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Kein Schmerzensgeld von Reiseveranstalter für Terror-Opfer

Geplant Angeheftet Gesperrt Verschoben Meinungen zu reiserechtlichen Fragen
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  • pebauP Offline
    pebauP Offline
    pebau
    schrieb am zuletzt editiert von
    #1

    Vorhin erschien folgende dpa-Meldung:

    Terror-Opfer von Djerba erhält kein Schmerzensgeld von der TUI
    Hannover - Ein beim Terroranschlag von Djerba verletzter Junge erhält kein Schmerzensgeld vom Tourismuskonzern TUI. Das Landgericht Hannover wies die Klage des Sechsjährigen aus Bergkamen ab. Terroranschläge gehörten seit dem 11. September 2001 zum allgemeinen Lebensrisiko, sagte die Vorsitzende Richterin. Der Junge hatte bei der Explosion 2002 schwerste Verbrennungen erlitten. Seine Vertreter forderten 100 000 Euro Schmerzensgeld, weil die TUI-Tochter 1-2-Fly nicht vor möglichen Gefahren gewarnt habe.
    Mittwoch, 27. Oktober 2004, 9:47 © RZ-Online GmbH & dpa

    Ihr könnt nun über mich herfallen oder mich beschimpfen, aber ich finde dieses Urteil gut.
    Wäre hier gegen den Reiseveranstalter geurteilt worden, wäre dies eine Katastrophe für die gesamte Reisebranche.
    Ich war selbst zu diesem Zeitpunkt auf Djerba und es gab nicht mal einen Funken an Andeutungen, dass gerade dort unten was passieren kann. Darum versteh ich auch nicht, vor was der Reiseveranstalter hätte warnen sollen.

    Klar ist es für das Kind und die Familie jetzt nicht leicht und die Folgen sind schrecklich, aber hier hat alleine der Attentäter eine Schuld und nicht der Reiseveranstalter.

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    • HermanndoH Offline
      HermanndoH Offline
      Hermanndo
      schrieb am zuletzt editiert von
      #2

      Sehe ich genauso, wenn nichtmal das AA was wußte wie soll dann TUI davor warnen! Wenn überhaupt jemanden verklagen dann das Land Tunesien wegen evtl. zu geringen Sicherheitsmaßnahmen!

      hiaso Rechtschreibfehler...zugreifen, sind genug für alle da :P

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      • HolginhoH Offline
        HolginhoH Offline
        Holginho
        schrieb am zuletzt editiert von
        #3

        ...hab's auch gerade eben bei uns auf dem Ticker gesehen...

        Hallo Petra!

        Auch ich werde Dich sicher nicht beschimpfen (warum auch?) und halte das Urteil selbst für sinnvoll und in der Sache richtig.
        Die Folgen des Terroranschlags sind für die Familie im allgemeinen und den Jungen im speziellen natürlich sehr schlimm (ich hoffe sehr, das irgendwann einmal die körperlichen und seelischen Narben zumindest ansatzweise verheilen), aber hier von einer Schuld des Reiseveranstalters zu sprechen wäre wirklich sehr weit hergeholt und hätte unabsehbare Folgen für die Tourismusbranche bedeutet.

        Viele Grüße, Holger

        “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!

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        • BurraB Offline
          BurraB Offline
          Burra
          schrieb am zuletzt editiert von
          #4

          Hallo,
          was auf Djerba mit dem Jungen und den anderen Menschen passiert ist, ist so was von schlimm und grausam, dass man es gar nicht sagen kann.
          Aber auch ich denke, dass das Urteil in Ordnung ist, denn heutzutage ist man eigentlich nirgens mehr sicher. Wenn das Urteil anders ausgegangen wäre, hätten alle Reiseveranstalter vor sehr vielen Ländern warnen müssen. Ich denke, so ein Anschlag kann auch hier in Deutschland passieren, denn diese Idioten gibt es überall.
          Ich wünsche dem Jungen von ganzem Herzen, dass er wieder gesund wird und eine normales Leben kann.
          Jutta

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          • mosaikM Offline
            mosaikM Offline
            mosaik
            schrieb am zuletzt editiert von
            #5

            Ich denke, die Richter haben gut erkannt, dass man hier zwei Dinge auseinander halten muss:

            die Greuel, die kranke Hirne unschuldigen Menschen antun

            und die Machbarkeit der Verhinderung  und der Vorhersehung - sprich, im Leben kann man nicht für alles jemanden haftbar machen.

            Was mich stets bei solchen Diskussionen betrübt, ist die Denkweise mancher Menschen. Da bucht jemand eine Reise in ein - allseits bekannt - arabisches Land und erwartet, dass Reiseveranstalter mehr wissen und verhindern könnten als Geheimdienste und Militär. Und provokant füge ich hinzu: und oft sind es Menschen, die hier über Fußball und Politik mitreden wollen (... und wählen dürfen), vielleicht sogar einen eigenen Betrieb leiten - aber im Urlaub werden sie dann plötzlich zu unselbständigen Kleinkindern, die stets nach Recht krähen.

            Ich will damit nicht pauschal jetzt "Kläger" verurteilen, ich meine nur, wenn ich zu Hause beim Überqueren einer Straße überfahren werde, auch nicht den Straßenerhalter klage - er hätte beim Bau der Straße wissen müssen, dass mich dort ein Auto niederfahren könnte...
            Es wird heute schon so viel im Tourismus für die Sicherheit aller getan, ganz zu schweigen von den EU-Vorschriften und Haftungen. Aber es gibt halt ein allgemeines Lebensrisiko und mit dem werden wir wohl alle leben müssen.
            Gruß
            Peter

            1 Antwort Letzte Antwort
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            • Klaus43K Offline
              Klaus43K Offline
              Klaus43
              schrieb am zuletzt editiert von
              #6

              Die "Financial Times Deutschland" schreibt heute dazu:

              Nachdem das Landgericht Hannover am Mittwoch eine Haftung von Reiseveranstaltern bei Terroranschlägen ausgeschlossen hatte, kündigte TUI humanitäre Hilfe für die Opfer des Anschlags auf der tunesischen Ferieninsel Djerba an. Unabhängig von der Entscheidung des Gerichts und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht werde TUI eine Ausbildungsversicherung für alle vom Bombenanschlag betroffenen Kinder abschließen, die für die Kosten einer späteren Ausbildung aufkommen soll. Die insgesamt sechsstellige Versicherungssumme soll sieben Kindern zugute kommen und über die TUI-eigene Stiftung abgeschlossen werden.

              Das Landgericht hatte die Schmerzensgeldklage eines sechsjährigen Jungen gegen das zum TUI-Konzern gehörende Unternehmen 1-2-Fly zurückgewiesen. Die TUI-Tochter 1-2-Fly als Reiseveranstalter habe ihre Pflichten nicht verletzt, urteilte das Gericht. "Das seit dem 11. September 2001 erhöhte Risiko hat sich verwirklicht, als westlicher Tourist Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden", sagte die Vorsitzende Richterin Britta Knüllig-Dingeldey.

              Berufung geplant

              Die Kläger kündigten unmittelbar nach dem Urteil Berufung an. Notfalls wolle man bis vor den Bundesgerichtshof ziehen, sagte der Vater des Opfers, Michael Esper. "Es geht ja gar nicht ums Gewinnen oder Verlieren, es geht nur darum zu beweisen, dass TUI die Informationspflicht verletzt hat", sagte er.

              Der Ort des Anschlags

              Sein Sohn hatte bei der Explosion vor der Synagoge "La Ghriba" am 11. April 2002 schwerste Verbrennungen erlitten, als ein Selbstmordattentäter an der Synagoge einen Gastankwagen in die Luft gesprengt hatte. Über 40 Prozent der Haut des Jungen verbrannten und sein Gesicht wurde bleibend entstellt. Adrians Eltern fordern von TUI 100.000 Euro Schmerzensgeld und eine monatliche Schmerzensgeldrente von 800 Euro.

              Seine Eltern hatten dem Reiseveranstalter vorgeworfen, vor möglichen Terrorgefahren nicht gewarnt zu haben. Das Reiseunternehmen hatte die Forderungen zum Prozessauftakt zurückgewiesen. Terroranschläge gehörten zum allgemeinen Lebensrisiko.

              Bei dem Anschlag starben 22 Menschen, darunter 14 deutsche Urlauber und einer der Attentäter.

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              • HolginhoH Offline
                HolginhoH Offline
                Holginho
                schrieb am zuletzt editiert von
                #7

                Hallo zusammen!

                So sehr ich den Schmerz und das Leid dieser Familie verstehen und nachvollziehen kann, so zweifel ich doch sehr am Sinn einer Berufung.
                Jedes andere Urteil (als das gestern gefällte) hätte katastrophalste Auswirkungen auf die (deutsche?) Tourismusbranche und weitreichende globale Folgen.
                Die Grenzen, ab denen eine Sicherheitswarnung für das betreffende Land gegeben werden müßte, müßte nach den Vorfällen auf Djerba sehr, sehr niedrig angesetzt werden und müßte dann konsequenterweise neben eventueller Terrorgefahr auch Krisen wie "innere Unruhen", eine grundsätzlich erhöhte Kriminalitätsrate, eventuelle Krankheitsgefahren (AIDS?, Hepa? etc.) und drohende Naturkatastrophen (z.B. Erdbebengebiete) und vieles mehr umfassen.
                Neben den kaum absehbaren verheerenden Folgen für die deutsche Tourismusbranche hätte dies (durch Deutschland als eine der größen Reisenationen) auch weitreichende Folgen für die dann betroffenen Länder.
                Beispiel:
                Ägypten müßte dann (bei einem anderen Urteil) für deutsche Touristen quasi "geschlossen" werden. Ein Wegfall der deutschen Urlauber wäre für dieses Land katastrophal und würde zu einer gesteigerten Armut (Tourismaus ist nach der Suez-Kanal-Gesellschaft die größte Einnahmequelle dieses armen Landes), die zumeist eine gesteigerte Radikalisierung der Bevölkerung zur Folge hat, führen.
                Das wäre letztendlich genau das Gegenteil dessen, was der gute Mann im Grunde erreichen will.
                Und dies ist nur ein Beispiel in einer langen Kette anderer!
                Grundsätzlich dürften dann z.Z. deutsche Reiseveranstalter z.B. keine Reisen mehr anbieten nach:
                -Australien
                -USA
                -Kanada
                -Mexiko
                -fast alle mittelamerikanischen Staaten
                -zeitweise viele karibischen Inseln
                -Kolumbien
                -Brasilien
                -Argentinien
                -Großbritanien
                -Polen
                -Spanien
                -Griechenland
                -Italien
                -Türkei
                -Tunesien
                -Kenia
                -Ägypten
                -Israel
                -alle Golfstaaten
                -Indonesien
                -Thailand
                -China
                -Japan
                ...und...und...und... da bleibt nicht mehr allzuviel an mehr oder weniger klassischen Urlaubszielen für Pauschal- und Individualtouris übrig.

                Und noch eine zusätzliche, zugegebenermaßen etwas provokante Anmerkung/Frage:
                Was ist mit dem Leben in Deutschland selbst? Bei einem anderen Urteil müßten gewisse z.B. US-amerikanische Unternehmen die Möglichkeiten eines Rückzuges aus Deuschland erwägen.
                Beispiel: Die McDonalds-Kette zählt weltweit (und damit grundsätzlich auch in Deutschland) zu den gefährdesten Zielen überhaupt.
                Wir hatten gestern nachmittag in einem Meeting (auch zu dieser Thematik) Repräsentanten einer großen Versicherungsgesellschaft. Auch hier wäre die Rechtslage bei einem anderen Urteil komplett neu zu bewerten - und bei einer Bestätigung einer solchen Gefährdung müßen somit Sicherheitswarnungen auch für solche alltäglichen Dinge gegeben werden.

                So "lächerlich" (juristisch, nicht(!) persönlich betrachtet) versuchte Klagen wegen Erkrankung/Ansteckung oder wg. Sturmschäden waren/sind - dies ist eine viel größere "Hausnummer" mit z.Z. u.U. unabsehbaren Folgen.

                Nachdenklich, Holger
                Dies wäre letztlich genau das Gegenteil von dem, was der gute Mann da zu erreichen versucht.

                “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!

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                • HolginhoH Offline
                  HolginhoH Offline
                  Holginho
                  schrieb am zuletzt editiert von
                  #8

                  Schon wieder "ich"!

                  Kann sich hier irgendjemand vorstellen, was in unserér Urlaubergemeinde los wäre, wenn z.B. in den Sommerferien urplötzlich eine Sicherheitswarnung für z.B. Spanien gegeben würde und die Reiseveranstalter aufgrund eines anderen Urteils folgerichtig alle Reisen stornieren müßten?
                  Es gäbe gar nicht genug Kapazitäten auch nur annähernd allen betroffenen Urlaubern Alternativdestinationen anzubieten. Das würde zu "Mord und Totschlag" führen.

                  Andererseits ist das Geschrei natürlich auch immer groß, wenn etwas passiert.
                  Ich denke es ist sinnvoll alles so zu belassen, wie es jetzt ist und wenn überhaupt in Rechtsstreitigkeiten auf eine erweiterte InformationsPFLICHT der Urlauber hinzuweisen!

                  Viele Grüße, Holger

                  “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!

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                  • pebauP Offline
                    pebauP Offline
                    pebau
                    schrieb am zuletzt editiert von
                    #9

                    Gut, aber was verstehst du unter "erweiterte InformationsPFLICHT der Urlauber"?
                    Vor was hätte TUI oder die anderen Reiseveranstalter denn damals bei Reisen nach Djerba warnen sollen, wenn nicht einmal der Ansatz von einer Gefahr bestand?
                    Mehr als auf das was sie jetzt schon hinweisen, können sie doch nicht hinweisen, wenn nichts bekannt ist.
                    Ich persönlich erkundige mich bei Auslandsreisen immer vorher beim Auswärtigen Amt was die zu dem jeweiligen Land sagen. Denn woanders beziehen die Reiseveranstalter ja auch ihre Infos nicht her, vorallem weil nur dann die Reiseveranstalter reagieren können, wenn das AA was meldet.
                    Das Leben ist schon vor dem 11.09.2001 gefährlich gewesen, nur seitdem gehört es eben, wie die Richterin es ja sagte, zum allgemeinen Lebensrisiko, so wie es eben bei Flügen auch schon immer ist.
                    NE, wenn da ein Urteil gegen die TUI gefällt wird, dann wird sich das in einer einzigen großen Katastrophe und den fast kompletten Einbruch der deutschen Touristikbranche auswirken.

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                    • HolginhoH Offline
                      HolginhoH Offline
                      Holginho
                      schrieb am zuletzt editiert von
                      #10

                      Hallo Petra!

                      Sorry, war etwas mißverständlich formuliert.
                      Die erweiterte Infopflicht bezieht sich natürlich nicht auf Veranstalter, sondern auf Urlauber.

                      Leider verreist im Gegensatz zu Dir längst nicht jeder mit entsprechenden Informationen über sein Zielgebiet.
                      Nicht nur, das es dem Bild des deutschen Touristen im Ausland sicher ganz gut tun würde, wenn er nicht regelmäßig in teilweise erschreckenden Mengen und Ausmaßen in z.B. kulturelle Fettnäpfchen ("halbnackt" in Moscheen usw.) treten würde, oder Sätze von sich zu geben die jede PISA-Studie bestätigen a la "Djerba/Fuerte sind ja gar nicht grün - hier sieht's aus wie in der Wüste - letztes Jahr auf Mallorca... 😄 immer wieder gern gehört).
                      Dann würden auch sinnlose und, juristisch betrachtet, lächerliche Klagen gegen Reiseveranstalter wg. Hepa-Erkrankungen und Beeinträchtigungen wg. Sturmschäden (als Beispiel 2er hier vor kurzem sehr "beliebter" Themen) entfallen.

                      Viele Grüße, Holger

                      “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!

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                      • HolginhoH Offline
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                        Holginho
                        schrieb am zuletzt editiert von
                        #11

                        Hi Petra!

                        Erstes "SORRY" - meine Antwort ist wohl ein Opfer der technischen Probleme geworden.
                        Zweites "SORRY" - war natürlich mißverständlich formuliert. Mit erweiterter Infopflicht meinte ich selbstverständlich "uns" Urlauber.
                        Es ist immer wieder unglaublich, ja fast schon beschämend, in welchem "Wissenszustand" eine leider nicht geringe Anzahl Leute verreist.
                        Der Spruch: "Ooooch, Djerba/Fuerte ist aber öde, wie in der Wüste - Mallorca war aber viel grüner" (immer wieder "gerne" beim Landeanflug gehört) mag ja noch irgendwie "erheiternd" sein, aber nicht informierte oder ignorante Urlauber die ggfs. anschließend wegen Einschränkungen bei Erkrankungen, Naturkatastrophen etc. den Reiseveranstalter verklagen, sind in meinen Augen so ziemlich am Ende der "intellektuellen Nahrungskette".

                        Viele Grüße, Holger

                        “Mit dummen Menschen streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen...“ Rest bei Bedarf googeln!

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                        • pebauP Offline
                          pebauP Offline
                          pebau
                          schrieb am zuletzt editiert von
                          #12

                          Na, dann sind wir ja beide der gleichen Meinung.

                          Ich gehöre auch zu den Touristen, die sich erst einmal über die Gepflogenheiten, Vorschriften und sonstige Sachen, die zu beachten sind, für das jeweilige Land genau erkundigen.
                          Ich hab keinen Bock mich in Fettnäpfchen zu setzen und auch nicht, dass ich mit irgendwelchen Landestypischen Vorkommnisen überrascht werde.

                          Ich beobachte schon Wochen vorher alle Meldungen, die über dieses Land kommen, wohin reisen will. Klar, dass es da auch zu sehr unangenehmen Erscheinungen kommen kann, so wie es mir 1997 mit Kenia passierte.
                          Wochen vorher gab es schon dort unten im Vorfeld der bevorstehenden Wahlen ziemliche Unruhen. Man hörte nur noch Horrormeldungen. Sogar von angezündeten Ferienhotels, jedoch in einer anderen Region, als wo wir hin wollten. Das Auswärtige Amt warnte nur davon, dass man nicht alleine sich außerhalb der Hotelanlagen bewegen soll, aber sonst nichts weiter. Desto näher der Abreisetag kam, desto schlimmer wurden die Meldungen. Meiner Familie sagte ich gar nicht alles und so flogen wir dann halt doch runter, denn ich erhielt Meldungen, dass vor Ort es gar nicht so schlimm ist, wie die Presse es hierzulande meldete. Trotzdem flog ich mit ziemlichen Bauchschmerzen dort runter.
                          Doch vor Ort war wirklich nichts zu spüren von Unruhen.
                          Nur einmal bekam ich noch einen Schreck: Wir waren mit meiner älteren Mutter in Kenia und sie wollte und konnte nicht an der von uns geplanten mehrtägigen Safari teilnehmen und so blieb sie alleine im Hotel zurück und (die Angestellten kümmerten sich dann liebevoll um sie) am 31.08.1997 merkten wir in unserer Lodge eine ziemliche Unruhe unter den Besitzern. Wir befürchteten, dass es wieder Probleme wegen den Wahlen gibt und erst nach Stunden konnten wir rausfinden, dass Lady Diana bei einem Unfall ums Leben gekommen war.

                          Aber ich bin der Meinung, dass ich mich als Gast eines Landes auf die Gegebenheiten einstellen muss und nicht das Land auf mich.

                          Freu mich schon irgendwann mal wieder ein neues Land kennen zu lernen.

                          1 Antwort Letzte Antwort
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                          • caribiangirlC Offline
                            caribiangirlC Offline
                            caribiangirl
                            schrieb am zuletzt editiert von
                            #13

                            Guten Morgen allerseits
                            Hab von dem Fall auch gehört und mir tun die Betroffenen(war ja nicht nur der kleine Junge)selbst sehr leid.Mein persönliches Mitgefühl für die Familien,besonders die Kinder.Trotzdem find ich auch,dass die Richter richtig entschieden haben.So blöd wie sich das jetzt anhört.Heutzutage kann überall was in der Art passieren.Ich denke,kein Land ist vor Anschlägen sicher.Deutschland auch nicht.
                            So weit ich weiss hat TUI den Familien,deren Kinder durch den Anschlag verletzt oder getötet wurden,freiwillig eine bestimmte Summe ausbezahlt.Denke,dass das von TUI ein guter Zug war und der Fall damit ad Akta gelegt werden sollte.Geld heilt zwar keine Wunden oder bringt Familienmitglieder zurück,die Tod sind.
                            In Bali ist doch auch ne Bombe hoch.Damit hätte wahrscheinlich niemand gerechnet.Von den Länder,die wirklich gefährlich sind wird einem ja vom ausw.Amt.abgeraten.Tunesien gehört da ja nicht unbedingt dazu.Solche Attentäter laufen zur genüge überall rum.Leider

                            Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.

                            1 Antwort Letzte Antwort
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                            • thias160281T Offline
                              thias160281T Offline
                              thias160281
                              schrieb am zuletzt editiert von
                              #14

                              ich schliesse mich eurer meinung an.
                              schliesslich kann kein reiseveranstalter für einen terroranschlag verantwortlich gemacht werden.

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                                schrieb am zuletzt editiert von
                                #15

                                Die Familie ging ja in Berufung und heute soll in Celle die Urteilsverkündigung sein.

                                Ich hoffe für uns alle, dass das vorherige Urteil bestätigt wird, denn wenn nicht, dann werden die Reisepreise sicherlich wesentlich erhöht, da sich die Veranstalter ja jetzt auch noch für unvorhersehbare Ereignisse wie Terrorakte versichern müssen.

                                Wie schon geschrieben, für die Betroffenen würde es mir ja leid tun, aber für die Allgemeinheit hoffe ich eben auf Bestätigung.

                                1 Antwort Letzte Antwort
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                                  schrieb am zuletzt editiert von
                                  #16

                                  Hallo!!!
                                  Ich füge meine Meinung auch noch hinzu.
                                  Es ist schrecklich was da passiert ist, und ich verstehe das Urteil.
                                  Anderer Seits denke ich das ich als Betroffener auch alles Mögliche versuchen würde, um das Leid meines Kindes zu verringern.
                                  Für mein Kind würde ich Himmel und Hölle ich Bewegung setzten!!
                                  Wir können da so pauschal darüber reden, weil wir nicht betroffen sind. Keiner von uns weis wie er in dieser Situation handeln würde.
                                  Wenn eigenen Kindern durch andere Leid zugefügt wird, ist denke ich jegliche Art von Vernunft ausgeschaltet.
                                  LG
                                  Silvia

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                                    #17

                                    Silvia, ich war exakt zum gleichen Zeitpunkt auch auf Djerba und damals hatte man nicht mal im Traum dran gedacht, dass gerade dort was passiert. Denn gerade auf Djerba leben die verschiedensten Glaubensgruppen sehr friedlich nebeneinander.
                                    Deshalb kann der Reiseveranstalter nicht mal einen Tick was dafür. Vor was hätte er denn warnen sollen, wenn nichts ist?

                                    Wäre ja das Gleiche, wenn jetzt die Leute, die einen lieben Menschen bei der Tsunami-Katastrophe verloren haben oder dadurch schwer verletzt wurden, den Reiseveranstalter dafür haftbar machen, dass die Tsunami-Welle sie erwischt hat.

                                    Es tut mir wirklich leid für all die Opfer, aber ich kann doch nicht für solche Unwegbarkeiten den Reiseveranstalter haftbar machen. Das ist absolut unlogisch.

                                    1 Antwort Letzte Antwort
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                                      #18

                                      Hallo Petra!!
                                      Natürlich ist es unlogisch. Das sagte ich ja auch.
                                      Ich finde das Urteil auch gut und für mich ist es jetzt auch unverständlich wie die Eltern handel.
                                      Aber ich bin auch nicht betroffen.
                                      Wie gesagt, wenn mir das passiert wäre weis ich nicht ob ich nicht auch alles versuchen würde. Auch wenn es absolut unlogisch ist.

                                      Mal ein anderes Bespiel, vielleicht ist es dann verständlicher was ich meine.
                                      Die Eltern eines missbrauchten und ermordeten Kindes treffen im Gerichtssaal auf den Täter und gehen im an die Gurgel. Ist das logischer als die Schadensersatzklage?

                                      1 Antwort Letzte Antwort
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                                        schrieb am zuletzt editiert von
                                        #19

                                        Silvia Kleist schrieb:

                                        Hallo Petra!!
                                        Natürlich ist es unlogisch. Das sagte ich ja auch.
                                        Ich finde das Urteil auch gut und für mich ist es jetzt auch unverständlich wie die Eltern handel.
                                        Aber ich bin auch nicht betroffen.
                                        Wie gesagt, wenn mir das passiert wäre weis ich nicht ob ich nicht auch alles versuchen würde. Auch wenn es absolut unlogisch ist.

                                        Mal ein anderes Bespiel, vielleicht ist es dann verständlicher was ich meine.
                                        Die Eltern eines missbrauchten und ermordeten Kindes treffen im Gerichtssaal auf den Täter und gehen im an die Gurgel. Ist das logischer als die Schadensersatzklage?

                                        Silvia, ganz ehrlich: Ja, das ist logischer für mich, denn der Täter ist der direkte Verursacher und hat mein Kind getötet. Nur er alleine ist dafür verantwortlich, dass ich mein Kind nicht mehr habe.
                                        Ich würde mit Sicherheit genauso handeln. 🎸 Sorry, aber dies ist meine Persönliche Meinung.
                                        Aber der Reiseveranstalter ist ja nicht der direkte Verursacher. Der hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun.

                                        Wenn die Eltern die Nachkommen des Täters auf Schadensersatz verklagt hätten, dann hätte ich es ja verstanden.
                                        Aber man kann doch nicht den Reiseveranstalter dafür haftbar machen. Das ist mehr als unlogisch. 😏

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                                          schrieb am zuletzt editiert von
                                          #20

                                          SPIEGEL ONLINE - 19. Mai 2005, 14:40
                                          URL: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,356615,00.html
                                          Djerba-Prozess
                                           
                                          Reiseleiter sollen als Zeugen gehört werden

                                          Der Schmerzensgeldprozess eines Djerba-Opfers gegen den Reiseveranstalter 1-2-Fly ist in die nächste Runde gegangen. Das Oberlandesgericht Celle ordnete eine Beweisaufnahme an. Die Entscheidung werten Prozessbeobachter als Etappensieg für den heute sechsjährigen Kläger.
                                          Celle - In dem Berufungsverfahren um Schmerzensgeldforderungen eines Terror-Opfers gegen die TUI-Tochter 1-2-Fly spricht das Oberlandesgericht Celle vorerst kein Urteil. Die Richter ordneten am Donnerstag eine Beweisaufnahme an. Anhand der Aussagen von zwei Reiseleitern soll geprüft werden, ob die Synagoge eine Woche vor dem Anschlag für Besuchergruppen frei zugänglich war oder die Polizei den Zutritt verweigert hatte. Die Klärung dieser Frage solle Aufschluss geben, ob der Reiseveranstalter möglicherweise Warnpflichten verletzt habe, sagte der Richter.

                                          Die Entscheidung des OLG für eine Beweisaufnahme gilt bei Prozessbeobachtern als Etappensieg für den Kläger, einen heute sechsjährigen Jungen. Der aus Bergkamen in Nordrhein-Westfalen stammende Junge hatte bei dem Selbstmordanschlag auf die Synagoge "La Ghriba" im April 2002 schwerste Verbrennungen erlitten. Von 1-2-Fly verlangte er Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro und eine monatliche Rente von 800 Euro.

                                          In erster Instanz hatte das Landgericht Hannover die Klage am 27. Oktober 2004 noch in vollem Umfang abgewiesen und dabei eine Hinweispflicht des Reiseveranstalters verneint. Anfang Mai war eine vom Gericht angeregte gütliche Einigung zwischen beiden Parteien nicht zu Stande gekommen.
                                          .
                                          .
                                          Na, da bin ich mal gespannt was da rauskommt, denn die Synagoge ist ja generell von Polizisten bewacht. Das war auch schon im Jahr vor dem Anschlag so. Das kann ich bezeugen, denn ich war da auch schon auf Djerba und das war vor dem 11.09.2001. 😏

                                          Die Synagoge war und ist auch nicht immer frei zugänglich, z.B. zu Gebetszeiten, an jüdischen Feiertagen und natürlich am Sabbat kann man nicht rein und kommt auch nicht mal in die Nähe. Da ist eine Duchfahrtskontrolle und nur Menschen jüdischen Glaubens dürfen durch.

                                          1 Antwort Letzte Antwort
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