"Italienische Verhältnisse"
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Im Rahmen der Vorplanung des nächsten Urlaubs, der wahrscheinlich in Richtung Italien gehen wird, habe ich mir eine Vielzahl von Hotelbewertungen angesehen. Es fällt auf, dass insbesondere in Regionen, die hauptsächlich von Deutschen bevorzugt werden (Gardasee...), die Qualität des Frühstücks mit der Formulierung "für italienische Verhältnisse gut" eingeordnet wird. Mich würde mal interessieren, was das denn wohl für Verhältnisse sind, diese italienischen. Geht der gemeine Tourist davon aus, dass das Frühstück des Durchschnittsitalieners in Relation zu setzen ist mit dem Buffet in einem 4-Sterne-Haus? Woher kennt der gemeine Tourist, der sich in der Regel aus der Komfortzone seine HP-Hotels nur ungern herausbewegt, überhaupt die italienischen Verhältnisse?
In der heutigen Zeit finde ich diese Formuierung äußerst albern und überflüssig, gerade in Hochburgen der deutschen Urlauber. Dass in den dortigen 4 Sterne Häusern natürlich den Vorlieben der Gäste entsprochen wird, ist doch selbstverständlich. Aber wahrscheinlich hält sich die Angst vor lediglich einem Cappucino und einem Hörnchen genauso wie die Furcht, dass in Italien sämtliche Autos geklaut werden. -
@ kutte"italienische Verhältnisse“ beim Frühstück…auch ich habe diese Ausdrucksweise schon gebraucht. Eigentlich wirklich lustig. Was will man damit ausrücken..?
Das Frühstücks-Buffet wird für die Touristen aufgebaut. Die meisten Italiener können selbst nicht verstehen, wie der gemeine Mitteleuropäer frühstückt. Sie geben sich aber immer mehr Mühe, den Wünschen zu entsprechen. Oft kommt die Qualität und die Auswahl aber nicht an gute Hotels in unseren Gefilden heran. Oft gibt es nur Automatenkaffee, Fruchtsäfte von schlechter Qualität, fades Weissbrot, Salame, Nutella und vielleicht noch ein paar Torten, Schokokuchen und Kekse…Ein gutes Frühstück ist für die Italiener genau eines: ein guter Kaffee (meist Espresso, oder auch Cappuccino), und der wird in einer Bar getrunken. Dort ist die Qualität hervorragend, man trinkt das Ding im Stehen für 1 EURO und geht gleich wieder.
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Nun ja, da wäre allerdings auch die Frage, wie frühstückt der gemeine Italiener in einem Hotel in seinem Heimatland? Ist er dann auch Tourist? Dann könnte er ja auch vom Rührei der ausländischen Touristen probieren, oder sogar die heimische Salami oder den Schinken essen. Fragen über Fragen. Wahrscheinlich nimmt er seinen Espresso und sein Cornetto und setzt sich auf dem Hotelparkplatz auf die Bank, und passt auf, dass sein Auto nicht geklaut wird
.Tanti saluti
reiselilly -
Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Floskel, die ohne viel zu überlegen einfach übernommen wird. Beim Frühstück denke ich auch dass da vom eher kärglichen Frühstück der Italiener ausgegangen wird. Wobei die Italiener im Urlaub ordentlich frühstücken, soweit ich das beurteilen kann.
Ich hab auch schon gelesen "Für italienische Verhältnisse großes Zimmer" oder "ein für italienische Verhältnisse gutes Hotel" ....
Das verursacht zumindest bei mir ein noch viel grösseres Fragezeichen. -
Ich deute die Aussage so, dass es zwar Klischee aber irgendwo doch Realität ist, dass die meisten Italientouris nur den Weg vom Hotel zum Strand und zur Shoppingmeile kennen. Ergo erschließt sich den meisten auch nicht der typisch italienische Tagesablauf incl. Gewohnheiten bzw. Rituale.
Wie auch?
Selbstverständlich trifft das nicht für die Touris zu, die sich aufmachen um Land und Leute kennenzulernen. -

Ich hab's gerade in meiner HB von 08 (Reggio de Calabrio / kleines Stadthotel) nachgelesen:"Es gab nur einen kleinen Frühstücksraum und das Frühstück war typisch italienisch mit vielen süßen Kuchen, Plätzchen, usw. Es war hunderprozentig ok - ebenso wie der typisch italienische sehr starke Kaffee."
An den Kaffee erinnere ich mich noch heute: Mehr als eine Tasse normaler Größe habe ich nicht geschafft... Und ich trinke i. d. R. viel Kaffee am Morgen.

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@mabysc
Im speziellen Fall Italien meinte ich keine Pauschaltouris oder AI`ler, sondern diejenigen, die schon mehr oder weniger Jahre über den Brenner rollen und im Hotel des Herzens (oft schon seit Generationen) urlauben und die 15 Reihen am Strand bevölkern. Von denen haben meiner Ansicht nach die wenigsten eine Ahnung von den wirklichen italienischen Verhältnissen.
Die Antwort auf "Quanta costa?" an einem Obststand auf dem Markt von Rimini zu verstehen hat jedenfalls nicht viel damit zu tun.
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@ Malini
So wie ich das verstehe, geht es um die fragwürdige Bezeichnung "nach italienischen Verhältnissen ...." in Hotelbewertungen.
Allerdings kann ich die Ausführung des TO im Bezug auf Strand, Shoppen und Komfortzone des Hotels gut verstehen und auch nachvollziehen.
Es mögen nicht die klassischen Pauschaltouris oder AI`ler sein, aber die zig Tausend, die sich auf den Teutonengrills an Adria & Co. drängeln gehören sicher zu der Gattung, die der TO gemeint hat. Womit er ja auch Recht hat. Italien ist nunmal seit Generationen das Urlaubsziel vieler Deutscher, Österreicher etc. und die wollen nicht mehr als baden, shoppen und La Dolce Vita genießen. Dass das aber mit italienischen Verhältnissen meist nichts zu tun hat merken die meisten doch garnicht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Der Film "Man spricht deutsch" unterstreicht genau deutsches Spießertum v/s italienische Verhältnisse. "Schbagetti" und Jägermeister ... oder Pizza mit Allem!
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Malini:
Auch ich habe schon von "typisch italienischem Frühstück" geschrieben und ich hab' in Italien noch nie am Strand gelegen...Es ist aber doch ein himmelweiter Unterschied, ob jemand schreibt "Typisches italienisches Frühstück" oder "Frühstück, für italienische Verhältnisse gut".
Zweiteres hat einen wie ich finde etwas faden Nachgeschmack und klingt so als würde man nichts erwartet haben und wäre angenehm überrascht worden.
Was hat der nicht erfolgte Strandbesuch mit dem Frühstück zu tun?
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Maighdeann:
Ich deute die Aussage so, dass es zwar Klischee aber irgendwo doch Realität ist, dass die meisten Italientouris nur den Weg vom Hotel zum Strand und zur Shoppingmeile kennen.Keine Ahnung, was das eine mit dem anderen zu tun hat - sag' Du es mir.
Um genau zu sein, habe ich auch schon geschrieben, dass das Frühstück für italienische Verhältnisse gut war - na, und? Diese Formulierung ist für mich in keiner Weise negativ gemeint und ja, in Italien erwarte ich tatsächlich kein tolles Frühstück - was mir persönlich aber eh egal ist... Außerdem sind Mittag- und Abendessen umso besser...

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Wenn wir zu Besuch sind kommen wir selten vor 2-3 Uhr nachts ins Bett eher später.Die Kinder auch so bis 11-12 Uhr oder wenn Ferien sind noch später.Frühstück gibt es dann gege 14Uhr.

Als Gast im Hotel kann ich nichts schlechtes berichten.Da stehen wir früher auf und Frühstücken dann eben so wie man denkt das Deutsche so Frühstücken wollen im Hotel.Italiener haben wir zum Frühstück noch nie getroffen und wir müssen 2. im Jahr bei Familienfeiern ins Hotel.
Ach ja,wir sind nicht in Italien wir sind in Neapel.
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Na sowas aber auch; Herr Kutte entfacht eine Diskussion über Hotelbewertungen oder die dort verwendete Diktion; und das Forum springt auf. Schon mal auf die Idee gekommen, dass da einer bloß seinen Unmut ablassen; oder einfach ein bisschen stänkern wollte? Unterstellungen wie "der gemeine Tourist" oder "die Furcht, dass Autos geklaut werden..." lassen mich auf Letzteres tippen.
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Bestellt man in Deutschland ein typisch italienisches Frühstück, wird meist Tomate mit Mozzarella, Honigmelone mit Parmaschinken und dazu Weißbrot mit Cappucino serviert.
Im Urlaub im Ausland frühstückt der Italiener aber wie alle anderen Gäste mit allem Drum und Dran ... -
Hey mabysc, seit wann bist du unter die Hellseher gegangen und kannst erkennen, für welche Regionen ich mich interessiere? Auch hier gilt wieder, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Von Teutonengrill habe ich jedenfalls nichts geschrieben, erwähnt habe ich wohl den Gardasee. Neben dieser Region habe ich viele Bewertungen zu weiteren norditalienischen Seen, der Toskana, Sardinien und Sizilien gelesen, dabei ist mir eben die Wertung "italienische Verhältnisse" häufig begegnet.
Aus meiner bescheidenden Sicht halte ich diese Formulierung für wenig zielführend, weil ich, wie schon im Eingangstext erwähnt, davon ausgehe, dass die meisten Urlauber gar keine "italienischen Verhältnisse" kennen und somit wenig Substanz in der Einschätzung steckt. Besser wäre es doch zu schreiben, was gut, was schlecht am Frühstücksangebot war.
Sehr häufig finden sich die "italienischen Verhältnisse" auch zu anderen Themen. So kann man auch lesen, dass die Sauberkeit für italienische Verhältnisse in Ordnung war.
Es lässt sich meiner Meinung nach aus solchen Formulierungen schon ein bißchen Vorurteil bei manchem Reisenden erkennen.Das ich mit dieser Frage dem ein oder anderen Pauschaltouristen zu Nahe komme, hätte ich mir eigentlich denken können. Zum Glück gibt es aber auch User, die sich ganz sachlich mit dem Thema auseinander setzen.
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dass Du anhand der wenigen Kommentare nun gleich schlussfolgern kannst, wer pauschal bucht... Du siehst mich

Davon abgesehen: Mir sind Pauschalurlauber immer noch lieber als Schubladendenker!

Im übrigen hast Du in Deinem Eröffnungspost durchaus von "Gegenden, die von Deutschen bevorzugt werden" geschrieben - beim Gardasee mag das ja noch zutreffen, aber Sardinien oder Sizilien?

@mabysc,
