Morgens 7.30 Uhr in Deutschland
Einsam und der Müdigkeit und Lästigkeit des Aufstehens noch nicht entkommen, macht sich der einsame Krieger auf den Weg zur Autobahn. Nein, er ist nicht allein, in fröhlicher Geselligkeit und beinahe unaufgeregt, stressfrei, nähert man sich in langsamer Geschwindigkeit dem Ziel der täglichen Begierde. Hier und da während der verkehrstechnischen Ruhepausen ein Frühstücks-Schmankerl aus dem Brötchenbeutel machen jeden Morgen zu dem ganz besonderen Etwas.
Die angenehme kachelmannsche Gleichgültigkeit ist Urlaub pur, es ist sch..egal, das Wetter, ich sitze wohlklimatisiert im Trockenen, wozu eigentlich Wetterberichte ?
Guten Morgen, morgen, morgen, grüss Dich, Toilette, nun erstmal die wichtigen Dinge, man will ja hinterher ein wenig ausspannen. Frühstückspause.
Was für ein herrlicher Tag, auch die Kollegin scheint ihren monatlichen "Aussetzer" gut überstanden zu haben, und auch der Kollege hinter mir hat sich den neuen Wagen gekauft, ihn gleich neben meinem gestellt und ist wieder besser gelaunt.
Hin und wieder, gaaaaanz selten, ertappe ich mich beim Blick auf meine Uhr. Warum das so ist ? keine Ahnung. Wahrscheinlich weil die Zeit wieder viel zu schnell vergeht, egal, mache ich Überstunden, habe ich mir an einem so tollen Tag verdient. Und ich machs ja gern, was soll ich zu Hause ?
Mist, schon 14.00 Uhr, in den schönsten Momenten des Lebens wirkt jede Minute wie eine Sekunde, ich leide.
Und irgendwann, irgendwann muss ich nach Hause, einfach entsetzlich, diese Feierabende.
Auf der Autobahn treffe ich viele meiner am Morgen noch freudig dreinschauenden Mitstreiter, machen auf mich einen eher deprimierten Eindruck, haben die etwa auch so eine Vorahnung ....
Zu Hause angekommen, der Fleck auf der Couch ist weg 
Da liegen jetzt annährend 30 gestapelte Kataloge, unschwer zu erkennen, es sind die neuen Sommerkataloge, kann heute schlimmeres passieren ???
Ich füge mich, und irgendwann muss ich dann die schlimmsten Wochen meines Lebens an der Seite meiner Frau verbringen, irgendwann im Sommer, bis dahin muss ich mich mit Arbeit, Autobahn und Kollegen trösten.
Ein zögerliches "Schatz, was hälste hiervon ?" Wie, was, son Riesen-Pool, ist das da ein Sandstrand ?, das Buffet nur 100 m breit ?, Temperaturen um die 30 Grad ?, ich muss abends nicht abräumen ?
Die Grausamkeit kennt keine Grenzen.
Ich werds wieder irgendwie hinkriegen, den Urlaub, und dann wieder 48 wunderschöne Wochen arbeiten und Schreibtisch und Alltag ...
(Schreibe gerade meine Kündigung, Chef kann mich mal
)
Grüsse
Heiko