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  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Seilbahn auf den Puig Major

    In 1934 enstand das Projekt vom “Meisterwerk der mallorquinischen Ingenieurtechnik”: eine Seilbahn von der Strasse nach Sa Calobra auf den Puig Major.

    Mit dem Ziel “eine neue Art von Tourismus zu fördern”plante der mallorquinische Ingenieur und Kulturpromoter Antoni Parietti Coll (Palma 1899 - 1979) diese Seilbahn. Parietti war - unter anderen und während seiner Tätigkeit als Strassenbauingenieur der Provinzverwaltung der Balearen – der Planer der Strassen nach Cura, nach Formentor und nach Sa Calobra.

    Die Seilbahn sollte ähnliche Eigenschaften wie die auf den Montserrat (Barcelona) haben, mit der Talstation in Cals Reis (direkt neben der Strasse nach Sa Calobra, ca. 2 Km hinter der Abfahrt von der Hauptstrasse Soller – Lluc), und eine Bergstation in über 1.400 Metern Höhe. Die geplante Gesamtstrecke belief sich auf 2.016 Meter (siehe sehr grobe Skizze) , mit einem Höhenunterschied von 715 Meter, 3 Zwischenstützen und einem Steigwinkel von 36%. Jede Gondel sollte eine Kapazität für 25 Personen plus ‘Fahrer’ haben.

    Die Seilbahn sollte den Zugang zum höchsten Berg der Insel ermöglichen (die Strasse zur Radarstation auf den Puig Major gab es damals noch nicht). In späteren Phasen sollte dann noch eine Sternwarte und ein Restaurant in der Bergstation dazu kommen. Alles sollte von einem Leuchtturm zur Orientierung des Flugverkehrs gekrönt werden. Ein Skipiste war auch vorgesehen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 2 Millionen Peseten (eine Aktiengesellschaft wurde gegründet deren Aktien - a 500 Peseten pro Aktie - auf dem offenen Markt angeboten wurden) und wurde von der Firma Bleichord-Zueg angenommen. Parietti hatte kalkuliert dass man diese Investition mit lediglich 12.000 Besuchern in bereits einem Jahr tilgen könnte (bei mir geht diese Rechnung nicht auf??).

    Pariettis Projekt stiess allerseits auf offene Ohren. Die Presse – und nicht nur die spanische - berichtete ausgiebig darüber. Von einem “magischen Flug über die zerklüften Landschaften und atemberaubenden Klippen Mallorcas” war die Rede. Die Zeitschrift “Brisas” berichtete in ihrer Nummer XXI vom Jahr 1936 vom Beginn der Bauarbeiten.

    Das Ausbrechen des spanischen Bürgerkriegs und dem damit verbundenen Embargo vom Versand von Metallkomponenten bedeutete den Todesstoss des Projekts. Die deutsche Firma Bleichord-Zueg konnte keine Teile mehr iefern. Als man die Arbeiten nach dem Bürgerkrieg wieder aufnehmen wollte waren die Kosten so gestiegen dass das Projekt finanziell nicht mehr machbar war.

    Parietti wollte aber seine Idee der ‘Eroberung’ des höchsten Gipfels der Insel nicht aufgeben und plante eine Strasse auf den Puig Major die mittels Maut finanziert werden sollte. Auch dieses Projekt wurde verabschiedet, aber als man mit dem Bau anfangen wollte erteilte die spanische Regierung dem amerikanischen Militär die Genehmigung auf dem Puig Major eine der grössten Radarstationen des Mittelmeers zu installieren und somit war auch die öffentliche Strasse auf den Puig Major entgültig gestorben (das amerikanische Militär baute letztendlich diese Strasse, die auch heute noch für die Öffentlichkeit gesperrt ist).

    Die Betonplattform der Talstation der Seilbahn besteht übrigends auch heute noch (wenn man weiss wo und wie man sie finden kann). Um ein Haar – und durch den Bürgerkrieg – entging der Insel das grösste und spektakulärste Touristenprojekt der Geschichte Mallorcas.

    (Nein, heute ist nicht der 1. April)

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Luxus-Yachthäfen

    Rund um die Insel gibt es Yachthäfen und Marinas, manche relativ klein (El Molinar, S'Estañol, Colonia Sant Jordi, Palma Nova, etc.), die meisten relativ gross (Palma, Arenal, Cala D'Or, Puerto Alcudia, Puerto Pollensa, Puerto Andratx, etc.). Es gibt 2 Arten von Yachthäfen: jene die der mallorquinschen Hafenbehörde unterstellt sind und von dieser Behorde verwaltet und betrieben werden, und Privatyachthäfen die mittels einer Konzession des spanisches Ministeriums für Bauwesen und Küsten privat betrieben werden.

    Von all diesen Yachthäfen und Marinas heben sich zwei besonders hervor: PUERTO PORTALS und PORT ADRIANO. Möglicherweise sind gerade diese beiden Yachthäfen die unbekanntesten aller Häfen Mallorcas. Beide liegen etwas abseits der 'Rennstrecken' und man muss absichtlich und bewusst dorthin fahren denn sonst findet man sie so gut wie nicht.

    Diese beiden Yachthäfen haben etwas gemeinsam: hier können grosse Luxusyachten anlegen, jene die gerne "Spielzeug der Millionäre" genannt werden. Beide dieser Häfen sind einen Besuch wert. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Besuch dieser Häfen ist angesagt wenn man eine Mietwagentour entlang dem südlichen Teil des Tramuntanagebirges macht (zwischen Palma und Puerto Andratx). PUERTO PORTALS liegt in Portals Nous/Costa den Blanes (kurz vor Palma Nova, in der Nähe vom MARINELAND, etwas versteckt.). PORT ADRIANO liegt in der URBANISATION EL TORO (Santa Ponsa), auch hier etwas versteckt.

    PUERTO PORTALS wurde vor ca. 40 Jahren von einem Deutschen gebaut. Dieser Yachthafen hat - mit Abstrichen - dem Promi-Hafen PUERTO BANUS (an der Costa del Sol) den Rang abgelaufen. Während in PUERTO BANUS Yachten vieler Araber liegen, liegen in PUERTO PORTALS Yachten vieler Deutschen, Engländer und reichen Spaniern (z. Bs. vom Präsidenten von REAL MADRID). Hier gibt es Luxus-Boutiquen und Luxus-Restaurants, die spanische Konigsfamilie kommt zum Abendessen während ihrem Sommeraufenthalt auf der Insel hier her. Die feudalsten Immobilienmakler und Yachthändler sind hier ebenfalls vertreten. Man besucht PUERTO PORTALS um zu sehen und um gesehen zu werden.

    PORT ADRIANO - eine ganz neues Projekt, noch nicht zu 100% fertiggestellt - ist auf dem besten Weg PUERTO PORTALS den Rang abzulaufen. Auch hier die Edel-Boutiquen, die besten Restaurants, das feinste vom feinen. Mit einem 'kleinen' Unterschied: hier gibt es mehr Liegeplätze für Mega-Yachten als in allen anderen Yachthäfen der Insel. Wenn hier einmal alle Liegeplätze belegt sind wird PORT ADRIANO mit Häfen wie Montecarlo oder Porto Cervo problemlos konkurrieren.

    Man muss hier zumindest einmal vorbeischauen und einen Kaffee trinken und das ganze neidlos und wertfrei betrachten ... auch wenn man nicht unbedingt Besitzer einer 100m-Yacht ist.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    AMAT

    (Asociación Mallorquina de Actividades Turísticas / Mallorquinischer Verband Touristischer Aktivitäten)

    AMAT ist ein Verband einiger Unternehmer/Anbieter von touristischen Leistungen. Mitglied dieses Verbands sind sowohl grosse Anbieter (z. Bs. Zug nach Soller "Roter Blitz", Drachenhohlen, Palma Aquarium, Festival Park, etc.) als auch kleinere Anbieter (Gärten vom Alfabia, Rancho Grande, Mini Trenet "Bimmelzug" Cala D'Or, etc.). AMAT steht für Qualitatsangebote und Seriosität.

    Über Jahrzehnte waren immer (und fast ausschliesslich) die Hoteliers die Ansprechpartner der Insel- und Landesregierung für alles was mit Tourismus zu tun hat (Gesetzgegebung, Bestimmungen, Auflagen, etc.). Alle anderen Branchen die ebenfalls unmittelbar beteiiligt sind (Reisebüros, Restaurants, Transportunternehmer, Einzelhandel und andere Attraktionen) hatten so gut wie kein Mitspracherecht bzw. wurden einfach links liegen gelassen. Und das obwohl diese Unternehmen - genau wie die Hotels - Millionen Urlaubern verschiedene Leistungen anbieten.

    Das war der Ursprung von AMAT: Zusammenschluss aller Anbieter mit den selben oder ähnlichen Interessen in der Branche. Reisebüro-, Einzelhandel- und Restaurantverbande gab es schon immer. Man wollte an 'offizieller' Stelle nicht nur gehört werden sodern auch ein gewisses Mitspracherecht haben und nicht ständig ignoriert werden.

    Am 1- September 2012 wurde die spanische Mehrwertsteuer erhöht (der allgemeine Satz von 18% auf 21%). Die meisten, touristischen Leistungen hatten eine reduzierte MWSt von 8%. Mit der Erhöhung der MWSt. wurde auch die Reduzierung bei vielen Leistungen gestrichen, wie z.Bs. bei Ausflügen. Kino, Theater, Diskotheken, Friseur, Fitnesszentren, Bestattungen u.v.m.. Diese Unternehmen waren - von heut auf morgen - von einer MWSt.-Erhöhung von 17% (von 8% auf 21%) betroffen. Ein Riessenproblem für die meisten der touristischen Anbieter deren Preise quasi ein Jahr im vorhinien vertraglicb festgelegt waren.

    Hier wurde AMAT aktiv und man beschloss gemeinsam wie man dieses Problem lösen konnte ohne diese Erhöhung direkt an die Kunden weitergeben zu müssen. Seitdem ist man sich bewusst dass die Interessen der Mitglieder von AMAT durch den Verband mehr denn je gewahrt und vertreten werden müssen.

    Unter der Führung des jetzigen Präsidenten, dem Generaldirektor vom Palma Aquarium, wurde AMAT aktiver denn je. Er vereinbahrte mit den Präsidenten der anderen Verbände eine Dachorganisation aller Verbände zu gründen - die CPTB - Confederación de Patronales Turísticos de Baleares / Touristischer Arbeitgeberverband der Balearen, die seit kurzem die Interessen aller Beteiligten vertritt.

    Je besser AMAT und CPTB ihre Interessen vertreten desto besser sind auch die Interessen aller Touristen gewährleistet.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • IHCT Mallorca VII (13.-15.11.2015)
    BernatB Bernat

    Snake ist mit von der Partie? Unglaublich. Da freuen wir uns, das wird ja ein richtiges POWER TREFFEN dieses Jahr. Geballte Admins, geballte Top Holidaychecker.

    Usertreffen

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Illegales Glücksspiel

    Auf Mallorca gibt es seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?) illegales Glücksspiel. Man spielt überwiegend Poker, aber auch verschiedene Arten von Würfelspielen und sogar Roulette.

    Und man spielt nicht unbedingt um ’ein paar Pfennige’. Es gab, und gibt, Kartenspielrunden bei denen Grundstücke und andere Immobilien den Besitzer wechseln. Es gibt viele Geschichten und Gerüchte was Spielschulden anbelangt. Die wohl extremste ist die Geschichte derzufolge ein Spieler sich während eines Spiels (um 1930) wichtige Summen vom damals reichsten Mallorquiner (und 3. reichster Mann der Welt, Joan March, Gründer der BANCA MARCH) auslieh die er nie zurückzahlen konnte. Bürgschaft für diese Spielschulden war seine Finca, die grösste Privatfinca der Insel, “Es Teix”. Joan March übernahm letztendlich diese Finca und verkaufte sie im Jahr 1936 an den Urgrossvater des jetzigen Eigners.

    Gespielt wird in privaten Räumlichkeiten von Clubs, in Kneipen nach Geschäftsschluss, in gemieteten Säalen von Hotels, in Büroräumlichkeiten in Industriegebieten oder zuhause bei einem der Spieler. Trotz strengsten Sicherheitsmassnahmen ist es nicht aussergewöhnlich dass plötzlich die Polizei auftaucht (bewaffnet bis unter die Zähne), die Personalien der Spieler aufnimmt zwecks Anzeige und späterem Prozess, und alles Geld beschlagnahmt das irgendwo aufzufinden ist. Vor ein paar Monaten hat man beim Kartenspielen einen Butangaslieferanten – zusammen mit anderen - erwischt. Diese Lieferanten fahren mit einem LKW durch die Strassen und verkaufen, in bar, Butangasflaschen an alle Haushalte die nicht an das öffentliche Stadtgasnetz angeschlossen sind. Obwohl man abgemacht hatte dass der Maximaleinsatz € 300.- beträgt, beschlagnahmte die Polizei den ganzen Tagesumsatz den besagter Lieferant in seiner Tasche hatte: etwas über € 3.000.-. Die Strafen für illegales Spiel belaufen sich auf zwischen € 6.000.- und € 60.000.- für die Spieler, und zwischen € 60.000.- und € 600.000.- für die Organistoren. Der Eigner des Lokals in dem gespielt wird verlangt normalerweise eine Teilnahmegebühr um die € 50.-/Spieler.

    Gespielt wird überall auf der Insel. In Manacor liess man vor kurzem eine Partie hochgehen bei der angeblich knappe € 200.000.- pro Monat verspielt wurden. Ausserdem wurden hier Rennpferde als Spieleinsatz eingesetzt.

    Illegales Glücksspiel hat zwar abgenommen seitdem in Spanien Kasinos zugelassen sind, aber es funktioniert nach wie vor. Und nicht nur Spanier/Mallorquiner sind darán beteiligt. Chinesen spielen unter sich, Nordeuropäer sind auch schon beim pokern erwischt worden.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Windmühlen

    Windmühlen gehören zum Landschaftsbild Mallorcas wie der Sand zum Meer.

    Mühlen auf der Insel gibt es seit Anfang des 13.Jahrhunderts (manche Historiker behaupten es hätte sie schon viel länger gegeben). Damals waren es Esel/Maulesel die die Mühlen antrieben. In den Mühlen wurde entweder Getreide gemahlen oder Grundwasser aus Brunnen gefördert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, in 1845, wurden die Tiere durch Windkraft ersetzt. In jenem Jahr baute der holländische Ingenieur Paul Bouvij die erste Windmühle Mallorcas in der Ebene von Sant Jordi (hinter dem Flughafen). Die Ebene von Sant Jordi war bis dann ein grosses Sumpfgebiet und somit für die Landwirtschaft nicht nutzbar. Mit den ersten Windmühlen wurden Wasserpumpen angetrieben die dieses Sumpfgebiet zur landwirtschaftlichen Nutzung trockenlegten.

    Die Antriebsblätter dieser Mühlen waren an einem Holzramen besfestigte Segel. Der Schreiner aus Es Molinar, Damià Rexach, entwarf in 1854 die angewinkelten Holzblätter – ohne Segel – die durch die Erfindung des Pfarrers aus Algaida, Rafel Oliver, in 1870 mit einer ‘Schwanzflosse’ (in Form eines Pfeils) aus Holz ergänzt wurden. Erst in 1930 wurden dann die Holzblätter durch gebogene Metallblätter ausgetauscht. Eine der Eigenheiten der mallorquinischen Mühlen ist, dass sie ursprünglich von 6 Segeln – statt der an anderen Orten üblichen 4 – angetrieben wurden.

    Das Wasser wurde aus einer Grundwasserader aus einer Tiefe von etwas über 10 Metern hochgepumpt. Eine mallorquinische Windmühle erbringt eine Leistung von zwischen 30.000 und 40.000 Liter/Stunde. Gepumpt wird mittels eines Kolben in einem Zylinder, der bei der Bewegung nach oben Tiefdruck im Zylinder erzeugt der das Wasser nach oben saugt. Laut Inventur der Vereinigung der Freunde der Mühlen Mallorcas gab es auf der Insel einmal geschätzte 4.000 Windmühlen, davon ca. 800 Getreidemühlen (davon sind inzwischen etwa 200 ganz verschwunden), und gut 3.000 Wassermühlen von denen rund 80% noch stehen. Noch in den 60er Jahren letzten Jahrhunderts war es ein echtes Spektakel die sich in Betrieb befindenten Windmühlen anzuschauen ….. schon beim Landeanflug.

    Vor ungefähr 50 Jahren, mit der Verbreitung von Strom und der Nutzung elekrischer Pumpen, wurde die Nutzung von Windmühlen eingestellt … und seitdem verfallen diese Mühlen, leider. Verschiedene Male hat der Inselrat versucht die alten Mühlen in besserem Zustand wieder herzurichten und zu renovieren. In den Jahren 2002 bis 2005 wurden im Gemeindeverband SA Pobla und Muro insgesamt 21 Windmühlen restauriert (Gesamtkosten € 685.000.-, finanziert von der Balearenregierung, dem Inselrat, den Gemeinden Sa Pobla und Muro und von privat).

    Campos ist –nach Palma - die Gemeinde mit den meisten Windmühlen (ursprünglich 629), von denen jedoch viele Totalruinen sind. In 2001 entstand ein Gemeinschaftprojekt (spanisches Umweltministerium, Gemeinde Campos, Institut für Diversifizierung und Stromersparnis, Katholische Landwirtschaftvereinigung Campos und dem E-Werk GESA-ENDESA) demzufolge die Windmühlen von Campos restauriert werden sollten. Man wollte sie mit Generatoren ausstatten und den erzeugten Strom dem öffentliche Netz zuführen. In der ersten Phase des Projekts wurden ungefähr 70 Mühlen restauriert. Diese ‘neuen’ Mühlen mit frisch gestrichenen, blau-weissen Bättern waren wunderschön anzusehen, eine echte Touristenattraktion …… und obendrein erzeugten sie Strom. Die ersten Probleme fingen mit der Finanzierung der Instandhaltung an, Geld für weitere Phasen gab es auch nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher ob es heute noch eine funktionierende, stromerzeugende Windmühle in Campos gibt.

    Wirklich schade. Die Windmühlen als Merkmal und Wahrzeichen der Insel sollten erhalten bleiben, und sei es nur für die Touristen.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • Ausflugstipps die auch interessant für Kinder sind ?
    BernatB Bernat

    Leider sehe ich keine Angaben zum Alter der Kinder.

    In Palma gibt es einige sehr schöne und grosse Spielplatze die bei den Kindern super ankommen. Der grösste ist im PARC DE SA RIERA (Haupteingang gegenüber dem Friedhof), ein anderer unterhalb der Stadtmauer von Palma an deren östlichen Ende (PARC DE LA MAR), ein weiterer in SA FAXINA (neben dem Kanal/Torrent de Sa Riera, ca. 150 M Richtung Meer vom Eck JAIME III/PASEO MALLORCA).

    Mallorca

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Fincaurlaub (Can Canals)

    Es gibt 2 Arten Urlaub 'auf dem Land' zu machen: eine Finca von privat (entweder direkt oder über einen Vermittler) zu mieten, eine Art Ferienwohnung also, oder aber ein "Fincahotel" zu buchen. In diesem Beitrag will ich diese letztere Art Fincas ansprechen.

    Auf Mallorca gibt es inzwischen hunderte Fincas die das komplette Leistungspaket eines traditionellen Pauschalurlaubs anbieten (Unterkunft, Verpflegung, Service, etc., etc.). Diese Fincas liegen normalerweise im Landesinneren (also nicht am Strand) und dementsprechend entfernt von der Stadt oder von den Dörfern. Viele davon (die meisten?) sind tatsächlich alte, umgebaute Bauernhöfe auf denen bis vor einigen Jahren Noch Vieh gezüchtet wurde. Nachdem die Landwirtschaft nicht mehr erträglich genug war hat man den Schritt nach Vorne gewagt, umgebaut und erneuert, und die Finca in ein Fincahotel verwandelt. Hier musste man strenge Auflagen der zuständigen Behörde einhalten.

    CAN CANALS ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Bis vor 20 Jahren noch eine der klasichen Fincas die zu 100% der Landwirtschaft gewidmet war jedoch hier keine langfristige Zukunft mehr sah, entschloss man sich damals den gewagten Schritt zu machen, umzubauen und zu erneuern, neue Intstallationen zu schaffen (Swimming Pool, Speisesaal, etc.), Gärten anzulegen, etc. und ein Fincahotel daraus zu machen. Mit - für mich - erstaunlichem Erfolg.  Diese Finca verfügt über ca. 20 Zimmer, alle individuell und mit viel Geschmack eingerichtet und ausgestattet. CAN CANALS hat 2 Aussenpools (eins mit Süss- das andere mit Salzwasser), eine gepflegte Gartenanlage, einene kleinen aber feinen Spabereich mit Sauna und Dampfbad, einen kleinen Aufenthaltsraum, einen Speiseraum/Bar mit Gartenterrasse.... alles was das Herz begehrt. Joan Fererr - der Eigner und Betreiber von CAN CANALS - war uns behilflich bei der Organisation des VI IHCT-Usertreffen im November letzten Jahres. Das 'offizielle' Abendessen fand in CAN CANALS statt. CAN CANALS wurde von HolidayCheck jahrelang als TOP- bzw- AWARDHOTEL ausgezeichnet.

    Ein Fincaurlaub ist etwas ganz anderes als ein Urlaub in einem grossen Hotel. Der Service ist viele individueller und persönlicher, man fühlt sich hier wie zuhause oder wie bei Freunden. Man hat absolute Ruhe, Urlaub und Erholung pur. Meienr Meinung nach sind Kinder hier nicht angesagt (einerseits langweilen die sich, andererseits bringen sie die Ruhe der anderen Gäste 'durcheinander' ).  Es wäre empfehlenswert dass sich die Fincahotels entscheiden ob Kinder gewünscht sind oder nicht (z. Bs. lediglich Adults only, oder Ü16 oder Ü 18 bewerben). Auch die Küche ist wesentlich individueller als in grossen Hotels, mehr mallorquinische/spanische Spezialitäten werden angeboten, alles ist ausgelesener. In CAN CANALS kommt ein Teil des Gemüses aus dem hauseigenen Garten.

    Für einen Fincaurlaub sollte man während des ganzen Aufenthalts einen Mietwagen. So kann man poblemlos die Sehenswürdigkeiten der Insel erkunden, Ausflüge durchführen, abends einmal kurz in ein gutes Restaurant im nächsten Dorf fahren oder aber an den nächtsbesten Strand (CAN CANALS liegt in der unmittelbaren Nähe von ES TRENC).

    Ein Fincaurlaub ist ein besonderer Urlaub und ideal für alle die wirklich entspannen und weit ab vom Schuss sein wollen, Erholung pur.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • Ausflugstipps die auch interessant für Kinder sind ?
    BernatB Bernat

    Ja, ich war schon oft im Aquarium. Das PALMA AQUARIUM gehört zur CORAL WORLD Gruppe die Aquarien in verschiedenen Ländern  betreibt. Das PALMA AQUARIUM zählt zu den sehenswertesten Aquarien überhaupt und ist immer einen Besuch wert.

    (Das MARINELAND habe ich - leider, und aus den in MALLORCA INSIDE genannten Gründen - von der Liste der Empfehlungen gestrichen)

    Mallorca

  • Roter Traubensaft im Supermarkt
    BernatB Bernat

    Ich glaube nicht dass Deine Frage zum Gran Camp de Mar in einem Thread über roten Traubensaft gut aufgehoben ist.

    Schau Dir einmal die fast 1400 Bewertunen des** GRAN CAMP DE MAR** an. Falls notwendig Dann kannst Du dann ja eventuelle weitere Frage in einem neuen Thread stellen.

    Mallorca

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Schmuggel auf Mallorca (2)

    Einer der bekanntesten Schmuggler der Insel war späterer Besitzer einer Hotelkette Er war sehr gut mir dem damaligen Honorarkonsul der USA befreundet (d¡eser Konsul -  Mallorquiner - war 40 Jahre lang weltweit der einizge Kunsularagent der USA der nicht die amerikansiche Staatsbürgerschaft hatte).

    Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ging eines Tages dar einzige Röntgenapparat (amerikanischer Herstellung) des damals einzigen Sozialversicherungskrankenhauses der Insel - SON DURETA - kaputt. Natürlich eine Katastrophe, die sich schnell herumsprach.

    Der Konsularagent,  Bartolomé "Tummy" Bestard, hatte sich über viele Jahre einen Namen für die von ihm organisierten Wohltätigkeitsaktivitäten gemacht (die Besatzungen der vor Palma geankerten, amerikanischen Flugzeugträger strichen Krankenhäuser oder Schulen an, etc. etc.). Da einen  neuen Röntgenapparat aus den USA importiert werden sollte sprachen die Behörden mit ihm um zu sehen wie das ganze kurzfristig organisert werden könne. Der offizielle Weg (Importlizenz, Geldüberweisung in Divisen, Transport und die damit verbundene Bürokratie etc., etc.) dauerte viel zu lang. Und Geld war ausserdem nicht vorhanden.

    "Tummy" erwähnte die Situation beiläufig beim Kaffeetrinken mit seinem Freund, dem Schmuggler.... und der hatte eine Idee. Er könnte solch einen Röntgenapparat kurzfristig besorgen. Transport sei kein Problem, Geld auch nicht. Er, der Schmuggler, sei gerne bereit diesen Röntgenapparat "zu besorgen", und nicht nur dessen Kosten zu übernehmen sondern ihn auch gleich nach Palma zu bringen. Als Wohltätigkeitsgeste und Stiftung für seine Landsleute, so su sagen. Ganz umsonst wäre das natürlich nicht. Als Gegenleistung sollte ihm der Zivilgouverneur und die Polizei einige Monate 'Immunität' gewährleisten.

    "Tummy" sprach mit den notwenidgen Ansprechpartnern und stellt ihnen eine schnelle, einfache und billige Lösung dee Problems mit dem Rontgenapparat in Aussicht. Die 'Verhandlungen' dauerten nicht lange, schnell war man sich einig. Der Röngenapparat musste so schnell wie möglich her. Ein Gentlemen's Agreement wurde per Handschlag  besiegelt.

    Gesagt, getan. Mit den besten Verbindungen aller (dem Konsularagent, den  amerikanichen Diplomaten, dem Röntgenapparathersteller, den spanischen Authoritâten einschliesslich Zivilgouverneur und Polizei ... und nicht zuletzt dem Schmuggler) war ein neuer Röntgenapparat funktionsfähig in SON DURETA.

    .... und die Polizei (und alle Behörden) schauten ein paar Monate lang in die andere Richtung wenn die Schmuggelware - jetzt in erhöhten Mengen - an Land gebracht wurde.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Überbuchungen

    Warum können Überbuchungen überhaupt zustande kommen (ja, klar, weil ’jemand’ mehr Kapazität verkauft als er wirklich hat, aber ganz so einfach ist das nicht)? Des Interesse halber poste ich hier die Erklärung die ich vor Jahrem schon einmal als Anwort in einem Überbuchungsthread gegeben habe.

    Ich werde hier versuchen das allgemeine Funktionieren des gesamten Prozesses zu erläutern, davon gibt es natürlich Varianten und - unwesentliche – Abweichungen (Stadthotels funktionieren anders, auf Mallorca kann/muss es nicht so sein wie auf dem Festland, z.Bs.).

    Das ganze funktioniert so:

    Der Ursprung der Überbuchungen liegt grundsätzlich beim Hotel, NICHT beim Veranstalter, und das aus ’guten’ Gründen.

    Ein Hotel schliesst ein Jahr im vorhinein sogenannte Kontingentsverträge mit den Reiseveranstaltern ab. Diese Verträge sind absolut einseitig, d.h. das Hotel verpfichtet sich zu ’allem’ (Bereitstellung der Zimmer) die Reiseverantalter zu ’nichts’ (zahlt in der Regel nicht für Zimmer die nicht verkauft werden, gibt keine Garantie dass er überhaupt welche verkauft).

    Diese Kontingentverträge laufen über eine ganze Saison (z.Bs. von Ostern bis Ende Oktober). Die Reiseveranstalter haben aber in der Vor/Nach-und Nebensaison nicht die selbe Flugkapazität wie in der Hauptsaison (logischerweise). Im Klartext heisst das, dass ein Veranstalter der in der Hochsaison Flug- und Zimmerkapazität für, zum Beispiel, 20.000 Gäste hat, hat in der Vor/Nach- und Nebensaison vielleicht Flugkapazität für 10.000 Gäste. ABER DIE ZIMMERKAPAZITÄT DIE DER VERANSTALTER VERTRAGLICH ABGESICHERT HAT IST DIE GESAMTE SAISON ÜBER DIE SELBE. Das Ergebnis: in Vor/Nach-und Nebensaison sind die Flüge vielleicht voll, aber die Zimmer GEZWUNGENERMASSEN LEER.

    Bei den niedrigen Preisen im bestehenden Konkurrenzkampf braucht ein Hotel aber eine ’akzeptable Belegung’ um finanziell über die Runden zu kommen, AUCH IN DER VOR/NACH- UND NEBENSAISON. Also was macht das Hotel? Es schliesst – mit verschiedenen Reiseveranstaltern – Kontingentverträge für insgesamt mehr Zimmer ab als das Hotel hat (Hotel hat 200 Zimmer, der Hotelier schliesst aber Verträge für 300 Zimmer ab). Das nennt man ’OVERCONTRACTING’. Wenn jetzt alle betroffenen Reiseveranstalter in der Vor/Nach- und Nebensaison ’mässig’ verkaufen erziehlt das Hotel in diesen Saisonzeiten trotzdem eine ’akzeptable’ Belegung (durch die gleiche Regel: ist die Belegung des Hotels in diesen Saisonzeiten trotzdem noch ’miserabel’, wird der Hotelier das Jahr darauf das ’Overcontracting’ auf 400 Zimmer erhöhen).

    Und jetzt kommen wir zur Hochsaison, wo ALLE Veranstalter – normalerweise – ihre Kontingentskapazität voll erschöpfen (theoretisch bräuchte ein Hotelier keine Veranstalter für eine gute Belegung NUR in der Hochsaison). Und, rein theoretisch, steht das Hotel ’auf dem Schlauch’ weil jetzt möglicherweise mehr Gäste vor der Tür stehen als das Hotel Zimmer hat (alle haben ja ihren Kontingent gut verkauft), und sich das ’Overcontracting’ in tatsächliches ’Overbooking’ verwandelt hat.

    Dieses ’Spielchen’ wiederholt sich Jahr für Jahr, und beide Parteien, Veranstalter und Hoteliers, kennen die Spielregeln seit Jahrzehnten sehr gut. Beide ’brauchen sich’ gegenseitig, keiner will sich mit dem anderen anlegen. Der Veranstalter ist dem Hotelier nicht böse, weil er genau weiss dass er z.Bs. eine Belegungsgarantie bezahlen könnte (sprich, ich schliesse vertraglich 100 Zimmer ab, bezahle sie auch tagtäglich ob sie belegt sind oder nicht, so ähnlich wie das mit den Sitzplätzen in den Flugzeugen der Fall ist) und damit die Garantie hat KEINE Überbuchungen in Kauf nehmen zu müssen. Aber in der Regel macht das kein Veranstalter weil er das finanzielle Risiko nicht eingehen will.

    Das genannte ’Spielchen’ hat noch ein paar zusätzliche ’Spielregeln’. Der Verkauf der Sommerferien fängt im November/Dezember des Vorjahres an. Die Veranstalter haben relativ genaue und verlässliche statistische Daten über den Verkaufsrythmus von Zielgebieten und Hotels (und den Vergleich zu den Vorjahren, obwohl die steigende Nutzung von Direktbuchungen über Internet in den letzten 10 Jahren diese Werte/Kontrolle etwas ’durcheinanderbringt' ). Es entstehen somit Buchungwerte die (so denn der Veranstalter das will und macht) an die Hotels weitergeleitet werden (sogenannte ’Booking positions' ). So wissen beide Parteien wie der Verkauf läuft und wann das Hotel ’voll- bzw.überläuft’, d.h. Überbuchungen entstehen können. Spätestens dann ’schreit' der Hotelier und schickt dem Veranstalter eine E-mail und ’bittet’ um ’Buchungsstop’ für den betroffenen Zeitraum, BEVOR es WIRKLICH zu Überbuchungen kommt. Das findet der Veranstallter zwar nicht lustig, will aber Problemen aus dem Weg gehen und ’einigt’ sich mit dem Hotelier. So wird versucht tatsächliche Überbuchungen zu vermeiden. Aber dieses ’Spiel’ geht nicht immer auf und es kommt zu tatsächlichen Überbuchungen. Es ist wesentlich billiger – für BEIDE Parteien – die möglichen, durch Überbuchungen zustande kommenden Entschädigungen zu zahlen als entweder eine schlechte Belegung zu haben (das Hotel) oder das finanzielle Risiko einer Belegungsgarantie auf sich zu nehmen (der Veranstalter).

    Jetzt könnten wir viele verschieden Abwandlungen dieses 'Spiels’ ansprechen, wie folgt: wenn Reiseveranstalter an einem Hotel finanziell beteiligt sind oder es sogar ganz ihnen gehört, werden sie Vorsorge treffen dass mögliche Überbuchungen nicht IHRE Gäste betreffen (die Kunden anderer ’beissen dann die Hunde' ). Oder ein Hotel gehört zu einer Hotelkette die im selben Zielgebiet verschiedene, gleichwertige – oder sogar bessere – Hotels hat und diese dann für die Unterkunft der überbuchten Kunden nutzt..... und noch einige Varianten des ’Spiels’. Prinzipiell zieht es ein Hotelier vor die Kunden die direkt gebucht haben NICHT auszuquartieren (hier ist es zu deutlich dass die Schuld bei ihm liegen muss, abgesehen der Tatsache dass er an einem Direktkunden mehr verdient als an einem Kunden der über einen Veranstalter gebucht hat).

    Obwohl es hier wie eine eine lange Erklärung erscheint, ist das Spiel mit den Überbuchungen bzw. sind die Spielregeln etwas komplizierter als hier angesprochen. Die Zeiten ändern sich, die Technologie ändert sich, das Buchungsverhalten der Kunden ändert sich (immer mehr ’Last Minute’, mehr Sonderangebote, die Gäste reisen mehr aber dafür für weniger Tage, etc., etc.). Der Direktverkauf über Internet nimmt ständig zu. Hotels auf Inseln - Mallorca, zum Beispiel - die keinen ’Durchgangsverkehr’ haben wie an der Costa Brava, können nicht einfach ein Schild hinhängen ’ZIMMER FREI’. Und dann gibt es natürlich Hoteliers die absolute Weltmeister im ’Overcontracting’ sind, und andere mit etwas mehr 'Gefühl’. Fazit: ÜBERBUCHUNGEN LASSEN SICH NICHT VERMEIDEN, allenfalls besser – oder schlechter – kontrollieren.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Touristikpioniere

    Einige der spanischen Touristikpioniere und “Erfinder” des Pauschaltourismus schlichthin waren Mallorquiner oder Wahlmallorquiner deren Namen unweigerlich mit dem Boom des Tourismus auf Mallorca für immer verbunden sein werden. Oder besser: ohne die die Entwicklung nicht so stattgefunden hätte wie es der Fall war.

    Diese Namen sind:

    • Guillermo  Cryns de Schutter

    • Gebrüder Gabriel und Sebastián Barceló Oliver

    • Gabriel Escarrer Juliá

    • Luis Riu Bertrán

    • Miquel Fluxá Rosselló

    Später gesellten sich dann noch einige andere dazu.

    Guillermo Cryns de Schutter. Gebürtiger Belgier (Antwerpen, 1921) mit spanischer Staatsangehörigkeit. Er wanderte kurz nach dem 2.Weltkrieg nach Spanien aus und siedelte sich ursprünglich in Barcelona an. Anfang der 50er Jahre letzten Jahrhunderts gründet er – zusammen mit Josep Melia – das Reisebüro VIAJES MELIÁ. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Josep Melía was die Firmenpolitik anbetrifft kauft er sich in 1957 in die schon bestehende Firma ULTRAMAR EXPRESS mit Sitz in Barcelona ein. ULTRAMAR EXPRESS organisiert Busreisen und fängt mit Flugreisen nach Mallorca an. Kurz darauf ist Cryns verantwortlich für die Organisation der ersten Charterflüge von England/Deutschland nach Spanien (manche ernennen Cryns zum ‘Erfinder’ der Charterflüge schlichthin). In 1966 wechselt Cryns seinen Wohnsitz nach Palma de Mallorca. In 1972 gründet er die Hotelkette IBEROTEL. ULTRAMAR EXPRESS – Vertreter in Spanien der grössten englischen und deutschen Reiseveranstalter wie z.Bs. LORD BROTHERS, INTASUN oder der TUI - entwickelt sich zur grössten, spanischen Incoming-Agentur und IBEROTEL zur Nummer 1 der Urlaubshotelketten. TUI kauft sich sowohl in ULTRAMAR EXPRESS als auch in IBEROTEL ein. Anfang 1983 übernimmt TUI die Mehrheit beider Firmen. Jahre später wir ULTRAMAR EXPRESS zu TUI ESPAÑA umbenannt, die spanischen Hotels werden an die RIU HOTELKETTEverkauft/übergeben (TUI hatte sich inzwischen auch an dieser Kette beteiligt). Cryns investiert den Ertrag des Verkaufs der Touristikgruppe in anderen Branchen (Handelsbank, Yachtwerft, Käsefabrik, etc., etc.). Cryns war leidenschaftlicher Seegler und vertrat die spanische/mallorquinische Hochseesegelei mit seinen Regattayachten in weltweiten Wettbewerben. Cryns war verantwortlich für die Organisation der ersten, spanischen Expedition in die Antarkarktis (1983). Cryns wurde in 1964 mit der Silbermedaille für Verdienste im Tourismus und 2001 mit der Goldemedaille des Fremdenverkehrverbands Mallorcas ausgezeichnet. Cryns war durch die Seegelei mit König Juan Carlos Ibefreundet. Cryns ist 2003 in Sencelles (Mallorca) verstorben.

    Die Gebrüder Gabriel und Sebastián Barceló Oliver. Gebürtige Mallorquiner (Felanitx 1928, 1930 ). Ihr Vater betreibt die Buslinie zwischen Felanitx und Palma (Passagiere und Fracht). Als noch Minderjährige fangen die Brüder in der Firma ihres Vaters an. In 1954 kauft sich die Familie Barceló bei ULTRAMAR EXRESS ein. Gabriel kümmert sich – zusammen mit Cryns – um das Reisebüro, sein Bruder Sebastían um die Busse. Die Zusammenarbeit mit Cryns dauert nicht lange und kurz später gründen die Gebrúder Barceló ihr eigenes Reisebüro, VIAJES BARCELÓ. Sie organisieren Ausflüge für die wenigen Kreuzfahrtouristen die Mallorca besuchen. VIAJES BARCELÓ fängt an Flugtickets zu verkaufen und spezialisiert sich auf Hochzeitsreisen vom Festland nach Mallorca, die Busbranche bietet Transfers und Ausflüge an. VIAJES BARCELÓ wird Vertreter des englischen Veranstalters HENRY LUNN (die Kunden kamen mit Umschlägen mit Bargeld an um die örtlichen Leistungenzu bezahlen). In 1962 bauen die Gebrüder Barceló ihr erstes Hotel nachdem sie inzwischen auch eine Baufirma gegründet hatten. 1964 wurde das Hotel Pueblo gebaut, damals eine Revolution: das grösste Hotel Spaniens, mit Diskothek, Geschäften, Friseur, 2 Swimming Pools, etc., etc.,. Es wurden weitere Hotels angemietet und die Hotelkette fing an zu wachsen. In 1989 gründet man die STIFTUNG BARCELÓ für soziale und kulturelle Zusammenarbeit in der Karibik. Zu dem Firmenimperium gehören inzwischen 72 Firmen in 18 Ländern. Sebastían Barceló verstirbt im Jahr 2009. Gabriel Barceló gibt eine Zeitung heraus, ist Ehrenrat der Universität de Balearen, wird mit der Goldmedaille für Verdienste im Tourismus ausgezeichnet, ist jahrelang Präsident des Real Club Náutico Palma (Königlicher Yachtclub Palma).

    Gabriel Escarrer Juliá. Gebürtiger Mallorquiner (Porreres, 1935). Als Junge wurde er schon “der kleine Ausländer”genannt weil er gross, schlank und blond war und Sprachen sprechen konnte. Mit 16 Jahren verdiente er sein erstes Geld indem er Touristen am Hafen abholte und sie ins Hotel begleitete. Mit 20 Jahren wurde er “Trainee” bei THOMAS COOK in London. Mit 21 Jahren fing er im Reisebüro WAGONS LITS COOK als ‘Mädchen für alles’ an. Kurz darauf mietete er seine ersten, kleinen Hotels an, und gründete die Hotelkette HOTELES MALLORQUINES REUNIDOS. Er hat beste Beziehungen zu Reiseveranstaltern und zieht gute Verträge an Land. In den 70er Jahren erwirbt er seine ersten Stadthotels. Anfang der 80er Jahre expandiert er mit Hotels in der Karibik. In 1984 ersteht er von der Regierung die zwangsenteignete Hotelkette HOTASA und steigt mit seiner Hotelkette zur 37. Stelle der Hotelweltrangliste auf. 1987 kauft er alle MELIA-Hotels. Escarrer expandiert in Amerika, in der Karibik, in Südostasien, im Mittelmeer und in den wichtigsten, europäischen Städten. 1996 geht die Gruppe an die Börse. In 2000 erwirbt man die TRYP Hotelkette. Heute hat die Gruppe mehr als 35O Hotels weltweit und gehört zu den weltgrössten Hotelketten (mit einem Jahresumsatz von über $ 1,85 Milliarden). Gabriel Escarrer wird mit der Goldemadalle für Verdienste im Tourismus augezeichnet, ist Ehrendoktor der Universität der Balearen, Ehrenmitglied der HALL OF FAME des englischen Reisebüroverbands. Ausserdem wurde er zur “Touristischen Persönichkeit des Jahrhunderts” ernannt.

    Lluis Riu Bertrán. Gebürtiger Katalane (Olot,1933). Wahlmallorquiner seit 1953, Jahr in dem die Familie Riu ein kleines Hostal an der Playa de Palma erwirbt (Hostal San Francisco). Riu wurde schon immer als “diskreetes Arbeitstier” bezeichnet. Alles was verdient wurde wurde wieder in die Firma investiert. Riu hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zum deutschen Reiseveranstalter DR. TIGGES. Von Anfang an promoviert und fördert Riu die Wintersaison auf Mallorca. In den 60er und 70er Jahren expandiert Riu auf den Balearen und baut seine Geschäftstsbeziehungen aus. In 1978 wird TUI Gesellschafter der Hotelkette. In 1985 eröffnet Riu das erste Hotel ausserhalb der Balearen (auf den Kanaren), in 1991 das erste Hotel in der Dominikanischen Republik. In 1998 verstirbt Lluis Riu unerwartet und seine Kinder Luis und Carmen übernehmen die Geschäftstleitung. In 2010 eröffnet Riu das erste Stadthotel und expandiert in Ländern wie Mexiko, Jamaika, Aruba, Bahamas, Kapverdische Inseln, Costa Rica, Marokko und Tunesien. Heutzutage betreibt Riu weltweit 107 Hotels in 19 Ländern mit insgesamt 42.000 Zimmer. Riu hat 23.400 Angestellte, über 3 Millionen Gäste/Jahr und belegt Platz 27 der Hotelweltrangliste.

    Miquel Fluxá Rosselló. Gebürtiger Mallorquiner (Inca,1938). Sohn einer der bekanntesten Schuhmacherfamilien (Hersteller der Marken LOTUSSE und CAMPER) – und Lederwarenfabrik - aus Inca. In den 60er und 70er Jahren will man an dem Tourismusboom teilnehmen und gründet das Reisebüro VIAJES IBERIA und kurz danach die Reiseveranstalter IBEROJET und VIVA TOURS. Dazu kamen dann die Incoming-Agentur IBEROSERVICE (unte anderen Vertreter von NECKERMANN/THOMAS COOK, die sich in 1986 in diese Agentur einkaufen), und später die Hotelkette IBEROSTAR,die Fluggesellschaft IBERWORLD und die Kreuzfahrtreederei CRUCEROS IBEROJET. In 2006 verkauft Fluxá die Reisebüros, die Fluggesellschaft und die Kreuzfahrtreederei an zwei Investmentfond für ungefähr € 900 Millionen (die neuen Eigner, unter der neuen Marke ORIZONIA, meldeten vor ein paar jahren Konkurs an, letzte Woche hat Miguel Fluxá die Marke VIAJES IBERIA von den Konkursverwaltern für € 550.000 zurückerworben). Fluxá investiert das Geld unter anderem um die Hotelkette IBEROSTAR auszubauen. IBEROSTAR betreibt übr 100 Hotels in 18 Ländern mit insgesamt 18.000 Angestellten. In 2004 gründet man die STIFTUNG IBEROSTAR zur Förderung der Kultur und der Erziehung sowohl in Spanien als auch in Lateinamerika. Miquel Fluxá wird im Jahr 2014 mit der Goldmedaille der Balearen geehrt. Fluxá ist mit einer Deutschen – Sabine Thienemann - verheiratet.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Die Mallorquiner (5)

    In vergangenen Beiträgen des selben Titels habe ich schon einige der Charakterzüge der Mallorquiner angesprochen …. aber es gibt noch viele mehr.

    Die Mallorquiner tun sich schwer direkte Fragen zu stellen, noch schwerer tun sie sich direkte und klare Antworten zu geben. Vielmals benutzen sie Ausdrücke und Redewendungen die genaudas Gegenteil bedeuten.

    Wenn ein Mallorquiner nach einer Verhandlung vom Tisch aufsteht und beim verabschieden sagt: “Ja diré coses” (in diesem Zusammenhang so etwa “Ich werde mich melden” ), ist das normalerweise ein klares Zeichen dass man zu keiner Einigung gekommen ist, dass er sich gar nicht einigen will, und dass man nie wieder etwas von ihm hören wird. Man vermeidet Streitigkeiten und direkte Diskussionen und zieht sich einfach mit einer Höflichkeitsfloskel zurück. Sich zu entscheiden scheint Überwindung zu kosten.

    Der Mallorquiner wiederholt sich oft bzw. stellt wiederholte Fragen die total irrelevant und/oder unbedeutend sind. Bestellt man in einer Bar einen Kaffee mit Milch fragt der Kellner, der die Bestellung klar verstanden hat, höflichst: “einen Kaffee”? Der Gast bestätigt das. Der Kellner: “mit Milch?”. Nach der wiederholten Bestätigung wird der Kaffee mit Milch serviert (dieses Beispiel trifft natürlich bei Touristen mit möglichen Sprachproblemen nicht zu). Bestellte man ein Buch in einer Buchhandlung und kam eine Woche später um es abzuholen, war es bis vor einigen Jahren nicht ungewöhnlich dass man zu hören bekam dass das Buch nicht da sei. Grund: “Wir hatten ja nichts konkretes ausgemacht und Sie haben sich ja auch nicht mehr gemeldet” (heutzutage ist das nicht mehr so ….. oder doch?).

    Oftmals schliesst der Mallorquiner eine Erklärung mit dem Satz “Hast Du es verstanden?” Gemeint ist nicht ob man verstanden hat was er gesagt hat, sondern ob man verstanden hat was er damit meint (möglicherweise etwas ganz anderes).

    Die geziehlte und bewusste Mehrdeutigket der Ausdrucks- und Verhaltensweise der Mallorquiner ist - um es milde auszudrücken –gewöhnungbedürftig und es braucht seine Zeit damit klar zu kommen. Manche (viele?Die meisten?) lernen es nie.

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne

  • IHCT Mallorca VII (13.-15.11.2015)
    BernatB Bernat

    Was man alles verpasst wenn man einmal ein paar Stündchen nicht hier ins Forum schaut.

    @ Mettigelmädchen

    Auch von mir HERZLICHSTEN GLÜCKWUNSCH zur Ernennung als (richtiger) Admin. Das ist wohl eine Überraschung. Um so stolzer bin ich auf die gesammelte Prominenz beim UT-Mallorca. WOW!

    Usertreffen

  • MALLORCA INSIDE
    BernatB Bernat

    Archäologie pur (Almallutx)

    Einer der wichtigsten, archäologischen Funde der Insel ist dem Zufall zu verdanken.

    In 2011 besuchte der Archäologe Jaume Deyá und sein Kollege Pablo Galera das Umfeld vom Stausee “GorgBlau” in Vorbereitung eines Artikels den er über vorgeschichtliche Zeit schreiben wollte.

    Dass man in diesem Tal –Tal von Almallutx – schon einige archäologische Reste gefunden hatte war bekannt (deshalb auch der Besuch einiger Höhlen neben dem Stausee). Da an bewusstem Tag das Wasser extrem tief stand beschlossen die Archäologen um das Wasser herum auf die andere Seite zu laufen ……. und stiessen an der normalerweise unte rWasser stehenden Oberfläche auf zahlreiche Keramikreste und andere Anzeichen vorgeschichtlicher Ansiedlungen. Diese Funde wurden dem Inselrat gemeldet.

    In 2012 als das Wasser wieder einmal den Tiefststand erreicht hatte begann man mit der systematischen Erfassung der Reste und dem Studium und Vergleich mit den Geschichtsbüchern. Die Fünde waren enorm: bisher unbekannte, vorgeschichtliche Grabstätten, ein ganzer islamischer Friedhof dessen Skellette quasi an der Oberfläche lagen, eine Fundstätte von ursprünglich 10, heute von 16 Hektar.

    Alles deutet darauf hin dass es sich um eine maurische Ansiedlung des 13. Jahrhunderts von möglicherweise bis zu 40.000 Einwohnern handelt.

    Am 31. Dezember 1229 eroberten die Truppen des Königs Jaime I die Stadt Palma (damals “Madina Mayuqa” ). Alle Mauren die  überlebten zogen sich in die Berge zurück und wiederstanden dort der Eroberung der Christen bis 1232. Es muss ein tragisches Ende des Wiederstands gegeben haben denn grosse Teile der Ansiedlung sind verbrannt (die Archäologen berichten sogar vom Fund von Tongefässen die auch heute noch nach ranzigem Öl riechen).

    Aber nicht nur Mauren waren hier angesiedelt. Das Tal von Almallutx war schon seit 2000 v. Ch. besiedelt. In den letzten 3 Jahren hat man nicht nur Grabstätten der kalkolitischen Zeitgefunden, sondern Reste und Bauten der Bronzezeit und eine Ansiedlung der talayotischenZeit (hier hat man die einzige noch stehende, talayotische Säule der Balearen gefunden). Diese Funde machen das Tal von Almallutx zur wichtigsten archäologischen Fundstätte der Insel.

    Jetzt hat man grosse Probleme um weiter ausgraben zu können: man geht davon aus dass der Grossteil der Fundstätte unter Wasser liegt (der Stausee ist einer der Hauptlieferanten von Trinkwasser der Insel) und man nur weitergraben kann wenn das ganze Tal trocken liegt, und man hat kein Geld. Die bisherigen Arbeiten wurden überwiegend durch Spenden einer grossen, spanischen Sparkasse finanziert.

    Talayotische Säule von Almallutx

    (Bildquelle: EL MUNDO)

    Mallorca Inside- Bernats Kolumne
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