen jedoch viele Totalruinen sind. In 2001 entstand ein Gemeinschaftprojekt (spanisches Umweltministerium, Gemeinde Campos, Institut für Diversifizierung und Stromersparnis, Katholische Landwirtschaftvereinigung Campos und dem E-Werk GESA-ENDESA) demzufolge die Windmühlen von Campos restauriert werden sollten. Man wollte sie mit Generatoren ausstatten und den erzeugten Strom dem öffentliche Netz zuführen. In der ersten Phase des Projekts wurden ungefähr 70 Mühlen restauriert. Diese ‘neuen’ Mühlen mit frisch gestrichenen, blau-weissen Bättern waren wunderschön anzusehen, eine echte Touristenattraktion …… und obendrein erzeugten sie Strom. Die ersten Probleme fingen mit der Finanzierung der Instandhaltung an, Geld für weitere Phasen gab es auch nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher ob es heute noch eine funktionierende, stromerzeugende Windmühle in Campos gibt.
Wirklich schade. Die Windmühlen als Merkmal und Wahrzeichen der Insel sollten erhalten bleiben, und sei es nur für die Touristen.
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Illegales Glücksspiel
Auf Mallorca gibt es seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?) illegales Glücksspiel. Man spielt überwiegend Poker, aber auch verschiedene Arten von Würfelspielen und sogar Roulette.
Und man spielt nicht unbedingt um ’ein paar Pfennige’. Es gab, und gibt, Kartenspielrunden bei denen Grundstücke und andere Immobilien den Besitzer wechseln. Es gibt viele Geschichten und Gerüchte was Spielschulden anbelangt. Die wohl extremste ist die Geschichte derzufolge ein Spieler sich während eines Spiels (um 1930) wichtige Summen vom damals reichsten Mallorquiner (und 3. reichster Mann der Welt, Joan March, Gründer der BANCA MARCH) auslieh die er nie zurückzahlen konnte. Bürgschaft für diese Spielschulden war seine Finca, die grösste Privatfinca der Insel, “Es Teix”. Joan March übernahm letztendlich diese Finca und verkaufte sie im Jahr 1936 an den Urgrossvater des jetzigen Eigners.
Gespielt wird in privaten Räumlichkeiten von Clubs, in Kneipen nach Geschäftsschluss, in gemieteten Säalen von Hotels, in Büroräumlichkeiten in Industriegebieten oder zuhause bei einem der Spieler. Trotz strengsten Sicherheitsmassnahmen ist es nicht aussergewöhnlich dass plötzlich die Polizei auftaucht (bewaffnet bis unter die Zähne), die Personalien der Spieler aufnimmt zwecks Anzeige und späterem Prozess, und alles Geld beschlagnahmt das irgendwo aufzufinden ist. Vor ein paar Monaten hat man beim Kartenspielen einen Butangaslieferanten – zusammen mit anderen - erwischt. Diese Lieferanten fahren mit einem LKW durch die Strassen und verkaufen, in bar, Butangasflaschen an alle Haushalte die nicht an das öffentliche Stadtgasnetz angeschlossen sind. Obwohl man abgemacht hatte dass der Maximaleinsatz € 300.- beträgt, beschlagnahmte die Polizei den ganzen Tagesumsatz den besagter Lieferant in seiner Tasche hatte: etwas über € 3.000.-. Die Strafen für illegales Spiel belaufen sich auf zwischen € 6.000.- und € 60.000.- für die Spieler, und zwischen € 60.000.- und € 600.000.- für die Organistoren. Der Eigner des Lokals in dem gespielt wird verlangt normalerweise eine Teilnahmegebühr um die € 50.-/Spieler.
Gespielt wird überall auf der Insel. In Manacor liess man vor kurzem eine Partie hochgehen bei der angeblich knappe € 200.000.- pro Monat verspielt wurden. Ausserdem wurden hier Rennpferde als Spieleinsatz eingesetzt.
Illegales Glücksspiel hat zwar abgenommen seitdem in Spanien Kasinos zugelassen sind, aber es funktioniert nach wie vor. Und nicht nur Spanier/Mallorquiner sind darán beteiligt. Chinesen spielen unter sich, Nordeuropäer sind auch schon beim pokern erwischt worden.
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AMAT
(Asociación Mallorquina de Actividades Turísticas / Mallorquinischer Verband Touristischer Aktivitäten)
AMAT ist ein Verband einiger Unternehmer/Anbieter von touristischen Leistungen. Mitglied dieses Verbands sind sowohl grosse Anbieter (z. Bs. Zug nach Soller "Roter Blitz", Drachenhohlen, Palma Aquarium, Festival Park, etc.) als auch kleinere Anbieter (Gärten vom Alfabia, Rancho Grande, Mini Trenet "Bimmelzug" Cala D'Or, etc.). AMAT steht für Qualitatsangebote und Seriosität.
Über Jahrzehnte waren immer (und fast ausschliesslich) die Hoteliers die Ansprechpartner der Insel- und Landesregierung für alles was mit Tourismus zu tun hat (Gesetzgegebung, Bestimmungen, Auflagen, etc.). Alle anderen Branchen die ebenfalls unmittelbar beteiiligt sind (Reisebüros, Restaurants, Transportunternehmer, Einzelhandel und andere Attraktionen) hatten so gut wie kein Mitspracherecht bzw. wurden einfach links liegen gelassen. Und das obwohl diese Unternehmen - genau wie die Hotels - Millionen Urlaubern verschiedene Leistungen anbieten.
Das war der Ursprung von AMAT: Zusammenschluss aller Anbieter mit den selben oder ähnlichen Interessen in der Branche. Reisebüro-, Einzelhandel- und Restaurantverbande gab es schon immer. Man wollte an 'offizieller' Stelle nicht nur gehört werden sodern auch ein gewisses Mitspracherecht haben und nicht ständig ignoriert werden.
Am 1- September 2012 wurde die spanische Mehrwertsteuer erhöht (der allgemeine Satz von 18% auf 21%). Die meisten, touristischen Leistungen hatten eine reduzierte MWSt von 8%. Mit der Erhöhung der MWSt. wurde auch die Reduzierung bei vielen Leistungen gestrichen, wie z.Bs. bei Ausflügen. Kino, Theater, Diskotheken, Friseur, Fitnesszentren, Bestattungen u.v.m.. Diese Unternehmen waren - von heut auf morgen - von einer MWSt.-Erhöhung von 17% (von 8% auf 21%) betroffen. Ein Riessenproblem für die meisten der touristischen Anbieter deren Preise quasi ein Jahr im vorhinien vertraglicb festgelegt waren.
Hier wurde AMAT aktiv und man beschloss gemeinsam wie man dieses Problem lösen konnte ohne diese Erhöhung direkt an die Kunden weitergeben zu müssen. Seitdem ist man sich bewusst dass die Interessen der Mitglieder von AMAT durch den Verband mehr denn je gewahrt und vertreten werden müssen.
Unter der Führung des jetzigen Präsidenten, dem Generaldirektor vom Palma Aquarium, wurde AMAT aktiver denn je. Er vereinbahrte mit den Präsidenten der anderen Verbände eine Dachorganisation aller Verbände zu gründen - die CPTB - Confederación de Patronales Turísticos de Baleares / Touristischer Arbeitgeberverband der Balearen, die seit kurzem die Interessen aller Beteiligten vertritt.
Je besser AMAT und CPTB ihre Interessen vertreten desto besser sind auch die Interessen aller Touristen gewährleistet.
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Luxus-Yachthäfen
Rund um die Insel gibt es Yachthäfen und Marinas, manche relativ klein (El Molinar, S'Estañol, Colonia Sant Jordi, Palma Nova, etc.), die meisten relativ gross (Palma, Arenal, Cala D'Or, Puerto Alcudia, Puerto Pollensa, Puerto Andratx, etc.). Es gibt 2 Arten von Yachthäfen: jene die der mallorquinschen Hafenbehörde unterstellt sind und von dieser Behorde verwaltet und betrieben werden, und Privatyachthäfen die mittels einer Konzession des spanisches Ministeriums für Bauwesen und Küsten privat betrieben werden.
Von all diesen Yachthäfen und Marinas heben sich zwei besonders hervor: PUERTO PORTALS und PORT ADRIANO. Möglicherweise sind gerade diese beiden Yachthäfen die unbekanntesten aller Häfen Mallorcas. Beide liegen etwas abseits der 'Rennstrecken' und man muss absichtlich und bewusst dorthin fahren denn sonst findet man sie so gut wie nicht.
Diese beiden Yachthäfen haben etwas gemeinsam: hier können grosse Luxusyachten anlegen, jene die gerne "Spielzeug der Millionäre" genannt werden. Beide dieser Häfen sind einen Besuch wert. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Besuch dieser Häfen ist angesagt wenn man eine Mietwagentour entlang dem südlichen Teil des Tramuntanagebirges macht (zwischen Palma und Puerto Andratx). PUERTO PORTALS liegt in Portals Nous/Costa den Blanes (kurz vor Palma Nova, in der Nähe vom MARINELAND, etwas versteckt.). PORT ADRIANO liegt in der URBANISATION EL TORO (Santa Ponsa), auch hier etwas versteckt.
PUERTO PORTALS wurde vor ca. 40 Jahren von einem Deutschen gebaut. Dieser Yachthafen hat - mit Abstrichen - dem Promi-Hafen PUERTO BANUS (an der Costa del Sol) den Rang abgelaufen. Während in PUERTO BANUS Yachten vieler Araber liegen, liegen in PUERTO PORTALS Yachten vieler Deutschen, Engländer und reichen Spaniern (z. Bs. vom Präsidenten von REAL MADRID). Hier gibt es Luxus-Boutiquen und Luxus-Restaurants, die spanische Konigsfamilie kommt zum Abendessen während ihrem Sommeraufenthalt auf der Insel hier her. Die feudalsten Immobilienmakler und Yachthändler sind hier ebenfalls vertreten. Man besucht PUERTO PORTALS um zu sehen und um gesehen zu werden.
PORT ADRIANO - eine ganz neues Projekt, noch nicht zu 100% fertiggestellt - ist auf dem besten Weg PUERTO PORTALS den Rang abzulaufen. Auch hier die Edel-Boutiquen, die besten Restaurants, das feinste vom feinen. Mit einem 'kleinen' Unterschied: hier gibt es mehr Liegeplätze für Mega-Yachten als in allen anderen Yachthäfen der Insel. Wenn hier einmal alle Liegeplätze belegt sind wird PORT ADRIANO mit Häfen wie Montecarlo oder Porto Cervo problemlos konkurrieren.
Man muss hier zumindest einmal vorbeischauen und einen Kaffee trinken und das ganze neidlos und wertfrei betrachten ... auch wenn man nicht unbedingt Besitzer einer 100m-Yacht ist.
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Seilbahn auf den Puig Major
In 1934 enstand das Projekt vom “Meisterwerk der mallorquinischen Ingenieurtechnik”: eine Seilbahn von der Strasse nach Sa Calobra auf den Puig Major.
Mit dem Ziel “eine neue Art von Tourismus zu fördern”plante der mallorquinische Ingenieur und Kulturpromoter Antoni Parietti Coll (Palma 1899 - 1979) diese Seilbahn. Parietti war - unter anderen und während seiner Tätigkeit als Strassenbauingenieur der Provinzverwaltung der Balearen – der Planer der Strassen nach Cura, nach Formentor und nach Sa Calobra.
Die Seilbahn sollte ähnliche Eigenschaften wie die auf den Montserrat (Barcelona) haben, mit der Talstation in Cals Reis (direkt neben der Strasse nach Sa Calobra, ca. 2 Km hinter der Abfahrt von der Hauptstrasse Soller – Lluc), und eine Bergstation in über 1.400 Metern Höhe. Die geplante Gesamtstrecke belief sich auf 2.016 Meter (siehe sehr grobe Skizze) , mit einem Höhenunterschied von 715 Meter, 3 Zwischenstützen und einem Steigwinkel von 36%. Jede Gondel sollte eine Kapazität für 25 Personen plus ‘Fahrer’ haben.
Die Seilbahn sollte den Zugang zum höchsten Berg der Insel ermöglichen (die Strasse zur Radarstation auf den Puig Major gab es damals noch nicht). In späteren Phasen sollte dann noch eine Sternwarte und ein Restaurant in der Bergstation dazu kommen. Alles sollte von einem Leuchtturm zur Orientierung des Flugverkehrs gekrönt werden. Ein Skipiste war auch vorgesehen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 2 Millionen Peseten (eine Aktiengesellschaft wurde gegründet deren Aktien - a 500 Peseten pro Aktie - auf dem offenen Markt angeboten wurden) und wurde von der Firma Bleichord-Zueg angenommen. Parietti hatte kalkuliert dass man diese Investition mit lediglich 12.000 Besuchern in bereits einem Jahr tilgen könnte (bei mir geht diese Rechnung nicht auf??).
Pariettis Projekt stiess allerseits auf offene Ohren. Die Presse – und nicht nur die spanische - berichtete ausgiebig darüber. Von einem “magischen Flug über die zerklüften Landschaften und atemberaubenden Klippen Mallorcas” war die Rede. Die Zeitschrift “Brisas” berichtete in ihrer Nummer XXI vom Jahr 1936 vom Beginn der Bauarbeiten.
Das Ausbrechen des spanischen Bürgerkriegs und dem damit verbundenen Embargo vom Versand von Metallkomponenten bedeutete den Todesstoss des Projekts. Die deutsche Firma Bleichord-Zueg konnte keine Teile mehr iefern. Als man die Arbeiten nach dem Bürgerkrieg wieder aufnehmen wollte waren die Kosten so gestiegen dass das Projekt finanziell nicht mehr machbar war.
Parietti wollte aber seine Idee der ‘Eroberung’ des höchsten Gipfels der Insel nicht aufgeben und plante eine Strasse auf den Puig Major die mittels Maut finanziert werden sollte. Auch dieses Projekt wurde verabschiedet, aber als man mit dem Bau anfangen wollte erteilte die spanische Regierung dem amerikanischen Militär die Genehmigung auf dem Puig Major eine der grössten Radarstationen des Mittelmeers zu installieren und somit war auch die öffentliche Strasse auf den Puig Major entgültig gestorben (das amerikanische Militär baute letztendlich diese Strasse, die auch heute noch für die Öffentlichkeit gesperrt ist).
Die Betonplattform der Talstation der Seilbahn besteht übrigends auch heute noch (wenn man weiss wo und wie man sie finden kann). Um ein Haar – und durch den Bürgerkrieg – entging der Insel das grösste und spektakulärste Touristenprojekt der Geschichte Mallorcas.
(Nein, heute ist nicht der 1. April)
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Fray Junípero Serra
Der mallorquinische Franziskanermönch Fray Junípero Serra (Petra, 1713) gilt als der Entdecker Kaliforniens schlichthin. Sein Name war Miquel Josep Serra Ferrer, den er mit 16 Jahren bei seiner Ernennung zum Mönch im Kloster San Francisco in Palma in Junipero umänderte. Er wurde Religionslehrer und Philosophiedozent. In 1749 reiste er, zusammen mit anderen Franziskanern, über Malaga und Cadiz nach dem “Neuen Spanien” (das heutige Mexico). Vom Vizekönig bekommt Fray Junípero Serra die Genehmigung sich nach Sierra Gorda zu begeben um von dortaus als Missionar zu versuchen die Einheimischen zu evangelisieren.
In 1767 beschloss König Carlos III alle Jesuiten ihres Amtes zu entheben weil sie unter Verdacht standen in der Politik mitmischen zu wollen. Die Jesuitenmissionare die sich um die Evangelisierung von dem späteren Kalifornien kümmern sollten wurden durch Franziskaner unter der Leitung von Fray Junípero Serra ersetzt. Unter der Leitung von Serra wurde erst das obere und dann das untere Kalifornien entdeckt und erschlossen. Fray Junipero Serra machte sich einen Namen nicht nur weil er die Einheimischen – unter anderem die Apachen– evangelisierte, sondern weil er ihnen allgemeines Wissen und Landwirtschaft beibrachte. Fray Junipero und seine Missionare nahmen an 4 Expeditionen als Evangelisierer und Schriftführer teil. In allen von den Expeditiones erforschten Gebieten wurden Missionen gegründet. Indianer wurden getauft, in 1773 wurde der “Brief der Indianerrechte” veröffentlicht. Während seinem Aufenthalt in Amerika war Junípero Serra verantwortlich für die Gründung von 9 Missionen, unter anderen die von San Franzisco, San Diego und San Juan Capistrano. Fray Junípero Serra verstarb in 1784 in der Mission San Carlos Borromeo (heute Monterrey), wo er auch bestattet wurde.
Fray Junípero Serra ist der einzige Spanier dem man eine Statue im Kapitol in Washington gewidmet hat. Jeder amerikanische Bundesstaat durfte 2 Persönlichkeiten vorschlagen denen zu Ehre eine Statue im Kapitol aufgestellt wurde, und einer der gewählten von Kalifornien war Junípero Serra. In1984 wurde ihm eine Briefmarke in den USA gewidmet, in Spanien wurden ihm insgesamt 3 Briefmarken in 1963, 1984 und2013 gewidmet.
In 1988 wurde Fray Junípero Serra von Papst Johannes Paul II seelig gesprochen. Papst Franziskus will ihn bei seinem Besuch in Amerika im Herbst 2015 heilig sprechen. Somit wird Fray Junípero Serra der einzige, heilige Mallorquiner sein.
Aber Junípero Serra hat auch seine Gegner. Seit dem Papst Franziskus die Heiligsprechung von Fray Junípero Serra angekündigt hat haben die Indianer Kaliforniens ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Man wirft Junípero Serra vor die Einheimischen während der Evangelisierung gezwungen zu haben ihre traditionelle Kleidung abzulegen, ihre Sprache, Ernährung und Bräuche aufzugeben und sie den aus Europa importierten Krankheiten ausgesetzt zu haben. Von den 310.000 Einheimischen in 1769 hätten 100 Jahre später lediglich 1/6 überlebt.
Für die Amerikaner, vor allem die Kalifornier, hat das Dorf Petra, dank Fray Junípero Serra, eine besondere Bedeutung. In seinem Geburtshaus befindet sich ein ihm gewidmetes Museum.
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Palma oder Palma de Mallorca?
Die Hauptstadt der Balearen hiess früher "Palma de Mallorca". Vor einigen Jahren beschloss der Gemeinderat den Namen der Stadt in schlicht "Palma" umzuändern .... nur um dann in 2011 wieder zum offiziellen "Palma de Mallorca" zurückzukehren.
Was ich von diesem Namenswechsel halte schrieb ich beim letzten Namenswechsel in einem Gastkomentar im MALLORCA MAGAZIN. Hier der Link zu diesem Komentar:
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Höhlen
Dass Mallorca einige Höhlen hat ist jedem bekannt. Die bekanntesten sind die CUEVAS DEL DRACH (Drachenhöhlen) in Porto Cristo, mit einem der grössten, unterirdischen Seen der Welt. Ebenfalls in Porto Cristo sind die CUEVAS DELS HAMS. Des weiteren gibt es die CUEVAS DE ARTÁ (in Artá ), die CUEVAS DE CAMPANET (in Campanet) und die CUEVAS DE GÉNOVA (in der Nähe von Palma, die kleinsten der Höhlen Mallorcas). Alle genannten Höhlen sind touristisch erschlossen und besuchbar. Die bekanntesten sind zweifelsohne die Drachenhöhlen.
Was die wenigsten wissen (auch viele Mallorquiener nicht) ist, dass sich die grössten und – angeblich – archäologisch am wichtigsten Höhlen der Insel in PAS DE VALLGORNERA (Gemeinde Llucmajor, in der Nähe von Cala Pi) befinden (Höhlen Es Pas de Vallgornera, Bilder).
Die Höhlen von Es Pas de Vallornera die erst in 1968 entdeckt wurden, erstrecken sich über mehr als unglaubliche 67 Kilometer von Galerien und Labyrinthen, davon ca. 10 Km unter Wasser. Der Eingang befindet sich 22 M ünN und etwa 400 Meter vom Ufer entfernt. Sie sind touristisch nicht erschlossen und somit für die Öffentlichkeit nicht zugängig. Entdeckt wurden sie rein zufällig als man beim Bau des Hotels ES PAS eine Sickergrube ausgraben wollte und plötzlich in einer unterirdischen Galerie landete. Nach diesem unerwarteten Ereignis zog man mallorquinische Speleologen dazu um die Höhlen zu erforschen. Einige Jahre später bat der Eigner des Hotels belgische Speleologen der “Groupe Spéléo Namur-Ciney” um Hilfe mit dem Zie festzustellen ob man diese Höhlen für touristische Zwecke nutzen könne. Das war durch die Gegebenheiten dieser Höhlen leider nicht der Fall, aber man nutzte die Gelegenheit um die ersten, topographischen Pläne der Höhlen anzufertigen.
Ab 1994 wurden die Höhlen von den mallorquinischen Speleologen Miguel Ángel Barceló und Pedro Riera weiter erforscht. Viele neue Galerien und Labyrinthe wurden entdeckt. Die Pläne der Höhlen wurden von der “Grup Espeleológic de Llubí” aktualisiert. Weitere wichtige Entdeckungen machte man ab 2004. Man stiess auf eine zweite Ebene der Höhle: eine auf dem Niveau des Grundwassers (teilweise unter Wasser), die andere zwischen 8 und 11 Meter über dem Grundwasserspiegel. Viele hohe “Säale” wurden entdeckt, genau so wie neue Abzweigungen und spektakuläre Steinformationen. Seitdem wurde die Erforschung der Höhlen verstärkt und hat bis zum heutigen Tag nicht aufgehört. Speleologische Taucher wurden dazugezogen, die neuen Entdeckungen häufen sich.
Der Ursprung der Höhlen stammt aus dem Miozän. Das Miozän begann vor ca. 23,03 Millionen Jahre und endete vor ca. 5,3 Mlllionen Jahre.
Es ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit bis auch diese Höhlen touristisch erschlossen und zum Eintritt freigegeben werden.