Aktuelle Hinweise u. Fragen zur Sicherheit im Türkeiurlaub
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Das ist immer so eine Sache mit dem Komparativ
. Ich halte es wirklich für gefährlich, Spanien oder Italien als sicherer hinzustellen. Es mag nach dem status quo so scheinen, aber wie lange hält der? Wissen wir, wo und wann der Daesh Anschläge plant? Wie schon gesagt wurde, bis vor kurzem hätte man vermutlich auf Frankreich als sichereres Land angepriesen, was für ein fataler Irrtum wäre das gewesen.´Die Ansage des Daesh ist ganz klar: wir erwischen Euch überall und zu jeder Zeit. Die Alternative kann also nur heißen: entweder ich nehme das Risiko eines Anschlages in Kauf und versuche lediglich, mögliche Brennpunkte zu vermeiden oder ich bleibe zu Hause, und hoffe inständig, dass mein Haus in Neustadt an der Frunz nicht auf der Landkarte des Daesh steht... -
Ganz offenbar ist Paris nicht sicherer als Istanbul, Alfred, sicher aber weit von Syrien, einem Krieg und einer Kurdenproblematik entfernt. Wir hatten das schon einmal - ich glaube an solchen Formeln nicht. Und was ist letztlich groß, wie definiert sich damit größer? Etwas nicht bezifferbares lässt sich meiner Ansicht nach nicht in einen Komparativ zwingen.
Berechnete man das pro Kopf Risiko für Touristen, nur entleibt zurückkehren zu können läge vermutlich Neapel noch vor Istanbul, allein halte ich solche Erhebungen für entbehrlich. Es wird auch nicht immer schlimmer, eine jüngste Untersuchung ergab, dass die Teeniejahre des 21 Jahrhunderts vergleichsweise viel weniger Opfer durch Kriege und Terror forderten als noch die 70er, 80er und sogar 90er des vergangenen Saeculum. Es ist die Wahrnehmung, die Möglichkeit für Menschen dank des Internets quasi omnipräsent sein zu können - vom Sofa, Bürostuhl oder am Strand, die sich verändert hat und es schlimmer aussehen lässt als es absolute Zahlen darstellen.Ich muss mir gewiss keine Blauäugigkeit vorwerfen lassen, lediglich einen gewissen Fatalismus. Daher treffe ich meine Entscheidungen evtl. anders als beispielsweise du - jedoch halte ich ein Gefährlichkeitsranking wie auch du es vornimmst für nicht sehr strapazierbar. Zugegeben war ich in Rhodos am Flughafen nicht mit dem Dauerscannerblick unterwegs, dem ich in IST oder AYT regelmäßig anheimfalle, man hat ja doch so gewisse Instinkte. Trotzdem würde ich nicht behaupten objektiv "sicherer" gewesen zu sein. Letztlich ist es genau diese ganz persönliche Wahrnehmung, die Schritte lenkt.
Dennoch ist man manchmal einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und wird vom Schicksal enorm schlimm heimgesucht. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen, nicht dem besorgten Familienvater, der angesichts der neuen Ereignisse sorgenvoll nach einer kostenlosen Kündigung seiner für September 2016 geplanten Urlaubsreise nach Alanya fragt - Sorry! -
Jeder soll und kann Urlaub machen wo er will. Ist ihm im Nachgang auf Grund irgendwelcher Ereignisse der Boden zu heiß kann er ja, vorausgesetzt er hat nicht gerade bei den Xlern gebucht, bis 4 Wochen vor Reisebeginn für relativ kleines Geld umbuchen. Insofern verstehe ich das Geschreie nach kostenloser Stornierung für den Sommer 2016 nicht.
Andererseits verstehe ich auch nie wie immer wieder User schreiben können "XYZ ist absolut sicher". Die Garantie würde ich keinen geben und kann dir selber auch keiner geben. Vielleicht sollte man sich wieder mal mehr auf sein "Bauchgefühl" verlassen beim Buchen, und nicht immer auf allerniedrigste Preise schielen. Wir waren 2015 zum insgesamt 8x in der Türkei, schon da haben wir uns gesagt"nächstes Jahr gehts mal woanders hin"- einfach aus dem Bauch raus ohne konkreten Anlass.
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Das soll und muss auch jeder für sich selbst entscheiden!
Ich bin da relativ entspannt, wenn sich die Lage bis Oktober so zuspitzt, dann buche ich eben um. Und dann ist es mir auch egal, was ich da an Umbuchungsgebühren bezahlen muss. Vorsorglich haben wir eine Pauschalreise gebucht, was das auf jeden Fall einfacher machen würde und bei keinen Xler Reiseveranstalter.Und wie habe ich heute im Internet gelsen: "Innenministerium warnt vor Terror wie in Paris" - einfach nur zum Kotz.... (Entschuldigung).
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@vonschmeling: klasse Beitrag, sowohl von der emotionalen als auch von der faktischen Seite. Ein Punkt hat mir die Augen noch weiter geöffnet, die "neue" Wahrnehmung durch die Medien. Ich musste sofort an die beiden Anschläge vom Oktober in Ankara denken, sämtliche Fernsehanstalten zeigten einen Videomitschnitt von der Explosion der Bombe. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich mich selbst in die Szene hinein projiziert habe. Die Bilder haben mich noch tagelang verfolgt. Früher las man bestenfalls eine Meldung in den Printmedien oder ein Nachrichtensprecher berichtete, aber die Nachrichten trafen nicht mit solch einer Wucht. Ob die Medien sich überlegen sollten, ob Material mit sterbenden Menschen wirklich gezeigt werden muss und ob eine freiwillige Selbstbeschränkung nicht ratsam wäre, sei dahingestellt, es gehört nicht in dieses Thema. Bevor man aber voreilige Konsequenzen aus diesem Katastrophennachrichten zieht, sollte man sich einmal bewusst machen, wie verstärkt die Wirkung der Berichterstattung heutzutage ist und ob man vor 20 Jahren bei solchen Meldungen ähnlich reagiert hätte.
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@ rumsstein
Genau so ist das, zumal heute noch jeder kleine Provinzsender vernetzt ist und auf das gleiche Material zugreifen kann, wie die Big Player. Große Katastrophen = Großes Geschäft. Die Menschheit verroht leider immer mehr.
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Heut die nächste Meldung das eine Bombe hoch gegangen ist.
5 Tode 39 verletzte !!Die Türkei vor dem Abgrund.
Ich habe gestern mit meinem Reiseveranstalter ITS Kontakt auf genommen,und die haben mir eine Umbuchung ohne Mehrkosten angeboten wenn es im gleichen Preisrahmen bleibt. Das Reisebüro von HC wo ich die Reise gebucht habe,hat was anderes zu mir gesagt.
Ich bitte das Reisebüro mit solchen Anfragen ernsthafter um zu gehen.
Stephan
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@ steviederdreher
Nun lass aber mal ein ganz kleines bischen Luft ab. "Die Türkei vor dem Abgrund" ist jetzt doch reichlich überzogen.
Ich denke, dass man zwischen einem Anschlag auf ausländische Touristen in der Metropole Istanbul und einem auf ein Polizeirevier in der Kurdenprovinz in Diyarbakir differenzieren sollte.
Den Opfern ist das sicher egal und beide Anschläge sind zu verurteilen, aber gleich den großen verbalen Hammer rausholen, na ja...
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Stevie, das stimmt und ist natürlich entsetzlich. Die Tat lässt sich aber nicht mit der in Istanbul gleichsetzen, sie passierte im Südosten der Türkei und war gegen eine polizeiliche Einrichtung gerichtet, was eine Urheberschaft der PKK und nicht des Daesh mutmaßen lässt, Sie war nicht gegen Touristen abgezielt. Und so traurig es ist, solche Gewalttaten sind im Osten der Türkei fast an der Tagesordnung, und zwar auch seitens der türkischen Streitkräfte, die es nicht immer in die Nachrichten hierzulande "schaffen". Momentan passt es vermutlich, weil es so kurz nach dem Attentat auf Touristen geschah. Es ist also alles andere als neu, spätestens seitdem Erdogan den Waffenstillstand mit den Kurden gebrochen hatte, dass dort regelmäßig Attentate und Übergriffe stattfinden. Natürlich steht es Dir frei, Konsequenzen zu ziehen, wenn das allerdings auf den von Dir erwähnten Anschlag beruht, kann es nur der Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt, nicht aber der eigentliche Auslöser, wenn Du über die Gemengelage dort unten informiert bist.
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Und hier ist der passende Link zu steviederdrehers Aussage
bitte solche Bekanntmachungen immer mit Quellenangabe versehen, danke.
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Der Unterschied zwischen einem Reiseveranstalter und einem Reisevermittler = Reisebüro ist Dir offensichtlich nicht bekannt! Was hast Du eigentlich seit 2006 hier gemacht?
LG
Sokrates
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Nomen est omen - Sachverhalte verdreht!
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Wenn man solche Panik schiebt, soll man doch bitte zuhause bleiben, wie schon gesagt.
Aber was mich an der ganzen Sache extrem stört: Erdogan und seine Politik, Syrienkonflikt, Kurdenproblematik, das ist doch nicht erst seit wenigen Monaten bekannt. Einzig der IS war vor 2 Jahren noch niemandem ein Begriff. Aber Anschläge auch in Side (Sommer 2006) und Istanbul 2003 mit vielen Todesopfern hat es auch schon gegeben, bevor diese Terrorgruppe überhaupt auf der Bildfläche erschien. Von daher erscheinen mir Aussagen wie "seit 1990 regelmäßig dort, noch nie so viel Angst wie diesmal" und "Türkei am Abgrund" sehr merkwürdig. Es kommt halt so rüber, als sei die Türkei bis vor kurzem noch ein superfriedliches Fleckchen Erde gewesen, was schon Stichwort Gezi-Park nicht stimmen kann. -
Zum einen liegt das an der erwähnten immer omnipräsenteren offensiven medialen Darstellung - Istanbul 2003 war mehr oder weniger noch eine Randnotiz - und an der Sensibilisierung durch die Bedrohung seitens des Daesh nicht zuletzt in Paris. Dessen Terror kommt langsam bis an die Haustür, und wenn dann auch noch Deutsche in größeren Zahlen in der Türkei getötet werden, wird die bislang vielleicht noch diffuse Angst sehr real.
P.S.: "Türkei am Abgrund" wurde nur einmal geschrieben, glaube ich. Vielleicht liest der User zuviel BLÖD, es klingt danach

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Genau deshalb erwähnte ich in meinem letzten Beitrag diese Untersuchung, Mone1973 - es ist die Wahrnehmung, die sich verändert hat.
Daher müssen sich die Protagonisten der These "Türkei am Abgrund" ja m.E. fragen lassen, wie sie alle vorangegangenen Ereignisse verschlafen konnten?
Es kann nicht anders erklärbar sein, als durch die von rumsstein erwähnte seinerzeit wesentlich geringere mediale Präsenz der politischen Umtriebe und terroristischen Übergriffe.
Weswegen - das gebe ich unumwunden zu! - ich solche verbalen Eskalationen leider nicht ernstnehmen kann.
Es ist vollkommen i.O. und jedermanns höchst persönliche Entscheidung, unter den gegebenen Bedingungen ein anderes Urlaubsziel zu wählen, man braucht das aber nicht mit allerhand endzeitlichem Mumpitz auszukleiden - insbesondere dann nicht, wenn man sich ständig einer enormen Erfahrung rühmt und offenbar frühere Vorkommnisse doch nur verpennt hat ...
Meine Haltung seit Beginn dieser neuerlichen entbrannten Diskussion war immer die, dass die Veränderungen des Gefahrenpotenzials marginal sind und zwar auf einem nicht zu vernachlässigenden Niveau.
Möglicherweise waren die Konfliktquellen andere, nicht jedoch das eigentliche Potenzial.
Vielleicht gibt es einfach Unterschiede zwischen Erfahrung und Erfahrung?
Ich sehe jedenfalls für mich soweit noch keinen Anlass, meine bisherigen Buchungen für 2016 infrage zu stellen. -
Deutschlandtrend, ARD:
"Anschläge sind Thema bei Urlaubsplanung
Nach dem Anschlag auf Touristen in Istanbul ist auch die Angst vor Terror weiter Thema. Gut zwei Drittel (60 Prozent) der Bürger berücksichtigen die jüngsten Anschläge bei ihrer Urlaubsplanung und wollen bestimmte Länder oder das Fliegen vermeiden."
www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-471.html
Für mich sind 60 % zwar keine"gut zwei Drittel", sondern knapp zwei Drittel, aber sei es drum...
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Holtanna:
@ MettigelmädchenIst das dann eine Zensur quasi!
@ zukünftige TurkeiUrlauber
da ist es gefährlich!
Mehr Sicherheit ist in: Italien, Spanien, Kanaren, Mallorca!
Natürlich will jeder in seinem Urlaub immer schönes Wetter und blaues Meer haben; aber wenn das Hotel mit bewaffnete Soldaten bewacht wird, stimmt da was nicht.
Merke: zählt mal die Kalaschnikows, die Ihr beim Transfer vom Airport zum Hotel seht. Ist die Anzahl grösser als die, die Ihr bei der Fahrt von eurem Wohnort zum Flughafen gezählt habt.....ist es da gefährlicher als in Deutschland.
Bewaffnete Soldaten gab es in Tunesien auch vor 2014, daran wird man sich gewöhnen. Im Ägypten durfte man schon in den 90gern nicht ohne Bewaffnete Soldaten das Hotel verlassen. Wenn jetzt welche in Side oder Alanya sind gibt doch Sicherheit.