Katastrophe bei der Loveparade
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Ich weiß, dies ist ein Reiseforum und es sollte über Urlaubsreisen oder Fragen rund um den Urlaub diskutiert werden. Aber für das Fun-Forum erscheint mir dieses Thema unpassend. Den ganzen Abend wird im Fernsehen nun schon über die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg berichtet. Mittlerweile ist schon von 18 Toten die Rede. Mein Mitgefühl gilt den Freunden/Eltern/Geschwistern der jungen Leute, die auf diese tragische Weise ihr Leben verloren haben.
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Auch mein tiefstes Mitgefühl und ehrliches Beleid den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer !
Und natürlich auch schnelle Genesung den Verletzten dieser Katastrophe !
Ich kenne die LP noch von Berlin, war zwar selbst nie direkt dabei, aber mehrmals zu dieser Zeit in der Stadt.
Ja, es war chaotisch, aber irgendwie klappte es im Tiergarten - auch wenn hinterher die BSR extreme Aufgaben als Verlustgeschäft machen musste.
Aber jetzt stellen sich mir viele Fragen !!
Mussten hier vielleicht sogar Menschen sterben, weil es dilletantische Fehler im Veranstaltungsmanagement oder im Sicherheitsrahmen gab ??
Und vielleicht alles nur des Geldes wegen ??
Ich weiss es nicht, aber ich ahne Schlimmes !
Ein Trost für die Opfer wird meine Erkenntnis aber niemals sein können ! -
Auch meinerseits selbstverständlich mein tiefstes Mitgefühl an alle Betroffenen!
Ich war heilfroh, als sich 2 Freunde die dort waren gesund und munter gemeldet haben...die hatten noch gar nichts von der Tragödie bemerkt!
Sie berichteten aber auch von vielen "Staus" dieser Art (es gab wohl einige Unterführungen und Brücken bzw. andere Engpässe die potentiell gefährlich waren) und v.a. einfach zuvielen hochgradig zugedröhnten Ravern.
Übrigens, vor genau diesem Szenario war tragischerweise erst vor kurzem gewarnt worden - genau diese Problematik der Engpässe war durchaus bekannt, wurde aber (vom Veranstalter) "abgewiegelt" und abgetan...genauso wie die Anzahl derer, die dort in nicht zurechnungsfähigem Zustand "rumrennen".
Es gab einen immens hohen Druck diese Veranstaltung stattfinden zu lassen, und nach dem Auszug aus Berlin fand sich nicht wirklich ernsthaft eine Alternative zum neuen Standort Ruhrgebiet...obwohl die problematischen Zonen dort bekannt sind.
Bei einer der letzten Veranstaltungen (ich glaube bei der Letzten) gab es übrigens z.B. hochgradige Probleme beim "Abtransport" der Massen an mehreren Bahnhöfen...hier konnte teils nur im letzten Moment verhindert werden, das Züge in Menschenmassen auf den Gleisen fahren.
Veranstaltungen dieser Art beinhalten ein großes Risiko - entweder man verbietet sie...oder man nimmt so etwas was jetzt geschehen ist einfach hin. Jetzt aber der Polizei und einigen Sicherheitskräften Vorwürfe zu machen ist völlig daneben und trifft die ganz falschen! -
Tja, die Polizei hatte gewarnt...aus wirtschaftlichen Zwecken wurde es abgetan und zurückgewiesen...und jetzt machen viele sie zum Buhmann...
...das kann und darf es doch einfach nicht sein!
Ein anderer Aspekt...auch wenn ich jetzt eventuell dafür gelyncht werde:
Jedem, der zu einer solchen Großveranstaltung geht sollte klar sein, das es dort jederzeit ein gewisses Risiko gibt...v.a wenn dort soviele Zugedröhnte rumrennen!
Selbst schuld?!? -
"Selbst schuld" finde ich zu krass. Dann dürfte man ja gar keine Großveranstaltungen mehr besuchen. Kein Okoberfest mehr, kein "Rock am Ring", kein "Still-Leben" am Ruhrschnellweg usw. Man muss doch immer damit rechnen, dass dort alkoholisierte Leute herumlaufen oder Leute, die einfach nur auf Krawall aus sind. In diesem Fall waren die Sicherheitsvorkehrungen unzureichend.
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Holginho wrote:
Tja, die Polizei hatte gewarnt...aus wirtschaftlichen Zwecken wurde es abgetan und zurückgewiesen...und jetzt machen viele sie zum Buhmann...
...das kann und darf es doch einfach nicht sein!
Ein anderer Aspekt...auch wenn ich jetzt eventuell dafür gelyncht werde:
Jedem, der zu einer solchen Großveranstaltung geht sollte klar sein, das es dort jederzeit ein gewisses Risiko gibt...v.a wenn dort soviele Zugedröhnte rumrennen!
Selbst schuld?!?ja, der wirtschaftlichen profit stand da im vordergrund.
traurig, dass aucgerechnet eine veranstaltung mit dem titel "love parade" so enden mußte.
jedoch frage ich mich auch, holger, ob nicht auch ein teil der panik da her rührte, dass man seine umwelt unter drogen vermutlich anders wahr nimmt, als ohne. -
Die genauen Hintergründe sind ja noch nicht bekannt und insofern verbietet sich m.E. jedwede Spekulation...andererseits sind (generell betrachtet) Zugedröhnte im allgemeinen grundsätzlich entweder deutlich träger oder aggressiver in ihren Reaktionen.
Erste Anzeichen geben ja auch Hinweise in die Richtung, das die Panik nicht durch den Stau im Tunnel ausgelöst wurde, sondern wohl durch die Leute, die diese Stahltreppe (dort gab es ja auch anscheinend 14 der 19 Toten) heruntergefallen sind beim Versuch, den vorgegebenen Zugangsweg zu umgehen bzw. zu beschleunigen.
Hallo Reiselady!
"Selbst schuld" habe ich selbstverständlich ganz bewußt als Frage verkleidet und zugegebenermaßen auch provokant so direkt gestellt.
Doch, natürlich darf man weiterhin Großveranstaltungen besuchen - man sollte aber auch so ehrlich sein einzugestehen, das genau dort automatisch gewisse Risiken lauern, die ich mit meiner Teilnahme letztlich bewußt eingehe.
Die nächste provokante Frage:
Waren die Sicherheitsvorkehrungen wirklich unzureichend?
Ich glaube nicht - aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (ich kenne das Gelände auch recht gut) gabe es einfach nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten!
Und unterhalte Dich mal mit einem Polizisten über das Thema "bestehende Gesetze und deren Umsetzung im Bereich Drogenmißbrauch" und "grundsätzliches Verhalten vieler Leute auf Veranstaltungen".
Die dürfen doch mittlerweile gar nicht mehr im großen Stile kontrollieren..denn das "stört" ja die Menschen die einfach nur ihren Spaß haben wollen und schränkt deren Konsumverhalten negativ ein, was Veranstalter um Einnahmen fürchten läßt. -
Nein, natürlich nicht...aber es gab eine deutlich höhere Quote als bei einem Sonntagmorgen-Waldspaziergang!
...und der Polizei wird bei solchen Veranstaltungen jedwede Möglichkeit genommen die Betroffenen im großen Stile "herauszunehmen"...ganz einfach weil dies "nicht gewünscht" wird. -
Das stimmt! Bei jeder noch so kleinen Kirmes ist das der Fall. Es gibt die Zugedröhnten, die Randalierer und eine große Menge ganz normaler Leute, die einfach nur ein paar Stunden ihr Vergnügen haben möchten. Aber gerade weil das so ist, sollten die Verantwortlichen im Vorfeld abklären, ob ein Gelände für eine Veranstaltung dieser Art geeignet ist. Ich möchte auch gar nicht weiter über Missstände spekulieren. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden. Auch aus meinem Umfeld hätten einige dort dabei sein können, was zum Glück in diesem Jahr nicht der Fall war.
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@ soosi
"die Wege sind für solche Menschenmassen einfach zu eng u.wenn etwas passiert gibt es keine Möglichkeiten zu entkommen. "
Ich sah heute in den Morgennachrichten den Geländegrundriss. Jedes kleine Kino bekommt eine Menge Auflagen gerade zu Fluchtwegen, jede größere Veranstaltung muss ausreichende Rettungswege nachweisen, sonst wird es nicht genehmigt.
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Es ist schlimm was dort passiert ist und mit Worten nicht zu beschreiben...
Wie kann eine Stadt wie Duisburg sich bloß einbilden eine Loveparade auszurichten und denkt das es möglich ist kalkulierte 1 Million Menschen auf einen Güterbahnhof einzuferchen...anstatt es auf die offenen Strassen zu verlegen und selbst da hätte die Stadt sicherlich Probleme bekommen! Duisburg kann man nun einmal nicht mit Berlin vergleichen. Auch eine Stadt wie Hamburg, die regelmäßig Veranstalter von Großveranstaltungen ist, hätte Probleme bei 1,4 Million Menschen auf einen Schlag!
Der Bürgermeister muss sofort zurücktreten und alle Verantwortlichen mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden.
An diesen Tag hat eine ganze Stadt versagt, sowie deren Staatsmacht und der Veranstalter!
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Was für mich zusätzlich noch unfassbar war und ist , sind die völlig aus der Luft gegriffenen Teilnehmerzahlen! Eine Stunde vor dem Unglück jubelte der OB Sauerland medienwirksam im WDR daß es "jetzt 1,4 Millionen Menschern sind die zu unserer Love Parade gekommen sind" -
Tags drauf, bei der "Pressekonferenz" (die diese Bezeichnung nicht verdiente!) stammelten die vier "Ansprechpartner" daß die einzige realistisch-operable Zahl 103.000 Besucher wäre (die mit der DB kamen und die den weit überwiegenden Teil der Besucher ausmachte!)
-jetzt stellt sich immer mehr heraus daß scheinbar auch bei den vergangenen Love Parades die angegebenen Besucherzahlen total daneben lagen!
Mit welcher Dreistigkeit Politiker und Veranstalter Bürger und Medien vereiern ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten...!
Morgen werden "100.000 Trauerteilnehmer" erwartet (wer sagt und belegt das???Was soll diese geschwätzige Kaffeesatzleserei???)-nebenbei : das MSV-Stadion,wo die Trauerfeier auch übertragen werden soll fasst 50.000 Leute...-
viel Erfolg beim "Public Sorrow" !
