Mein Urlaubsziel und politische Verhältnisse - egal oder wichtig ??
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Ich glaube schon, dass dieser Thread große Resonanz hervorrufen wird. Schließlich wurde in einem ähnlichen Thread (Wo würdet ihr nie Urlaub machen?) sehr ausführlich diskutiert.
Ich persönlich mache in keinem islamischen Land Urlaub.
Gruß
Manfred
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Nicht blöd, gutes Thema Erwin.
Bei meiner Urlaubsüberlegung, spielt das eigentlich schon eine Rolle, wobei ich jemand bin, der nicht immer auf "hören- sagen" geht.
Ich laß mal die "kritischen Länder" weg und nehme ein einfaches Beispiel, das mit Politik nichts zu tun hat. Wenn ich darf?

"Wieso fährst du denn nach Mallorca?" wurde ich vor Jahren gefragt ...."nach Kreta musst fahren, da ist es schön".
Inzwischen war ich auf beiden Inseln, schon mehrfach und habe mir über beide Inseln, MEINE EIGENE Meinung gebildet.
Und so sehe ich das generell.
Wenn ich genügend Geld hätte, dann würde ich, den ganzen Erdball "abgrasen".
Ausgenommen, Länder in denen Krieg herrscht.
So bin ich auf das angewiesen, was mir "Fremde" über dieses Land erzählen.
Ein politisches Beispiel.
Als meine Tochter vor zwei Jahren in China war, erzählte sie die gleichen Dinge, die wir auch von den Nachrichten her kennen. Überall Zensur usw. trotzdem würde ich dies gerne mit EIGENEN Augen sehen. Ich hoffe, man hat mich einigermaßen verstanden.
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Hallo,
politische, gesellschaftlich und auch moralische Gründe halten mich sehr wohl davon ab bestimmte Länder zu bereisen.
Sicherheitsrelevante Gründe halten mich auch davon ab z.B nach Ägypten zu reisen. Wenn ich ein Land besuche, dann um Land und Leute zu erkunden. Wenn das nicht möglich ist, ist dieses Land für mich kein Ziel, für einen Aufenthalt im AI Getto würde ich nie verreisen.
vg
christa -
christamichael wrote:
Hallo,politische, gesellschaftlich und auch moralische Gründe halten mich sehr wohl davon ab bestimmte Länder zu bereisen.
Sicherheitsrelevante Gründe halten mich auch davon ab z.B nach Ägypten zu reisen. Wenn ich ein Land besuche, dann um Land und Leute zu erkunden. Wenn das nicht möglich ist, ist dieses Land für mich kein Ziel, für einen Aufenthalt im AI Getto würde ich nie verreisen.
vg
christaDas entspricht genau meiner Meinung.
Rundreisen mit Kontakten zu Einheimischen müssen gefahrlos Möglich sein.Die islamischen Länder würde ich nicht alle über einen Kamm scheren. Nicht alle würde ich meiden, nur die wo es akut gefährlich ist, Afghanistan Irak Pakistan etc .
In Ägypten Marokko und Qatar z.B. habe ich mich sicher gefühlt. -
Ich würde keine Länder bereisen, in denen ich mich entweder nicht sicher fühle, oder mich nicht frei bewegen kann, wie ich es möchte. So wie christa das vor mir geschrieben hat.
Allerdings halte ich gar nichts davon, ein Land "bestrafen" zu wollen, dessen politisches oder gesellschaftliches System mir nicht passt. Ich war z.B. erst 1 x in China, aber das was ich gesehen habe war absolut großartig. Ich flieg dort sicher wieder hin.
Auch nach Myanmar/Burma würde ich jederzeit reisen.
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z.B. Ägypten: (Quelle Homepage Amnesty International, Schweiz)
Ausnahmezustand Folter und Misshandlungen gehören in Ägypten seit Jahren zur traurigen Tagesordnung. Der seit 40 Jahren bestehende Ausnahmezustand und ein rigides Antiterrorgesetz verleihen dem Staatssicherheitsdienst (SSI) fast unbegrenzte Vollmachten und schränken die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf einen fairen Prozess drastisch ein. Rund 18000 Personen befinden sich in Ägypten laut Schätzungen in Administrativhaft. Sie werden zum Teil ohne Anklage über Jahrzehnte hinweg ohne Zugang zu ihren Familien und Anwälten im ********* festgehalten.
Oder Tunesien (Quelle ebenfalls Amnesty International)
Tunesien: Der schöne Schein trügt
Hunderte, wenn nicht Tausende junger Terrorismusverdächtiger und sogar einige Kinder wurden in den letzten fünf Jahren in Tunesien verhaftet. Viele wurden gefoltert und auf andere Weise misshandelt, in Einzelhaft gehalten und zum «Verschwinden» gebracht. Manche wurden nach unfairen Prozessen zu langen Gefängnisstrafen oder sogar zum Tod verurteilt. Fordern Sie von der tunesischen Regierung, Folter, Misshandlungen, willkürlichen Festnahmen und geheimen Inhaftierungen unverzüglich einen Riegel zu schieben.Das wird doch einfach verdrängt - habe schon etwas Mühe wenn man hier hinsteht und sagt: Die innenpolitische Lage interessiert mich nicht!
wobei ich niemanden verurteilen will, der nach Ägypten oder Tunesien reist, aber bitte nicht völlig unkritisch und ignorant in der Welt herumreisen! -
@wiener-michel
Ich fahre nicht in Länder, in denen Homosexuelle an Baukränen aufgehängt werden (Iran) oder 6.000 Peitschenhiebe (Saudi-Arabien) kassieren und in denen "ungetreue" Ehefrauen gesteinigt werden. Ebenso meide ich Länder, in denen Christen verfolgt werden. Und Zwangsverheiratungen (= Vergewaltigungen) von 9jährigen Mädchen möchte ich mit meinen Urlaubsausgaben auch nicht unterstützen. Mag sein, dass ich da Vorurteile habe. Ist halt so.
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Ronny87 wrote:
Was wäre, wenn der Tourismus z. B. eben auf Kuba nicht so ausgeprägt wäre wie er ist? Dann wären die Leute noch ärmer und es gäbe noch noch weniger Arbeitsstellen.ein wenig später erzählte er, dass er immer rüber gefahren ist, um zu essen ... Und siehe da, WARUM? Weil es billig war ...
Selbstverständlich ist es gut, daß so viele Urlauber nach Kuba kommen und entsprechende Devisen dalassen. Das hilft den Menschen und schafft vielleicht auch ein bissel mehr Öffnung und somit Veränderung in Kuba.
Mir geht es nur darum, daß die Kuba-Urlauber sich auch im Klaren darüber sind, wo sie gerade Urlaub machen, daß sie die Lage im Land verstehen, richtig bewerten können. Und das gilt nicht nur für Kuba.
Die übergroße Mehrzahl der User hier bei uns im Forum wird diesen Ansprüchen sicher auch gerecht und Threads über "Zeitraum der Alkoholversorgung bei AI" bleiben hoffentlich die Ausnahme.
Andererseits akzeptiere ich auch solche "Urlaubsvorstellungen" - jeder ist ein Individium und kann frei nach seinem Geschmack urlauben.Zum zweiten Zitatsabschnitt lieber Ronny, kenne ich das nur zu gut, habe mich auch drüber geärgert. Das Schnitzel kostete nunmal nur um die 2,80 Mark, die Roulade mit Klößen und Rotkraut so etwa 3,20 Mark - für uns damals trotzdem viel Geld gewesen. Wenn man da mal den Zwangsumtausch außen vor lässt und die "Schwarztauschrate" von 1:4 oder 1:5 heranzieht, dann brauch ich nicht weiter zu reden.
Nur, ist es jemand zu verübeln, der da mitgemacht hat ?
Ich meine nein.
Denn ich habe es selber mal gemacht, wollte es einfach mal wissen, wie man sich da fühlt :
War Ende 1990 im Pupp in Karlsbad, dann 1994 oder 1995 nochmal im Grandhotel Tatranska Lomnica in der Slowakei.
Beide Male wurden wir wie "Könige" bedient, schon beim Parken fing es an. Da hat sich extra einer die ganze Zeit nur vor mein Auto gestellt und aufgepasst. Oder auf dem Klo, wo man uns fast das Papier hinterher getragen hatte.....usw.Ehrlich gesagt, wir fühlten uns irgendwie beschissen !
Hatten zwar "für`n Appel und Ei" tolles Essen mit überschwenglichen Service erlebt - aber eben nicht wohlgefühlt !
Und alles nur, weil wir diese berühmte "freikonvertierbare Währung" hatten!Zu heutiger Zeit sind uns die politischen und gesellschaftlichen verhältnisse des jeweiligen Urlaubslandes sehr wichtig, wir wollen im Vorfeld viel drüber wissen um dann vor Ort mögliches Verhalten richtig bewerten zu können.
Und es kommt vor, daß wir in gewisse Regionen halt nicht fahren bzw. nicht gefahren sind. (z.B. damals Elliat in Israel, ich hatte mich schon auf einen Jordanien-Ausflug gefreut - aber die Angst war größer !)
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Kein Problem Manfred,
Vorurteile hat jeder, mich eingeschlossen.
Ich würde zB privat nie nach Frankreich fahren.
Für die ist jeder der kein französisch kann ein A.......
Hat halt jeder so seine Feindbilder
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Das weiß ich doch mit Frankreich! Wie gesagt, das Thema hatten wir schon mal.
Gruß
Manfred
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Agapanthus wrote:
z.B. Ägypten: (Quelle Homepage Amnesty International, Schweiz)Ausnahmezustand Folter und Misshandlungen gehören in Ägypten seit Jahren zur traurigen Tagesordnung. Der seit 40 Jahren bestehende Ausnahmezustand und ein rigides Antiterrorgesetz verleihen dem Staatssicherheitsdienst (SSI) fast unbegrenzte Vollmachten und schränken die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf einen fairen Prozess drastisch ein. Rund 18000 Personen befinden sich in Ägypten laut Schätzungen in Administrativhaft. Sie werden zum Teil ohne Anklage über Jahrzehnte hinweg ohne Zugang zu ihren Familien und Anwälten im ********* festgehalten.
Oder Tunesien (Quelle ebenfalls Amnesty International)
Tunesien: Der schöne Schein trügt
Hunderte, wenn nicht Tausende junger Terrorismusverdächtiger und sogar einige Kinder wurden in den letzten fünf Jahren in Tunesien verhaftet. Viele wurden gefoltert und auf andere Weise misshandelt, in Einzelhaft gehalten und zum «Verschwinden» gebracht. Manche wurden nach unfairen Prozessen zu langen Gefängnisstrafen oder sogar zum Tod verurteilt. Fordern Sie von der tunesischen Regierung, Folter, Misshandlungen, willkürlichen Festnahmen und geheimen Inhaftierungen unverzüglich einen Riegel zu schieben.Das wird doch einfach verdrängt - habe schon etwas Mühe wenn man hier hinsteht und sagt: Die innenpolitische Lage interessiert mich nicht!
wobei ich niemanden verurteilen will, der nach Ägypten oder Tunesien reist, aber bitte nicht völlig unkritisch und ignorant in der Welt herumreisen!Nicht so viel im Web surfen sondern hinfahren und sich selbst ein Bild machen.
So würde ich es machen.
Ist nun mal nicht überall heile Welt wie bei uns. -
wiener-michl wrote:
Ist nun mal nicht überall heile Welt wie bei uns.
Österreich! :? Wo die Menschen ihre Familie im Keller einsperren. Würd ich auch nicht hinfahren wollen.
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Andereseits, meint Ihr nicht, daß wir als Touristen - wenn wir gerade in solche Länder fahren, wo solch schlimme Sachen passieren, zu einem gewissen "Machtfaktor" werden.
Denn wir schauen ja hin, sehen und merken diese Menschenrechtsverletzungen (zumindest, wenn man offene Augen hat), nehmen unser Wissen mit und berichten über derartige Grausamkeiten.
Und unter solchen Beobachtungsmöglichkeiten müßte es aus meiner Sicht für die jeweiligen Diktaturen doch deutlich schwieriger werden, ihr Handeln weiter fortzuführen.
Persönlich habe ich das mal in Mostar erlebt.
Wir waren in beiden Teilen, zuerst im moslemischen Stadtteil in einer Moschee usw. dann drüben im katholischen Teil. Auch heute ist da noch nichts normal, wird es sicher auch nicht. Keiner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe geht ohne Grund rüber an den anderen Stadtteil. Und Übergriffe passieren noch immer. Jede Bevölkerungsgruppe versucht, die "Größte" zu sein - und wenn`s sich in der Höhe Ihrer neuen Glaubenshäuser ausdrückt !!Wir haben dann drüben im katholisch, d.h. kroatisch geprägten Stadtteil in einem Hotel eine Diskussionsrunde geführt, haben es angesprochen, beim Namen genannt. Das wollte man nicht hören, irgendwie war unser Reisebus dann schneller da als geplant und es ging weiter.
Und trotzdem wir haben es gesehen, bemerkt und offen angesprochen.
Und wenn das alle Touristen wieder so machen, glaube ich sogar daran, daß wir als Touris verändern können !! -
@ wiener-michl
Ich verurteile niemanden, der nach Ägypten fährt und es ist mir auch bewusst, dass ein sofortiger Stopp aller Reisen dorthin an der Menschenrechtssituation nichts ändern würde! Aber eben: Einfach ingorieren und verdrängen geht nicht und finde ich auch gegenüber den Regimegegnern nicht fair! Ich glaube Dir gern, dass Du im Touristen-Ressort (Ghetto[?]) einen schönen Urlaub hattest!@chriwi Der Beitrag betr. den Vorfällen in Amstetten finde ich geschmacklos! Tut mir leid, dass hier jemand in diese Schublade greifen muss. Es liessen sich sicherlich 1000 solche "Gründe" finden, wieso jemand nicht in die Schweiz/Deutschland/Österreich oder sonstwo hinfahren sollte!
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@Agapanthus: GENAU DAS wollte ich mit meiner - zugegeben - "Geschmacklosigkeit" auch ausdrücken.
Ich hatte schon öfters den Eindruck, dass Leute ein bestimmtes Reiseziel gar nicht interessiert. Aber weil sich's einfach besser anhört, sagen sie nicht: "Es interessiert mich nicht" sondern: "Ich unterstütze doch nicht so ein Regime."
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Man soll sich einfach mal die Länder vornehmen hier in der Forenliste.
Wo bitteschön gibt’s es keine Menschenrechtsverletzungen,
übergriffe auf Zuwanderer, Terrorismus und andere Gemeinheiten.
Selbst hier bei uns in Mitteleuropa ist nicht alles so toll.
Jeder Mensch soll sich den Planeten auf dem er lebt ganz genau angucken,
auch wenn’s manchmal Kopfschmerzen bereitet.
Und so ganz nebenbei lernt man mal wieder wie gut es uns geht. -
@ chriwi: Sorry, tut mir leid, ich Trot... habe das Smiley übersehen!
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@Agapanthus: Kein Problem! Ich entschuldige mich bei den zart besaiteten für meinen krassen Vergleich, und jetzt ist alles wieder gut.

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Holzmichel wrote:
Selbstverständlich ist es gut, daß so viele Urlauber nach Kuba kommen und entsprechende Devisen dalassen. Das hilft den Menschen und schafft vielleicht auch ein bissel mehr Öffnung und somit Veränderung in Kuba.Mir geht es nur darum, daß die Kuba-Urlauber sich auch im Klaren darüber sind, wo sie gerade Urlaub machen, daß sie die Lage im Land verstehen, richtig bewerten können. Und das gilt nicht nur für Kuba.
Die übergroße Mehrzahl der User hier bei uns im Forum wird diesen Ansprüchen sicher auch gerecht und Threads über "Zeitraum der Alkoholversorgung bei AI" bleiben hoffentlich die Ausnahme.Gerade das bezweifle ich: Gibt es doch z.B. im Ägypten-Forum Threads mit über 500 Beiträgen zum X.X.Hotel in Hurghada. Aber kaum Fragen über die politischen Verhältnisse in Ägypten. Diese interessieren nur, sofern sie die Destination "unsicher" machen könnten (so haben die "Brotunruhen" die Reisenden etwas aufgeschreckt).
Das teuflische an autoritären Regimen ist ja gerade häufig, dass sie das Reisen für Touristen so sicher machen - Spanien z.B. hatte unter Franco sicherlich eine tiefere Kriminalitätsrate als heute - aber eben auch alles Negative einer Diktatur!
Wie gesagt, das Regime in Ägypten soll m.E. niemanden von einer Reise abhalten, (es würde an den Verhältnissen dort kurzfristig auch nichts ändern) aber ein bisschen bewussteres Reisen würde uns allen - und nicht zuletzt auch den Betroffenen - gut tun.
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Ich fahre z.Z. nicht in die ÜSA. Das hat was mit der Bush Politik zu tun und mit den Einreisebedingungen.
Auch Russland kommt nicht infrage.
Und Länder, wo die Kriminalität und/oder die aggressive Anmache der "armen Leute" hoch sind, stehen auch auf der "No go" Liste.
Und China? Da fahre ich nächstes Jahr hin und mache mir selbst ein Bild, ob das, was in den Medien steht, auch wahr ist.
Die Olympischen Spiele jedenfalls haben viele "Systemkritiker" verstummen lassen.