Einen erfahrenen "Has´n" auf´s Glatteis geführt
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Wir waren rund zehnmal in der Türkei. Mich führt keiner mehr auf´s Glatteis, behauptete ich selbst von mir.

Kurz erzählt,
mein Mann und ich wollten uns die neuen resp. alten Ausgrabungen rund um Side herum mal ganz genau anschaun. Mit dem Fotoapparat ausgerüstet marschierten wir los. Machten hier ein Foto, machten da ein Foto und ein alter Mann sagte freundlich: "soll ich mal ein Foto von euch beiden machen?" Wir fanden ihn eigentlich ganz nett, also warum nicht. Ab da hatten wir ihn an der Backe. Er erzählte und erzählte, ging in "unsere Richtungen und erzählte, erzählte, erzählte. Irgendwann sagte er dann, für das was er uns erzählt......eigentlich viel weniger würden die offiziellen Fremdenführer pro Nase 5,- €uro verlangen. Dass wir nicht mehr umsonst aus der Sache rauskämen, war uns zwischenzeitlich schon klar. "Naja gut, soll er die 5,- €uro haben, der jüngste ist er wirklich nicht mehr". "Weil wir uns soooo gut verstehen würden", meinte er dann könnte man ja noch einen Tee zusammen trinken. Da wir ja sowieso noch nach Side reingehen wollten, ließen wir uns überreden. Man will ich ja nicht unhöflich sein. "Jeder zahlt seinen Tee selber", versicherte er lautstark. Normalerweise sind die Ober sehr eifrig, wenn Gäste ihr Lokal betreten. Irgendwie war man über "uns" gar nicht so erfreut. Hätte uns eigentlich stärker wundern sollen. Dann bestellte er was in türkisch. Mein Mann fragte ihn dann, "also was willst du jetzt haben, für die privat Führung?" und er meinte bescheiden, "so 10-15 Euro und einen Raki wär´s wert gewesen". Mein Mann gab ihm dann 10,- €uro und meinte, "gut den Raki sollst auch noch haben, aber ein *************** bist scho".
Die Privatführung kam dann auf 23,- €uro.
10,- €uro für die Führung
und
13,- €uro für Tee (mit Teebeutel), türk. Kaffee, Raki und Käse mit Melonen.Da manche Touristen scheinbar nicht so gutmütig wie wir reagierten und es wahrscheinlich des öfteren zu lautstarken Streitigkeiten in den Lokalen kommt, weiß ich jetzt im Nachhinein, warum der Ober zu uns nicht herkommen wollte.
Ergo wenn Euch jemand umsonst fotografieren will, nehmt die Beine in die Hand und lauft weit weg.

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Hallo Brigitte,
wenn ihr schon 10 x euren Urlaub in der Türkei verbracht habt, hätte euch ein Fremdenführer dieser besonderen Art schon viel früher begegnen müssen.
Das, was Du da schilderst, passiert vielen Touristen. Aber nicht nur in der Türkei ! Ich kenne das aus Ägypten und aus Thailand (Bangkok). Da wird man schon mal bedroht, wenn man nicht zahlt.
So muß jeder seine eigenen Erfahrungen machen und manchmal auch Lehrgeld bezahlen. Der eine machts gern, der andere ärgert sich darüber.
In der Türkei hatte ich vor vielen Jahren ein Erlebnis der besonderen Art. Wir spazierten mutterseelenallein und unbesorgt am Strand bei Side-Manavgat - es gab damals noch sehr wenige Hotels in Strandnähe - und entfernten uns von jeglicher Zivilisation.
Plötzlich nährte sich uns ein Türke mit einem großen Bär, der mit einem Nasenring angekettet war. Er animierte uns zu einem Foto mit dem Bär und wollte uns anschließend richtig melken.
Als wir uns nicht einig waren, bedrohte er uns mit dem Bär. Ja, da überlegte man sich in dieser Situation, die zwar komisch aber doch bedrohlich wirkte, wie man aus der Situation heraus kommt. Keine Hilfe weit und breit, man ist alleine auf sich gestellt. Man lernt natürlich aus solchen Erfahrungen.
Also wie sagte ich, jeder muß seine eigenen Erfahrungen machen!
Gruß
Wolf-Dieter -
fallerof wrote:
Hallo Brigitte,
wenn ihr schon 10 x euren Urlaub in der Türkei verbracht habt, hätte euch ein Fremdenführer dieser besonderen Art schon viel früher begegnen müssen. .....Wolf-Dieter
Auch nicht schlecht, Deine Bärengeschichte. lol
Es ist ja nicht so, dass wir mit dieser Art von Fremdenführer noch nie zu tun gehabt hätten. In Marrokko kauften wir, z.B. den teuersten Tee der Welt.

In der Türkei schüttelten wir einen Taxifahrer erfolgreich ab, der partou nicht zurück ins Hotel fahren wollte. Wir blieben standhaft vor seinem Taxi stehen, während dessen er in der Kneipe seinen Tee trank und noch einen Dummen suchte dem er sein Essen aufhalsen konnte. Wir standen bestimmt 10-15 Minuten und das ist total schwer, wenn jemand dauernd winkt, ruft und sitzen kostet nix ....sagt.
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Hehe, ich hatte bei meinem ersten Side-Aufenthalt auch so einen Führer. Da er uns aber wirklich ein paar tolle Ecken, die nur über Hinterhöfe erreichbar waren, gezeigt hat, habe ich ihm dann 2,-€ für die 15min. gegeben.
Die lautstarken Beschwerden hielten sich aber wohl ob meiner doch eher kräftigen Statur in Grenzen...und ein Bier wollte ich auch keines mit ihm trinken gehen
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Über diese "Fremdenführer" besonders in Side gab es im letzten Jahr schon umfangreiche Berichte hier im Forum.
Man ist wirklich besser beraten, jeden noch so kleinen Dienst freundlich aber rigoros abzulehnen.
Kostenlos ist er nämlich nie, meistens aber "umsonst" ...
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Da ich noch nicht so lange hier im Forum bin hatte ich davon noch nichts gelesen.
Hatte ich es instinktiv richtig gemacht freundlich abzulehnen wenn mich jemand von den Einheimischen vor x und y und vor einem Kamel (in Avsallar auf dem Markt) fotografieren wollte.
Es hat auch wunderbar im Wechsel mit anderen Touristen geklappt.Wenn mich jemand oder ein Paar bat ihn/sie vor XY zu fotografieren.....
die haben mich dann auch gerne fotografiert.
Eine Hand wäscht die andere.
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Genau richtig, Daggi-Lev, gerne und kostenlos lichten einen auch die Kellner im Hotel ab, sie wollen höchstens mal mit auf´s Bild!

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Hallo ,da kann ich euch auch noch so ein Ding erzählen was uns 2001 in unserem ersten Türkeiurlaub pasiert ist.Also wir mit Freunden zu Manavgatfluß gefahren und da haben wir auf dem Parkplatz eine Pause gemacht wo die Restaurantes sind.Da kam einer auf uns zu und sagte Kamel reiten kommt.Wir, was kostet das .Er winkte ab und sagte kommt .unser Sohn zu der Zeit 6 Jahre alt wollte natürlich reiten.Wir also so blöd und alle auf das störrische Tier.Mein Mann mit unserem Sohn und ich auf ein Vieh mit Maulkorb.Es ging einmal um den Parkplatz unsere Bekannten haben sich weggeschmissen und dann kam der Hammer.Der wollte doch Tatsächlich für 80 DM haben .Ich dachte ich schlag lang hin.Da holt der ein Schild raus und meinte er hätte uns das vorher gezeigt was das kostet.Oh man, mein Mann und der sich in ein Streit geredet .Wir war ganz schlecht .Der wurde so frech und sagte immer Scheiß deutscher und das bestimmt 10 mal.Wir gaben dann 20 DM .was immer noch zu teuer war aber wir unsere Ruhe hatten.Das war uns eine Lehre und bis jetzt ist uns das in 6 Jahren Türkei nie wieder passiert.
LG Sabine
Aus Fehlern lernt man ebend. -
Uns ist das in Side bei unserem ersten Türkei Urlaub auch passiert.
Also wir waren mit unseren Kindern in Side die Ruinen anschauen, da wo das Theater steht. Von weiten sah meine Tochter Kamele sitzen. Wir waren neugierig und wollten uns die Tiere mal anschauen. Da kam ein netter älterer Türke zu uns und fragte, ob wir reiten wollen.
Mein Mann fragte ihn, was das den kosten solle, und der Mann antwortete: 10,00 € für die ganze Familie.
Für 10,00 € fanden wir das o.k., für Kinder ist es ja mal ein Erlebniss, das Kamalreiten.
Also stiegen wir auf. Mein Mann zusammen mit unserer Tochter und ich zusammen mit unserem Sohn. Und schon ging es los.
Der Kamelführer führte die Kamele quer durch die Ruinenanlagen in Side und machte mit meiner Kamera auch Foto´s von uns.
Dann war der Ausritt vorbei, wir stiegen ab und der Mann sagte plötzlich: Papa 10,00 €, Mama 10,00 €, Junge 10,00 € und Mädchen 10,00 €.
Da waren 40,00 € futsch.
Etwas überrumpelt von der Sache gingen wir weiter.
Da kam schon der nächste und fragte, ob er uns bisschen was zeigen soll.... wir gingen mit, er zeigt uns sehr viel und konnte dazu auch gut erklären. Als er fertig war, hielt auch er wieder die Hand auf. Er wollte 25,00 € haben.
Da wir aber nur 50,00 € dabei hatten und schon 40,00 € an die Kamele gingen, konnten wir ihm dann nur 10,00 € geben. Er war zwar etwas sauer, aber ändern konnten wir es eben nicht.
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Ob in Köln, München, Side oder Catania der Einheimische ist der Feind.
Als erfahrener Tourist muss man in der Lage sein Gawand mit dem Schatten zu verschmelzen, wenn man auf Deutsch angesprochen wird gekonnt auf Französisch antworten und immer in Deckung bleiben IMMER ich kann es garnicht oft genug wieederholen IMMER!

Nun aber Scherz bei Seite:
Leider gibt es in jeder Touristisch erschlossenen Region Nepper/Schlepper/Bauernfänger es ist sehr Schade aber leider ein Fakt. Auch wenn man mit den Jahren ein Auge für diese Leute bekommt, wird man jedoch leider durch solche Personen zum generellen Mißtrauen erzogen.
Vieleicht geltern wir Deutschen deswegen als Miesepetrig und Humorlos weil wir immer so angestrengt die Betrüger suchen

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Oh weia - wenn ich die Berichte hier lese .... Eines hab ich hier auf jedenfall gelernt
a) sich niemals fotografieren lassen,
b) niemals sich ansprechen lassen, wenn dir jemand etwas erklären will,
c) nen riesen Bogen um jedes Kamel zu machen.
Ich schließe daraus, dass ich für meinen geplanten Türkei-Urlaub doch besser die Turnschuhe einpacke
Liebe Grüße
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Und was optimal funktioniert, wenn Du auf Deutsch angesprochen wirst, antworte auf Ungarisch und sage, dass Du Usbeke bist.

Deine Ruhe ist Dir sicher.
Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wievielen Kameltreibern, Führern,Fotografen,... ich schon fröhlich lächelnd auf Ungarisch "Frohe Weihnachten" gewunschen habe. -
Na das mit den Kamelen hätte auch vor unserem Urlaub vor 2 Wochen kommen können
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Wir sind abends durch Gündogdu gelaufen und da waren 2 Kamele. Ein älterer Mann kam dann gleich auf uns zu und sagte Foto machen. Naja, wir uns auf die Tiere gesetzt, Foto gemacht und auf einmal gingen die hoch und sind mit uns vielleicht 200 m gelaufen. Das der das nicht umsonst machen wollte ist mir klar, aber er verlangte von jedem 10 Euro, was ich schon sehr heftig finde. Nicht das Geld stört mich, die Masche ist schon frech. -
Egal wo wir sind, ob Türkei oder Tunesien. Auf die Frage: "Deutsch?". Kommt bei uns konsequent: Neee, sächsch. Die verdutzen Gesichter und das Rätselraten wo wir denn herkommen reicht meistens um genügend Abstand zwischwischen uns und die Frager (meistens Verkäufer im Jüngeren bis mittleren Alter die sowieso kein Nein akzeptieren würden) zu bringen.

Birgit
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Doch, klappt immer wieder
. Liegt vielleicht daran das wir hie in der Oberlausitz (oder Äberlausitz) z.t. das R wie verrückt rollen und dann so nette Worte wie noo haben - klingt ganz anders wie Leipzig.
Wir haben jedenfalls dann immer viel Spaß und ist einer nett erfährt er sogar wo Sachsen liegt oder wo wir genauer herkommen (ich sag immer gern das "letzte Aufgebot vor Polen und Tschechien").Birgit
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@ Karl99
"Kellemes Karácsonyi Ünnepeket"!

Auf diese Idee sind wir noch gar nicht gekommen, wir werden es ausprobieren und hier berichten.
Hoffentlich werden wir nicht "vermöppt", lach.LG, aus Köln
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Genau diesen Mann haben wir vor 2 Jahren im Türkeiurlaub auch erwischt. Wir dachten damals noch er wäre einfach nur freundlich. Am Ende seines "Dienstes" wollter er dann Geld von uns haben. Mir war damals nach kurzer zeit schon klar, dass der Mann das nicht umsonst macht. Mein Freund glaubte bis zum Ende an das Gute in dem Mann

Nachdem wir ihn bezahlt hatten, gab er uns eine Karte eingerollt in Zeitungspapier. Sie sollte als Erkennungszeichen für weitere "Fremdenführer" dienen, damit sie direkt sehen konnten, dass wir die Führung bereits "hinter uns hatten" und sie bei uns keine Chance mehr hatten.
Ein Jahr später haben wir den gleichen alten Mann auf dem Markt in Manavgat getroffen. Da versuchte er ahnungslose Touristen in irgendein komisches Spiel zu verwickeln. Uns hat er nicht angesprochen
, aber unsere Freunde, die wir vorsorglich gewarnt hatten.Leider hat diese ganze Sache einen bitteren Beigeschmack - hinter jeder netten Geste vermutet man was böses und lässt sich nicht mehr unbefangen auf Gespräche außerhalb der Hotelanlage ein. Wirklich schade, aber ich kann seit diesem Tag nichts mehr gegen mein Misstrauen tun!
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Uns ist auch Ähnliches in Istanbul mit Schuhputzern passiert. Also Achtung, wenn ein Schuhputzer neben Euch seine Bürste verliert. Lasst sie liegen, denn wenn man sie aufhebt und ihm zurückgibt, bekommt man die Schuhe geputzt, pro Schuh 8 TL
. Aber aus Erfahrung wird man klug, oder?
Eine Führung durch Side haben wir vor Jahren auch schon gemacht, allerdings durchaus günstig, damals haben wir viel erfahren und 10 DM bezahlt, was ich nicht für zu teuer befand und in der Kneipe haben wir noch einen netten türkischen Herrn kennengelernt, der in HH lebt und den wir dort auch noch mal getroffen haben, der auch kein Abzocker war. Wie Ihr seht, nicht alle sind nur auf Touristen-******* aus. -
Gleiches auch schon erlebt und in diversen Beiträgen und einer Hotelbewertung davor gewarnt.
Wir waren vor zwei Jahren mit drei Kindern und insgesamt vier Erwachsenen in den Ruinen von Side unterwegs, als uns ein geschäftig aussehender türkischer Mann mit Reißbrett unter dem Arm "zufällig" ansprach, ob wir aus Deutschland kämen und ah ja, Köln und München würde er kennen (käme ich beim nächsten Besuch aus dem Ort Schlagmichtot, würde er den auch kennen) Wir dachten uns erst nichts dabei, erst nachdem er uns über längere Zeit durch ziemlich unbewanderte Wege führte (und ich immer im Hinterkopf, was ist, wenn uns hier einer von hinten mit dem Knüppel eins über die Rübe zieht), war uns klar, an was oder wen wir geraten waren.Am Ende der Tour, also am Meer, hielt er die Hand auf und wir gaben Kleingeld. Also jetzt nicht nur nen Euro oder so. Der Mann warf uns das Geld im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße und meinte, er bräuchte kein "Toilettengeld" er möchte Scheine sehen - und wir wären ja schließlich zu viert, da könnten wir ja schon mal nen Zehner oder einen Zwanziger rüberrücken. Das Ganze eskalierte dann ziemlich und endete damit, dass der Mann unseren Kindern den Tod wünschte und sie verfluchen würde - und mit wüsten Beschimpfungen über uns Deutsche von Dannen zog - im übrigen spielten sich keine fünf Meter weiter gleiche Szenen ab... Ich habe mich in diesem Zusammenhang sehr für die Gastfreundschaft bei ihm bedankt.
Seitdem mache ich um "solche" Leute einen weiten Bogen, auch wenn das erstmal unhöflich erscheint, aber der nächste Tourist kommt bestimmt.
