Gute Hotelauslastung- ab wieviel%?
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Hallo,
ab wie viel % (im Jahresdurchschnitt) spricht man bei einem Hotel von einer guten, bzw sehr guten Auslastung?
Zweite Frage: Ist dabei die Hotelkategorie relevant, gelten also z.B. für Mittelklassehotels andere Zahlen als für Hotels der Luxusklasse?Danke für eure Antworten.
Rollison -
Gute City/Stadt/Business Hotels in Deutschland bei etwa 70%. Das ist dann aber sehr gut.
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Ja, haengt sicher von vielen Faktoren ab.
Vor einigen Jahren hat sich z.B., nach einigen (vielen) Bierchen, der Sales Manger eines internationalen Hotels in Peking bei mir ausgeweint das ihm sein GM eine Jahresauslastung von 92% vorgegeben hat.
Oder, als anderes Beispiel, das Radisson in Dhaka plant auch mit irgendwas um die 90%.
Aber ich denke das 70%, fuer viele Hotels, schon eine verdammt hohe Messlatte ist.
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Hallo,
das ist sicher je nach Lage deutlich unterschiedlich. Ein Stadthotel wird sicher eine andere Meßlatte legen, als ein Strandhotel mit nur kurzer Hauptsaison. Auch die Sterne machen hier nochmals etwas aus. Weiterhin feiert ein neu eröffnetes Hotel gerne auch mal Auslastungsraten von über 50 % als tollen Erfolg.
Ich denke, daß es hier keine Pauschalantwort gibt. Außerdem sagt die Auslastung ja überhaupt nichts aus. Denn was nützt mir eine Auslastung von 100% wenn ich diese durch Preise erzeile, mit denen ich keinen Gewinn mache?
Gruß
Berthold
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vor 2 Jahren wurde ganz in unserer Nähe ein neues Gesundheitshotel eröffnet.
Der Geschäftsführer sprach davon, das bei 73% Auslastung der break even bald erreicht werden kann. Ansonsten liegt man in unserer Gegend im Bereich von 30-50% Auslastung und das ist wohl eher kein Grund zum Jubeln. -
Im Ballungsgebiet Rhein-Ruhr, das auch stark durch zahlreiche Messen geprägt ist, werden die Auslastungen der Hotels regelmässig durch die Tourismusorganisationen überprüft.
Dies betrifft z.B. Städte wie Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Essen, Duisburg, Dortmund und Bochum. Zum gesamten Einzugsgebiet werden ca. 12 Millonen Einwohner gerechnet ( nicht vollständig NRW !). In dieser grössten, zusammenhängenden Region in Europa, gilt eine Hotelauslastung bei 60-65 % bereits als gut. Werden 70% erreicht, dann ist dieser Wert im gesamten Vergleich innerhalb der Region sehr gut. Die Kategorie der einzelnen Hotelbetriebe spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Auch die "Pension Anna", nahe der Düsseldorfer Messe, benötigt eine gute Auslastung um den Betrieb wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben.
Nach der Rendite der Hotels wurde hier nicht gefragt. Diese regelt allerdings auch die sehr starke Wettbewerbssituation in dieser Region. Es gibt einen sehr ausgeprägten Preiskampf, da immer noch weitere, neue Hotels eröffnet werden.
Gruß
Hans
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Der "Break-Even Point" bei 4 und 5-Sterne Cityhotels in europäischen Grosstädten dürfte bei zwischen 40% und 50% liegen. In Spanien haben diese Hotels eine Auslastung von zwischen 60% und 80%, am Wochenende hingegen sind sie fast leer und bieten Zimmer (mit Gutscheinheften) für € 50.-/Nacht (zzgl. MWSt.) an. Es sei denn es findet gerade eine wichtige Messe/Ausstellung in einer Stadt statt, bieten diese Hotels auch unter der Woche Sondertarife für Firmenkunden bzw. Gruppen an. Genau wie heutzutage in Flugzeugen, zahlen Gäste verschiedene Preise für die gleichen Leistungen (unter verschiedenen Konditionen gebucht). Nur ein Teil der Gäste zahlt tatsächlich den normalen 'Rack-Rate' des Hotels.
Bei Urlaubhotels ist das ganz anders (genauso wie die Preisgestaltung). Je nach Zielgebiet und Kategorie des Hotels ist es schon eine 'Katastrophe' wenn die Auslastund nicht mindestens 80% erreicht. Was in den 2 Monaten des Hochsommers bei Belegungen von über 100% (Dreibettzimmer/Kinder) 'gut' gemacht wird, wird bei schlechter Auslastung in der Nebensaison wieder 'verloren'. Das ist auch der Grund warum viele Hotels die nur im Sommer arbeiten 'spät' eröffnen (aber dann gleich mit guter Belegung) und 'früh' schliessen (auch mit guter Belastung), obwohl diese Häuser in den RV-Katalogen mit einer längerer Saison ausgeschrieben sind und dann Gäste am Anfang oder am Ende der Saion in anderen Hotels untergebracht werden (siehe dementsprechende Komentare in verschiedenen anderen Threads hier in HC).
Bei Urlaubhotels in 'Rennstrecken-Zielgebieten' (Mallorca) verhält es sich mit der erwarteten Auslastung so ähnlich wie bei der Flugkapazität der RV. Für Mallorca hat die TUI vor 30 Jahren im Hochsommer für die Preiskalkulation eine Auslastung der Flugkapazität von über 90% kalkuliert.
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Hallo,
könnte nicht auch hier der Spruch "Masse statt Klasse" und umgekehrt gelten?
Müssen vielleicht preisgünstigere Hotels eine höhere Auslastung erreichen als Hotels der gehobenen oder der Luxuskategorie?
Laut Hoga News lag im Jahr 2006 in Stuttgart die durchschnittliche Auslastung bei unter 50%. Die Auslastung der sehr preisgünstigen Hotels wie z.b. Etap lag jedoch bei 80%. Wenn 50% (und weniger )Auslastung zu wenig wären, müßte ja die logische Schlußfolgerung sein, dass in dieser Gruppe viele Hotels schließen müssen. Von einem Hotelsterben in Stuttgart ist mir aber nichts bekannt.
Oder ziehe ich jetzt ganz falsche Schlüsse?Grüße
Rollison -
@ Bernat
Sorry, wenn ich jetzt noch mehr Verwirrung stifte. Nein, ich hab meine "falschen Schlüsse" nicht auf deinen Beitrag bezogen, sondern war eher im Monolog mit mir selbst.

Wahrscheinlich hab ich die Komplexität unterschätzt. Dachte es gebe Richtwerte bei den Auslastungen in dem Sinn, dass ein Hotel, welches über längere Zeit unter eine bestimmte Auslastung fällt, aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wird.
Vielleicht läufts aber bei Hotelketten auch so ähnlich wie bei Pizza Hut, Burgerking etc in den USA: Hauptsächlich präsent sein und dem Konkurrenten nicht den Markt überlassen.Danke für Eure Antworten und
Grüße
rollison -
Hallo Rollison,
Ja das ganze ist, zumindest fuer mich, komplex.
Ich vergleiche deine Frage mit der Frage: "Was ist ein wirtschaftlicher Benzinverbrauch fuer ein Auto".
Auf die Frage wirst du auch Antworten von irgendwo zwischen 4.8 und 24.8 Liter pro 100 Kilometer bekommen. Haengt halt immer davon ab wo, wie und mit was du faehrst.
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Die Auslastungsquote ist, wie schon mehrfach gesagt, höchst unterschiedlich.
Während zu Boomzeiten und an besonders beliebten Orten 90% bis 100% Auslastung herrschen, sind zu "mageren" Zeiten und an weniger interessanten Plätzen Quoten von weit unter 50% die Regel.
Gerade gelesen: St. Moritz Hotels z.Z. nur 45%!!!Jedes Hotel hat wohl für sich seinen "break even" gesetzt. Preiswertere Hotels brauchen wohl eine höhere Auslastungsquote, aber das muss nicht unbedingt sein.
Als Reisender mache ich mir aber darum keine Sorgen.
Vielmehr nutze ich die "mageren" Zeiten bei der Hotelbuchung aus.Stadthotels, vor allem die hochpreisigen, bieten zum Wochenende und in den Sommerferien mit großem Discount die Zimmer an, um die Auslastungquote auf ein erträgliches Maß zu heben.
Ich brauche zu Messezeiten nicht nach München und Berlin.
Überhöhte Preise, schlechter Service -nein danke.Zu "Magerzeiten" ist der Kunde König.
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also das kommt immer wie so oft darauf an. In welcher Stadt ist das Hotel oderin welcher Destination.
In Berlin wo noch immer laufend Hotelbetten entstehen, sind 60% als Jahresdurchschnitt schon super. Meistens krebsen sie bei 40-50% herum.In Urlaubsregionen wie z.B. Thailand-Ko Samui gibt es Hotels die stets über 90% Auslastung haben. Und es kommt auf die Umstände und Widrigkeiten an. Jetzt z.B. dürften die Direktoren froh sein, wenn sie dort auf 50% kommen.
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hema2812 wrote:
Während zu Boomzeiten und an besonders beliebten Orten 90% bis 100% Auslastung herrschen, sind zu "mageren" Zeiten und an weniger interessanten Plätzen Quoten von weit unter 50% die Regel.
Gerade gelesen: St. Moritz Hotels z.Z. nur 45%!!!Zu "Magerzeiten" ist der Kunde König.
Dem kann ich so nicht ganz zustimmen. In "Magerzeiten" ist der Kunde überhaupt nicht immer König. Dann zumal sind meistens auch weniger Leistungen erhältlich:
nicht alle Restaurants sind geöffnet, der Pool oder Spa hat kürzere Oeffnungszeiten oder ist wegen Renovierung ganz zu.Zu St.Moritz: Keine Ahnung wo du das gelesen hast. Aber die Hotels in St.Moritz haben eine Wintersaison von Mitte Dezember bis Anfangs/Mitte April. Während dieser gut 4 Monaten werden hier Umsätze erreicht, von denen Hotels in den Städten nur träumen können. Sogar im Januar ist Hochsaison und alles ausgebucht, da dann die reichen Russen Neujahr in St.Moritz feiern.
Zudem ist es ein grosser Unterschied ob die Betten- oder Zimmerauslastung aufgeführt ist. Wenn ein Zimmer mit 2 Betten von 1 Person bewohnt wird kostet dies im Palace, Kulm, Carlton oder Kempinski fast gleich viel, und wir sprechen hier von Zimmerpreisen von 800 - 4000 euro pro Nacht in der Wintersaison!!!
Aktuell ist eine Zimmerauslastung von rund 90-100 % in St.Moritz gegeben. -
Was St. Moritz betrifft:
Das las ich in einer Kurznotiz in der NZZ, der führenden Wirtschaftszeitung der Schweiz.
Die Hoteliers waren selbst erschrocken ob diesen Rückgangs.Und "Magerzeiten": Ich "steige" nicht in Feudalhotels ab, die bis zu 20 Restaurants und etliche Badelandschaften.
Mir reicht eins, wo meine Frau und ich ohne jede Hektik und Gedränge frühstücken und eventuell essen können.Zu "Magerzeiten" ist auch das Personal relaxt und vor allem der Preis stimmt.
Wenn ich jetzt im Dubai Thread lese, was Leute an Geld und Zeit aufwenden, um Gast oder Tagesgast in einem dieser "tollen" Hotelresorts sein zu dürfen,
sage ich : Nein danke.Als Dubai noch nicht Boomtown war, waren wir schon da, zu "Spottpreisen", wenn man die heutigen zugrunde legt.
Viele mögen`s heiß:
die absolute Hochsaison im Sommer, Winter ,an den "heiligen" Tagen und bei großen Messenkilometerlange Staus auf den Autobahnen
Ja, da ist richtig was los!
Wir brauchen das alles nicht.
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@Hema
Zum Thema Dubai muss ich dir voll zustimmen. Da würden einige wohl die Schwiegermutter verkaufen, um mal einen Blick ins selbsternannte 7 Sterne Hotel zu werfen (obwohl alle seriösen Sternelisten bei 5 aufhören
). Aber anscheinend brauchen das die Leute, um sich ein kleines Stückchen vom Luxus abschneiden zu können.
Vor vielen Jahren war Dubai wirklich schön. Feine Hotels und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Ich kann mich noch gut an das Ritz-Carlton erinnern. Ganz einsam stand das Hotel am Meer. Toller Service und gutes Essen.
Heute ist das kleine Hotel eingepfercht zwischen Hochhäusern ganz schrecklicher Art."Magerzeiten" mag ich auch: Alljährlich fahren wir im Januar nach Monaco und geniessen die Ruhe und die milderen Tage ohne viele Touristen.
Gruss Markus