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Währungskrise Ägypten

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Ägypten
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  • EntonGittiE Offline
    EntonGittiE Offline
    EntonGitti
    schrieb am zuletzt editiert von
    #1

    KAIRO (dpa-AFX) - Als Sofortmaßnahme gegen die andauernde Währungskrise im Land erlaubt Ägypten flexible Wechselkurse für das Ägyptische Pfund. Der Beschluss mit umgehender Wirkung solle dem florierenden Schwarzmarkt-Geschäft mit der Währung ein Ende setzen, teilte Ägyptens Zentralbank am Donnerstag mit.

    "Die Entscheidung, den Wechselkurs zu liberalisieren, soll die Instabilität des Währungsmarktes beenden und die realen Marktkräfte von Angebot und Nachfrage widerspiegeln", teilte die Bank mit.

    Bisher erhielt man in Ägypten nach offiziellem Wechselkurs für einen US-Dollar 8,88 Ägyptische Pfund. Die Nachfrage ließ den Preis auf dem Schwarzmarkt aber zuletzt auf mehr als das Doppelte klettern.

    Das Land am Nil befindet sich nach den politischen Unruhen in den vergangenen Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen des Einbruchs des Tourismus nach Terroranschlägen und schleppenden Investitionen aus dem Ausland kommt nur noch wenig ausländische Währung ins Land. Die braucht Ägypten aber, um dringend benötigte Grundnahrungsmittel wie Weizen oder Medikamente zu importieren.

    Der jüngste Schritt der Bank könnte dem Land erleichtern, sich ausländische Währung zu beschaffen und so seine Finanzreserven zu stabilisieren. Das wäre eine Voraussetzung für eine in Aussicht gestellte Geldspritze des Internationalen Währungsfonds (IWF) von knapp elf Milliarden Euro.

    Quelle: http://www.t-online.de/wirtschaft/id_79449242/wirtschaft-aegypten-laesst-in-krise-freie-wechselkurse-fuer-landeswaehrung-zu.html

    Der Wechselkurs betrug bis gestern 9-10 EPG pro Euro,
    seit heute morgen sind es über 15 EPG pro Euro.

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    • hbremH Offline
      hbremH Offline
      hbrem
      schrieb am zuletzt editiert von
      #2

      Die Kurse sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Im Moment bekommt man bei der CIB 16.83 LE für 1 Euro, bei der Bank du Caire 14,42 LE für 1 Euro.
      Nun ist abzuwarten, ob der Schwarzmarkt damit eingedämmt wird. Dort bekam man vor 2 Tagen 18 LE für 1 Euro.
      Ich gehe davon aus, dass der Schwarzmarkt weiter boomt bis wieder mehr Devisen im Land sind, also wenn die erste Zahlung vom IWF kommt.
      Leider wird nun alles viel teurer für die armen Ägypter, die sich in der Mehrzahl vorher schon nichts leisten konnten. Ein Kilo Fleisch um die 90 LE. Also gibt es höchstens 1 mal Fleisch in der Woche, wenn überhaupt.
      Auch Grundnahrungdmittel wie Reis, Milch oder Zucker sind schon sehr teuer geworden und werden nun nochmals deutlich teurer.
      Wie soll das weitergehen?
      Abzuwarten ist, ob es am 11.11. wirklich Demonstrationen gibt, was nicht zu verdenken ist.

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      • EntonGittiE Offline
        EntonGittiE Offline
        EntonGitti
        schrieb am zuletzt editiert von
        #3

        Hallo, wir werden in ein paar Tagen in Hurghada sein, und wollten vor Ort Geld mit EC-Karte abheben. Eine Kreditkarte haben wir leider nicht. Weiss jemand, ob es aufgrund der Krise hierbei Probleme geben könnte? MFG

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        • hbremH Offline
          hbremH Offline
          hbrem
          schrieb am zuletzt editiert von
          #4

          Warum soll es da Probleme geben? Daran hat sich nichts geändert.
          Die EC Karte muss nur das "Maestro" Zeichen haben.

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          • Mam62M Offline
            Mam62M Offline
            Mam62
            schrieb am zuletzt editiert von
            #5

            Das war ja erwarten. Die ägyptische Wirtschaft schwächelt ja schon seit Jahren, die Bevölkerung kann kaum mehr mit dem nötigsten versorgt werden.
            Letzte Woche wurde ein Mann verhaftet, der 10 kg Zucker hortete. Die wollte er schwarz verkaufen, um wenigstens an ein bisserl Geld zu kommen.

            Der Unmut in der Bevölkerung war schon bei der Abwertung im März d. J. groß, was nun bei weiter deutlich steigenden Preisen passieren wird, kann man sich ausmalen.

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            • Florian80wF Offline
              Florian80wF Offline
              Florian80w
              schrieb am zuletzt editiert von
              #6

              @ EntonGitti:
              Sicherheitshalber die heimische Bank fragen, ob die Karte weltweit freigeschaltet ist, und für kommende Urlaube mal die Besorgung einer Prepaid-Kreditkarte erwägen, wenn ihr eine mit Kreditrahmen nicht bekommt.

              @ hbrem:
              Das Riesenproblem für die Bevölkerung wird sich stetig verschlimmern. Ägypten kann bereits seit Jahrzehnten wegen seines exzessiven Bevölkerungswachstums (Verdopplung seit 1970 alle 25 Jahre) die Bevölkerung nict mehr mit eigenen Produkten aus dem Niltal ernähren. Es muss also zu Weltmarktpreisen gegen Devisen Grundnahrungsmittel hinzukaufen, muss sie anschließend hoch subventionieren, damit die sehr breite arme Masse wenigstens noch paar Fladenbrote kaufen kann. An den Subventionen für Mehl, Öl, Zucker, Strom, Kochgas hängt der Fortbestand der Regierung.
              Das andere Problem mangelnden Devisenzustroms ist nach wie vor nicht nur der schwache Tourismus, sondern die offensichtliche Nichteignung des Landes für Produktionsstätten von Unternehmen aus Europa und USA.

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              • EntonGittiE Offline
                EntonGittiE Offline
                EntonGitti
                schrieb am zuletzt editiert von
                #7

                @Florian80w:
                Für den nächsten Urlaub werde ich mir doch mal eine zulegen, nur bisher habe ich mich immer vor Kreditkarten gesträubt. Ich habe aber schon von vielen gehört, dass eine KK in Ägypten manchmal sinnvoll ist. Wir nehmen auf jeden Fall genügend Bargeld mit, und die EC-Karte für Notfälle (ich hoffe natürlich dass wir sie nicht brauchen).

                Es ist wirklich schrecklich, was mit den armen Leuten in diesem Land passiert. Die ärmeren hatten schon zu wenig, und durch die Währungskrise und die entwertung der Währung werden sie sich noch weniger leisten können.

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                • Florian80wF Offline
                  Florian80wF Offline
                  Florian80w
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #8

                  Arme Menschen in einem Land, wo es nicht staatliches Kindergeld pro Geburt gibt, müssten eigentlich nicht nur in Ägypten einsehen, dass Zeugen vieler chancenloser Kinder sowohl die eigene Armut massiv erhöht als auch sämtliche Kinder auf bittere Armut programmiert. Hier wird es religiös, hier wird es hochpolitisch, das sollte in einem Reiseforum nicht diskutiert werden.

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                  • HC-Mitglied998552H Offline
                    HC-Mitglied998552H Offline
                    HC-Mitglied998552
                    Gesperrt
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #9

                    Beim Bezahlen mit der KK , sollte man aber auch berücksichtigen , das hier fast immer eine Fremdwährungsgebühr anfällt, da nicht in Euro abgerechnet wird. Entweder USD oder LE.
                    Alles ist auch in Euro bezahlbar, da denke ich hat man die besten Möglichkeiten. Ich nutze KK nur der Versicherung wegen, ansonsten Cash, sowie natürlich auch LE.

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                    • leonovL Offline
                      leonovL Offline
                      leonov
                      Gesperrt
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #10

                      Recht so, nur Bares ist Wahres, Ich habe noch nie , auch im europäischen Ausland  mit Kreditkarte Geld abgehoben,

                      • woher weisst Du , dass der Geldautomat nicht mit der Ausschüttung eines offiziellen
                          Kurses gefüttert ist, auch vor der Bank ?
                          mache einmal einem ägyptischen Banker klar, das der ausgegevbene Kurs der Realität
                          widerspricht
                      • ein flatternder 10 Euro-Schein wird sicher lieber genommen, als ein Äquivalent in  
                          Ginnees (pardon Tschinnies), wobei der Kurs 1 : 18 nicht das Ende ist.

                      Ägpten wir nur wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen, wenn der Tourusmus mit staatlicher Unterstützung angekurbel wird, durch  subentionierte Flugpreise .und  subventionierte Hotelangebote.

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                      • Mam62M Offline
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                        Mam62
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #11

                        Und mit was sollen sie den Tourismus subventionieren?

                        Ein Land mit so vielen jungen Leuten braucht Bildung, Ausbildung und dann Industrie, andere wertschöpfende Dienstleistungen und vor allem eine Bevölkerung, die es sich leisten kann, solche Produkte nachzufragen. Mit Billigtourismus ist das nicht zu erreichen.

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                        • SabaelcherS Offline
                          SabaelcherS Offline
                          Sabaelcher
                          Verwarnt Gesperrt
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #12

                          Wieso "mit was sollen sie den Tourismus subventionieren"? Es ist genug Geld dafür da. Das Militär ist Eigentümer zahlreicher Hotels etc.!

                          Solange ein großer Teil der Bevölkerung aber an Bildung und dergleichen nicht interessiert ist, wird sich dort nichts ändern. Wir arbeiten aktiv bei einer Unterstützergruppe für Bildung -gerade im Bereich der Mädchenausbildung - mit und müssen leider immer wieder feststellen, dass viele Familien althergebrachte Wege nicht verlassen wollen. Es gibt in Ägypten eine zwei-Klassen-Gesellschaft und wenn der untere Bereich sich nicht bewegt, dann bleibt er da wo er jetzt ist. Angebote gibt es genug aber eine Eigenverantwortung wird nicht übernommen. Das braucht alles noch sehr viel Zeit.

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                          • Mam62M Offline
                            Mam62M Offline
                            Mam62
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #13

                            Weil genug Geld da ist, kann der Staat die Grundnahrungsmittel nimmer subventionieren und hat erst letzte Woche einen Kredit über 2 Mrd USD aus Saudiarabien bekommen um die dringendsten Löcher zu stopfen.
                            Die Hotels gehören nicht dem Militär sondern Militärangehörigen. Ein kleiner aber sehr entscheidender Unterschied.
                            Obere Militärs bedienen sich seit Jahrzehnten, genauer gesagt seit der Schaffung der Republik Ägypten mit vollen Händen zur eigenen Bereicherung, die Leidtragenden sind die einfache Bevölkerung, die durchaus gelernt hat, dass es eh keinen Zweck hat, da auch mit bester Ausbildung ein einigermaßen einträglicher Job nur mit Beziehungen zu bekommen ist.

                            1 Antwort Letzte Antwort
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                            • TürkeifliegenderT Offline
                              TürkeifliegenderT Offline
                              Türkeifliegender
                              Gesperrt
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #14

                              @Mam52,
                              ich bezweifel nicht das Du Recht hast und Korupption und Bereicherung einiger Wenige stattfindet.
                              umsomehr hat @Sabaelcher Rect mit dem Hinweis, dass Bildung der Schlüssel zu besserem Leben ist. Nur wenn Jahrhunderte Lang  eingefahrene Wege beschritten sind, ist es sehr schwehr diese zu verlassen und Neue zu gehen.
                              Ich bin Überzeugt, da hilft nur Geduld und Beharrlichkeit, auch wenn es immerwieder Rückschläge geben wird.

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                              • Florian80wF Offline
                                Florian80wF Offline
                                Florian80w
                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #15

                                Ägypten subventioniert den Tourismusbereich seit paar Jahren unter anderem mit rund 100 Euro pro Charterfliegersitz und jeweils die halbe Sitzanzahl je Flugzeug. Ebenso fließen die gleichen Subventionen für Strom und Diesel auch in die immensen Verbräuche der Hotelresorts.

                                Der Saudi-Kredit ist saugefährlich für Ägypten. Die dortigen sunnitischen Machthaber sind eher in religiöse Nähe zu den Muslimbrüdern zu rücken, sie spielen auf Zeit, um irgendwann den Staat für Sharia-Recht etc. zu kapern, weil das Einfachvolk ihnen dankbar ist.

                                @ Mam62 und Sabaelcher: Der Generalschlüssel heißt nicht Bildung, sondern strikter Kinderzeugungsverzicht! So lange das Einfachvolk nicht kapiert, dass 10-15 in die Lehmhütte oder den Slum hineingeborene Kinder das genaue Gegenteil von Reichtum, nämlich alltäglicher Kostenfaktor und später mitnichten Ernährer ihrer Eltern, sind, wird Ägypten 2040 mit dann rund 140 Mio nicht mehr aus Eigenanbau ernährbaren Einwohnern der nächste failed state in Afrika, wo ohne WHO usw. nichts mehr geht.
                                Subsahara ist überwiegend schon kaputt, Ägypten wird folgen.

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                • Mam62M Offline
                                  Mam62M Offline
                                  Mam62
                                  schrieb am zuletzt editiert von
                                  #16

                                  Da hast du Recht Florian. Solange es aber keinerlei soziale Absicherung von anderer Seite gibt, wird sich das kaum ändern.

                                  Natürlich dauert so eine Entwicklung. Wie bei uns im Westen eben auch. Wir glauben zwar, es reiche unser System allen anderen überzustülpen, aber das geht halt ned. Wir sind ja auch nicht so ganz unschuldig an der Situation Afrikas.

                                  Die Wahhabiten bezeichnen sich zwar als Sunniten, sind aber die ultrafundamentalistischen Muslime. Die sich beileibe nicht nur in Ägypten einmischen.

                                  1 Antwort Letzte Antwort
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                                  • SabaelcherS Offline
                                    SabaelcherS Offline
                                    Sabaelcher
                                    Verwarnt Gesperrt
                                    schrieb am zuletzt editiert von
                                    #17

                                    @Florian80w - je mehr Bildung um so weniger "Kinderreichtum"! Es ist nun einmal so, dass die ungebildete Ägypterin ihren Kindern das nicht vermitteln wird, weil sie a) nichts zu sagen hat und b) es nicht besser weiß. Und in einem vom Islam geprägten Land "Kinderzeugungsverzicht" zu erwarten (oder gar zu fordern) ist nicht machbar.

                                    1 Antwort Letzte Antwort
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                                    • leonovL Offline
                                      leonovL Offline
                                      leonov
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                                      schrieb am zuletzt editiert von
                                      #18

                                      Mam62:
                                      Und mit was sollen sie den Tourismus subventionieren?

                                      Ein Land mit so vielen jungen Leuten braucht Bildung, Ausbildung und dann Industrie, andere wertschöpfende Dienstleistungen und vor allem eine Bevölkerung, die es sich leisten kann, solche Produkte nachzufragen. Mit Billigtourismus ist das nicht zu erreichen.

                                      mit was ? oGott o Gott, du meinst womit ?
                                      Der Ruf nach Bildung ist eine Binsenweisheit und genau so effektiv wie der Ruf nach Welfrieden oder der Abschaffung von Hunger
                                      Es bedarf einer schnellen Lösung und das geht nur mit Tourismus, geht nur wenn einige Leistungen nur in Devisen bezahlt werden . ähnliches gibt es jaschon: unterschiedliche Eintrittspreise für Ägypter in LE, für in Ägxpten lebende Ausländer, Hospitanten  in LE, warum also nicht Touristenpreise für Eintritt in Devisen.
                                      Domestic-flights ebenfalls in Devisen. Wer in Hurghada saufen will muss es in Euro machen.

                                      den Reibach machen die Fluggesellschaftem deren Spritkosten per Pax nach egypt lediglich bei max 40 Euro liegem sobventioniert werden und um die 160 Euro fordern oft mehr.
                                      Eine restriktive Devisenbewirtschaftung wird erforderlich werden.

                                      1 Antwort Letzte Antwort
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                                      • Florian80wF Offline
                                        Florian80wF Offline
                                        Florian80w
                                        schrieb am zuletzt editiert von
                                        #19

                                        @ Sabaelcher:
                                        Schon vor mehr als 10 Jahren hing im Wartebereich von Dr. Sadek in Dahab ein großes Plakat, das zu Empfängnisverhütung aufforderte und schlagwortartig vernünftige Gründe nannte, warum wenige Kinder die viel bessere Idee ist.

                                        @ Guest:
                                        Dein (vernünftiger) Vorschlag erinnert an Kuba und den Convertible Dollar.
                                        Unterschiedliche Preise: Wer in D in der Kneipe 3,50 Euro für ein Bier bezahlt, wird im Urlaub sicherlich 2,50 Euro dafür übrig haben.
                                        Dringend reformbedürftig scheint das ägyptische Steuersystem zu sein. Mir wurde mehrfach gesagt, dass jemand, der beispielsweise eine touristische Anlage baute, 10 Jahre lang von jeglichen Steuern befreit wurde.
                                        Weiterhin scheint ein gewisser Anteil harter Devisen aus dem Tourismus gar nicht in Ägypten anzukommen. Die touristische Einrichtung ist in sowas wie deutschem Besitz, verwaltet via ägyptische Strohmann-Ltd. Der Gast zahlt aufs deutsche Konto, nach Ägypten wird nur überwiesen, was dort für den laufenden Betrieb nötig ist. Der ägyptische Staat wiederum muss für jegliche Infrastrukturmaßnahmen rund um den Tourismusbetrieb aus Eigenmitteln sorgen Aus diesem Grund gab es in Sharm el Sheik vor Jahren einen rigorosen Baustopp, weil dem Staat die Erweiterung von Straßen, Stromversorgung, Wasserversorgung, Abwasserklärung, Klinik etc. unfinanzierbar erschien.

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                                          #20

                                          Hi Flo,

                                          ja Bildung ist ein großes Problem in Egypt. 
                                          Ich meine auch, das es noch zwei Generationen dauern wird bis sich hier massiv erkennbar was geändert hat. Egal wie man der jetzigen Regierung gegenübersteht , sie tut ne Menge für die Bildung. 
                                          So ist der Schulbesuch kostenlos, Stifte Hefte und Bücher ebenso. Jedes Kind erhält kostenlos eine mahlzeit pro Tag in der Schule. Sollte nicht ausreichend Kleidung für das Kind zur Verfügung stehen gibt es auch diese kostenlos. Das gewachsene Problem ist einfach nur, das die Kinder nicht in die Schule geschickt werden, sondern dann bettelnd nach Euro oder was auch immer die Touris anschmachten. Wer kommt da nicht in die Versuchung dem armen 4 jährigen einen Euro oder 10 LE für seine Lesezeichen zu bezahlen. Jedoch liegt hier die Verantwortung bei uns in das Land reisende. Keine Spenden an die Kinder !!! Die gehören in die Schule !!! Solange sie aber genung Geld erbetteln werden sie diese nie von innen sehen. Sein wir uns also auch unserer Verantwortung bewußt, und geben den doch sehr flehenden Blicken der jüngsten nicht nach , auch wenn es manchmal sehr weh tut. Diese Kids gehören in die Schule, und der Weg dorthin ist frei.

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