Erika1@
Eine Forderung ist eine Schuld, das ist richtig und unstrittig. Die Frage der (Zahlungs-) Moral ist dabei, ob ich als Schuldner die Rechnung innerhalb der vorgeschriebenen Frist zahle oder die Zahlung noch 3 Wochen oder gar 2 Monate hinaus schiebe. Dies ist doch das eigentliche Problem.
Unter den Begriff Qualitätsmangel fallen in der Kfz-Branche nicht nur fehlerhafte Arbeiten am Fahrzeug selbst, sondern auch fehlende Kommunikation mit dem Kunden, unklare Absprachen bei der Eröffnung von Werkstattaufträgen usw.
Der Kunde ist sauer, wenn ohne vorherige Absprache ein Verschleißteil ausgewechselt wurde, wenn er nicht über den Preis des teuren Motoröls informiert wurde, wenn für eine Reparatur die Kulanzentscheidung des Herstellers zu seinen Ungunsten ausgefallen ist oder ein vermeintlicher Garantieanspruch abgelehnt wurde. Und darauf reagiert er vorerst mit Zahlungsverweigerung. Ob es sich um einen tatsächlichen Mangel handelt, muss auch hier oft von den Gerichten entschieden werden.
In der immer wieder erwähnten Baubranche sieht die Situation sicher nicht anders aus. Wie Harzer schon schrieb, klagen die Baufirmen über mangelnde Zahlungsmoral und bleiben auf Ihren Rechnungen sitzen und auf der Gegenseite reklamiert der Bauherr (ob vorerst berechtigt oder nicht) und behält die Zahlung ein. So sollte man diese Problematik von beiden Seiten aus betrachten. Nicht jeder Handwerker ist ein Pfuscher und nicht jeder Kunde ein vorsätzlicher Zahlungsunwilliger.
"Erika1" wrote:
effi,
Der Schuldner hat de Möglichkeit der Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung.
Kaum ein Mensch wird diese Möglichkeit heute noch freiwillig und leichtsinnig in Erwägung ziehen, da die Konsequenzen eine gravierende Einschränkung im persönlichen Lebensbereich bedeuten. Diese Fälle liegen, jedenfalls in meiner fast 10-jährigen Berufserfahrung in dieser Branche, im Promille-Bereich.
"Erika1" wrote:
Der Gläubiger guckt mangels Masse in den Mond.
Wer soll denn sonst für die Forderung aufkommen?
Der Staat oder der Steuerzahler ? Oder soll der Schuldner zur Zwangsarbeit verpflichtet werden ? Der Ausfall einer Forderung ist ein unternehmerisches Risiko und jeder Unternehmer hat die Möglichkeit dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.
Grüße von Effi