Hallole,
ich als waschechter net "neigschmeggter" Gelbfüßler bring euch mal ne kurze Erklärung zum Thema Gelbfüßler:
"Der Name Gelbfüßler ist schon relativ alt und wird ursprünglich auf Schwaben bezogen. Von Orten im schwäbischen Grenzbereich, wandert er im Laufe der Zeit nach Baden, wobei seine Vitalität immer wieder durch verschiedene Herkunftserklärungen gestützt und neu belebt wird. Als Erklärungen, die in verschiedenen zeitlichen Schüben dem Namen beigegeben werden, sind zu nennen: Gelbe Füße durch armutsbedingtes Barfußlaufen und Waten im Kot; gelbe Füße vom Eiereintreten für eine herrschaftliche Abgabe; gelbe Füße wegen gelber Fuß-, Beinbekleidung (hirschlederne Hosen) und zuletzt Gelbfüßler wegen des Vorherrschens von Gelb in den badischen Landesfarben.
In einem Mundartgedicht aus dem Nördlinger Ries aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (abgedruckt in Johannes Firmenich, Germaniens Völkerstimmen, Bd. 2, [1852], S. 412) heißt es, dass man das Ries schon zu Schwaben zähle, doch dass die Rieser keine gelben Füße hätten (Mi rechens älls schoa zua Schwohba / Doch d' Riaserr honnt koi gälbe Füaß). In der Anmerkung zu diesem Gedicht wird zur Erklärung Folgendes gesagt: "Unter den sogenannten Schwabenstreichen wird auch folgender erzählt: Eine schwäbische Stadt einst im Begriffe, eine große Anzahl Eier zum kaiserlichen Hofe zu senden, berieth hin und her darüber, wie die Menge der Eier unterzubringen und fortzuschaffen sei. Endlich kam man darin überein, die Eier auf dem Wagen einzutreten. Es geschah und natürlich gab es bei dieser Arbeit gelbe Füße. Daher der Spottname Gelbfüßler".
Auch das Badische Wörterbuch (Lahr 1925 ff.), dessen Wortartikel Gelbfüßler im Band 2, S. 349 im Jahr 1957 publiziert wurde, kennt den Necknamen für Orte, die in der Nähe der schwäbischen Landesgrenze liegen. Genannt werden: Bauschlott, Pforzheim, Unterbalbach, Hartheim (bei Meßkirch) und Immenstaad."
Das hab ich gefunden auf Germanistik-Seiten der Uni Freiburg bei Dr. Rudolf Post
Grüßle Ralf